Deutsch? Ganz einfach!

Ähnliche Dokumente
Wir wollten wissen: Wie leben Menschen mit Behinderungen im Landkreis Ebersberg? Was kann und muss man verbessern?

Leichte Sprache gibt es nur mit uns! Wir sind Prüfer und Prüferinnen für Leichte Sprache

»100 Prozent sozial«für eine inklusive Gesellschaft ohne Hindernisse!

Das Leit-Bild für Menschen mit Behinderung in Kiel.

Ennepe-Ruhr-Kreis. Der Fahrdienst für Menschen mit Behinderung im Ennepe-Ruhr-Kreis. Informationen in Leichter Sprache

Mittendrin auch im Alter!

Alle - gemeinsam und dabei

Erklä rungen zum Indi vidu ellen Hilfeplan.

Leitbild von der Assistenzgenossenschaft Bremen

Infos in Leichter Sprache. Es gibt in Deutschland eine Partei: Christlich Demokratische Union. Die Partei heißt auch: CDU.

Erklä rungen zum Indi vidu ellen Hilfeplan.

Studie Teilhabe von Menschen mit einer Beeinträchtigung

Das Hessische Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz in Leichter Sprache

Menschen mit Behinderungen haben Rechte. Es reicht nicht, wenn die Rechte auf dem Papier stehen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen die

Behinderten-Politisches Maßnahmen-Paket für Brandenburg

Das Leit-Bild von der Lebenshilfe Solingen

Das Regierungs- Baden-Württemberg leben

Die Prüf-Gruppe für leichte Sprache

Erklärung zum Formular: Antrag für die Übernahme von Bestattungs-Kosten

Im Jahr 1990 haben sich verschiedene Vereine zusammen getan: Lebenshilfe Oldenburg Lebenshilfe Wesermarsch Lebenshilfe Ammerland

Wir gehören zusammen: Menschen mit und ohne Behinderung im Kreis Segeberg

Was ist Leichte Sprache?

Persönliches Budget. Mehr Selbst-Bestimmung für Menschen mit Behinderungen. Info-Heft in Leichter Sprache. Leichte Sprache

MITTEN IM LEBEN. Politik für Menschen mit Behinderungen

Workshop Lebensbereich Kommunikation. Leichte Sprache im Alltag, Büro leichte Sprache. Büro für Leichte Sprache, pro infirmis

Gut für alle. Gerecht für alle. Frieden für alle.

Leitbild Warum braucht man eine eigene Konvention über die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen?

Betreuungs-Vertrag. für das ambulant Betreute Wohnen für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Erklärung in Leichter Sprache

Zusammenfassung in Leichter Sprache

Positions-Papier vom Verein. Werkstatt-Räte Deutschland. Frauen-Beauftragte in Werkstätten für behinderte Menschen

Wie Züriwerk die Menschen begleitet

NICHT ALLEIN Hilfen bei sexueller Gewalt

Miteinander reden besser verstehen: Kommunikation ohne Hindernisse

Das Persönliche Budget

Der Arbeits-Markt muss für alle offen sein

Erklärung zum Formular: Wohnungs-Geber-Bestätigung

Der Hör-Weg zur Reformation.

Wichtige Forderungen für ein Bundes-Teilhabe-Gesetz

caritas Unser Leitbild

AKTIONSPLAN für ein inklusives Freiburg 2017/2018

Diese Sachen will DIE LINKE machen! Damit die Zukunft für alle Menschen besser wird

Bericht zum Aktions-Plan in Leichter Sprache

Landesaktionsplan Schleswig-Holstein

1. Warum sollten Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen gerade die CDU wählen?

Mut zur Inklusion machen!

100% SOZIAL. Auch nach der Wahl. DIE LINKE. Unser Wahl-Programm in Leichter Sprache. Für einen Politik-Wechsel für Hessen. Seite 1

Grußwort. des Leiters der Abteilung Soziales im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. MD Manfred Feuß.

Fachstelle Gleichstellung von. Menschen mit Behinderungen. der Stadt Bern

Leitbild In Leichter Sprache

Jeder Mensch ist anders: das ist sehr wert-voll

Schule von morgen Programm der LSV in Rheinland-Pfalz

Was ist eigentlich Inklusion?

Die Post ist eine Firma. Die Post hat 150 Tausend Mitarbeiter.

Die Stiftung Lebenshilfe Weimar /Apolda

7 Forderungen an die Politiker für die Bundestags-Wahl 2017 vom Bundes-Verband Caritas Behinderten-Hilfe und Psychiatrie e.v.

