Gesunde Prostata: Eine echte Männersache

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Transkript:

Gesunde Prostata: Eine echte Männersache Ein Patientenratgeber der HEXAL AG www.urologie.hexal.de

Inhalt 5 Einleitung 6 Die Prostata: Anatomie und Funktion 8 8 8 9 Was sind die häufigsten Erkrankungen der Prostata? Entzündung der Prostata Gutartige Prostatavergrößerung Prostatakrebs 10 10 10 11 12 12 13 Benigne Prostatahyperplasie (BPH) Was heißt BPH? Wer ist betroffen? Wodurch entsteht eine BPH? Wie macht sich eine vergrößerte Prostata bemerkbar? Welche Stadien der BPH werden unterschieden? Was passiert, wenn die BPH unbehandelt fortschreitet? 16 16 16 16 18 Welche Untersuchungen führt der Urologe durch? Tastuntersuchung Laboruntersuchungen Uroflowmetrie Restharnbestimmung Uro-Sonographie Internationaler Prostata-Symptomen-Score (IPSS) Auswertung des IPSS-Bogens 2 3

19 Wie wird die BPH behandelt? Einleitung 19 Medikamentöse Therapie 20 Operative/instrumentelle Verfahren 22 Was kann ich selbst für meine Prostata tun? 22 22 22 23 Ernährung Bewegung Früherkennungsuntersuchungen Wo finde ich Hilfe? Sie wiegt nur etwa 20 Gramm und doch kann sie im Alter eine schwere Belastung für das starke Geschlecht werden: die Prostata. Dieser Ratgeber soll Männer informieren, wie sie ihre Prostata gesund halten und vermeiden können, dass sie zum Problem wird. Er beantwortet die Fragen nach der Lage und Funktion der Prostata, beschreibt Symptome, die mit einer (gutartigen) Erkrankung der Prostata einhergehen sowie die Mög lichkeiten der ärztlichen Diagnostik. Darüber hinaus gibt der Ratgeber einen Überblick zu den Behandlungsmöglichkeiten und liefert Ihnen Anregungen, was Sie selbst für eine gesunde Prostata tun können. 4 5

Die Prostata: Aufbau und Funktion Die Prostata oder Vorsteherdrüse hat normalerweise etwa die Größe und Form einer Kastanie, befindet sich direkt unter der Harnblase und umschließt den Anfangsteil der Harnröhre. Sie besteht aus zahlreichen Drüsen, Bindegewebe und Muskelfasern. Die Hauptaufgabe der Prostata ist die Sekretbildung: in den Drüsen wird eine milchig-trübe Flüssigkeit erzeugt, die die Beweglichkeit der Spermien (Samenfäden) sicherstellt. Beim Orgasmus des Mannes pressen die Samenleiter die Spermien und die Samenblase ihr Sekret in den von der Prostata umschlossenen Teil der Harnröhre. Dorthin wird auch das Prostatasekret gepumpt. Das Sperma, das aus den jetzt miteinander vermischten Flüssigkeiten besteht, wird durch die Harnröhre nach außen befördert. Das Prostatasekret macht etwa 20 bis 30 % der Spermamenge aus und ist wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Spermien und damit für die Zeugungsfähigkeit des Mannes. Dies hat jedoch nichts mit der Fähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr zu tun. Aufgrund ihrer Lage unterstützt die Prostata den Blasenhals und damit den Verschluss der Harnblase. Außerdem wird in der Prostata das männliche Geschlechtshormon Testosteron in seine biologisch aktivste Form, das Dihydrotestosteron, umgewandelt. Harnblase Blasenhals prostatische Harnröhre Prostatakapsel Samenhügel Beckenboden (äußerer Schließmuskel) Prostata mit Innen- und Außendrüsen Harnröhre Aufbau der Prostata 6 7

