Risikobewertung. Methoden und Kriterien, Chemisches Risiko



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Transkript:

Risikobewertung Methoden und Kriterien, Chemisches Risiko

Wie wird bewertet? 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 2

Bewertung des Schadensumfanges 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 3

Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 4

Bewertung des Risikos 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 5

Bewertung des Risikos 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 6

Arbeitgeber Unternehmerverantwortung Entscheidungs- und Ausgabebefugnis Betraut mit technischen und organisatorischen Fragen 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 7

Chemisches Risiko Gase, Nebel, Dämpfe, Rauch, Pulver Ges.81/08, Tit.IX, Gefährliche Stoffe Kap. I: Allgemeine Bestimmungen Kap. II: Schutz vor krebserregenden und das Erbgut verändernden Stoffen Abschnitt I: Allgemeine Bestimmungen Abschnitt II: Pflichten des Arbeitgebers Abschnitt III: Gesundheitliche Überwachung Kap. III: Schutz vor Belastungen durch Asbest Abschnitt I: Allgemeine Bestimmungen Abschnitt II: Pflichten des Arbeitgebers Kap. IV: Strafen 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 8

(Modell einer Risikobewrt., Em.Rom.-Lombardei..) Ermittlung der Risikoparameter Ermittlung der Gewichtung der Risikofaktoren Bemessung des bestimmenden Zahlenwertes Bestimmung der Korrelation zwischen Zahlen und Bewertung nieder, mittel, hoch, sehr hoch Hinweis:Vor der Risikobewertung nach diesem Modell, ist sicher zu stellen,daß die gesetzlichen Bestimmungen ex.303/56, ex. 547/55, 626/94... eingehalten sind. 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 9

(Modell einer Risikobewrt., Em.Rom.-Lombardei..) R = P x E R = Risiko P = Gefährdungsfaktor E = Exposition P: Klassifizierung 67/548 CEE (R-Sätze = 1-10 Punkte) E: Exposition unter tatsächlichen Arbeitsbedingungen 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 10

Kennzeichnung von Gefahrenstoffen T giftig T+ sehr giftig E explosionsgefährlich C ätzend N 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 11 F Xn gesundheitsschädlich umweltgefährlich leichtentzündlich F+ hochentzündlich

(Modell einer Risikobewrt., Em.Rom.-Lombardei..) E = Exposition es ist zu berücksichtigen: Typ der Exposition Dauer der Exposition Bedingungen Die benutzten Mengen Die Effizienz der angewandten Vorsorgeund Schutzmaßnahmen 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 12

(Modell einer Risikobwrt., Em.Rom.-Lombardei..) E = Exposition es ist zu berücksichtigen: Getrennte Berechnung nach Aufnahme über die Atemwege Ra =P x Ea Aufnahme über die Haut Rh =P x Eh Wenn beides zutrifft, dann gilt Rs =VRa² +Rh² Die Werte für R sind: 0,1< Ra < 100 1 <Rh <100 1 < Rs < 141 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 13

Ermittlung des Gefährdungsfaktors P Planung und Ablauf des Arbeitsprozesses Die bereitgestellten Arbeitsmittel und deren Wartung Nur die unbedingt erforderlichen Personen einsetzen Dauer und Intensität der Exposition minimieren Die geeigneten hygienischen Maßnahmen festlegen Nur die unbedingt erforderliche Stoffmenge am Arbeitsplatz vorhalten Genaue Abläufe festlegen für die Bearbeitung, den Transport, die Lagerhaltung, die Abfallbeseitigung 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 14

Ermittlung des Expositionsfaktors der Atemwege Ea Ea = I x d I = Intensität der Exposition d = Abstand des Arbeiters von der Gefahrenstelle I = f( Eigenheiten des Stoffes, verarbeitete Menge Art der Verarbeitung Art der verwendeten Kontrollvorrichtungen der Expositionszeit ) 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 15