INSOS Sankt Gallen - Appenzell Innerrhoden

Das. Landes-Gleich-Berechtigungs-Gesetz. von Berlin.

SPD-WAHLPROGRAMM IN LEICHTER SPRACHE

teilhabe jetzt O ffene B ehinderten A rbeit Programm März bis Juni 2017 in den Landkreisen Ebersberg und Erding

7. Bericht über die Arbeit vom Behinderten-Beauftragten im Westerwald-Kreis

Das Wahl-Programm der SPD für die Bundestags-Wahl in Leichter Sprache

DAS GRÜNE WAHLPROGRAMM BREMEN 2011.

Der BeB und die Diakonie Deutschland fordern: Menschen mit Behinderungen sollen mitten in der Gesellschaft leben. So ist es jetzt:

Mit Allen Für Alle: Was soll sich in Oberhausen ändern? Leichter Sprache. 2. Zwischen-Bericht zur Inklusions-Planung in

bericht Forschungs Evaluation des Behindertengleichstellungsgesetzes Abschlussbericht Sozialforschung ISSN

Wichtige Regeln. für den. Beirat für Menschen mit Behinderungen. in der Stadt Hochheim am Main

Behindert- Was nun? Ein Heft in Leichter Sprache. Wir sind gerne für Sie da! Landesamt für Soziales

Das Kreis-Wahl-Programm der SPD

Bildung für alle Menschen in Werkstätten

Zusammenhalten und miteinander leben Lebacher Erklärung. in Leichter Sprache

Entscheiden Sie: Bundes-Garten-Schau in der Stadt Mannheim. 22. September 2013! Leichte Sprache

Hier steht, welche Meinung die Denk-Werkstatt der BGW dazu hat. Man nennt diese Zettel auch: Positions-Papier

Das ist die Version in Leichter Sprache

Das Leitbild vom Verein WIR

Erster Zwischenbericht in Leichter Sprache

Landesamt für Soziales und Versorgung Brandenburg

Barriere-Freiheit. Der Behinderten-Beirat. der Stadt Cottbus informiert:

Die Industrie- und Handelskammer arbeitet dafür, dass Menschen überall mit machen können

Gekürzt und in Leichter Sprache

Menschen mit Behinderungen und Sport

Im Stadion vom VfL Bochum 1848

Aktionsplan der Landesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg. in Leichter Sprache

VERANSTALTUNG S PORT FÜR ALLE AM 18. OKTOBER 2014 IN LÖRRACH BERICHT IN LEICHTER SPRACHE

Erklärung zum Formular: Antrag für einen Unterhalts-Vorschuss Erklärung

Initiative Allenstein

Und ein Peer Berater weiß etwas zu dem Thema Sucht oder Wohnen. Er berät Ratsuchende, die ein Problem oder Fragen zu Sucht oder Wohnen haben.

Das Persönliche Budget

Transkript:

Deutsch? Ganz einfach! Viele Menschen mit geistigem Handicap können lesen. Aber diese Menschen können schwere Texte nicht verstehen. Darum gibt es die Leichte Sprache. Texte in Leichter Sprache versteht man gut. Sätze in Leichter Sprache sind kurz. Es gibt keine schweren Wörter. Leichte Sprache erklärt viel. Leichte Sprache ist klar. In Deutsch land gibt es die Leichte Sprache schon seit 10 Jahren. Dort haben auch politische Parteien Texte in Leichter Sprache. Denn viele Menschen mit geistigem Handicap dürfen wählen. Und die Menschen mit geistigem Handicap dürfen abstimmen. Die Menschen brauchen Infor mationen in Leichter Sprache. Dann wissen die Menschen: Für was setzt sich die Partei ein? Welche Ziele hat die Partei? Finde ich die Partei gut? Darum übersetzen die Parteien ihre Texte in Leichte Sprache. So erklärt eine Partei das schwere Wort Finanz krise: Es geht der Wirt schaft in vielen Ländern von Europa nicht gut. Manche Länder haben viele Schulden. Die Banken haben Probleme. Die grossen Firmen und Fabriken brauchen Geld von der Bank. Ohne Geld können Firmen nicht arbeiten. Länder brauchen auch Geld. Man sagt dazu: Finanz krise.

