Geschäfts-/Auseinandersetzungsguthaben



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Transkript:

GdW Arbeitshilfe 72 Geschäfts-/Auseinandersetzungsguthaben bei Beendigung der Mitgliedschaft Kündigungsausschluss durch Gläubiger und Insolvenzverwalter Mitgliederschutz bei Wohnungsgenossenschaften durch 67c GenG September 2013

Herausgeber: GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.v. Mecklenburgische Straße 57 14197 Berlin Telefon: +49 30 82403-0 Telefax: +49 30 82403-199 Brüsseler Büro des GdW 3, rue du Luxembourg 1000 Bruxelles Telefon: +32 2 5 50 16 11 Telefax: +32 2 5 03 56 07 mail@gdw.de www.gdw.de GdW 2013 Diese Broschüre ist zum Preis von 15 EUR zu beziehen beim GdW Bundesverband deutscher Wohnungsund Immobilienunternehmen e.v. Postfach 330755 14177 Berlin Telefon: +49 30 82403-163 Telefax: +49 30 82403-179 bestellung@gdw.de

Geschäfts-/Auseinandersetzungsguthabens bei Beendigung der Mitgliedschaft Kündigungsausschluss durch Gläubiger und Insolvenzverwalter Mitgliederschutz bei Wohnungsgenossenschaften durch 67c GenG

Vorwort Die Mitglieder einer Genossenschaft beteiligen sich für die Dauer ihrer Mitgliedschaft mit Kapital in Form von Einzahlungen auf die erworbenen Geschäftsanteile. Dieses Beteiligungskapital bzw. Geschäftsguthaben der Mitglieder ist die wichtigste Kapitalbasis einer Genossenschaft. Um ihren Förderzweck zu erfüllen, bei Wohnungsgenossenschaften ist das die Sicherstellung einer guten und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung, sind die Genossenschaften auf die Einlagen ihrer Mitglieder angewiesen. Daher sind sie auch an stabilen, langfristigen Mitgliedschaften interessiert. Wird die Mitgliedschaft durch den Insolvenzverwalter beendet, hat dies gravierende Auswirkungen für das Mitglied, aber auch für die Genossenschaft. Das betroffene Mitglied verliert nicht nur sein Auseinandersetzungsguthaben, sondern sieht sich auch dem drohenden Verlust seiner Wohnung ausgesetzt. Für einen Schutz der Nutzer von Genossenschaftswohnungen ähnlich wie der Mieter vor drohender Wohnungslosigkeit in der Privatinsolvenz haben sich der GdW und seine Regionalverbände seit mehr als sechs Jahren eingesetzt. Nunmehr ist seit 19. Juli 2013 die Kündigung der Mitgliedschaft in einer Wohnungsgenossenschaft durch den Insolvenzverwalter, aber auch durch den Einzelgläubiger, nicht mehr ohne Weiteres möglich. Durch das "Gesetz zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens und zur Stärkung der Gläubigerrechte" vom 15. Juli 2013 wurde ein Kündigungsausschluss im Genossenschaftsgesetz verankert. Allerdings ist die Kündigung der Mitgliedschaft nur bis zu einer bestimmten Obergrenze des Geschäftsguthabens ausgeschlossen. Die Begrenzung solle dem Gläubigerschutz dienen, um Vermögenswerte nicht ohne Rechtfertigung der Insolvenzmasse zu entziehen. Die gesetzliche Regelung einer Kündigungsbeschränkung für die Mitgliedschaft in einer Wohnungsgenossenschaft ist dennoch ein Erfolg. Sie bietet einem großen Teil der Mitglieder einen effektiven Schutz. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Reform des Insolvenzrechts einschließlich des Verbraucherinsolvenzverfahrens gerade wegen der schwierigen Abwägungsfragen zwischen Schuldner- und Gläubigerinteressen in der letzten Legislaturperiode gescheitert war und auch jetzt nach schwierigen Verhandlungen erst kurz vor der letzten parlamentarischen Sommerpause verabschiedet wurde. In der vorliegenden Arbeitshilfe sind die Möglichkeiten der Sicherung des Geschäftsguthabens bzw. von Forderungen der Wohnungsgenossenschaften gegen den Anspruch auf Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens bei Beendigung der Mitgliedschaft einschließlich im Falle der Insolvenz des Mitgliedes dargestellt. Ein besonderes Kapitel widmet sich den neuen 66a, 67c Genossenschaftsgesetz, die das Recht der Kündigung der Mitgliedschaft durch den Insolvenzverwalter und den Einzelgläubiger einschränken. Die einschlägigen Vorschriften werden jeweils erläutert und für deren Umsetzung entsprechende Hinweise für die Praxis der Wohnungsgenossenschaften gegeben.

