Transaktionsanalyse Die Transaktionsanalyse

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Transkript:

Transaktionsanalyse 1. 1 Die Transaktionsanalyse Die Konzepte der Transaktionsanalyse (TA) wurde in den 60iger Jahren von Eric Berne dem amerikanischen Psychologe der auf der Psychoanalyse Freuds aufbaute, entwickelt. Diese eignen sich gut, um zwischenmenschliche Konflikte zu erklären und Lösungsstrategien zu entwickeln. Sigmund Freud lebte von 6.5.1856 bis 23.9.1939. Entwickelte die Psychoanalyse mit dem Modell: Ich und das Es, bei dem er zugleich seine Einsichten in die Triebstruktur menschlichen Verhaltens gewann. Diese eignen sich gut, um zwischenmenschliche Konflikte zu erklären und Lösungen der Konflikte zu finden. Man kann mit der Transaktionsanalyse also erklären warum ein Konflikt entstanden ist, um dann nach Lösungen suchen. 1. 2 Grundlagen der Transaktionsanalyse Ähnlich wie Freud ging Berne davon aus, daß die menschliche Psyche aus drei unterschiedlichen Schichten besteht, den sogenannten Ich-Zuständen, wobei jeder dieser Ich-Zustände eine in sich geschlossene Einheit darstellt. Die Transaktionsanalyse hilft Kommunikationsvorgänge im Menschen und zwischen Menschen verstehbarer zu machen. Ihre Gefahr ist ein simplifizierender und schematisierender Gebrauch, eine negative Folge ihrer Einfachheit. Beobachtungen zeigen das Menschen nicht ständig gleich sind. Sie verändern sich von Zeit zur Zeit in ihrem Denken, Fühlen, und Verhalten. Berne fand drei verschieden Systeme mit dem sich das Verhalten des Menschen Strukturieren ließ die er Ich-Zustände nannte und die er deutlich voneinander abgrenzen konnte: 1. 3 a. Eltern-Ich-Zustand (EL): Hier sind alle Informationen gespeichert, die durch die Erziehung vermittelt wurden. Wer denkt, handelt und fühlt, wie es seine Eltern oder andere für ihn wichtige Autoritätspersonen gemacht haben, befindet sich im Eltern-Ich-Zustand.

b. Erwachsenen-Ich-Zustand (ER): Dieser Ich-Zustand ist verantwortlich für die gegenwärtige Realität. Der Mensch, der sich in diesem Ich-Zustand befindet, setzt sich möglichst nüchtern und sachlich mit Tatsachen auseinander und sucht vernünftige Lösungen. c. Kind-Ich-Zustand (K): In diesem Bereich sind alle Informationen gespeichert, die ein Erwachsener als Kind erlebt hat. Wünsche, Gefühle, Neugier, Kreativität, aber auch Wut und Trauer entspringen dem ICH. Man befindet sich in diesem Ich-Zustand, wenn man so fühlt, denkt und handelt, wie damals, als man noch ein Kind war. Alle drei Ich-Zustände sind vollkommen wertneutral zu betrachten, Sie gehören zur Persönlichkeit eines Menschen und sind bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Die jeweilige Situation, in der sich eine Person befindet, begünstigt das verstärkte Besetzen des einen oder anderen Ich-Zustandes. Alles, was sich zwischen Menschen ereignet, kann als Transaktion zwischen ihren Ich-Zuständen verstanden werden. 1. 4 Beispiel: Ein Ausbilder wird während seiner Arbeitszeit vor allem gern aus seinem EL und ER heraus agieren. Spielt er in seiner Freizeit Tennis, so zeigt er dort möglicherweise viele Anteile aus seinem K-Zustand. Die drei Ich-Zustände werden in der TA meist graphisch dargestellt: Struktur-Modell Funktionales-Modell Ich-Zustände kel fel rk ak