Wie ist die Leichte Sprache entstanden? Die Leichte Sprache ist vor 20 Jahren in den USA entstanden. Dort heisst die Leichte Sprache Easy Read. Das ist Englisch. Man spricht das so aus: Isi ried. Das heisst auf Deutsch: Leicht lesen. Seit über 10 Jahren kennt man die Leichte Sprache auch in Europa. In diesen Ländern in Europa gab es die Leichte Sprache zuerst: Schweden. Deutsch land. Österreich. Was gibt es in diesen Ländern in Leichter Sprache? Hier sind Beispiele: In Schweden: Hier gibt es eine Zeitung in Leichter Sprache. Und es gibt Krimis in Leichter Sprache. In Österreich: Die Bank von Österreich hat eine Internet seite in Leichter Sprache. In Deutsch land: Es gibt Fussball regeln in Leichter Sprache. Es gibt ein Wörter buch für Leichte Sprache. Es gibt Regeln für Leichte Sprache. In der deutschen Stadt Hildes heim gibt es eine Professorin an der Universität. Die Professorin überlegt sich: Wie kann man die Leichte Sprache noch besser machen? In Schweden, Österreich und Deutsch land gibt es noch viele andere Texte in Leichter Sprache.

Wie ist die Leichte Sprache in die Schweiz gekommen? In der Schweiz ist die Leichte Sprache fast nicht bekannt. Uwe Armbruster will das ändern. Uwe Armbruster ist Leiter vom WohnWerk in Basel. Was ist das WohnWerk? Das WohnWerk ist für Menschen mit Handicap. Im WohnWerk arbeiten Menschen mit Handicap. Und im WohnWerk wohnen Menschen mit Handicap. Uwe Armbruster hat gemerkt: Viele Menschen im WohnWerk verstehen wichtige Texte nicht. Zum Beispiel Arbeits verträge. Oder das Leitbild vom Wohnwerk. Was ist ein Leitbild? Ein Leitbild ist eine Erklärung von einer Organisation. Das Leitbild erklärt: Das ist für die Organisation wichtig. So arbeitet die Organisation. Die Organisation will gute Arbeit machen. Dabei soll das Leitbild helfen. Uwe Armbruster hat damals gedacht: Das Leitbild vom WohnWerk ist gut. Aber wer kann das Leitbild verstehen? Im Leitbild heisst es zum Beispiel in schwerer Sprache: Das Wohnwerk orientiert sich stets an den Fähigkeiten und Entwicklungsbedürfnissen seiner Klientinnen und Klienten und setzt sich anwaltschaftlich für deren Interessen ein. Uwe Armbruster dachte:

Dieser Text ist zu schwer. Das verstehen die Klienten vom Wohnwerk nicht. Also hat Uwe Armbruster in einem Kurs Leichte Sprache gelernt. Dann hat Uwe Armbruster das Leitbild übersetzt. Der schwere Satz vom Leitbild heisst jetzt in Leichter Sprache: Jeder Mensch kann etwas gut. Jeder Mensch kann etwas nicht. Wir setzen uns dafür ein: was der Mensch kann. was der Mensch will. was der Mensch braucht. was der Mensch sich wünscht. Uwe Armbruster hat das Leitbild in Leichter Sprache den Menschen im WohnWerk gezeigt. Jetzt haben die Menschen mit Handicap das Leitbild besser verstanden. Aber auch die Menschen ohne Handicap haben das Leitbild besser verstanden. Darum denkt Uwe Armbruster: Die Leichte Sprache hilft nicht nur Menschen mit geistigem Handicap. Die Leichte Sprache hilft auch vielen anderen Menschen. Denn fast 1 Million Menschen in der Schweiz verstehen sogar einfache Texte nicht. Zum Beispiel ältere Menschen. Uwe Armbruster denkt: Es braucht Leichte Sprache in der Schweiz. Darum soll es ein Büro für Leichte Sprache geben. Uwe Armbruster hat ein Büro für Leichte Sprache im WohnWerk eingerichtet.

In Zürich gibt es jetzt auch ein Büro für Leichte Sprache. Dieses Büro hat pro Infirmis am Anfang von diesem Jahr gegründet. Was ist pro Infirmis? Pro Infirmis ist eine Ein richtung für Menschen mit Handicap. Das Büro für Leichte Sprache Das Büro übersetzt Texte in Leichte Sprache. Texte für ein Museum. Märchen. Texte von Behörden. Gesetzes texte. Das Büro in Basel hat 2 Übersetzer. Cornelia Kabus ist erfahren mit dem Schreiben und Übersetzen. Cornelia Kabus weiss: So muss ich einen Text schreiben. Dann kann man den Text gut verstehen. Martin Häne ist erfahren in der Begleitung von Menschen mit Handicap. Martin Häne weiss: So denken die Klienten. Das brauchen die Klienten. Im Büro für Leichte Sprache gibt es 6 Prüfer. Die Prüfer sind Menschen mit geistigem Handicap. Die Über setzer zeigen die Texte den Prüfern. Die Prüfer lesen die Texte. Die Prüfer prüfen:

Sind die Texte gut übersetzt? Kann man die Texte gut verstehen? Jeder Prüfer hat einen Rotstift. Ein Prüfer versteht ein Wort nicht? Dann unter streicht der Prüfer das Wort mit dem Rotstift. Übersetzen ist schwer. Schwere Sprache hat viele verschiedene Wörter. Schwere Sprache hat sehr schwere und lange Sätze. Manchmal verstehen auch Menschen ohne geistiges Handicap nicht: Was steht genau in dem Text? Was bedeutet der Text? Man will solche Texte übersetzen? Dann muss man den Auftrag geber fragen: Was wollt ihr genau sagen? Was bedeutet der Text? Denn Leichte Sprache ist klar. Man soll jeden Satz verstehen können. In jedem Beruf benutzt man bestimmte Fremd wörter. Ärzte benutzen schwere Wörter. Sogar Menschen ohne geistiges Handicap verstehen die Wörter oft falsch. Menschen mit geistigem Handicap verstehen viele Texte nicht. Texte von Gebrauchs anleitungen. Texte von Packungs beilagen für Medikamente. Briefe von Behörden.

Aber diese Informationen sind wichtig. Alle Menschen brauchen diese Informationen im Alltag. Darum sagt Uwe Armbruster: Menschen mit geistigem Handicap sollen überall mitmachen können? Dann muss es Leichte Sprache geben. Ist Leichte Sprache gut? Manche Menschen sagen: Wir finden Leichte Sprache nicht gut. Leichte Sprache macht die Menschen dumm. Die Menschen werden zu faul zum denken. Die Menschen wollen die schwere Sprache nicht lernen. Rainer Bremer ist ein Professor. Rainer Bremer sagt: Leichte Sprache macht die schwere Sprache kaputt. Leichte Sprache verändert die Texte. Rainer Bremer denkt: Menschen mit geistigem Handicap können schwere Sprache verstehen. Uwe Armbruster hat eine andere Meinung. Unsere Sprache gehört allen Menschen. Alle Menschen sollen die Sprache verstehen können. Leichte Sprache hilft Menschen mit geistigem Handicap. Rollstuhl fahrer haben eine Rampe. Und Menschen mit geistigem Handicap haben Leichte Sprache. Damit können die Menschen überall mitmachen. Die Über setzung in Leichte Sprache kostet Geld. Soll es darum keine Texte in Leichter Sprache geben? Texte in schwerer Sprache kosten aber auch Geld.

Warum? Ein Mensch füllt ein Formular falsch aus. Denn das Formular ist in schwerer Sprache. Dann muss dieser Mensch alles nochmal machen. Oder: Ein Mensch versteht den Brief von einer Behörde nicht. Denn der Brief ist in schwerer Sprache. Dann muss dieser Mensch bei der Behörde anrufen. Der Mensch und die Behörde brauchen dafür mehr Zeit. Dadurch wird alles teurer. Denn die Arbeit von den Behörden kostet Geld. Mit Texten in Leichter Sprache geht es besser. Ein Mensch füllt ein Formular aus. Das Formular ist in Leichter Sprache. Der Mensch versteht das Formular. Darum füllt dieser Mensch das Formular richtig aus. Der Mensch und die Behörde brauchen nicht viel Zeit. Dadurch wird es billiger für die Behörde. Aber das wissen noch nicht viele Menschen. Nur wenig Menschen wollen für die Über setzung in Leichte Sprache etwas zahlen. Das Büro für Leichte Sprache hat darum zu wenig Geld. Darum bezahlt das WohnWerk die Kosten für das Büro. Das Behinderten gleichstellungs gesetz Die Schweiz hat versprochen:

Alle Menschen mit geistigem Handicap bekommen Informationen. Das steht in einem Gesetz. Das Gesetz heisst: Behinderten gleichstellungs gesetz. Das Gesetz ist in schwerer Sprache. Aber das Gesetz ist sehr wichtig für Menschen mit Handicap. Darum hat das Büro für Leichte Sprache das Gesetz übersetzt. Bald kann man das Gesetz in Leichter Sprache lesen. Das ist der Anfang vom Gesetz in Leichter Sprache: "Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte wie Menschen ohne Behinderungen. Menschen mit Behinderungen müssen gleich behandelt werden wie Menschen ohne Behinderungen. Das schwere Wort dafür heisst: Behinderten gleichstellungs gesetz."