DER MENSCH - AUFS ÜBERLEBEN PROGRAMMIERT

Ähnliche Dokumente
Krisen meistern Krisen meistern: Gefahr des Scheiterns und Chance des Neuanfangs

Verfasser: Fach: Fachlehrer: Abgabetermin: Schule: Kristina Herzog. Psychologie. OSR. Schenck. Wirtschaftsgymnasium in Tauberbischofsheim

Ein Schatten auf dem Leben Hinterbliebene nach Suizid. Faktoren, die den Verlauf eines Trauerprozesses beeinflussen können

Der Umgang mit Verlusttraumatisierungen. Markos Maragkos Überblick

LACHEN ANGESICHTS DES TODES

Resilienz. Ein anderer Blick auf Verlustreaktionen. Aeternitas - Service - Reihe: Trauer. Aeternitas - Service - Reihe: Trauer

Durch Trauer zu neuem Leben

Populäre Irrtümer über Trauer

Leben mit einer chronischen Erkrankung Wie gehen Angehörige damit um? Ignorieren bis zu in Watte packen?

Resilienz - Krisen unbeschadet überstehen

Trost & Stärkung. Im Ernstfall

Wie erkennen Pflegefachpersonen, was Angehörige von onkologischen Patienten brauchen?

Resilienz Die Widerstandsfähigkeit der Seele von Anja Mahne (PSKB)

Eltern sein plus! Beispiele von Elternbegleitung aus der Erfahrungswelt einer Praxis für f medizinische Genetik und vorgeburtliche Diagnostik

Recovery: Wie werden psychisch kranke Menschen eigentlich wieder gesund?

TEILB DER VERLUST EINES NAHESTEHENDEN MENSCHEN 1. Ein Lebensende kündigt sich an 32

Ressourcen aktivieren in Verlustsituationen

Trauerphasen Die Phasen der Trauer

Wie erleben Kinder Sterben und Tod?

Fleherstraße Düsseldorf-Bilk Tel Fax

Referentin: Elisabeth Nüßlein, Dipl. Sozialpädagogin, ausgebildete Trauerbegleiterin, Referentin für Hospizarbeit, Gruppentherapeutin

Kollegen, Vereinskameraden, Ärzte die Frage an mögliche Tröster. Also muss diese Frage ergänzt werden um die Frage, die der Tröstende stellt: Was

Ihnen allen gemeinsam ist die Trauer, die sie erfüllt hat und jetzt noch in Ihnen ist. Niemand nimmt gerne Abschied von einem lieben Menschen.

Schuld und Trauer - wenn das Leben der Seele Wunden schlägt. Vortrag. beim Pastoraltag. der Seelsorgeregion Hochstift Paderborn

Abschied auf Raten. Begleitung Angehöriger sterbender Demenzkranker

Was ist Trauer? Eine Einführung. Aeternitas - Service - Reihe: Trauer. Aeternitas - Service - Reihe: Trauer

Konzept für die Kinder- und Jugendtrauerarbeit Salzgitter

(Hannah Lothrop) Karin Jäkel, BV Das frühgeborene Kind e.v.

Mit Trost und Zuversicht Kinder in ihrer Trauer begleiten. Ringveranstaltung 2016/2017 Kindheit in der Region zum Thema: Wenn das

Der frühe Verlust. Bewältigung und Hilfe bei Fehl-, Totgeburt und Plötzlichem Kindstod. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage

Der Tod eines Babys Broschüre für trauernde Eltern

Was Kinder, Eltern und Erzieherinnen stark macht

Warum ist dieses Thema wichtig?

Angst und Angstbewältigung - Eigene Möglichkeiten und Unterstützungsangebote

Persönlicher Umgang mit Wandel!

Angst und Atemnot in der Palliativpflege

Trauer mehr als nur ein Gefühl

schließt. Aus vielen Nahtoderfahrungen wissen wir heute jedoch, dass das Leben mehr ist als unser kurzer Aufenthalt hier auf Erden.

