1. Schuleingangsphase

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Transkript:

Selbständiges Lernen in der Schuleingangsphase und in den 3./4. Klassen 1. Schuleingangsphase Wochenplanarbeit Laut Lehrplan ist es Aufgabe der Lehrkräfte, in der Schuleingangsphase (1./2.) alle Kinder auf der Grundlage des festgestellten Lernstands individuell zu fördern und damit die Voraussetzungen für ein weiteres erfolgreiches Lernen zu schaffen (vgl.: Richtlinien und Lehrpläne 2003, S. 20). Die Wochenplan- (WP) und Werkstattarbeit bieten als Arbeitsformen die Gelegenheit, an individuelle Entwicklungen und Lernstände der Kinder anzuknüpfen. In der offenen Eingangsstufe befinden sich die Kinder in der Regel im ersten und zweiten und manchmal im dritten Lernjahr. Das Leistungsniveau der Klassen ist vor allem im Bereich Sprache und Mathematik sehr unterschiedlich, deshalb ist eine ständige Differenzierung nötig. Innerhalb des WPs gibt es grundsätzlich immer mehrere Lerngruppen, die je nach Entwicklungsstand der Kinder immer wieder neu zusammengestellt werden. Die Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, individuelle Aufgaben für ihren derzeitigen Lernstand zu bearbeiten, indem vorab eine Lernstandsanalyse stattgefunden hat, auf der die Arbeitsaufträge beruhen. Der WP ist neben dem Werkstattunterricht und Literaturprojekten ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Eingangsstufe. Der Lernprozess wird individualisiert, es findet kein Lernen im Gleichschritt statt. Der WP eröffnet dem Schüler die Möglichkeit zur eigenständigen Begegnung mit dem Unterrichtsgegenstand. Ein WP enthält stets bekannte Elemente, so dass ein

selbständiger Start immer gegeben ist. Das WP-Regal bietet den Schülerinnen und Schülern eine Übersicht mit bekannten Symbolen und Materialien. WP-Arbeit eröffnet somit die Möglichkeit zu einem differenzierten Unterricht, in dem leistungsschwächere Schüler gefördert und ihre fachlichen Defizite abgebaut werden können. Weiterhin können leistungsstarke Kinder gezielt gefordert werden. Motivierend wirkt sich auch die Selbstkontrolle aus. Die Schüler können anhand von einigen Kontrollblättern ihre Arbeitsergebnisse weitgehend selbst kontrollieren. Die eigenständige Überprüfung der Arbeitsergebnisse bietet den großen Vorteil, dass die Kinder sofort eine Rückmeldung über ihre Arbeitsergebnisse erhalten und nicht auf die Lehrkraft warten müssen. Die Selbstkontrolle während der WP-Arbeit wirkt sich positiv auf das Lernverhalten aus und fördert die Selbständigkeit. Der Wochenplan-Ordner wird immer am Ende der Woche eingesammelt und kontrolliert. Zum Wochenbeginn erhalten dann alle Kinder eine Rückmeldung durch die Lehrkraft. Werkstattarbeit Ähnlich wie bei der Wochenplanarbeit steht das selbständige und individuelle Lernen im Vordergrund. Bei unseren Werkstätten stehen den Kindern am Ende ca. 20 Stationen - mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen - zur Verfügung. Sie erhalten einen Werkstattplan und bearbeiten im eigenen Tempo und nach eigenem Interesse die Aufgaben. Im Gegensatz zu dem WP steht bei der Werkstattarbeit ein Unterrichtsthema im Mittelpunkt. Handlungsorientiert setzen sich die Kinder mit einem neuen Schwerpunkt auseinander, zum Beispiel bei Themen wie Märchen, Kräuter, Obst, Jahreszeiten, verschiedene Tiere usw. Einige Stationen beinhalten bekannte