Entzündung der Prostata Wie alle anderen Organe kann sich auch die Prostata entzünden. Begünstigt wird die Prostataentzündung (Prostatitis) durch in der Blase und in den Harnwegen verbleibenden Restharn. Gutartige Prostatavergrößerung Sehr weit verbreitet ist die gutartige Vergrößerung der Prostata. Etwa jeder zweite Mann ab dem fünfzigsten Lebensjahr ist davon betroffen, mit Was sind die häufigsten Erkrankungen der Prostata? Nach Untersuchung und Diagnose durch den Arzt lässt sich die Prostatitis in der Regel mit Antibiotika erfolgreich behandeln. steigender Tendenz im zunehmenden Lebensalter. Genauere Informationen zu diesem Krankheitsbild haben wir für Sie ab Seite 10 zusammengestellt. Prostatakrebs Prostatakrebs ist sehr viel seltener als die gutartige Prostatavergrößerung, aber trotzdem beim Mann eine der häufigsten Krebserkrankungen. Jährlich erkranken hierzulande etwa 20.000 Männer neu an Prostatakrebs. Im Früh - sta dium ist diese Erkrankung häufig symptomlos. Prostatakrebs geht keineswegs aus einer gutartigen Prostatavergrößerung hervor, es handelt sich um zwei völlig verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Behand lungs - methoden. Dennoch: Die beim Urologen durchgeführten Untersuchungen sind bei beiden Erkrankungen zunächst die gleichen, auch wenn die weiteren diagnostischen Schritte unterschiedlich sind. Einige wichtige Unter su chungs - methoden stellen wir im Folgenden ab Seite kurz vor. 8 9

Benigne Prostatahyperplasie (BPH) Häufigkeit der BPH 100% 75% Was heißt BPH? BPH ist eine Abkürzung für benigne Prostatahyperplasie, was soviel heißt wie gutartige Vermehrung von Prostatagewebe. Mit der Bezeichnung Benignes Prostata Syndrom (BPS) werden fachlich korrekt Wer ist betroffen? Die Vergrößerung der Prostata geht gehäuft mit einem höheren Lebensalter einher. Sie kann bereits ab dem 40. Lebensjahr auftreten. Bei Männern zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr alle Krankheits zeichen zusammengefasst, die durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata (BPH) bedingt werden.* ist nahezu jeder Zweite betroffen. Während bei den 60- bis 80-Jährigen bereits 75 Prozent unter Beschwerden leiden, sind es bei Männern über 80 Jahre sogar 90 Prozent. 50% 25% 0% Wodurch entsteht eine BPH? Als Teil des natürlichen Alterungsprozesses vergrößert sich bei vielen Männern die Prostata. Es sind mehrere Faktoren, vor allem hormonelle Veränderungen, die zur Vermehrung des Prostatage- Harnblase 40-60 60-80 über 80 Jahre Jahre Jahre webes führen. In vielen Fällen wächst die Prostata nicht nur nach außen, sondern kann sich auch nach innen ausdehnen, wodurch die Harnröhre verengt wird. Harnblase Prostata Harnröhre Harnröhre Prostata *Da BPH der gebräuchliche Begriff ist, wird dieser in der vorliegenden Broschüre verwendet. normale Prostata vergrößerte Prostata 10 11

Wie macht sich eine vergrößerte Prostata bemerkbar? Eine vergrößerte Vorsteherdrüse muss nicht unbedingt Beschwerden hervorrufen. Ob eine bestehende BPH Symptome verursacht, hängt vor allem davon ab, ob durch das Gewebewachstum der Prostata die Harnröhre Symptomatik der BPH reizende Symptome Gesteigertes Wasserlassen Harndrang Nykturie (nächtliches Wasserlassen) Wenn Sie solche Beschwerden haben, sollten Sie unbedingt einen Urologen verengt wird oder nicht. Eine verengte Harnröhre bewirkt, dass der Harnfluss verlangsamt ist und die Blase nicht mehr vollständig entleert werden kann. Dadurch können folgende Symptome auftreten: hemmende Symptome Schwacher Harnstrahl Verzögerter Harnstrahl/ verzögerte Blasenentleerung Harnstottern, Tröpfeln Unvollständige Blasenentleerung bzw. fehlendes Blasenentleerungsgefühl aufsuchen. Dies ist sehr wichtig, um spätere Komplikationen zu vermeiden. Welche Stadien der BPH werden unterschieden? Stadium II (Restharnstadium): In diesem Stadium kann die Blase die Abfluss - behinderung nicht mehr kompensieren. Nach der Blasenentleerung bleibt eine Restharnmenge in der Blase. Auch alle Beschwerden des ersten Stadiums treten auf. Zusätzlich kommen häufige Harnwegsinfekte, mögliche Blasen - steinbildung und Dranginkontinenz hinzu. Stadien bei BPH Reizstadium Restharnstadium Dekompensationsstadium Stadium III (Dekompensationsstadium): Im dritten Stadium treten die Folgen der Harnstauung in den Vordergrund, wie die Überlaufblase (Ischuria pa ra doxa). Weiterhin kann es zur Ausbildung des typischen Bildes der Harn stau ungsnieren mit fortschreitendem Verlust des Nierengewebes und nachfolgender Nieren insuffizienz bis hin zur Harnvergiftung (Urämie) kommen. normal Stadium 1 Stadium 2 Stadium 3 Was passiert, wenn die BPH unbehandelt fortschreitet? Je nach Symptomatik wird die Schwere der BPH in drei Stadien (nach Alken) unterteilt: Stadium I (Reizstadium): In diesem Stadium wird die Abflussstörung durch die Blase kompensiert, so dass kein Restharn in der Blase verbleibt. Die Beschwerden beschränken sich lediglich auf eine Abschwächung des Harnstrahls, verzögerten Beginn der Blasenentleerung, nächtliches Wasser lassen und häufigen Harndrang. Wenn die vergrößerte Prostata die Harnröhre verengt, muss die Blase beim Wasserlassen den zunehmenden Widerstand überwinden. Die Blasen - wand muskulatur verstärkt sich. Der in der Blase verbleibende Harn, der nicht durch die verengte Harnröhre gepresst werden kann (so genannter Restharn) ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Es kann zu Harn wegs infekten oder Entzündungen von Prostata und Harnwegen kommen. Die Restharnmenge kann so groß werden, dass sich die Blase nicht mehr zusammenziehen kann. Es entsteht eine Überlaufblase mit ständigem Harn träufeln und/oder Rückstau bis 12 13