Trauer komplizierte Trauer

Wann hat ein Mensch Charakter? Name: Aline Geldt. Klasse: WG Schule: Wirtschaftsgymnasium an der Kaufmännischen Schule TBB Fach: Psychologie

Die kriegt doch eh nichts mehr mit! Vom Sterben alter, demenzkranker Menschen

Von der Scham zur Selbstachtung

Einführung in die Sedona Methode

Abschied nehmen am Lebensanfang

Geschwisterkonstellation

Kind & Trauer. Unterstützung für Kinder und Familien in Zeiten von Sterben, Tod und Trauer in der Region Mittelbaden

Bewältigung einer persönlichen Krise. verursacht durch Unglücksfälle und Katastrophen

um leben zu können? Leben und Sterben im alltäglichen Zusammenhang betrachtet ein Plädoyer für das Leben

Vortrag am Ängste bei Kindern und Jugendlichen und ihre Hintergründe

Krebs und Psyche wie Krankheit die Psyche verändert

Stress entsteht im Kopf Die Schlüsselrolle von Denkmustern im Umgang mit Stress und Belastungen

Ich will dich nicht vergessen Ein Begleiter durch die Zeit der Trauer und des Abschiednehmens. von Jo Eckardt. Gütersloher Verlagshaus

Coming out - Ich bin schwul!

Emotionale Entwicklung

Ich bin stark, wenn. Fachtagung "Nächste Stunde: Prävention!" der AOK Nordost am 03. Mai Stefanie Schopp. Stefanie Schopp

Persönliche Reifung nach Verlusten

Ich lass dich gehen und finde mich neu

Abschied als Chance VON SIMONE ~ BLOG MEINE7LEBEN

Psychisch gesund trotz Krise

Giftige Kontakte. Wenn andere uns das Leben schwer machen

Resilienz die unsichtbare Kraft. Dr. Maren Kentgens Hamburger Forum Interim Management Managerin Asklepios Connecting Health

Trauer in der Selbsthilfegruppe

Schmerz - Fragebogen schaue hin, mach dir deinen Schmerz bewusst und finde die Ursache.

Mit Diabetes Leben. !!!!!!!!!!!!!!!! 2!!!!!!!!!!!!!!!! Copyright: Europäische Stiftung für Gesundheit, CH Zug

Ausbildung spiritueller Lebens- Sterbe und Trauerbegleiter

ZENTRUM FÜR. Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist Informationen zum Thema Trauer für Betroffene

Der Schlüssel. davon sind zurzeit verschlossen.

Daneben und doch mittendrin

Der Trauer Worte schenken

Umgang mit Sterben, Trauer und Verlust

Krisenintervention bei akuter Traumatisierung und Krise Claudius Stein

Ich bin ein Held. Ziel: Kinder mit Angst(-zuständen) zu (mehr) Selbstbewusstsein zu verhelfen. Erik Grieger Masterarbeit Januar

Personzentrierte Beratung und Therapie bei Verlust und Trauer

Was geht, wenn nichts mehr geht? Psychologische Anmerkungen

Hospizarbeit bereichert das Leben!!

Wenn ein geliebter Mensch stirbt

Kopiervorlage. Titel: Agnes Struktur Sprache Gestaltung. Autor: Peter Stamm. Verfasser: Merten Wolfarth. Klasse: 12.1

Bewältigungsstrategien

Inhalt Vorwort Wie Druck entsteht Sich selbst und andere kennen lernen

Du hinterlässt für immer Spuren

Kopiervorlage. Max Frisch: Homo Faber. Thema: Motive und Symbole. Verfasser: Julian Ott. Schule: Wirtschaftsgymnasium an der kaufmännischen Schule TBB

43% der Bachelor-Studierenden empfinden die Belastung im Studium als hoch. 18% empfinden die Belastung als zu hoch

Schwerpunkt in der 4.Woche: Entwicklung eines neuen Bewusstseins und Akzeptanz

Inhaltsverzeichnis. Alle Fotos wurden fürs Internet aus urheberrechtlichen Gründen entfernt! 1. Farblegende

"... danach ist nichts mehr wie vorher - Erste Hilfe durch traumasensible Beratung. Ulrich Pasch Ambulanz für Gewaltopfer, Gesundheitsamt Düsseldorf

Lingen, 11. November 2015 Dr. Christoph Hutter

Krankheitsbewältigung bei chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

KRISE ALS CHANCE. Christine Calabrese Oberärztliche Leitung/ Akutambulanz (ZDK)

Abschiednehmen von Menschen im Trauergottesdienst

Ich lasse Dich gehen

Kerstin Hack. Trauern Impulse, Verluste zu bewältigen

Das ist uns wichtig. Leitbild in Leichter Sprache. 1. Kapitel Menschen sind das Wichtigste

Trauernde Geschwisterkinder in Kinder- und Jugendhospizen

Widerstandsfähigkeit im Wandel Warum resiliente Organisationen erfolgreicher sind

Therapiebedürftige Kinder und Jugendliche im Schulalter. Erfahrungen aus psychotherapeutischer Sicht und präventive Ansätze

Liebe Leserin, lieber Leser,

Body Resonance. BewusstSein fürs Leben Ein holistischer Zugang zu Gesundheit und Wohlbefinden

Bewusstsein. Titel: Wie das Bewusstsein in die Welt kam. Verfasser der KV: Jennifer Wild. Klasse: 13/4. Schule: Wirtschaftsgymnasium TBB

Recovery. Chronische Erkrankungen überwinden!

