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Transkript:

Das Myom der Gebärmutter Gemeinschaftspraxis für Radiologische Diagnostik & Zentrum für Minimal Invasive Therapie am Jüdischen Krankenhaus Berlin Leitender Arzt: Prof.Dr. STEPHAN DUDA Die folgende Information wurde durch die Gesellschaft für cardiovaskulären und interventionelle Radiologie (CVIR) erstellt und wurde von uns nach einer Vorlage der Abt. für Radiodiagnostik der Universität Heidelberg angepaßt. Sie soll über Hintergrundinformationen und Behandlungsmöglichkeiten der Gebärmuttermyome, insbesondere über die neue Therapieform der Embolisation von Uterusmyomen informieren. Symptome und Diagnose Myome der Gebärmutter (uterine Myome, im weiteren kurz U.M.) sind die häufigsten Veränderungen an der Gebärmutter. Sie treten bei 20-30% aller Frauen jenseits des 30. Lebensjahres auf. Während bei einem Drittel der Patientinnen die Myomatose des Uterus symptomlos bleibt, kann sie bei den übrigen unterschiedliche Symptome hervorrufen. Die häufigsten Befindlichkeitsstörungen sind Blutungsstörungen, in Form von verlängerten und/oder verstärkten Menstruationsblutungen; schwere Bauchschmerzen durch peritoneale Reizerscheinungen; sekundäre Anämien durch Blutverlust, sowie Fertilitätsstörungen. Auch die Nachbarorgane Blase und Mastdarm können funktionell durch Kompression beeinträchtigt werden. Frage: Was sind uterine Myome? Uterine Myome (U.M.) sind die häufigsten Neubildungen des weiblichen Genitaltraktes (im angloamerikanischen Raum als Uterine Fibroids bezeichnet). Es handelt sich um gutartige aus Muskelzellen und Bindegewebe bestehende Tumoren, welche von der Muskelschicht der Gebärmutter ausgehen. Die Symptomatik ist abhängig von der Größe und Lokalisation der Myome. Als Ursache werden konstitutionelle und genetische Einflüsse diskutiert. Des Weiteren gibt es Hinweise, dass die Entstehung von Myomen in Zusammenhang mit der hormonellen Stimulation steht. Die Größe der Fibrome variiert von wenigen Millimetern bis hin zu 30 cm und mehr, so kann die Größenzunahme des Uterus eine Schwangerschaft im 5. Monat vortäuschen.

In zwei Drittel der Fälle lassen sich mehr als ein Myom im Uterus finden. Meist sind sie von kugeliger Form und fester Konsistenz. U.M. s können an jeder Stelle der Gebärmuttermuskelwand gefunden werden. Man unterscheidet je nach Lokalisation drei Myomtypen. Die Zuordnung und Größenausdehnung gelingt mittels Ultraschall, im Einzelfall kann auch eine Magnetresonanztomographie erforderlich sein, also ohne Einsatz ionisierender Strahlen. - Intramurales Myom: Dies ist der häufigste Myomtyp an der Gebärmutter. Hier finden sich die Veränderungen innerhalb der Muskelschicht des Uterus. In 60% führt dies zu verstärkten und verlängerten Blutungen, sowie deutlichen Bauchschmerzen. -Submuköses Myom Dieses wächst zur Gebärmutterhöhle hin und verursacht in 95% verstärkte Blutungen in Kombination mit wehenartigen Schmerzen. - Subseröses Myom: Dieses liegt der Uteruswand auf und gibt damit der Gebärmutter ein knolliges Aussehen. Die Beschwerden entstehen durch Druck- und Verdrängungserscheinung auf umgebende Organe. Dies wiederum kann durch Kompression der Eileiter zu Kinderlosigkeit führen kann. Eine mögliche Komplikation der subserösen Myome besteht in der Stieldrehung, was zur schwersten akuten Bauchschmerzen führt.

Frage: Welches sind die typischen Symptome? Nur 10-20% der Frauen mit nachgewiesenen U.M. s klagen über starke behandlungsbedürftige Schmerzen oder Zyklusbeschwerden, welche in Kombination mit größerem Blutverlust zu Anämien führen. Die häufigsten Begleitsymptome sind: Krämpfe während der Menstruationsblutung, Unterbauchschmerzen und Druckgefühl, Rücken- oder Flankenschmerzen, bedingt durch Druck von Myomen auf Nervenbahnen, welche das Becken und die Beine versorgen; Schmerzen während des Sexualverkehrs; Druck auf die Harnblase mit vermehrtem Harndrang auch nachts. Druck der Myome auf Harnleiter führt zu Harnstau.