Arbeitstechniken, so dass ein Teil der Aufgaben selbständig und ohne weitere Erklärungen durchgeführt werden kann. Unbekannte Stationen werden gemeinsam erarbeitet. Die einzelnen Stationen der Werkstätten werden nach schülerorientierter Logik eingeführt. Der Werkstatt-Tisch bietet den Schülerinnen und Schülern eine Übersicht mit bekannten Symbolen und Materialien. 2. Klassen 3 und 4 Die Wochenplanarbeit Aus Gründen der Unterrichtsorganisation (nicht regelmäßig wird mit einem Wochenplan gearbeitet, Deutsch und Mathematik werden immer von unterschiedlichen Lehrkräften unterrichtet) gibt es in den 3. und 4. Klassen auch Wochenpläne, die ausschließlich für ein Fach gelten. Abweichend von der Eingangsstufe entscheiden nun die SchülerInnen selbständig, woran und in welchem Umfang sie nach der Erledigung der für alle verbindlichen Aufgaben weiterarbeiten. Sie haben in Mathematik die Möglichkeit, entweder zusätzliche Aufgaben von ähnlicher Qualität zu lösen oder sich mit anspruchsvolleren Denk-/Knobelaufgaben zu beschäftigen. In den anderen Fächern (Deutsch, Sachunterricht, Englisch, aber auch Kunst, Religion und Musik) schließen sich Lernspiele, Projektarbeiten, Referate usw. an. Häufig können die SchülerInnen zwischen Einzel- und Partner-/Gruppenarbeit wählen. Wenn sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Hilfe (besonders durch Mitschüler) ausgeschöpft haben, können sie die Lehrer um Unterstützung bitten. Die Aufgaben liegen teilweise in Form von Arbeitsblättern vor, sind aber auch in Karteien, Arbeits-, Forder- und Förderheften zu finden oder am Computer zu erledigen. In der Regel sind die Hausaufgaben in die Wochenpläne integriert, so

dass die SchülerInnen stets wissen, welche Arbeitsergebnisse von ihnen erwartet werden und was sie ergänzend leisten können. Anhand von Kontrollblättern können die SchülerInnen ihre Ergebnisse weitgehend selbst kontrollieren. Fertige Arbeiten können während der Arbeitszeit der Lehrkraft zur Kontrolle vorgelegt werden. Dabei werden eventuelle Schwierigkeiten individuell aufgegriffen. Die Wochenpläne werden kontrolliert und die Schüler erhalten Rückmeldungen zu ihren Ergebnissen. Werkstattarbeit In den Klassen 3 und 4 findet die Werkstattarbeit hauptsächlich im Sach- und Deutschunterricht statt und ist verstärkt auf die selbständige Bearbeitung durch die SchülerInnen ausgelegt. Dabei sind die Werkstätten an sich offener, umfangreicher und vielfältiger bezüglich der Methoden und Materialien. Die Hausaufgaben ergeben sich daraus zumeist individuell. Projektarbeit In der offenen Eingangsstufe werden bereits erste Ansätze der Projektarbeit angebahnt, in den Klassen 3 und 4 stellt sie einen festen Bestandteil des Unterrichts dar. Grundelemente unserer Projektarbeit: Die Projekte entstehen meistens zu Themen des Sachunterrichts und sollten möglichst dem Interessenbereich vieler Schülerinnen und Schüler entsprechen. Es entsteht eine gemeinsame Projektidee durch den Austausch von Vorwissen, Anregungen, Ideen und Wünschen der Kinder. Es folgt der Projektplan mit den entsprechenden Projektzielen. Daran

schließt sich die Bearbeitung des Themas an, an deren Ende ein Produkt entsteht, das Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler aufweist. Wichtig ist die Mitbestimmung der Kinder bei der Ideensammlung, Materialbeschaffung, Organisation der Arbeit, beim Vorstellen und Auswerten der Ergebnisse. Die Projekte sind handlungsorientiert angelegt und berücksichtigen mehrperspektivische Zugangsweisen. Aspekte des fächerübergreifenden, wissenschaftlichen, emotionalen und sozialen Lernens spielen eine große Rolle. Die Lehrkraft verliert ihre Planungs- und Vorbereitungsdominanz, behält aber unterstützende, begleitende und mitverantwortliche Funktionen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit den ausgewählten Themen möglichst handlungsorientiert auseinandersetzen. Im Sinne Pestalozzis verschaffen sie sich mit Kopf, Herz und Hand Zugänge zu ihrem Thema. Die erarbeitete Problemlösung sollte so ausführlich wie möglich und anhand der Wirklichkeit geprüft werden. Eine abschließende Präsentation spielt eine große Rolle. Dadurch wird ein Abschluss für ein Thema gefunden, der noch einmal den Verlauf des Projekts darstellt bzw. die wichtigsten Wege oder Ergebnisse hervorhebt. Zudem kann die Arbeit der Kinder entsprechend dargestellt und gewürdigt werden. Eine abschließende Diskussion ermöglich Transferleistungen, eine kritische Beleuchtung des Themas auf unterschiedlichen Ebenen und bietet eventuell Ausblicke für eine mögliche Weiterarbeit.