Body-Mass-Index (BMI) BMI HausMed 2012
Überblick Habe ich Normalgewicht? Oder bin ich schon übergewichtig, vielleicht sogar fettleibig? Bestimmen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI). Er liefert eine Orientierung und zeigt an, ob Sie Ihrer Gesundheit zuliebe an Ihrem Körpergewicht arbeiten sollten.. Die Inhalte dieser Patienteninformation beruhen auf medizinischen Leitlinien (evidenzbasiert) und sind auf die Bedürfnisse in der hausärztlichen Praxis zugeschnitten. Sie können aber in keinem Fall eine ärztliche Beratung ersetzen. Berechnung des BMI Die Berechnung des persönlichen Body-Mass-Index ist ganz einfach und erfolgt anhand von Größe und Körpergewicht. Seite 3 Was der Body-Mass-Index bedeutet Mit dem BMI-Rechner können Sie überprüfen, ob Ihr Körpergewicht im normalen Bereich liegt. Seite 4 BMI in der Schwangerschaft In der Regel erfolgt während des vierten Monats einer Schwangerschaft eine starke Gewichtszunahme. Um zu überprüfen, ob diese normal verläuft, eignet sich die BMI-Klassifikation. Seite 6 Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der HausMed ehealth Services GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen. 2
Berechnung des BMI Die Berechnung des persönlichen Body-Mass-Index ist ganz einfach und erfolgt anhand von Größe und Körpergewicht. Formel Der als Body-Mass-Index (Körpermassindex) bezeichnete Wert dient der Beurteilung des Verhältnisses menschlicher Körpermasse. BMI = Körpergewicht in kg : (Körpergröße in m) 2 Wichtiger Hinweis Bei einer Messung des Blutdrucks werden zwei verschiedene Werte angezeigt: der obere Wert, auch systolischer Wert genannt, sowie der untere Wert, auch diastolischer Wert genannt. Während der systolische Wert den Blutdruck in der Arterie bei der Systole angibt, bei der sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut ausströmt, zeigt der diastolische Wert den Blutdruck in der Arterie bei der Diastole an, während der erneut Blut in das Herz einströmt. Der multifaktorielle Bluthochdruck (essentielle Hypertonie) Der BMI dient immer nur als Richtwert. Er macht keine Aussage über den individuellen Körperbau sowie das Fett-Muskel-Verhältnis. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Hausarzt. Beispiel Körpergewicht 63 kg, Körpergröße 1,64 m (1,64)2 = 1,64 x 1,64 = 2,6896 63 kg : 2,6896 = 23,42 Es liegt ein BMI von 23,42 vor. 3
Was der Body-Mass-Index bedeutet Mit dem BMI-Rechner können Sie überprüfen, ob Ihr Körpergewicht im normalen Bereich liegt. Was der Body-Mass-Index bedeutet Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) teilt die BMI-Werte von Erwachsenen grob in unterschiedliche Gewichtsklassen ein: BMI-Tabelle (Einteilung nach WHO) Kategorie BMI Untergewicht weniger als 18,5 Normalgewicht 18,5-24,9 Übergewicht 25-29,9 Starkes Übergewicht (Adipositas Grad I) 30-34,9 Adipositas Grad II 35-39,9 Adipositas Grad III Quelle: WHO (2008) 40 oder mehr Allerdings spielen auch andere Faktoren bei der Einteilung eine Rolle. Männer beispielsweise haben in der Regel einen höheren Anteil an Muskeln als Frauen. Deshalb findet man häufig Tabellen, die BMI-Werte noch zusätzlich nach Geschlecht einordnen: Kategorie männlich weiblich Untergewicht weniger als 20 weniger als 19 Normalgewicht 20-24,9 19-23,9 Übergewicht 25-29,9 24-29,9 Starkes Übergewicht (Adipositas Grad I) 30-34,9 30-34,9 Adipositas Grad II 35-39,9 35-39,9 Adipositas Grad III 40 oder mehr 40 oder mehr Quelle: DGE, Ernährungsbericht (1992) Dass die Frage nach dem Idealgewicht aber nicht so simpel zu beantworten ist, weiß man bereits seit den späten siebziger Jahren. Damals hatten große Studien ergeben, dass die BMI- Werte, die mit der geringsten Sterblichkeitsrate einhergehen, mit zunehmendem Alter steigen. Dieser Zusammenhang liest sich aus jener Tabelle des amerikanischen National Research Council (NRC) von 1989 ab, die ebenfalls häufig zu finden ist. Sie stuft mit steigendem Alter einen höheren BMI als normalgewichtig ein: 4
