Diving and Cardiology



Ähnliche Dokumente
Aortenisthmusstenose

Vorsorge im Alter Was ist möglich? Oder Vorsorge für wen und wie?

Frauen und Tauchen. Dr. Claudia Haizmann, Fachärztin für Anästhesiologie, Tauch- und Überdruckmedizin

Experiment vs. Beobachtungsstudie. Randomisiertes, kontrolliertes Experiment

Theoretische und praktische Auswirkungen altersabhängiger medizinischer Reihenuntersuchungen

Screening Das Programm. zur Früherkennung von Brustkrebs

Künstlicher Hüftgelenksersatz

Eine effiziente GMP-Risikoanalyse für Pharmalieferanten

Was meinen die Leute eigentlich mit: Grexit?

Vergleich Borrelia-ELISA unterschiedlicher Testhersteller mit Immunoblot: Hochspezifische, aber niedrig-sensitive Tesverfahren

Transplantatvaskulopathie Prävention und Therapie

Die Post hat eine Umfrage gemacht

Vorlesung - Medizinische Biometrie

50 Fragen, um Dir das Rauchen abzugewöhnen 1/6

Neue diagnostische Kriterien. Warum früh diagnostizieren? Wie sicher! - diagnostizieren?

Herz unter Wasser - Tauchmedizin

Personalisierte Medizin Ende der Solidarität? Heiner Raspe Seniorprofessur für Bevölkerungsmedizin

Kulturelle Evolution 12

Möchten Sie auch wieder so richtig kraftvoll zubeißen können? Implantate im MIMI -Verfahren. schmerzarm - patientenfreundlich - bezahlbar

Schneller durch HIT (High Intensity Training)

Moderne MRT-Bildauswertung mit appmri Hippocampus Volume Analyser.

Gründe für fehlende Vorsorgemaßnahmen gegen Krankheit

Weimar Prof. Dr. med. D. Brock

SWISS UNDERWATER AND HYPERBARIC MEDICAL SOCIETY ASTHMA

Chronische Niereninsuffizienz. Nicht jeder der pinkelt hat auch gesunde Nieren.

Wir wissen nicht, was morgen ist.

mehrmals mehrmals mehrmals alle seltener nie mindestens **) in der im Monat im Jahr 1 bis 2 alle 1 bis 2 Woche Jahre Jahre % % % % % % %

Naturgewalten & Risikoempfinden

Implantate Anwendung in unserer Praxis

Wenn Russland kein Gas mehr liefert

KOPIE. Diabetes in Kürze. «Schritt um Schritt zu mehr Gesundheit!»

Primärer Endpunkt Fallzahlkalkulation...

Klappenerkrankungen und Herzinsuffizienz. Hans Rickli St.Gallen

Baden 04/2012 PD Dr. med. J-P Schmid 2

Überlegungen und Daten zum Herzkreislaufstillstand/der Reanimation in der Geriatrie Martin Frossard Universitätsklinik für Notfallmedizin

Palliativtherapie durch den Hausarzt

KAPITEL I HUNDEBISSE GROSSE GEFAHR ODER KULTURELL BEDINGTE PHOBIE?

RSV. RSV kennen. Das Virus, das Eltern kennen sollten. Informationen. Kinder schützen

LV 1871 Basisrente Performer RieStar Sofortrente. Die Rente, die bis zu x-mal mehr leistet. Kundeninformation

Elternzeit Was ist das?

Kopfschmerzen, Migräne und Ohrgeräusche

Fallstricke in der HIV-Diagnostik. Elisabeth Puchhammer-Stöckl Department für Virologie Medizinische Universität Wien

Eva Douma: Die Vorteile und Nachteile der Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit

Herzlich willkommen. zur Information Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz / für Kirchgemeinden

Hautkrebsscreening. 49 Prozent meinen, Hautkrebs sei kein Thema, das sie besorgt. Thema Hautkrebs. Ist Hautkrebs für Sie ein Thema, das Sie besorgt?

Pflegefall wer bezahlt, wenn es ernst wird?

Eine Powerpoint Presentation von: Erwin Haigis Teil II Copyright by Erwin Haigis VIP-Divepoint

Diabetes mellitus : Folgeschäden

Brustkrebs und Mammographie

Psychosomatik: Anamnese bei komplexen Symptomen. Pierre Loeb Alexander Kiss

Haus sanieren profitieren! 27. Februar 2014

Berufsunfähigkeit? Da bin ich finanziell im Trockenen.