Die funktionale Darstellung unterscheidet sich von der strukturellen durch eine weitere Differenzierung der EL- und der K-Ich-Zustände. So werden ihre unterschiedlichen Funktionen klarer. Die kritische Eltern-Ich kel und das fürsorgliche Eltern-Ich fel verdeutlichen Gegensätze wie Strenge und Liebe, Strafe und Hilfsbereitschaft, Verbot und Erlaubnis, die in jedem Erziehungsprozeß eingesetzt werden und in jedem Menschen gespeichert sind. Der Kind-Ich- Zustand ist dreigeteilt. Im freien Kind fk sind alle natürlichen, unbeeinflußten Gefühle beheimatet, während das angepaßte ak und das rebellische rk Kind Gefühle enthalten, die von den Forderungen der Umwelt beeinflußt wurden, sei es als Anpassung (Gehorsam) oder als Rebellion. Eine Person, die aus dem angepaßten Kind heraus handelt, zeigt sich zum Beispiel hilflos, ängstlich, unsicher. Aus dem rebellischen Kind heraus sind Äußerungen zu hören wie: Der kann mich mal, soll er doch seinen Kram allein machen! Um zu erkennen, in welchem Ich-Zustand sich jemand befindet, sind auch der Tonfall der Stimme, Mimik und Gestik wichtig, die das gesprochene Wort unterstützen. Kenntnisse über Ich-Zustände sind im Kontakt mit anderen Menschen hilfreich. Agiert ein Vorgesetzter vor allem aus seinen kritischen Elternanteilen heraus, dann spricht er bei seinen Mitarbeitern vor allem ihre angepaßten oder rebellischen Kindanteile an. Diese Art des Kontaktes kann über lange Zeit bestehenbleiben, doch wird er für beide Seiten manchmal nicht sehr befriedigend sein, denn gerade dieser Vorgesetzte beklagt sich möglicherweise darüber, daß seine Mitarbeiter so unselbständig sind. Durch sein Verhalten verursacht er aber genau die Reaktion. Die er sich eigentlich nicht wünscht. Das Aufstellen eines Egogramms bietet die Möglichkeit, sich zu verdeutlichen, aus welchen Ich-Zuständen heraus besonders häufig reagiert wird. Dabei geht es nicht darum, die Ich-Zustände zu quantifizieren, sondern graphisch ihr Verhältnis zueinander darzustellen.

Beispiel für ein Egogramm: kel Die Transaktionen fel ER fk ak rk Wenn zwei Menschen miteinander Kontakt haben, laufen zwischen ihnen Transaktionen ab. Diese bestehen aus einem Stimulus und einer Reaktion. In der Begegnung zwischen zwei Menschen beginnt einer von beiden mit der Kontaktaufnahme (Transaktions-Stimulus) und der andere reagiert (Transaktions-Reaktion). Eine Transaktion wird dementsprechend als die kleinste Einheit sozialen Handelns bezeichnet. Drei grundsätzliche Möglichkeiten sind dabei zu unterscheiden: Parallele Transaktion Beide Gesprächspartner reagieren auf den anderen in dem jeweils angesprochenen Ich-Zustand. Solche Transaktionen können ohne Störungen lange fortgesetzt werden. Sie verhalten sich komplementär. Beispiel für parallele Transaktionen: A: Wie spät ist es? A: Warum passen Sie auch nicht auf? B: Es ist genau zwei Uhr. B: Es tut mir leid, Entschuldigung. A B A B

Gekreuzte Transaktionen Die Erwiderung eines Gesprächspartners kommt aus einem anderen Ich- Zustand als aus dem angesprochenen. Das führt zu einer Gesprächsstörung oder zu einer Unterbrechung. Beispiel für gekreuzte Transaktionen: A: Wie spät ist es? A: Warum passen Sie auch nicht auf? B: Kauf dir gefälligst endlich B: Was wollten Sie mir sagen? eine Uhr! A B A B

Verdeckte Transaktionen Diese Transaktionen verlaufen auf zwei Ebenen gleichzeitig, einer psychologischen, verborgenen, und einer sozialen, offenkundigen. Auf der letztgenannten Ebene wird verhandelt, doch das eigentliche Gespräch und damit die Gesprächskraft (die eigentliche Bedeutung des Gesprächs) findet auf der verborgenen, der psychologischen Ebene statt. Beispiel für verdeckte Transaktionen: A: Wie spät ist es? A: Soll das Projekt etwa tatsächlich bis B: (stöhnt leicht und verdreht zum März fertig werden? die Augen) (Die werden schon sehen, daß ihre Es ist zwei Uhr! Vorstellungen idiotisch sind.) (Mensch, wann kaufst du dir endlich eine Uhr) B: (grinsend): Ja, so lautet die Anweisung. Auf deren Empörung freue ich mich. A B A B

A: Wo haben Sie die Baupläne versteckt? (Sie verkramen aber auch alles!) B: Haben Sie schon einmal in Ihrem Schrank nachgesehen? (Sie halten doch schließlich keine Ordnung!) A B