Geschichte Melanie Steck Der Mauerbau am 13. 8. 1961 Motive,Ablauf, Reaktionen Studienarbeit
1 Gliederung 1. Einleitung...2 2. Vorgeschichte...2 2.1. Das Ende des Zweiten Weltkriegs...2 2.2. Berlin-Blockade...4 2.3. Bildung zweier Deutscher Staaten...5 2.4. Flüchtlingswellen in den demokratischen Westen...6 Aufstand in Ostberlin...7 2.5. Das Chruschtschow-Ultimatum die zweite Berlin-Krise beginnt...8 3. 1961 Das Jahr der Entscheidung...9 3.1.Westalliierte und Westdeutsche Staatsvertreter in Washington...9 3.1.1. Der britische Premierminister Harold Macmillan in den USA...9 3.1.2. Adenauer in den USA...10 3.2. Das amerikanisch-sowjetische Gipfeltreffen in Wien...11 3.2.1. Kein Abweichen der Sowjetunion vom alten Standpunkt...11 3.2.2. Der separate Friedensvertrag der Sowjetunion mit der DDR...12 3.2.3. Kriegsbereitschaft bei Ost und West...13 3.3. Ulbrichts denkwürdige Pressekonferenz...14 Spannungen zwischen Chruschtschow und Ulbricht...15 3.4. Kennedys Three Essentials...16 3.5. Die Gipfelkonferenz der Warschauer-Pakt-Staaten...17 4. Staatsgeheimnis Mauerbau...18 4.1. Beschluss der absoluten Grenzabriegelung bereits im Januar `61...18 4.2. Ulbricht hält die Fäden bis zur Durchführung in der Hand...19 4.3. Die Grenzabriegelung beginnt...21 4.4. Die Mauer wird gebaut...21 5. Die Reaktionen des Westens...22 5.1. Reaktionen in Westdeutschland...22 5.2. Reaktion der Alliierten...24 6. Schlusswort...25 Quellen- und Literaturverzeichnis...26
2 1. Einleitung Sonntag, der 13.August 1961. Der Tag, an dem mit dem Bau des markantesten Symbols des Kalten Kriegs begonnen und eine Millionenstadt geteilt wurde. Es entstand die Berliner Mauer, in der DDR-Propaganda auch als antifaschistischer Schutzwall bezeichnet, die den Osten vom Westen der Stadt trennte. Sollten zuerst Zonengrenzen Trennungslinien der Siegerterritorien der Gewinner des zweiten Weltkriegs darstellen, wurde bald zu drastischeren Maßnahmen gegriffen. Mitte August 1961 stellte die Mauer, auf Veranlassung der russischen Führung und Drängen der DDR erbaut, ein gigantisches Monument zweier unterschiedlicher Weltanschauungen dar. Der Weltanschauung des kommunistischen Modell[s] der staatssozialistischen Volksdemokratie 1 im Osten einerseits und des Modell[s] [der] liberalkapitalistischen parlamentarischen Demokratie 2 des Westblocks andererseits. Ein Wall gegen den Westen sollte die Mauer laut UdSSR sein. In Wahrheit aber war sie ein Schutz für die DDR-Spitze, um einer großen Abwanderung der Bevölkerung entgegenzuwirken. Im Zuge dieser Arbeit beschäftige ich mich mit den Ereignissen, die Einfluss auf den Bau dieses Teilungssymbol Deutschlands hatten. Besonders die Rolle der UdSSR und der DDR, sowie auch die der Alliierten für den Bau der Mauer sollen dargelegt werden. Unter dem Thema Der Mauerbau am 13. 8. 1961 Motive, Ablauf, Reaktionen werden die Vorgeschichte, das Staatsgeheimnis des Mauerbaus, und die Reaktionen der einzelnen Staatsführungen hinterfragt. Als Grundlage hierfür verwende ich das Ende des Zweiten Weltkriegs 1945, auf das sich die erste, wie auch die zweite Berlin-Krise, die Chruschtschow mit seinem Ultimatum von 1958 auslöste, stützt und schließlich im Mauerbau gipfelt. 2. Vorgeschichte 2.1. Das Ende des Zweiten Weltkriegs Nicht erst 1961, mit dem Errichten einer Mauer durch Berlin begann der Interessenskonflikt zwischen den Westmächten und dem Ostblock. Die Mauer hatte eine lange Vorgeschichte, die 1 In: Stöver Bernd, Der Kalte Krieg, München 2003 S. 7 2 In: Stöver Bernd, Der Kalte Krieg, München 2003 S. 7