Resultate GfS-Umfrage November Wie bekannt ist das Phänomen Illettrismus bei der Schweizer Bevölkerung?

Private Senioren- Unfallversicherung

ANLAGE 4. Final wording for SPC and package leaflet (PL)

Der Typ 2 Diabetiker mit arterieller Hypertonie. 1. zu spät gehandelt. 2. zu spät behandelt. 3. zu ineffektiv therapiert.

WEGWEISER ZUR EINLAGERUNG VON NABELSCHNURBLUT UND -GEWEBE

Cardiac Monitoring in Motion. Work-Life-Balance to go.

Behandlung von Krebsvorstufen. Dr. K. Röder Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Der HIV-Antikörper-Schnelltest aus Sicht des Labormediziners. Dr. Thomas Berg, Berlin

Patientenleitfaden für das Gespräch mit dem Arzt. Liebe Patientin, lieber Patient!

Dominik Stockem Datenschutzbeauftragter Microsoft Deutschland GmbH

28% der Schweizer sind Single das sind rund 1,5 Millionen Menschen zwischen Jahren

Am liebsten geistig fit bis ins hohe Alter

Bis zu 20% aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an Depression. Damit ist Depression eine der häufigsten seelischen Erkrankungen.

Schön, dass ich jetzt gut

SCHÖNE ZÄHNE. Lebensqualität mit Zahnimplantaten 1

!!! Folgeerkrankungen

So sind Sie zukünftig mit Ihrer MasterCard versichert

Inhaltsübersicht Produktinformationsblatt zur Jahres-Reiserücktritts-Versicherung der Europäische Reiseversicherung AG

Alle gehören dazu. Vorwort

Die Online-Meetings bei den Anonymen Alkoholikern. zum Thema. Online - Meetings. Eine neue Form der Selbsthilfe?

Intraoperative Strahlentherapie bei Brustkrebs

Patienteninformation. Augenarzt-Check für den Verkehrsteilnehmer. Beeintr ächtigtes Sehvermögen eine unterschätzte Gefahr im Str aßenverkehr.

Technische Universität München. Patienteninformationstag Prostatakrebs. TU München. P. Herschbach Roman-Herzog-Krebszentrum München

Labortests für ihre Gesundheit. Gerinnungsstörungen Vorbeugung für Mutter und Kind 12

Das NEUE Leistungspaket der Sozialversicherung. Mehr Zahngesundheit für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Fragen und Antworten

Ich will im Krankenhaus eine V.I.P.-Behandlung. Die Kranken-Zusatzversicherung V.I.P. stationär.

Bernadette Büsgen HR-Consulting

Gönner der Junioren. Patenschaft für Tennistalente. im Freiamt

Windows Server 2012 R2 Essentials & Hyper-V

WAS finde ich WO im Beipackzettel

an Masern erkrankt. an Mumps erkrankt. mit Röteln infiziert

Und der Schluß vom Beschluß: Beschlossen und verkündet hört sich an wie aus einer Gerichtsserie. Was soll das alles?

Berufsunfähigkeit trifft jeden Vierten. Sehr gut, dann bei der SV zu sein.

Herz-CT. Herz-CT: Durchführung und Nachverarbeitung. Matthias Kerl. Geschwindigkeit. Patientenvorbereitung. Prospektives EKG-Triggering

Das ICD-Patientenzufriedenheitsbarometer

Ein neues System für die Allokation von Spenderlungen. LAS Information für Patienten in Deutschland

Patientensicherheit aus Patientensicht

FAMILIENSTAND ALLEINERZIEHENDE MÜTTER

Der Gesundheitskompass für die junge Frau

Social Media Einsatz in saarländischen Unternehmen. Ergebnisse einer Umfrage im Mai 2014

Erfahrungen mit Hartz IV- Empfängern

Vor- und Nachteile der Kastration

Der Schutz von Patientendaten

Transkript:

Diving and Cardiology Biel 12. April 2014 Martin Kraus SUHMS Weinfelden

Diving - Physiology - Cardiology Cardiovascular effects to immersion Hydrostatic pressure increases with depth Normally the legs are deeper during diving Veins in the legs (physiologic blood pooling) are more compressed than upper part of the body Loss of gravity Blood volume load Vena cava Chambers of the right heart Pulmonary arteries