BMI-Tabelle (Einteilung nach NRC) Alter idealer BMI 19-24 19-24 25-34 20-25 35-44 21-26 45-54 22-27 55-65 23-28 älter als 65 24-29 Quelle: NRC, Diet and Health. Implications for Reducing Chronic Disease Risk (1989) Über die Zuordnung von BMI-Werten in bestimmte Kategorien streiten sich Experten jedoch seit jeher. Eines machen die BMI-Tabellen in jedem Fall sehr deutlich: Der BMI ist keinesfalls das Maß aller Dinge. Manche Experten sehen im BMI sogar lediglich ein vereinfachtes Instrument, das nur für Forschungs- und Studienzwecke Sinn macht. Für Kinder und Jugendliche gelten ohnehin eigene Bewertungen. Der Grund: Im Laufe ihres Wachstums ändert sich die Körperzusammensetzung häufig. Manche schießen einfach nur rasch in die Höhe, andere wachsen eher in die Breite. Außerdem verändert sich der Muskelund Fettanteil bei Mädchen und Jungen unterschiedlich. Viele Mediziner ziehen deshalb zur Beurteilung zusätzlich geschlechtsspezifische Wachstumskurven heran. Allerdings warnen manche Ärzte davor, Kinder überhaupt in BMI-Kategorien zu unterteilen, da der BMI sehr stark schwanken kann. Ein kleiner Wachstumsschub kann da schon genügen. Hüten Sie sich also davor, ihr Idealgewicht an solchen strengen Normen festzumachen, schließlich ist jeder Mensch anders. Zudem sagt der BMI-Wert nur etwas über das gesamte Körpergewicht aus. Er berücksichtigt weder Körperbau noch die Verteilung von Körperfett und Muskelmasse. Ein gut trainierter Sportler mit großer Muskelmasse etwa kann den gleichen BMI haben wie ein untrainierter Mensch mit wenig Muskeln und viel Körperfett. Gemessen an seinem BMI wäre manch Boxer sogar fettleibig. Heute weiß man auch: Menschen bei denen sich der Speck eher um den Bauch verteilt, hab ein viel höheres Herz-Kreislauf-Risiko als Übergewichtige, bei denen das Fett auf der Hüfte sitzt. Betrachten Sie Ihren BMI deshalb lediglich als groben Richtwert - und sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt. 5
BMI in der Schwangerschaft In der Regel erfolgt während des vierten Monats einer Schwangerschaft eine starke Gewichtszunahme. Um zu überprüfen, ob diese normal verläuft, eignet sich die BMI- Klassifikation. Eine wöchentliche Gewichtszunahme von 1 bis 1,5 kg ist während der Schwangerschaft ganz normal. Die Variation der Gewichtszunahme ist dabei abhängig vom Ausgangsgewicht. Ausgangspunkt ist der Body-Mass-Index der werdenden Mutter vor Beginn der Schwangerschaft. Danach sind folgende Orientierungswerte zu erwarten: BMI unter 20: durchaus üblich ist eine Gewichtszunahme zwischen 12,5 und 18 kg während der gesamten Schwangerschaft BMI zwischen 20 und 26: eine übliche Gewichtszunahme liegt bei 11,5 bis 16 kg BMI von mehr als 26: eine übliche Gewichtszuname liegt bei 7 bis 11,5 kg Wichtiger Hinweis Die hier aufgelisteten Werte dienen nur als Orientierung und können individuell abweichen. Abweichungen sind also kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Regelmäßige Gewichtskontrollen sind dabei natürlich gut, da sie ein Indiz dafür sein können, dass die Entwicklung des ungeborenen Kindes gut voranschreitet. Oft kann Rückbildungsgymnastik nach der Entbindung dabei helfen, das Gewicht nach der Schwangerschaft wieder unter Kontrolle zu bekommen. Es gilt aber, dem Körper Zeit zu geben wieder in den Zustand vor der Schwangerschaft zurück zu finden. In der Regel dauert dies ungefähr ein halbes Jahr. 6