Mitschrieb vom Webex-Unterricht mit Isolde für Fortgeschrittene am 23.4.2010 ( ich hoffe, ihr könnt etwas mit dem Mitschrieb anfangen, er ist hauptsächlich von dem mündlich Besprochenen, aber auch die Folienaufschriebe sind eingearbeitet Liebe Grüsse, Kathinka) Einführende Wiederholung zum letzten Mal: Koronare Herzerkrankungen Stabile und instabile Angina pectoris, (stummer) Herzinfarkt (ein stummer Herzinfarkt kommt häufig bei Diabetikern vor, da bei ihnen durch die Diabetes die Nerven geschädigt sind und so die Schmerzen nicht empfunden werden können, der Herzinfarkt ist aber wegen Fehlen der Schmerzen aufgrund einer Diabetes nicht als Mikroinfarkt zu werten, sondern kann ein ganz normaler großer Herzinfarkt sein!) (im Unterschied: Ein Mikro-Infarkt liegt vor, wenn nur ein ganz kleines Gefäß verstopft ist, er verläuft aufgrund seines geringen Ausmaßes schmerzlos und spielt für die spätere Herztätigkeit eigentlich gar keine Rolle (oft wird er auch überhaupt nicht entdeckt)) => Zur Unterscheidung von stabiler und instabiler Angina pectoris: - bei der stabilen Angina pectoris sind dem Patienten die Auslöser bekannt und in Ruhe kann er sich erholen; - bei der instabilen Angina pectoris kann jederzeit ein Anfall auftreten, auch im Ruhezustand; => Verlauf: - normalerweise: Der Patient hat eine stabile Angina pectoris > das Gefäß verstopft weiter, er bekommt eine instabile Angina pectoris > ein Gerinsel wächst, er bekommt einen Herzinfarkt; bei diesem Verlauf ist die Gefahr eines Herzinfarktes bekannt und es kann entsprechend vorbeugend behandelt werden; - auch möglich: es bildet sich schnell ein Gerinsel und löst sich, dann kommt es zum Herzinfarkt, ohne die Vorankündigung über die Angina pectoris => kurzes Fallbeispiel: Ein Patient, Mitte/Ende zwanzig kommt in die Praxis und klagt über Druck (Beklemmungsdruck) am Herzen, vor allem abends nach der Arbeit, wenn zu Hause eigentlich alles ruhig ist. Er nimmt keine Medikamente, Blutdruck und Puls sind normal, es gibt keine Herzgeräusche Hier ist daran zu denken, dass es auch funktionelle Störungen als Angina pectoris geben kann Bei Angina pectoris spielen auch psychische Faktoren eine große Rolle!
Herzinsuffizienz => Linksherzinsuffizienz => Rechtsherzinsuffizienz >> beides zusammen: Globalinsuffizienz => Leitsymptom bei der Linksherzinsuffizienz: Atemnot => Leitsymptom bei der Rechtsherzinsuffizienz: Venenstau => Wie kann es zur Rechtsherzinsuffizienz kommen? - durchgestaute Linksherzinsuffizienz (meint das gleiche, wie die Bezeichnung durchgestaute Rechtsherzinsuffizienz ) - Defekte am Herzen selbst (Klappendefekte der Trikuspidalklappe oder Pulmonalklappe, also nur an den rechten Klappen) - Cor pulmonale (hier hat eine schwere Lungenerkrankung zur Rechtsherzbelastung geführt und es kann dann zur Rechtsherzinsuffizienz kommen) => Unterschied zwischen Rechtsherzbelastung, Rechtsherzinsuffizienz und Rechtsherzversagen: - Rechtsherzbelastung: der Patient merkt noch keinerlei Symptome (sonst wäre es schon eine Rechtsherzinsuffizienz), jedoch gibt es einen erhöhten Druck auf dem rechten Herzen (der z.b. zufällig bei einer Katheteruntersuchung bemerkt wird) - Rechtsherzinsuffizienz: das rechte Herz schafft es nicht mehr, das Blut ausreichend weiter zu pumpen, der Patient hat die typischen Symptome (s.o.: Venenstau, ) - Rechtsherzversagen: das rechte Herz macht gar nichts mehr => Frage zur Linksherzinsuffizienz: Was ist der Unterschied zwischen Orthopnoe (sprich Orthopn-o-e, nicht Orthopnö!), Asthma cardiale und Lungenödem? - die Gemeinsamkeit: der Patient verspürt Luftnot; Allgemein bekannt ist ja, dass bei der Atmung die Luft von den Lungen in die Bronchien, dann in die Bronchiolen, dann in die Alveolen strömt und von dort der Sauerstoff ins Kapillarnetz übergeht; Bei der Insuffizienz herrscht ein erhöhter Druck in den Kapillaren, Blut wird ins Lungennetz abgepreßt und bei tiefem Einatmen fließt Flüssigkeit in die Alveolen (zu hören ist ein spätes Einatme-Rasseln). Bei Orthopnoe, Asthma cardiale und Lungenödem handelt es sich nun im Prinzip also um dasselbe Problem, nur in drei unterschiedlichen Schweregraden! 