Diving - Physiology - Cardiology Diving reflex Mechanism: Triggered by sensory stimulation of trigeminal nerve > inhibition of the ccardio-respiratory center in medulla > Bradycardia HR slows to about 60% of predive intense peripheral / selectiv visceral vasoconstrition Shunting blood to areas more sensitiv to hypoxia Independent of barorecepotors or chemoreceptors Water temperatures above 20 C do not inhibit the diving reflex > progressively augmented by lower temperatures arrhythmia, tachycardia, AV-block, ECG changes, hypercapnia

Diving - Physiology - Cardiology Cold water effect Another effect of submergence on the cardiovascular system peripheral vasoconstriction the colder the water the more intense the vasoconstriction increased afterload can lead to angina pectoris in patients with coronary artery disease acute decompensation in patients with heart failure

Project Stickybeak 100 consecutive fatal diving accidents in Australia and New Zealand 1980-89 Serious medical problems during the dive 43 % Retrospective evaluated medical unfitness to dive 25 % Prior missed fitness to dive examination >50 % SPUMS Journal, Vol 19, No. 3, July-Sept. 1990

Project Stickybeak 100 consecutive fatal diving accidents in Australia and New Zealand 1980-89 Sereous medical problems during the dive 43 % Retrospective evaluated medical unfitness to dive 25 % Prior missed fitness to dive examination >50 % SPUMS Journal, Vol 19, No. 3, July-Sept. 1990

Fitness to dive 1. Ability to swim longer distances ( >500m) 2. Ability to communicate above and underwater 3. Ability to bear the responsibility for himself and his boddy 4. Exclusion of illness which can cause unconcscioness and confusion 5. Exclusion of illness which can cause panic 6. Exclusion of illness which have a risk for barotrauma 7. Exclusion of illness which can worsen by diving

Fitness to dive 1. Ability to swim longer distances ( >500m) 2. Ability to communicate above and underwater 3. Ability to bear the responsibility for himself and his boddy 4. Exclusion of illness which can cause unconsciousness and confusion 5. Exclusion of illness which can cause panic 6. Exclusion of illness which have a risk for barotrauma 7. Exclusion of illness which can worsen by diving

Fitness to dive - Cardiology The question is: Is there an illness or pathology which can cause... Sudden death Syncope Restriction of physical fitness

Fitness to dive - Cardiology Sudden cardiac death in young athletes High incidence Hypertrophic obstructiv cardimyopathy (1:500) Low incidence Very low incidence Myocarditis Dilatative cardiomyopathy Marfan syndrome ARVC Sarkoidosis Aortic stenosis Anomaly in coronary anatomy CAD Contusio cordis Long- /Short-QT-syndrome WPW Primary ventrucular tachycardia / fibrillation Maron et al, 1995 / Thiene et al, 1988

Fitness to dive - Cardiology Sudden cardiac death in young athletes Incidence of SCD in elite athletes In the past estimated frequency of SCD: 1:100 000 Harmon et al. Incidnece of sudden cardiac death in National Collegiate Athletic Association Athletes. Circulation 2011; 123: 1594-1600» Overall SCD rate is substantially higher Men 1 : 43 770 Woman 1 : 76 646 In certain categories, notebly black male basketball athletes, the rate may be as high as 1 in 3 000

Fitness to dive - Cardiology Physical fitness > definitive depends on the function of - heart - circulation Diving and physical fitness Normally diving is not strenuous» Mitchell et al 94: - dynamic effort > mild - static effort > moderate - comparable -archery -horse riding -ride a motorbike severe effort is absolute necessary» Sudden unexpected current» In case of emergency with rescue operation

Anzahl tödlicher Unfälle Age groups in 100 fatal diving accidents ( Project Stickybeak, SPUMS Journal 1990) 25 20 15 10 5 0 < 15 16 bis 20 21 bis 25 26 bis 30 31 bis 35 36 bis 40 41 bis 45 46 bis 50 51 bis 55 56 bis 60 > 60 Altersgruppen

Fitness to dive - Cardiology Coronary artery disease Potential hazard > angina during effort > myocardial infarction > sudden cardiac death (arrhythmia) DAN-registry 1989 about fatal diving accidents > 11.4% by myocardial infarcton during diving > only in 23% CAD was known

Fitness to dive - Cardiology Coronary artery disease PCI Restenosis POBA 25-30 % after 3-4 months BMS +/- 20 % after 6 months DES 2 4 % after 6 months

Fitness to dive - Cardiology Coronary artery disease Loop, FD, Lytle, BW, Cosgrove, DM, et al, N Engl J Med 1986; 314:1.