in die Nieren, was zu schweren Nieren - schädigungen bis hin zum Nierenversagen führen kann. Eine weitere mögliche Komplikation ist der "Harnverhalt": Trotz starken Harn - drangs kann kein Urin mehr gelassen werden. Die Blase muss durch den Arzt mittels eines Katheters oder durch eine Nadelpunktion entleert werden. Welche Untersuchungen führt der Urologe durch? BPH im Überblick Häufigkeit Symptomatik Schweregradeinteilung Stadien 1-3 Komplikationen/Spätfolgen ca. 4 Mio. Männer in Deutschland betroffen Behinderung der Harnentleerung Harnwegs- und Prostataentzündungen Schädigung der Nieren bis hin zum Nierenversagen Tastuntersuchung (Digitale rektale Untersuchung) Der Arzt kann mit einer Tastuntersuchung am Enddarm die Größe und Beschaffenheit der Prostata beurteilen. Diese Untersuchung ist einfach, schnell, schmerzlos und völlig harmlos. Sie liefert erste Anhaltspunkte bei Erkrankungen der Prostata. Harnblase Mastdarm Penis Prostata Hoden Therapie symptomatisch, medikamentös, chirurgisch-operativ Laboruntersuchungen Blut-Untersuchungen, z. B. PSA-Bestimmung: Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweißstoff, der bei jedem Mann in den Prostatadrüsen gebildet wird. In der krebskranken Prostata wird vermehrt PSA gebildet. Deshalb kann der PSA-Blutspiegel Hinweise auf Prostatakrebs geben. Urinuntersuchungen, z. B. Urinstatus und Urinsediment, dienen u. a. zum Ausschluss eines Harnwegsinfektes. 14