Transkript:

28.9.2015 DER MENSCH - AUFS ÜBERLEBEN PROGRAMMIERT GTB TBB Klasse 13/1 Psychologie; Klaus Schenck Jakob Resas

Inhaltsverzeichnis 1. Wie entsteht Trauer?... 2 2. Trauer ist etwas Natürliches... 3 3. Warum müssen wir trauern?... 4 4. Positive Seiten des Trauerns... 5 5. Duales Prozessmodell der Trauerbewältigung (DPM)... 6 6. Die vier Phasen der Trauerbewältigung... 7 6.1. Nach Verena Kast... 7 6.2. Nach Yorick Spiegel... 8 7. Erfahrungsbericht: Trauer stärkt!... 9 8. Resilienz... 11 8.1. Was ist Resilienz... 11 8.2. Der resiliente Typ... 12 9. Welche Eigenschaften sind zur Trauerbewältigung hilfreich?... 13 Seite 1 von 14

1. Wie entsteht Trauer? VERLUSTE: Eigene Gesundheit Geliebte Menschen Heimat Trauer Seite 2 von 14

2. Trauer ist etwas Natürliches Sterben ist ein natürlicher Prozess, den wir nicht ändern können. Der Mensch kann mit Verlust umgehen. Der Mensch ist in der Lage sein Leben fortzusetzen. Seite 3 von 14

3. Warum müssen wir trauern? 1 Trauer ist das Programm, welches uns bei der Trauerverarbeitung hilft. Passives Trauern Aktives Trauern (Der Trauernde setzt sich mit dem Verlust und seiner Trauer nicht intensiv auseinander) -Duales Prozessmodell (vgl. S.6) -4 Phasenmodell (vgl. 7f) Pathologische (=sehr intensive) Trauer Verarbeitung des Verlustes Die Person wird vom Ausmaß der Trauer überwältigt und verharrt im Zustand der Trauer. 1 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/trauer#die_trauerarbeit [Stand 15.09.15] Seite 4 von 14

4. Positive Seiten des Trauerns 2 Wesentliche Hilfsmittel des Kummers, um Verlust zu verarbeiten: Gründliches, reflektiertes Denken Leben in Zeitlupe Fördert Konzentration Aufmerksamkeitssteigerung Schafft Ordnung Kummer wendet Aufmerksamkeit nach innen Weniger voreingenommen gegenüber anderen Bessere Beurteilung der eigenen Fähigkeiten Weniger Erinnerungsverfälschung Möglichst schnelle und präzise Trauerverarbeitung 2 Vgl. Bonanno, George A.: Der Mensch aufs Überleben programmiert. In PSYCHOLOGIE HEUTE compact, Heft32, 2012, S.15 Seite 5 von 14

5. Duales Prozessmodell der Trauerbewältigung (DPM) 3 Trauer ist eine Stressreaktion, um mit den wahrgenommenen Bedrohungen psychisch und körperlich fertig zu werden. Stressoren, die mit dem Verlust zusammenhängen Bsp: Auseinandersetzung mit Beziehung, Umständen etc. Stressoren, die mit der Wiederherstellung des eigenen Lebens zusammenhängen Bsp: Planung der Beerdigung, Alltagsprobleme Auseinandersetzen mit dem Verlust Auseinandersetzen mit Außenwelt (Finanzen, Freunde, Einsamkeit) Verlustorientiert Bewältigung von Trauer Wiederherstellungsorientiert Bewältigung der Stressoren und der unterschiedlichen Trauer verläuft im Wechsel (= dynamischer Prozess) Stressoren sind Faktoren, welche Stress auslösen. 3 Vgl. www.gute-trauer.de/inhalt/trauer/duales_prozess_modell [Stand 17.09.15] Seite 6 von 14

6. Die vier Phasen der Trauerbewältigung 6.1. Nach Verena Kast 4 Tage bis einige Wochen: Verleugnung des Verlustes Empfindungslos; starr vor Entsetzen Aufbrechende Emotionen Suche nach Schuldigen Starke Selbstschuldgefühle Trauernder muss lernen, dass sich Verbindung geändert hat Verlorener wird innerer Begleiter Trauernder lebt Pseudoleben (realitätsfern) Verlust wurde akzeptiert Neue Beziehungen/Lebensstile sind möglich 4 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/trauer#trauerprozess_in_vier_phasen_nach_kast [Stand 18.09.15] Seite 7 von 14