Fitness to dive - Cardiology Coronary artery disease Fitness to dive no symptoms (angina / dyspoea) normal stresstest with a sporty fitness yearly cardiac check» After revaskularisation (PCI / CABG) 6 months unfit to dive

Fitness to dive - Cardiology Heart failure Contraindication for diving» LV ejection fraction < 50%» Indication for medical therapy Potential hazard: -restriction of physical fitness -syncope -sudden death low cardiac output vasodilatation

Fitness to dive - Cardiology Contraindication Valvular heart disease valvular heart disease with hemodynamic relevance > Severe stenosis / severe incompetence valvular heart disease with restriction of physical fitness Close cardiac evaluations are mandatory stresstest Doppler-echocardiography

Fitness to dive - Cardiology Arrhythmias It depends on. - the basic heart disease - the restriction of fitness during tachycardia e.g. > lone atrial fibrillation without symtoms > AVNRT severe symptoms

Tauchen mit offenem Foramen ovale (PFO)

Tauchen mit PFO Es gibt keine einfache Lösung für alle Fragen

Der unverdiente Tauchunfall (Bubble-Disease / Bläschenkrankheit) Mögliche Ursachen klassische Dekompressionskrankheit Shunt-Problematik Vorhofseptumdefekt PFO transpulmonaler Shunt Arterielle Gasembolie bei Lungenbarotrauma

Der unverdiente Tauchunfall (ohne Bläschen) Mögliche Ursachen - tauchassoziiert Innenohr-Barotrauma Mittelohr-Druckausgleichproblem - alternobar Stress und Hyperventilation Verletzung zb. Bandscheiben

Der unverdiente Tauchunfall (ohne Bläschen) Mögliche Ursachen unabhängig vom Tauchen neurologisch orthopädisch Lungen sonstige Erkrankungen

Das offene Foramen ovale (PFO)

Vorhofseptumdeferkt (ASD) Obligater Re/Li-Shunt bei jedem Herzzyklus enddiastolisch Folgerung: tauchuntauglich

Offenes Foramen ovale (PFO) Häufigkeit Hagen et al; 1984 (Autopsien, n=965): Häufigkeit 27.3% Grössen-Range 1-19mm mit zunehmendem Alter geringere Häufigkeit 34 -> 20% mit zunehmendem Alter grösseres PFO 3.5 -> 5.8mm

Offenes Foramen ovale (PFO) Diagnose Transthorakale Echokardiographie (TTE) Lynch et al; 1984 (TTE m. Kontrast, n=80): -Inzidenz: 18% Range aus anderen Studien: 10-18%

Offenes Foramen ovale (PFO) Diagnose Goldstandard = Transoesophageale Echokardiographie (TEE) Konstadt et al, 1991 transoesophageal study with contrast solution n = 50 pts. Incidence of PFO 26 %

Carotis-Doppler als minimalinvasive Screening- Methode zur PFO-Diagnose Methode: Tauglichkeitskriterien und Kontraindikationen - Injektion 9.5ml NaCl + 0.5ml Bubbles in antebrachiale Vene - Valsalva-Maneuver - Carotis-Doppler (8MHz) > Shunt-Bubbles als Clicks hörbar - gleichzeitig TEE als Goldstandard Resultate: n = 33 8 PFO im TEE (24%) alle 8 PFO im Carotis-Doppler diagostiziert Sensitivität 100% im Carotis-Doppler 3 falsch positive Diagnosen Spezifität 88% Germonpré, Balestra et al, EUBS Proceedings 1999

Tauglichkeitskriterien Kontraindikationen inspirat. N2-Partialdruck alveolärer / kapillärer N2-Partialdruck Übersättigungstoleranz rechtes Herz L U N G E linkes Herz Dekompressionskrankheit Kompartiment 1 Venöse Stickstoffbubbles Kompartiment 2 Hautkompartiment Entsättigung Aufsättigung

Unsere Befürchtung Offenes Foramen ovale (PFO) right atrium left atrium

Tauchen ein Risiko? Unsere Befürchtung rechtes Herz inspirat. N2-Partialdruck alveolärer / kapillärer N2-Partialdruck L U N G E linkes Herz Kompartiment 1 Angst Kompartiment 2 Entsättigung Aufsättigung