Uroflowmetrie Bei dieser Untersuchung wird die beim Wasserlassen erreichte Urinmenge pro Sekunde gemessen. Harnfluss (ml/s) 30 0 0 Uroflowmetrie 10 Normal 20 30 Zeit (s) Restharnbestimmung Harnfluss (ml/s) 30 0 0 Die Bestimmung des Restharnvolumens erfolgt nach einer Näherungs formel, bei Uro-Sonographie Mit der Ultraschalluntersuchung des Unterbauches kann man die Größe der Prostata sichtbar machen und auch Die im IPSS-Test gestellten Fragen zu Beschwerden und Lebensqualität helfen dem Arzt zwischen milder, mittlerer und schwerer Ausprägung der gutartigen Prostatavergrößerung Uroflowmetrie 10 BPH 20 30 Zeit (s) Uroflowmetrie Harnfluss (ml/s) 30 Harnröhrenverengung 0 0 10 20 30 Zeit (s) der die individuelle Größe der Harnblase in die Berechnung einbezogen wird. Tumore oder Steinbildungen im Urogenitaltrakt aufspüren. Internationaler Prostata-Symptomen-Score (IPSS) zu unterscheiden. Dieser Fragebogen ist eine inter national verwendete und standardisierte Checkliste, mit der Uro logen weltweit arbeiten. Internationaler Prostasta-Symptomen-Score (IPSS) Alle Angaben beziehen sich auf die letzten 4 Wochen Bitte ankreuzen: IPSS-Symptomfragen 1. Wie oft hatten Sie das Gefühl, dass Ihre Blase 0 1 2 3 4 5 nach dem Wasserlassen nicht ganz entleert war? 2. Wie oft mussten Sie inner - halb von 2 Stunden ein 0 1 2 3 4 5 zweites Mal Wasser lassen? 3. Wie oft mussten Sie beim Wasserlassen mehrmals 0 1 2 3 4 5 aufhören und wieder neu beginnen (Harnstottern)? 4. Wie oft hatten Sie Schwierigkeiten, das 0 1 2 3 4 5 Wasserlassen hinauszuzögern? 5. Wie oft hatten Sie einen schwachen Strahl beim 0 1 2 3 4 5 Wasserlassen? 6. Wie oft mussten Sie pressen oder sich an- 0 1 2 3 4 5 strengen, um mit dem Wasserlassen zu beginnen? 7. Wie oft sind Sie im niemals einmal zweimal dreimal viermal fünfmal Durchschnitt nachts auf- 0 1 2 3 4 oder gestanden, um Wasser mehr zu lassen? 5 Gesamtsumme (0-35) = Wie würden Sie sich fühlen, wenn sich Ihre jetzigen Symptome beim Wasserlassen künftig nicht mehr ändern würden? niemals seltener als in einem von fünf Fällen (< 20 %) seltener als in der Hälfte der Fälle Lebensqualitätsindex (Qol) ausgezeichnet zufrieden überwiegend zufrieden ungefähr in der Hälfte der Fälle (ca. 50 %) in mehr als der Hälfte aller Fälle gemischt, teils zufrieden, teils unzufrieden überwiegend unzufrieden unglücklich fast immer 0 1 2 3 4 5 6 sehr schlecht 16 17

Auswertung des IPSS-Bogens Bei weniger als 7 Punkten im IPSS-Test ist im Allgemeinen keine Therapie angezeigt. Bei darüber liegenden Werten wird Ihr Urologe wahrscheinlich eine Behand lung in Erwägung ziehen. Grundsätzlich kann der Fragebogen keine ärztliche Diagnose ersetzen. Wie wird die BPH behandelt? In jedem Fall sollten Sie bei Punktwerten > 7 Ihren Urologen für eine eingehende Untersuchung aufsuchen. Es gibt je nach Stärke der Symptome und Schweregrad der Erkrankung viele Möglichkeiten zur Behandlung einer bestehenden BPH. Bitte beachten Sie: Mit dieser Checkliste werden nur die Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung erfragt. Prostatakrebs im Frühstadium kann möglicherweise ohne Beschwerden verlaufen und in diesem Fall mit der IPSS-Liste nicht erfasst werden. Der Fragebogen ersetzt also keineswegs die Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs (die so genannte Vorsorge untersuchung). Welche Therapie für Sie die richtige ist, sollte in jedem Fall Ihr Arzt entscheiden. Medikamentöse Therapie Oft ist eine Behandlung mit Arzneimitteln der richtige Weg. Als gut verträg - liche und moderne Therapie gilt heute die Behandlung mit so genannten α1-rezeptorenblockern. Diese Arzneimittel wirken direkt an der Prostata und sorgen für rasche und anhaltende Beschwerdefreiheit innerhalb von 1-2 Wochen. Sie entspannen die glatte Muskulatur der Prostata und der Harnröhre. Sogenannte 5-α-Reduktasehemmer greifen in den Hormonhaushalt ein und können so die Größe der Prostata mindern. Allerdings tritt ihre Wirkung erst nach Monaten ein. Darüber hinaus werden häufig Phytopharmaka, d. h. pflanzliche Arznei mit - tel, zur Behandlung der BPH eingesetzt. 18 19