Frage: Wer ist von Uterusmyomen am häufigsten betroffen? 20-40% aller Frauen über 35 leiden unter Myomen des Uterus. Afrikanische Frauen haben ein vielfach höheres Risiko, daran zu erkranken. Das Wachstum von Myomen beginnt zunächst symptomlos um das 20. Lebensjahr und dauert bis zum Alter von 30 oder 40 Jahren an. Während der Schwangerschaft kann es durch einen erhöhten Östrogenspiegel zu einem beschleunigten Wachstum kommen. Nach der Menopause, nach Abfallen des Östrogenspiegels, nehmen die Beschwerden ab. Die postmenopausale Hormontherapie kann ebenfalls das Wachstum der Myome beschleunigen. Frage: Wie werden uterine Myome diagnostiziert? Der Verdacht wird meistens durch die bimanuelle gynäkologische Untersuchung geäußert. Die Bestätigung der palpatorischen Diagnose geschieht meist durch die Ultraschalluntersuchung, insbesondere durch die Vaginalsonographie. Hierbei gelingt es, die Myome abzugrenzen, auszumessen und einem Typ zuzuordnen. Ergänzend wird insbesondere, wenn eine interventionelle Therapie geplant ist, die Magnetresonanztomographie eingesetzt, um die genaue Größenausdehnung, Lokalisation und insbesondere das Verhältnis zu den umgebenden Organen festzustellen. In besonderen Fällen, wenn die Abgrenzung zwischen Uterusmyomen und Tumoren der Ovarien nicht differenziert werden kann, muß eine Laparoskopie durchgeführt werden. Frage: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Die adäquate Therapie ist abhängig von der Größe und Lokalisation der Myome, sowie von der Beschwerdesymptomatik der Patientin. Die Therapiemöglichkeiten beinhalten die medikamentöse und die operative Therapie, sowie als neues, nicht operatives Behandlungsverfahren, das der minimal invasiven uterinen Myomembolisation. -- Die konservative, medikamentöse Therapie: Diese Therapieform wird meist zuerst angewandt. Als Medikamentengruppen kommen folgende zum Einsatz. -Entzündungshemmende, nicht steroidale Medikamente wie Ibuprofen oder Naproxen; -Ovulationshemmer; -Hormonelle Therapie durch GNRH- Analoga, welche in der Regel über sechs Monate durchgeführt ein der Postmenopause entsprechendes endokrines Milieu erzeugt. Durch diese Therapeutika gelingt häufig eine Größenreduktion der Myome. Nach Absetzen der Therapie kann es jedoch zu einem Wiedereinsetzen des Wachstums auf die Originalgröße kommen. Die

Nebenwirkung der GNRH-Analoge entsprechen dem Zustand während der Menopause wie Osteoporose, Trockenheit der Scheide und Hitzewallungen. -- Die Operative Therapie: Diese beinhaltet zwei Verfahren: die Myomektomie bzw. die Hysterektomie (Gebärmutterentfernung). Myomenukleation: Dies ist ein operatives Verfahren, die Myome unter Erhaltung des Uterus operativ zu entfernen. Diese konservative Myomchirurgie wird gewöhnlich nur bei jüngeren Frauen mit Kinderwunsch durchgeführt, da das Risiko der Myomentfernung ein erhöhtes Blutungs- und Infektionsrisiko beinhaltet. Dabei liegt die Rezidivrate bei 10 bis 30% der Fälle. Die konservative Myomchirurgie wird je nach Lokalisation des Myoms hysteroskopisch (mittels Hysteroskop vaginal), laparoskopisch (durch eine Bauchspiegelung) oder laparotomisch (unter Eröffnung des Bauchraumes) durchgeführt. Sämtliche Verfahren setzen eine Vollnarkose sowie eine mehrtägige stationäre Aufnahme voraus. Hysterektomie: Die Entfernung der Gebärmutter kann sowohl von der Scheide aus, als auch von abdominal über einen Bauchschnitt, je nach Uterusgröße, durchgeführt werden. Die möglichen Komplikationen sind Verletzung von Blase, Harnleiter und Darm, Nachblutung und Infektionen, sowie Verwachsungen. -- Die Embolisation von U.M. s: Ein neues Behandlungsverfahren, bei welchem die, die Myome versorgenden Gefäße unter röntgenologischer Kontrolle teilverschlossen werden.