Offenes Foramen ovale (PFO) Moon et al; 1986 Taucher mit Dekompressionskrankheit, n=30 Häufigkeit PFO 37% Häufigkeit PFO bei den schweren Fällen 61%

Offenes Foramen ovale (PFO) Palmer et al; 1987 Autopsiestudie: - histologische Rückenmarksuntersuchung - 11 Taucher (8 Berufstaucher/3 Amateure) - mit Unfalltod - Medizinische Untersuchung 2-38 Wo vor Tod keine pathologischen Befunde Resultate: 3 Taucher: - degenerative Rückenmarksveränderungen - klein, aber pathologisch für Altersgruppe > Unerklärbarer Schaden im zentralen Nervensystem bei Tauchern <

Offenes Foramen ovale (PFO) Reul et al; 1995 Taucher n=52 - andere Sportler n=50 Untersuchungsmethode MRI Schädel fokale cerebrale Hyperintensitäten Taucher: 27/52 Probanden 86 Läsionen Nicht-Taucher: 10/50 Probanden 14 Läsionen

Offenes Foramen ovale (PFO)

Offenes Foramen ovale (PFO) Knauth et al; 1997 Untersuchungsmethode 80 Taucher - transcranieller Doppler mit Kontrast - Schädel-MRI Häufigkeit PFO n=25 (31.25%) Cerebrale Läsionen häufiger bei Tauchern mit PFO

Offenes Foramen ovale (PFO) Schwerzmann et al; 2001: Untersuchungsmethode Taucher n=52, Kontrollen n=52 - TEE mit Kontrast - Schädel-MRI Resultate Risiko für DCI mit PFO cerebrale Läsionen 4.5-mal grösser siehe folgende Grafik

Offenes Foramen ovale (PFO) Schwerzmann et al; 2001 (Taucher n=52, Kontrollen n=52):

Offenes Foramen ovale (PFO) Balestra et al; Fractals, 2003 Methode: 42 gesunde Taucher (< 40 Jahre), streng selektiert aus 200 Vergleich Analyse - Angiographisches Gefässbett - thrombotisch ischämische Läsionen (MRI) - Multiple Sklerose (MRI) - Diver s Spots (MRI) Vergleich der fractal dimension

Tauchen ein Risiko? inspirat. N2-Partialdruck Lungenshunt 10 % PFO 30 % rechtes Herz alveolärer / kapillärer N2-Partialdruck L U N G E linkes Herz Kompartiment 1 Kompartiment 2 Entsättigung Aufsättigung

Entsättigung inspirat. N2-Partialdruck rechtes Herz alveolärer / kapillärer N2-Partialdruck L U N G E linkes Herz Stickstoff Kompartiment 1 Kompartiment 2

Risiko PFO und Gerätetauchen Häufigkeit Tauchunfälle 1996 (DAN) Häufigkeit / 10 000TG Anzahl Tauchgänge (TG) 3 269 231 Total DCS 1 202 3.68 DCS Type II 744 2.28 The problem is not the PFO - Gepoolte Daten (Wilmshurst et al. und Moon et all) The bubbles are the problem n = 216 Taucher DCS Typ II 112 absol. Risiko bei Taucher mit PFO > DCS II 5.7 / 10 000 TG 1 DCS II / 1750 TG Bove, Undersea Hyper. Med., 1998: 175

Umgang mit dem Risiko Wir gehen beim Tauchen bewusst Risiken ein... Dekompression Barotrauma Ertrinken...und kontrollieren sie mit Limitationen Risiko Tauchen für DCS (mit normalen Regeln) DCS II 2.28 pro 10 000 TG DCS II mit PFO 5.7 pro 10 000 TG Das zusätzliche Risiko ist klein. Wieso macht uns das PFO denn Angst und Unsicherheit? WEIL WIR ES NICHT KENNEN

Tauchen macht blöd oder Haben die Diverspots nicht doch ihre Folgen? Tino Balestra in seinem Buch über das PFO : Alle bisherigen neuropsychologischen Studien - keine Unterschiede zwischen Tauchern - Taucher mit PFO vesus Taucher ohne PFO

Schirm-Verschluss

Schirm-Verschluss Grosser Aufwand für kleinstes Risiko Langzeitauswirkungen des Schirms sind nicht bekannt Kostenübernahme nicht geklärt (5 000 10 000 CHF) 5-10% haben auch mit Schirm noch einen Shunt transpulmonale Shunts sind nicht gelöst 2 Studien mit prospektivem Schirm-Verschluss (Schwerzman und Wilmshurst) > KEINE Reduktion der Events