1. Grad : bei Orthopnoe lässt die Atemnot nach, wenn der Oberkörper hoch gelagert wird 2. Grad : bei durchgestauter Rechtsherzinsuffizienz sind Knöchelödeme ein typisches Symptom, nachts im liegen läuft hier dann das Wasser aus den Ödemen besonders in die
Alveolen, durch einfache Oberkörper-Hochlagerung ist keine deutliche Besserung mehr zu erreichen, es handelt sich hier nun um Asthma cardiale 3. Grad : bei Ausfall des linken Herzen siknd die Alveolen schließlich komplett mit Blut gefüllt, das Blut wird hochgepreßt in die Bronchiolen, dann in die Bronchien und kommt zum Schluß ggf. sogar aus dem Mund (Auswurf hellrot-schaumig), (hier spricht man vom sog. Todesröcheln ), in dieser Stufe ist das dann das Lungenödem => Typische Symptome bei der Rechtsherzinsuffizienz sind: - gestaute Unterzungenvene (hiernach bei der Erstuntersuchung schauen!) (liegt auch schon bei einer schwachen Rechtsherzinsuffizienz vor) - gestaute Halsvene - Knöchelödeme (primäres Ödem) - sekundäres Lymphödem (bis hin zu verdickter Haut, elefantenmäßig aufgetriebener Haut) hypertrophiertes (bis ca. 500g) (vergrößert; z.b. bei Sportlern, Klappendefekte) und atrophiertes (bis 90g) (verkleinert; vor allem bei alten bettlegrigen Menschen) Herz => der Herzmuskel stellt sich immer nach Beanspruchung ein. Pathophysiologie Gesteigerte Arbeitsanforderung Herzhypertrophie (Muskelmasse wächst an), (kritisches Herzgewicht: 500g, dann kann nicht mehr alles mitwachsen (Herzgefäße, )), (hier hat nicht die Anzahl an Herzmuskelzellen zugenommen,
sondern diese sind gewachsen, durch Einlagerung von Eiweißen und vermehrt von Aktin- und Myosinfilamenten) Herzhyperplasie (hier nimmt dann die Zahl der Zellen zu, aber die Zellen sind dann kleiner) Herzdilatation (Herzausweitung) (Herzhöhle ausgeweitet, Muskel verdünnt, Herzmuskel nicht mehr ausreichend versorgt; Ausnahme: Sportler: große Herzhöhle, aber durch die Beanspruchung ist auch die Muskelwand dick) Symptome bei Klappenveränderungen der rechten und linken Herzhälfte => Klappenveränderungen links (Mitral- und Aortenklappe): Symptome: - Atemnot - zeigt Symptome der Linksherzinsuffizienz (hat Orthopnoe und Zyanose (periphere wegen ungenügender Pumpleistung und zentrale wegen Rückstau)) => Klappenveränderungen rechts (Trikuspidal- und Pulmonalklappe): Symptome: - gestaute Venen - Knöchelödeme - Vergrößerung der Leber - also Symptome der Rechtsherzinsuffizienz Endokarditis und ihre Beziehung zu Streptokokken 1. Rheumatische Endokarditis: => Autoimmungeschehen (Auslöser sind hier nur die Immunkomplexe, nicht Streptokokken!), keine Streptokokken am Herzen, aber Streuherde (diese können das Autoimmungeschehen auch auslösen), (fast keine Emboliegefahr) 2. Bakterielle Endokarditis: (vor allem am vorgeschädigten Herzen) => hier sitzen dicke Thromben auf den Klappen (siehe Bild im Pschyrembel zum Stichwort Endokarditis), (hohe Emboliegefahr)
a) akute (bakterielle) Endokarditis (vor allem nach einer OP) hier sind viele Streptokokken im Herzen (durch die OP) (deshalb werden bei OPs am Herzen vorsorglich Antibiotika gegeben) b) subakute (bakterielle) Endokarditis ( lenta ) Streptokokken im Herzen (aber weniger) (von einem Streuherd) (nur bei vorgeschädigtem Herz (Klappendefekte)) => Leitsymptome einer Endokarditis: - Herzrhythmusstörungen - bei bakterieller: Fieber (falls Immunsystem nicht zu geschwächt, um überhaupt Fieber zu produzieren)