Wenn Alkohol zum Problem wird Suchtgefahren erkennen - den Weg aus der Abhängigkeit finden Bearbeitet von Michael Soyka 1. Auflage 2009. Taschenbuch. 168 S. Paperback ISBN 978 3 8304 3415 3 Format (B x L): 16 x 21,7 cm Gewicht: 356 g Weitere Fachgebiete > Medizin > Human-Medizin, Gesundheitswesen > Medizin, Gesundheit: Sachbuch, Ratgeber Zu Inhaltsverzeichnis schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte.
Basiswissen
Grundlegende Informationen Was bedeutet eigentlich Alkoholmissbrauch? Wann ist man alkoholabhängig und woran erkennt man das? Wie viel Alkohol steckt tatsächlich in Bier, Wein und Schnaps? Und was passiert mit dem getrunkenen Alkohol in unserem Körper? Um diese und weitere Fragen geht es im ersten Kapitel.
Basiswissen Was Sie über Alkoholismus wissen sollten Alkoholismus ist noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Unsere Gesellschaft tut sich schwer mit den Themen»Alkohol«und»Alkoholismus«. Wenn man über Alkohol spricht, geschieht es meist in positiver Weise: wie gut dieses Bier oder jener Wein schmecke oder wie viel man letzthin wieder»vertragen«habe usw. Dazu trägt auch die Werbung viel bei so wird Alkoholtrinken gerne mit Sport, Geselligkeit und guter Laune verknüpft. Kein Fußballspiel im Fernsehen ohne Bier- Reklame! Im Gegensatz dazu wird das Thema»Alkoholismus«wenn überhaupt eher distanziert und abwehrend behandelt. Dabei interessiert fast immer die Frage, wer denn eigentlich Alkoholiker sei und wie viel man trinken dürfe, um nicht als solcher zu gelten. Oft wird noch ironisch hinzugefügt, man zähle wohl»zu denen«, weil irgend jemand kürzlich behauptet habe, jeder sei Alkoholiker,»der täglich zwei Biere«trinke Erwartet wird dann, dass der Zuhörer entrüstet abwehrt, dabei jedoch eingesteht, selbst diese Menge täglich zu sich zu nehmen und so letztlich bestätigt, dass jemand kein Alkoholiker sein könne, der»lediglich zwei Biere«pro Tag konsumiere. Wie es sich wirklich verhält, wissen nur wenige. Bei all diesen Mythen, die sich um die Begriffe»Alkoholismus«und»Alkoholiker«ranken, spielt sicherlich eine große Rolle, dass in westlichen Gesellschaften das Alkoholtrinken einerseits von großer sozialer Bedeutung ist und sozusagen zum täglichen Leben dazugehört, der Alkoholiker andererseits hingegen oft (fälschlicherweise!) als willensschwacher, charakterloser und unkontrollierter Mensch gilt. Wer aber möchte schon als Schwächling eingestuft werden in einer Gesellschaft, die Begriffe wie»persönlichkeit«,»charakterstärke«,»leistung«und»erfolg«als Tugenden auf ihr Banner schreibt? 12
Was Sie über Alkoholismus wissen sollten Da ist es verständlich, dass Betroffene, die ahnen oder wissen, dass ihr Alkoholkonsum problematisch ist, zunächst mal ablehnend reagieren, wenn sie auf dieses Problem angesprochen werden. Es ist typisch für viele Betroffene und auch ihre Angehörigen, übermäßigen Alkoholkonsum oft über Jahre zu vertuschen und geheim zu halten. Um mit diesem Versteckspiel aufhören zu können, braucht man zunächst mal verlässliche Informationen. Und um die soll es jetzt gehen. Wann ist man alkoholkrank (Alkoholiker)? Ein Mensch wird dann als Alkoholkranker (Alkoholiker) bezeichnet, wenn er durch Alkoholkonsum Folgeschäden erlitten hat oder vom Alkohol abhängig geworden ist. Wie viel oder wie häufig er konsumiert, spielt bei dieser Definition keine Rolle. Denn ab welcher Menge oder Trinkhäufigkeit Schäden oder eine Alkoholabhängigkeit auftreten, ist individuell unterschiedlich. Daher gibt es keinen Schwellenwert für Alkoholismus, wohl aber Grenzwerte, ab denen der tägliche Konsum für die Gesundheit risikoreich wird. Dennoch sind natürlich Folgeschäden bzw. Abhängigkeit eng mit der Konsummenge und -häufigkeit verbunden. Man kann auch nicht allgemein von»dem Alkoholkranken«sprechen; wir kennen vielmehr verschiedene Typen von Alkoholkranken (siehe S. 19) und verschiedene Verlaufsstadien der Krankheit (siehe S. 23). Dabei sind die Art und Weise des Trinkens (Trinkverhalten) und die Schwere der Alkoholfolgeschäden maßgebend. Die Trinkmenge spielt eine nachrangige Rolle. Alkohol wird nämlich von verschiedenen Menschen unterschiedlich gut vertragen. Das Maß der Alkoholverträglichkeit ist abhängig davon, ob der Mensch körperlich und seelisch gesund ist, ob er zusätzlich andere Gifte konsumiert (z. B. Nikotin) usw. Es lassen sich für die Trinkmenge keine festen Grenzwerte (»Verträglichkeitsgrenzen«) angeben, innerhalb derer regelmäßiger Alkoholkonsum gefahrlos ist. 13