Frage: Wie wird die Embolisation durchgeführt? Vor einer geplanten angiographischen Intervention kann zunächst zur besseren anatomischen Übersicht eine Basis Magnetresonanztomographie des Kleinen Beckens und eine Gefäßdarstellung mittels MRT bzw. eine Sonographie durchgeführt werden.

Die folgende minimal invasive Intervention wird durch einen erfahrenen interventionellen Radiologen durchgeführt. Dieser macht einen ungefähr 5 mm großen Hautschnitt an der Leiste, um dann über eine Nadel die Femoralarterie zu punktieren. Über diese wird ein Katheter unter Röntgenkontrolle in die den Uterus versorgende Arterie vorgeschoben. Zur Betäubung der Schmerzen bedarf es lediglich einer Lokalanästhesie (zusammen mit intravenösen Schmerzmitteln). Um die den Uterus versorgenden Gefäße darzustellen, wird über den Katheter ein nichtionisches jodhaltiges Kontrastmittel injiziert. Es stellt sich dann ein typisches Gefäßmuster dar, in welches der Katheter plaziert wird. Erst wenn der Katheter sicher im zuführenden Gefäßsystem des Myoms plaziert ist, wird über diesen das zuführende Gefäßsystem embolisiert. Dies kann durch eine langsame Gabe von Polyvinylalkohol oder PVA geschehen. Die kleinen Partikel fliessen in die Endarterien des Myoms und verbleiben darin. Über ein paar Minuten werden die zuführenden Gefäße langsam blockiert. Die Embolisation wird fortgeführt bis zur fast vollständigen Blockade des Blutflusses im Myom. Diese Prozedur muss auch vom zuständigen Gefäßsystem der Gegenseite in gleicher Weise in einer 2. Sitzung durchgeführt werden (meist am nachfolgenden Tag). Wenn der Blutfluß dadurch um 30 60 %, je nach Größe der Myome und Schonung der Ovarien und der Gebärmutter gemindert wird, beginnt der Tumor zu schrumpfen. Nach der beidseits durchgeführten Gefäßverödung wird zur Darstellung des erreichten Ergebnisses eine abschließende Gefäßdarstellung durchgeführt. Nach der Embolisation erfolgt das Zurückziehen des Katheters und Verschließen der Punktionsstelle durch einen Druckverband. Üblicherweise verbleibt die Patientin nach diesem Eingriff noch 2 Tage unter Überwachung stationär,

Nach dem Eingriff muss die Patientin, um Komplikationen zu vermeiden, 12 Stunden strenge Bettruhe einhalten. Eine weitere mögliche Nebenwirkung ist ein begleitendes Fieber, welches auf Medikamente gut anspricht. Bis zur kompletten Genesung mit völliger Schmerzfreiheit dauert es ungefähr noch ein bis zwei Wochen. Das zur Planung der Myomembolisation vor dem Eingriff durchgeführte MRT des Beckens bzw. der Ultraschall, wird 4 und 12 Wochen nach der Embolisation zur Überprüfung des Therapieergebnisses wiederholt. Frage: Wie erprobt ist dieses Verfahren? Während die Embolisation der zuführenden Gefäße des U.M. s seit 1998 durchgeführt wird, so werden Blutungen an der Gebärmutter, wie z.b. nach Geburten, seit 20 Jahren durch Embolisation behandelt. Seit 1998 wurden ungefähr 1500-2000 Myome durch Embolisation weltweit verödet. Die ersten auf diese Art durchgeführten Interventionen gelangen durch Scott Goodwin an der Universiät von Kalifornien in Los Angeles. Seitdem wird diese Therapie in ähnlicher Weise auch durch andere interventionelle Radiologen durchgeführt. Die Ergebnisse der Embolisationen wurden in Studien zusammengefasst und veröffentlicht. So konnten je nach Myomtyp 78-94% der so behandelten Frauen völlig schmerz- bzw. symptomfrei werden. Die meisten Patientinnen beschreiben den Eingriff als gut verträglich. Die erwartete Größenreduktion des Myomvolumens liegt nach drei Monaten bei 50%. Seit Durchführung der Studie wurden keine Rezidive beobachtet. Ob diese Ergebnisse auch längerfristig gültig sind, muss in Verlaufskontrollen bewiesen werden.