3 bereits 15 Jahre zuvor begann. Dieser so genannte Wettkampf der Systeme hatte seine Wurzeln im Ende des Zweiten Weltkriegs, in der Frage der Nachkriegsordnung. 3 Nachdem der positive Ausgang des Zweiten Weltkriegs für die Gegner Hitlers, die sich gegen den nationalsozialistischen Demagogen in der so genannten Anti-Hitler-Koalition verbündet hatten, abzusehen war, musste eine Regelung für Deutschland gefunden werden. So fand vom 4. bis 11. Februar 1945 eine Konferenz in Jalta statt. Fand der Krieg zwar erst im September 1945 sein offizielles Ende, so trafen sich bereits im Februar die jeweiligen Vertreter der Großmächte USA, Großbritannien und UdSSR zu einer Unterredung, der noch einige weitere Zusammenkünfte folgen sollten. Die Vereinigten Staaten wurden von Roosevelt, Großbritannien von Churchill und die Sowjetunion von Stalin vertreten. In Jalta einigte man sich darauf, dass das Gesamtdeutsche Gebiet in insgesamt vier Besatzungszonen aufgeteilt werden sollte. Die Dauer war nicht besprochen worden. Neben einer Einigung der drei Supermächte über die letzten Fragen zur Gründung der Vereinten Nationen, wurden in Jalta die Sektorengrenzen für Berlin gezogen. Die Konferenz sah sich ständig von leichten Spannungen begleitet, dann ganz einig waren sich die Vertreter der drei Großmächte nie. Nur in einem Punkt stimmten alle Teilnehmer anstandslos überein: Deutschland musste entnazifiziert werden und sollte endlich bedingungslos kapitulieren. Nach diesen vorläufigen Beschlüssen in Jalta fanden sich Stalin, Churchill und Truman, der nach Roosevelts Tod im April an dessen Stelle gerückt war, bereits fünf Monate später zur Konferenz von Potsdam zusammen, um nun endgültige Grenzziehungen für Deutschland zu beschließen. Denn nach dem Selbstmord Hitlers am 30. April, dem militärischen Zusammenbruch des Deutschen Reiches und der Verhaftung der Geschäftsführenden Reichsregierung hatten nun die Siegermächte das Sagen in Deutschland. 4 In den vier Besatzungszonen, der englischen, der französischen, der amerikanischen und der russischen Zone, sollte von nun an die jeweilige Siegermacht das alleinige Bestimmungsrecht haben. Nach gemeinsam vereinbarten Grundsätzen sollte aber dennoch gehandelt werden. Berlin, das in der sowjetischen Zone lag, wurde nun definitiv in vier Sektoren geteilt und erhielt einen Vier-Mächte-Status. Berlin wurde somit im Sommer 1945 zur so genannten Vier-Sektoren- Stadt mit Sonderstatus, die durch den Alliierten Kontrollrat verwaltet werden sollte. Doch diese trügerische Eintracht unter den Besatzungsmächten währte nicht lange. Als bereits Anfang 1947 die Sowjetunion damit beschäftigt war, ihre Machtposition im restlichen Osteuropa zu festigen, schienen die Abmachungen der Potsdamer Konferenz vergessen, die demokratischen Richtlinien, die einst vereinbart wurden, schienen immer mehr in den 3 Vergleiche: Flemming Thomas/Koch Hagen, Die Berliner Mauer, Berlin 1999 S. 28 4 Vergleiche: Stöver Bernd, Der Kalte Krieg, München 2003 S. 17 ff.