Spitallandschaft Schweiz Aktualisierte Kennzahlen des schweizerischen Gesundheitswesens aus der Sicht der Spitäler Stand: 15. Dezember 2012
Inhaltsverzeichnis 1. Spitallandschaft Schweiz auf einen Blick 2. Spitallandschaft im Wandel 3. Spitäler und Betten, 1947-2011 4. Grafik: Spitäler und Betten im Verhältnis zur Bevölkerung, 1947-2011 5. Pflegetage und Hospitalisierungen, 1970-2011 6. Grafik: Pflegetage und Hospitalisierungen im Verhältnis zur Bevölkerung, 1970-2011 7. Hospitalisierungen pro Kanton, 2011 8. Ausserkantonale Fälle pro Kanton, 2011 9. Personal in Spitälern und Kliniken, 2011 10. Kosten des Gesundheitswesens, 1995-2010 11. Anteile des Gesundheitswesens, des stationären Sektors und der Spitäler am BIP, 2000-2010 12. Anteile des stationären und des ambulanten Sektors, 2010 13. Kosten nach Art der Leistungen, 2001-2010 14. Kosten nach Direktzahlern, 2010 15. Grafik: Anteil der Spitäler an den Totalkosten und den Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, 2010 16. Prognosen der KOF (15.11.2011) 17. Fazit: Keine Schwarzmalerei
1. Spitallandschaft Schweiz auf einen Blick 2011-300 Krankenhäuser, davon 120 Akutspitäler und 180 Spezialkliniken - CHF 20 Mrd. Umsatz, CHF 14 Mrd. direkte Bruttowertschöpfung - 181 000 Mitarbeitende, 4 % aller Beschäftigten - Von 2 Betten (Ospedale Casa di Cura in Promontogno) bis 2 000 Betten (Universitätsspital Genf) - Die 18 grössten Akutspitäler weisen 50 % der Betten und Pflegetage auf. - 51 % öffentlich, 49 % privat
2. Spitallandschaft im Wandel Nachkriegszeit bis Anfang 1980er Jahre: kontinuierlicher Aufbau - 1982: 462 Spitäler und Kliniken, 76 300 Betten, 23.2 Mio. Pflegetage, 25.4 Tage durchschnittlicher Aufenthalt, 950 000 Fälle seit 1982: Abbau der Spitäler und Spitalbetten, Reduktion der Pflegetage und Aufenthaltsdauer, anhaltender Anstieg der Fälle - 2011: 300 Spitäler und Kliniken, 38 400 Betten, 12.7 Mio. Pflegetage, 9.4 Tage durchschnittlicher Aufenthalt, 1.3 Mio. Fälle Fazit: 35 Jahre Aufbau, 30 Jahre Abbau
3. Spitäler und Betten, 1947-2011 Die Zahl der Spitäler hat zwischen 1982 und 2011 um 162 resp. 35 % abgenommen, die Zahl der Betten um 38 000 resp. 50 %. 900 800 700 600 500 400 300 Anzahl Spitäler Anzahl Betten in 100 200 100 0 1947 1950 1953 1956 1959 1962 1965 1968 1971 1974 1977 1980 1983 1986 1989 1992 1995 1998 2001 2004 2007 2010 Quellen: H+, BFS
4. Spitäler und Betten im Verhältnis zur Bevölkerung, 1947-2011 14 12 10 8 Anzahl Spitäler pro 100'000 EW 6 Anzahl Betten pro 1'000 EW 4 2 0 1947 1949 1951 1953 1955 1957 1959 1961 1963 1965 1967 1969 1971 1973 1975 1977 1979 1981 1983 1985 1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 Quellen: H+, BFS
5. Pflegetage und Hospitalisierungen, 1970-2011 Die Zahl der Hospitalisierungen nimmt tendenziell zu (2011: 1.3 Mio., +41 % gegenüber 1982) Die Zahl der Pflegetage nimmt seit 1982 tendenziell ab (2011: 12.7 Mio., -45 % gegenüber 1982) 2500 2300 2100 1900 1700 1500 1300 1100 900 700 500 Anzahl Pflegetage in 10'000 Anzahl Hospitalisierun gen in 1000 Quellen: H+, BFS
6. Pflegetage und Hospitalisierungen im Verhältnis zur Bevölkerung, 1970-2011 4,00 3,50 3,00 2,50 2,00 Anzahl Pflegetage pro Einwohner Anzahl Hospitalisierun gen pro 10 Einwohner 1,50 1,00 Quellen: H+, BFS
7. Hospitalisierungen pro Kanton, 2011 Zentrumskantone: starke Infrastruktur und hohe Fallzahl, im öffentlichen (BS, GE, ZH, VD) wie im privaten Bereich (BE, GE, VD) BS, AR, GR, TI, BE, GE: überdurchschnittliche Falldichte (CH-Schnitt: 161 Fälle pro 1000 Einwohner) 400 350 300 250 200 150 100 50 0 Fälle pro 1000 Einwohner, 2011 Quellen: BFS, eigene Berechnungen
8. Ausserkantonale Fälle pro Kanton, 2011 17 % der Spitalfälle stammen aus anderen Kantonen; die Hälfte wird in den fünf Universitätsspitalkantonen versorgt (v.a. schwere Fälle) Relativ zur Wohnbevölkerung behandelt aber AR am meisten auswärtige Fälle (173 auf 1000 Einwohner; CH-Schnitt 35 auf 1000). In AR sind 63 % der Fälle ausserkantonaler Herkunft. Ausserkantonale Fälle pro 1000 Einwohner, 2011 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 AR BS GR AI ZG BL SG AG LU GE NW BE TG ZH SH VD JU GL TI SO VS SZ OW UR NE FR Quellen: BFS, eigene Berechnungen