Wirkstoffe Inhaltsstoffe z. B. aus Kürbissamen, Sägepalmenfrüchten Einsatzgebiet Phytopharmaka milde Symptomatik Doxazosin, Terazosin, Alfuzosin, Tamsulosin symptomatische Beschwerden des unteren Harntrakts, keine Komplika - tionen, keine stark vergrößerte Prostata Wirkmechanismus größtenteils unklar Blockade von α 1 -Rezeptoren in der Prostata und Harnröhre, dadurch Erschlaffung der Prostatamuskulatur Operative/instrumentelle Verfahren Wann muss man operieren? Ein zwingender Grund zur Operation besteht bei Harn wegsinfekt, akuter Harn verhaltung und sichtbarer, medikamentös nicht be herrschbarer Häma turie, jeweils bei wiederholtem Auftreten. Außerdem z. B. bei erheblicher Behinderung des Harnabflusses, Harnblasensteinen und großen Ausstül pungen der Harnblasenwand. α 1 -Rezeptorenblocker 5-α-Reduktasehemmer Finasterid, Dutasterid symptomatische Beschwerden des unteren Harntrakts, keine Komplika - tionen, Prostatavo lumen > 40 ml Verringerung des Prostatavolumens durch Hemmung der Bildung von Dihydrotestosteron, einem gewebsaktiven Hormon Mäßige (IPSS 17-19 Pkt.) bis starke Beschwerden (IPSS 20-35 Pkt.) oder eine Restharnmenge über 100 ml sind kein zwingender Grund zur Operation. Gleiches gilt beispielsweise für einen max. Harnfluss unter ml pro Sekunde. Was sind die bekanntesten Verfahren? Eingesetzt werden eine Fülle von operativen Verfahren. Sie unterscheiden sich im Zu gangsweg (z. B. transurethral, d. h. durch die Harnröhre), in den verwendeten Instrumenten (z. B. Laser) und in der Art der Beseitigung des Abfluss hinder - nisses (z. B. Abtragung, Aufweitung). Als chirurgische Therapieoption wird zumeist die Transurethrale Prostata re - sek tion (TUR-P) eingesetzt. Mit Hilfe eines Operationsspiegels, der durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben wird, schneidet der Operateur Prostatagewebe heraus, das dann über den Schaft des Instrumentes herausgespült wird. Trotz technisch-medizinischer Weiterentwicklungen (wie beispielsweise Laserverfahren, transurethrale Mikrowellenthermotherapie oder transure - thrale Nadel-Ablation) ist die TUR-P- Methode bei der chirurgischen Therapie weiterhin das Standardverfahren. Bei bestimmten Voraussetzungen, z. B. bei sehr stark vergrößerter Prostata, wird nach wie vor traditionell durch einen offenen Zugang durch die Bauch - decke operiert. 20 21

Was kann ich selbst für meine Prostata tun? Wo finde ich Hilfe? Sie können durch entsprechende Anpassung Ihrer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten selbst sehr viel Ernährung Achten Sie auf eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung. Dazu ge hören Vollkornprodukte, reichlich Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit (ca. 1-2 Liter Tee oder Mine- zur Gesunderhaltung Ihrer Prostata beitragen. ralwasser über den Tag verteilt). Verzich ten Sie möglichst auf tierische Fette und vermeiden Sie übermäßigen Alkoholgenuss. Deutsche Gesellschaft für Urologie e.v. Uerdinger Straße 64, 40474 Düsseldorf Tel. 0211/516096-0 Fax 0211/516096-60 www.dgu.de Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.v. Friedrich-Ebert-Straße 124, 34119 Kassel Tel. 0561/780604 Fax 0561/776770 www.kontinenz-gesellschaft.de Bewegung Sorgen Sie regelmäßig für leichte körperliche Betätigung, z. B. Spaziergänge an der frischen Luft. Vermeiden Sie langes Sitzen, indem Sie kurze Bewe - gungs pausen einlegen. Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen Achten Sie auf die Signale Ihres Brennen beim Wasserlassen (bei Ent - Körpers, z. B. starken Harndrang ohne zün dungen der Harnwege). Informieren Wasser lassen (bei Harnverhalt), Sie bei Beschwerden umgehend Ihren Arzt. Nehmen Sie die jährliche Früherkennungsuntersuchung der Prostata ab dem 45. Lebensjahr in Anspruch. Die dabei durchgeführte Tastunter suchung der Prostata ist unkompliziert und schmerzlos. Deutsche Krebshilfe e.v. Buschstraße 32, 53113 Bonn Tel. 0228/729900 Fax 0228/7299011 www.krebshilfe.de Deutsche Krebsgesellschaft e.v. Tiergarten Tower Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin Tel. 030/322932900 Fax 030/322932966 www.krebsgesellschaft.de Berufsverband der Deutschen Urologen (DBU) www.urologenportal.de/patienteninfo.html 22 23

HEXAL AG Industriestraße 25 83607 Holzkirchen Tel.: 08024/908-0 Fax: 08024/908-1290 E-Mail: service@hexal.com Internet: www.hexal.de Art.-Nr. 303549/02 Stand: 10/2007