6.2. Nach Yorick Spiegel 5 Schockphase Stunden bis Tage Wenig Wahrnehmen der Umwelt (=Auslöser des Trauerprozesses) Kontrollierte Phase Kontrolle der Emotionen durch Ablenkung (Beerdigung) Gefühl der Leere; Distanz zur Realität Phase der Regression Auseinandersetzen mit Trauer Bewusstwerden der Situationsänderung Hilflosigkeit Phase der Anpassung Rückblick ins Leben Neue Beziehungen sind möglich Kurzzeitige Rückschritte in vorherige Phasen sind möglich 5 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/trauer#trauerprozess_in_vier_phasen_nach_yorick_spiegel [Stand 18.09.15] Seite 8 von 14

7. Erfahrungsbericht: Trauer stärkt! Situation: Februar 2000 Zweitgeborener Sohn bei Geburt verloren Plötzlicher Kindstod = keinerlei Gründe für Tod Verlauf Die ersten 6 bis 8 Wochen waren, als würde man auf einem anderen Planeten leben. Ich hatte zu der Zeit oft das Gefühl verrückt zu werden. Acht Wochen nach dem Tod kam man langsam in die Realität zurück, was auf der einen Seite eine gute Ablenkung war, jedoch war ich auch verärgert und schockiert, wie einfach alles so weitergehen kann. Ich begann mich zu fragen, was das eigentlich soll und erkannte, dass mich meine Mitmenschen nicht mehr nachvollziehen konnten, sodass wir die Selbsthilfegruppe besuchten. Seite 9 von 14

Was hat sich geändert? Nach dem Trauerprozess haben mein Mann und ich uns innerlich neu geordnet und sortiert. Man fängt an sich neue Ziele zu setzen. Wir haben eine klare Sicht und ein besseres Bewusstsein entwickelt für das, was uns gut tut und was nicht. Durch einen Umzug begannen wir einen Neuanfang, doch haben wir nie versucht, den Gedanken an unseren verstorbenen Sohn zu verdrängen. Was war hilfreich? Bereits geborener Sohn ging offen mit dem Tod um und schonte uns nicht Durch den Beitritt in eine Selbsthilfegruppe hatte man das Gefühl, dass andere den Schmerz nachvollziehen können. Zudem gewann man Stärke durch das Mitfühlen der Trauer anderer. Auch nach Abschließen des Trauerprozesses haben wir unseren Sohn immer bei uns behalten, sei es durch Bilder, Gespräche mit unseren Kindern oder Besuche am Grab Trauer kann stärken, wenn man offen und ohne Angst damit umgeht Seite 10 von 14

8. Resilienz 8.1. Was ist Resilienz 6 Relativ schnelle Bewältigung von Krisen und Schicksalsschlägen Resilienz Vulnerabilität = = Psychische Widerstandsfähigkeit Verwundbarkeit/ Verletzlichkeit 6 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/resilienz_%28psychologie%29 [Stand 21.09.15] Seite 11 von 14

8.2. Der resiliente Typ 7 Höhere Bildung Weniger dauerhafte belastende Lebensumstände Finanziell besser gestellt Bessere körperliche Verfassung Größerer Freundeskreis Optimist Emotionale Stärke Mögliche genetische Veranlagungen Der Mensch ist darauf programmiert, zu überleben und nicht an Verlusten einzugehen. Manche schaffen dies besser, jedoch sind alle Menschen dazu fähig. 7 Vgl. Bonanno, George A.: Der Mensch aufs Überleben programmiert. In PSYCHOLOGIE HEUTE compact, Heft32, 2012, S.16f Seite 12 von 14

9. Welche Eigenschaften sind zur Trauerbewältigung hilfreich? 8 Emotionale Flexibilität = Äußern von Kummer & Schmerz in den richtigen Momenten Schnelle Akzeptanz, dass man an Verlusten (wie Tod) nichts ändern kann 8 Vgl. Bonanno, George A.: Der Mensch aufs Überleben programmiert. In PSYCHOLOGIE HEUTE compact, Heft32, 2012, S.17 Seite 13 von 14

Selbstständigkeitserklärung Ich erkläre hiermit, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die in den Fußnoten angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Ort, Datum Schüler Jakob Resas jakob.resas@gmail.com Seite 14 von 14