9. Personal in Spitälern und Kliniken, 2011 Anzahl Beschäftigte: 181 292 - Akutspitäler: 142 776; Spezialkliniken: 38 516 - Anteil Frauen: 75 %; Anteil Ausländer: 32 %; Anteil Teilzeit Arbeitende: 50 % Beschäftigtenstruktur 2011 12% 4% 14% Ärzteschaft Pflegepersonal 14% Medizinisch-technisches Personal Medizinisch-therapeutisches Personal 5% 42% Administration Hausdienst 9% Andere Quelle: BFS
10. Kosten des Gesundheitswesens, 1995-2010 Totalkosten 2010: 62.5 Mrd. CHF (+2.5 % seit 2009, +75 % seit 1995) Kosten pro Einwohner 2010: 7 936 CHF (+1.3% seit 2009) Anteil am BIP 2010: 11.4 % 180% 170% 160% 150% 140% 130% 120% 110% 100% 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Basisjahr: 1995 Quelle: BFS Kostenentwicklung des Gesundheitswesens und Entwicklung des Bruttoinlandprodukts, 1995-2010 Entwicklung Gesundheitswesen Entwicklung BIP
11. Anteile des Gesundheitswesens, des stationären Sektors und der Spitäler am BIP, 2000-2010 Die Kosten für den stationären Sektor betrugen 2010 5.6 % des BIP und 49.0 % der gesamten Gesundheitskosten. Die Spitäler erbrachten 4.1 % des BIP. Wellenförmige Kostenentwicklung: 2000-2004 ansteigend, 2004-2007 sinkend, 2007-2010 erneut ansteigend. 12,0% Anteile am Bruttoinlandprodukt, 2000-2010 10,0% 8,0% 6,0% 4,0% 2,0% Gesundheitswesen in % BIP Stationärer Sektor in % BIP Spitäler in % BIP 0,0% 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Quelle: BFS
12. Kostenanteile des stationären und des ambulanten Sektors, 2010 Die Kosten der Spitäler und Kliniken machten 2010 35.9 % der gesamten Gesundheitsausgaben aus. Dieser Anteil ist seit Jahren stabil (2009: 35.6 %). Bei den Pflegeinstitutionen betrug dieser Wert 13.0 % (2009: 13.0 %). Die Leistungserbringer im ambulanten Bereich verursachten 2010 30.8 % aller Gesundheitsausgaben (2009: 30.5 %) Die restlichen Kosten, 20.3 %, verteilen sich auf Detailhandel, Versicherer, Behindertenheime, Staat und gemeinnützige Organisationen. Quelle: BFS, Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens, Neuenburg, April 2012
13. Kosten nach Art der Leistungen, 2001-2010 Die Kosten der stationären Behandlungen (Spitäler, Kliniken, Pflegeinstitutionen) betragen 28.4 Mrd. CHF und machen 45 % des Totals aus. Der Anteil der ambulanten Behandlungen beträgt 32 %. Spitäler erbringen 8 % (4.8 Mrd. Franken) der gesamten Gesundheitsleistungen ambulant. 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% Gesundheitskosten nach Leistungen, in Prozent des Totals, 2001-2010 0% 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Quelle: BFS Stationäre Behandlung Ambulante Behandlung Andere ambulant Spitäler ambulant Versicherer etc.
14. Kosten nach Direktzahlern, 2010 Die Sozialversicherungen finanzieren den grössten Teil der Gesundheitskosten (41.7 %; davon OKP: 35.2 %). Der Anteil des Staats beträgt 18.9 %. Hinzu kommen bedarfsabhängige Sozialleistungen (4.5 %). Private (Haushalte, Versicherungen, andere) tragen zusammen 34.7 % der Kosten. 25,1% 1,0% 18,9% Staat Krankenversicherung OKP übrige Sozialversicherungen Bedarfsabhängige Sozialleistungen 8,6% Privatversicherungen 4,5% 35,2% Private Haushalte 6,5% Andere private Finanzierung Quelle: BFS
15. Anteil der Spitäler an den Totalkosten und den Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, 2010 Totalkosten 62.5 Mrd. Spitäler 22.5 Mrd. Spitäler in OKP 8.6 Mrd. OKP 22.0 Mrd.
16. Prognosen der KOF (15.11.2011) Kosten Gesundheitswesen 2011: 64.6 Mrd. CHF (+3.2 % gegenüber dem Vorjahr) 2012: 66.6 Mrd. CHF (+3.0 %) 2013: 68.9 Mrd. CHF (+3.5 %) Kosten der stationären Behandlung 2013 in Spitälern und Pflegeinstitutionen: 31 Mrd. CHF (45 % Anteil an Totalkosten) Kosten der ambulanten Behandlung 2013 in Spitälern: 6.0 Mrd. CHF (8.7 % Anteil an Totalkosten) Robuster Trend von stationären zu ambulanten Leistungen (ein Viertel des Totals ambulanter Leistungen wird 2013 von Spitälern erbracht) Stabile Nachfrage nach Gesundheitsleistungen, dadurch steigender Anteil am BIP Quelle: Konjunkturforschungsstelle ETH Zürich, 15. November 2011
17. Fazit: Keine Schwarzmalerei Das Gesundheitswesen ist weiterhin eine Wachstumsbranche. Für die langfristige Kostenentwicklung ist entscheidend, wie sich die folgenden Faktoren auswirken werden: - Medizinisch-technischer Fortschritt - Ansprüche der Patientinnen und Patienten - Demografische Alterung - Gesundheitszustand insbesondere der älteren Bevölkerung - Numerische Bevölkerungsentwicklung (Geburtenrate, Migration)