Schirm-Verschluss Risiko des Schirmverschlusses 5% periinterventionelle Komplikationen 5% postinterventionell Probleme beim Tauchen» Arrhythmien und Beklemmungen 1/1000 peri-/postinterventionell schwereres Ereignis» Tod oder bleibender Schaden 7/100 peri-/postinterventionell kleineres Ereignis» Gerinnsel auf Schirm, Bruch der Prothese, Verletzung der Herzwand Risikoreduktion durch Anpassung der Tauchregeln Low Bubble Diving

A. Wahl et al Comparison of medical treatment with percutanous closure of patent foramen ovale for secondary prevention of TIAs and strokes: A case control study SGK Bern 2002 Absicht: Methode > paradoxe Embolie mit Stroke bei offenem Foramen ovale > medikamentöse Therapie vs. Schirmverschluss PFO > Case controle Studie > 321 Patienten > 162 medikamentöse Therapie (81 OAK + 81 Tc-Inhibition) > 159 Schirmverschluss PFO Resultate > mittlere jährliche Rezidivraten: -medikamentöse Th. 5.7% -Schirmverschluss PFO 4.2% ns.

Bubble-Detection im venösen mit transthorkalem CW-Doppler Quantifizierung Doppler-Grade 2.5 MHz 0 - IV Margaret Walker. Doppler Bubble Detection after hyperbaric exposure. SPUMS Journal1996

Doppler Grade Tauglichkeitskriterien und Kontraindikationen n = 12 freiwillge Taucher ( Bubbler ) 10 Kammer-Tauchfahrten mit insgesamt 90 Einzel-TG 4 verschiedene Dekompressions-Algorithmien ( Low Bubble Diving ) Resultate: DAN Chamber Test: Dive 1: (20msw/60:) 4 3.5 Theorie bestätigt! 3 2.5 > Tauchcomputer 2 1.5 1 0.5 0 0 30 60 90 Time [min] Dive 1a Dive 1b Dive 1c Dive 1d A. Marroni et al. DAN UWATEC Diving Safety Laboratory, EUBS 2001

Tauchverhalten für TaucherIn mit PFO a) Bubbles reduzieren ( low bubble diving ): - Tauchgang mit grösster Tiefe beginnen - Keine Jo-Jo-Tauchgänge - Aufstiegsgeschwindigkeit in den oberen 10m < 5m/Min - Sicherheitshalt in 3-5m Tiefe mindestens 5-10Min. - Nullzeitgrenzen nicht ausreizen - Mind. 4 Std. Oberflächenintervall - Max. 2 TG pro Tag - Mind. 2 Std. Wartezeit bei Höhenwechsel - Meiden grosser Hauterwärmung nach dem Tauchen - Kälte, Dehydratation und Rauchen vermeiden - Tauchen mit Nitrox und Lufttabellen - Spezielle Tauchcomputer

Tauchverhalten für TaucherIn mit PFO b) Übertritt von Bubbles verhindern - Keine Anstrengungen in den letzten 10m des Aufsteigs - Keine Anstrengungen in den ersten 2 Std. nach dem TG - Absolutes Tauchverbot bei Erkältungen

Tauchtauglichkeit und PFO a) Bei unbekanntem PFO > kein Screening b) Bei zufällig entdecktem PFO - Grad I > Tauchen wie alle andern Taucher - Grad II und III > Tauchen nach den Regel für low bubble diving c) Nach einem Tauchunfall - nach einem unverdienten Unfall > Abklärung bei Tauchmediziner - PFO wahrscheinliche Ursache > Tauchen nach Low bubble diving - weiterer Tauchunfall > erneute Unfallanalyse

PFO-Screening SINNVOLL?? Weil NEIN!! - Risiko gering Aber Bei einem unklaren Tauchunfall volle diagnostische Abklärung

PFO-Screening SINNVOLL?? Polizei- und Rettungstaucher - Erhöhtes Risiko - Einhalten der Regeln nicht immer möglich - Erhöhtes Risiko auch für Taucher ohne PFO - Noteinsatz mit Notwendigkeit normale Tauchregeln zu verletzen - transpulmonale Shunts - Erhöhtes Risiko aber nicht quantifizierbar - Falsche Sicherheit > Versicherungsproblem <