Ermittlung des Expositionsfaktors der Atemwege Ea Eigenheiten des Stoffes:(Temperaturen beachten) Fester Stoff oder sehr grobkörniger Staub Flüssiger Stoff mit niedrigem Partialdampfdruck Flüssiger Stoff mit mittlerem oder hohen Partialdampfdruck, (flüchtige Stoffe) oder Feinstaub Gasförmige Stoffe Niedrig: Pellet, Tabletten, Briketts, Kunststoff,- Wachspellets Mittel: Granulate, kristalline Stoffe, ist sichtbar, Zucker... Hoch:Feinstaub, setzt sich erst nach längerer Zeit ab, Zement... 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 16

Ermittlung des Expositionsfaktors der Atemwege Ea Verarbeitete Mengen: < 0,1 kg 0,1 bis 1,0 kg 1,0 bis 10 kg 10 bis 100 kg über 100kg 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 17

Ermittlung des Expositionsfaktors der Atemwege Ea Art der Verarbeitung: Verarbeitung in einem hermetisch geschlossenem System ohne irgendwelche auch nicht gelegentliche Undichtigkeiten Der Stoff ist in einem anderen Material eingeschlossen, kann aber in geringen Menge frei gesetzt werden, Pellets, Wasser,... Kontrollierte Verarbeitung mit eingeschränkter Freisetzung, spezialisierte Arbeiter, geeignete Mess - und Kontrollgeräte Verarbeitung unter erheblicher Freisetzung, es können auch andere Arbeiter, oder die Umwelt belastet werden, Ausbringen von Schädlingsbekämpfungsmitteln, Lackierarbeiten,... 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 18

Ermittlung des Expositionsfaktors der Atemwege Ea Art der verwendeten Kontrollvorrichtungen: Vollkommene Abschottung, keine Freisetzung möglich, außer bei Ausfallen der Vorrichtung, Unfällen oder Fehlern Zwangslüftung mit wirksamer Absaugung der Schadstoffe an der Quelle eine Ausbreitung im Raum ist unwahrscheinlich Entfernung bzw. räumliche oder zeitliche Trennung des Arbeiters vom Schadstoff, durch eine Schutzvorrichtung Verdünnung durch entsprechende Lüftung, Überwachung!!! Direkte Verarbeitung unter Verwendung von PSA, dies kann zu erheblichen Belastungen führen, Unterweisung!!!! 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 19

Ermittlung des Expositionsfaktors der Atemwege Ea Ermittlung der Expositionszeiten: weniger als 15 Minuten zwischen 15 Minuten und 2 Stunden zwischen 2 Stunden und 4 Stunden zwischen 4 Stunden und 6 Stunden über 6 Stunden Es ist die tägliche Expositionszeit zu ermitteln, auch wenn sie nur einmal pro Woche auftritt, bei mehreren Stoffen ist die gesamte Exposition zu berücksichtigen!!! 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 20

Ermittlung des Abstandsfaktors d Unterteilung der Abstandsfaktors d: Abstand in Metern Abstandsfaktor unter 1 Meter 1,0 von 1 bis 3 Metern 0,75 von 3 bis 5 Metern 0,50 von 5 bis 10 Metern 0,25 über 10 Metern 0,1 Diese Faktoren sind für jeden einzelnen Arbeitsplatz zu ermitteln, und zu berechnen 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 21

Chemisches Risiko Chemische Eigenschaften Verwendete Menge <0,1 Kg 0,1-1 Kg 10-100 Kg 0,1- -1 Kg > 100 Kg Fest oder Nebel Gering Gering Gering Gering/ Mittel Gering/ Mittel Geringe Flüchtigkeit Gering Gering/ Mittel Mittel/ Hoch Mittel/ Hoch Hoch Mittlere/höhere Flüchtigkeit und Feinstaub Gering Mittel/ Hoch Mittel/ Hoch Hoch Hoch Gasförmig Gering/ Mittel Mittel/ Hoch Hoch Hoch Hoch 2/15/2010 Dipl.Ing.Christian Markart 22