Bei der Entstehung der Broschüre unter Federführung des GdW haben Juristinnen und Juristen der Regionalverbände (VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.v., VSWG Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.v., BBU Verband Berlin- Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.v., VdW Bayern Verband bayerischer Wohnungsunternehmen e.v., VdW südwest Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e.v.) maßgeblich mitgewirkt: Rainer Maaß, VNW Kapitel 1 Mirjam Luserke, VSWG Kapitel 2 Sabine Degen, BBU Kapitel 3.1 Dr. Stefan Roth, VdW Bayern Kapitel 3.2 Sabine Degen,BBU Monika Kegel, GdW Kapitel 4 Stephan Gerwing, VdW südwest Kapitel 5 Ich danke den Autoren aus unseren Regionalverbänden für ihr Engagement und hoffe, dass die Arbeitshilfe den Wohnungsgenossenschaften beim Handling der Fragen rund um die Sicherung der Mitgliedschaft und des Geschäftsguthabens/Auseinandersetzungsguthabens Unterstützung gibt. Berlin, im September 2013 Axel Gedaschko Präsident GdW Bundesverband deutscher Wohnungsund Immobilienunternehmen e. V., Berlin

Inhalt Seite 1 Sicherung von Ansprüchen der Genossenschaft gegen das Auseinandersetzungsguthaben 1 1.1 Begriffsbestimmung Geschäftsguthaben/Auseinandersetzungsguthaben 1 1.2 Verfügungen des Mitglieds über seinen Auseinandersetzungsanspruch (Abtretung, Verpfändung, Pfändung) 2 1.3 Ausschluss der Verfügungen durch Satzungsregelung 4 1.4 Aufrechnung durch Genossenschaft 5 2 Kündigung der Mitgliedschaft durch Gläubiger nach 66 GenG 7 2.1 Voraussetzungen der Gläubigerkündigung 7 2.1.1 Vollstreckungsfähiger Schuldtitel 8 2.1.2 Pfändungs- und Überweisungsbeschluss 8 2.1.3 Kündigungserklärung 9 2.1.4 Fruchtloser Zwangsvollstreckungsversuch 9 2.1.5 Vollstreckungsversuch innerhalb der letzten sechs Monate 10 2.1.6 Vorlage von Urkunden 10 2.2 Rechtsfolgen der Gläubigerkündigung 11 2.2.1 Kündigungsfrist 11 2.2.2 Besonderheiten 11

2.3 Gegenansprüche der Genossenschaft 11 2.4 Ausschluss der Gläubigerkündigung nach 67c GenG 12 3 Das Auseinandersetzungsguthaben in der Insolvenz des Mitglieds vor Ausspruch der Kündigung durch den Insolvenzverwalter 13 3.1 Beendigung der Mitgliedschaft und des Wohnungsnutzungsvertrages 13 3.2 Satzungsmäßiges Pfandrecht der Genossenschaft und Aufrechnung 15 4 Kündigung der Mitgliedschaft durch den Insolvenzverwalter nach 66a GenG/ Kündigungsausschluss nach 67c GenG 17 4.1 Vorbemerkung 17 4.2 Ausübung des Kündigungsrechts durch den Insolvenzverwalter 18 4.3 Ausschluss der Kündigung durch den Insolvenzverwalter 19 4.4 Beschränkung auf Kündigung einzelner Geschäftsanteile 22 4.5 Kündigung der Mitgliedschaft bei Überschreiten der Obergrenze 23 4.6 Anwendung der neuen Regelungen 23 5 Möglichkeiten der Genossenschaft, wenn der Kündigungsausschluss nach 67c GenG nicht greift 25 5.1 Vereinfachte Verteilung nach 314 InsO 25 5.2 Neubegründung der Mitgliedschaft 27

Anlage Gesetz zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens und zur Stärkung der Gläubigerrechte vom 15. Juli 2013 (Bundesgesetzblatt 2013 Teil I, Seite 2379 ff.) 28