Frage: Wieviel Strahlung (ionisierende Röntgenstrahlung) wird appliziert? Je nach Schwierigkeitsgrad der anatomischen Gefäßverhältnisse und nach Ausdehnung der Myomatose beträgt die applizierte Dosis 60 150 msv. Schwarze Pfeile Uterus, weiße Pfeile Myome

Frage: Welche Risiken, Nebenwirkungen birgt dieses Verfahren? Wie bei jedem Eingriff ist auch die Embolisation mit Risiken behaftet, wobei Schmerzen und Krämpfe in den ersten Stunden auftreten können, diese können nach Embolisation durchaus noch etwa 2-3 Tage anhalten. Des Weiteren klagen Patientinnen teilweise über Übelkeit und Fieber. Auch diese Komplikationen lassen sich mit Medikamenten gut behandeln. In seltenen Fällen kann es durch den Gefäßverschluß zur teilweisen Nekrose (dem Absterben) der Gebärmutter oder/und der Eierstöcke kommen, theoretisch auch noch Monate nach der Intervention, wobei dies schlimmstenfalls zu Sepsis (Blutvergiftung) und Unterbauchbeschwerden führen kann. Hiernach musste bei weniger als 1% der Patientinnen -nach Blutungen oder Infektionen-, im Anschluß an die Embolisation eine Hysterektomie erfolgen. Denkbar wäre allerdings auch ein temporärer oder anhaltender Funktionsverlust der Gebärmutter und/oder der Eierstöcke mit der Folge der vorübergehenden oder der bleibenden Unfruchtbarkeit. Im Beobachtungszeitraum nach dem Eingriff kam es bei fast allen Patientinnen zu normalen Menstruationszyklen. Nur bei wenigen, vornehmlich im Alter kurz vor der Menopause, blieb die monatliche Blutung nach dem Eingriff ganz aus. Außerdem sind noch an mögliche Betäubungsmittel-Nebenwirkungen zu denken, schlimmstenfalls hierbei insbesondere die verringerte Spontanatmung. Einige dieser seltenen Nebenwirkungen wie die verringerte Spontanatmung oder beispielsweise die Sepsis sind potentiell lebensbedrohliche Komplikationen, die bei vielen medizinischen Eingriffen bestehen. Frage: Welche Auswirkung hat die Myomembolisation auf die Fruchtbarkeit Bei den meisten Frauen, bei denen eine Myomembolisation bisher durchgeführt wurde, war die Familienplanung bereits abgeschlossen. Somit können hierüber noch keine sicheren Aussagen gemacht werden. Vereinzelt wurden Fälle beschrieben, bei denen sich nach dem Eingriff die Menstruationsblutung nicht mehr einstellte, was einer Infertilität gleichkommt. Bei Patientinnen mit bestehendem Kinderwunsch gilt es Folgendes abzuwägen: Zum einen liegen die Eierstöcke im Strahlengang (Entnahme von Eizellen für eine mögliche IVF vor dem Eingriff zu diskutieren). Zum zweiten liegen keine gesicherten Daten über die Gefahr einer Uteruszerreissung unter der Geburt vor, da bei dem Eingriff auch normales an die Myome angrenzendes Muskelgewebe mitembolisiert wird.

Frage: Welche Vorbereitungen soll ich treffen? Um eventuelle Komplikationen zu vermeiden, sollte bis zu 7 Tagen vor dem Eingriff auf eine Aspirin-Einnahme verzichtet werden. Ausschluß einer bekannten Allergie (z.b. auf Jod, Gelatine etc.). Ausschluß einer Blutererkrankung bzw. Gerinnungsstörung. Laborkontrolle der Blutwerte ca. 1 Woche vor der Embolisation (HST, Kreatinin, HB, TSH, Quick, PTT, HK, FSH). Wurden binnen des letzten Monats folgende gynäkologische Untersuchungen durchgeführt: Schwangerschaftstest, PAP-Färbung, abdominelle Untersuchung? Führen eines Menstruationsplans (Beginn und Ende der Periode, Schwere der Blutung, Zahl der Pads und Tampons). In Zusammenarbeit mit der Frauenklinik des Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe Frau Dr. C. Herbstreit Tel. 030/36501-398 www.havelhoehe.de Kladower Damm 221 14089 Berlin Weitere Informationen: Prof.Dr. Stephan Duda Tel: (+49)30-4004-9701 email: stephan.duda@ihre-radiologen.de Weiterführende Informationen erhalten Sie im Internet: www.myominfo.de http://www.scvir.org/org/fibroid/index.htm