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Transkript:

Passivhaus- Objektdokumentation Wohnanlage mit 16 Geschosswohnungen in München Verantwortlicher Planer Enrique Alzaga Martinez http://www.nest-ecoarchitektur.de Diese Wohnanlage wurde von der Projektgesellschaft NEST Solar Passivhaus GmbH & Co. KG am Ackermannbogen in München errichtet. Es handelt sich um ein extrem energiesparendes Passiv- Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten und einer Tiefgarage. Siehe auch www.passivhausprojekte.de, Projekt-ID: 3964 Besonderheiten: PV-Anlage, Plusenergiekonzept, Struktur nahezu vollständig aus Holz U-Wert Außenwand 0,143 W/(m²K) PHPP Jahres- U-Wert Kellerdecke 0,134 W/(m²K) Heizwärmebedarf 15 kwh/(m²a) U-Wert Dach U-Wert Fenster 0,106 W/(m²K) 0,82 W/(m²K) PHPP Primärenergie 45 kwh/(m²a) Wärmerückgewinnung 87,5 % Drucktest n 50 0,4 h -1 1

1 Kurzbeschreibung der Bauaufgabe Passivhaus Die Wohnanlage NEST4 besteht aus 16 Geschosswohnungen unterschiedlichster Größe und liegt direkt am Ackermannbogen südlich von Olympiapark in München. Das Konzept sieht ein Plusenergieprojekt vor, bei dem durch gesteigerte Energieeffizienz der Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom so weit reduziert wird, dass dieser im Saldo vollständig durch (eigene) Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien gedeckt wird. Ein zusätzlicher Überschuss an selbsterzeugter Energie wird ins Netz eingespeist. Basis dieses Konzept bildet der Passivhaus-Standard. Der Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser wird durch einen Fernwärme-Anschluss, der gesamte Strombedarf durch eine PV-Anlage mit 60 kwp Leistung gedeckt. Das NEST-Bauträgerkonzept zeichnet sich des Weiteren aus durch die intensive Einbindung der Käufer in die Grundriss Planung ihrer Wohnungen und die Entwicklung des Energiekonzepts. 2 Ansichtsfotos Die Südseite ist auf dem Deckblatt abgebildet. Aufnahme von Nordosten mit umlaufenden Balkonen und zwei Hauseingänge auf die Straßenseite. 2

Aufnahme von Südwesten; der Garten im EG und die Balkone sind gut erkennbar, außerdem die Balkone bringen ausreichende Verschattung für die Sommerzeiten Die Innenaufnahme vom Esszimmer in Richtung Küche zeigt einen offenen Grundriss, der durch die großzügige Südverglasung direkt in die Balkone überzugehen scheint. 3

3 Schnittzeichnung Querschnitt. Gut erkennbar ist die ringsum geschlossene thermische Hülle mit jeweils guter Wärmedämmung. Die thermische Abtrennung des Balkons durch selbstragende Stahlkonstruktion wird deutlich. Das Untergeschoss und die zwei Treppenhäuser sind thermisch abgetrennt und nicht beheizbar. Das Pultdach nach Süden mit 10 Neigung ausgerichtet entspricht eine optimale Grundlage für die PV-Anlage (ca. 60 kwp). Im Dachgeschoss entsteht durch das Pultdach ein großzügiger öffnender Raum, der dank zusätzlicher Oberlichter sehr hell wird. Langsschnitt. Die tragende Giebel- und Trennwände sowie Stützen gewährleisten die flexiblen Grundrisse. In Osten steht der thermisch getrennten Einfahrt der Tiefgarage. 4

4 Grundrisse Grundrisse. Die Erschließung erfolgt durch zwei Treppenhäuser aus Norden. Die Treppenhäuser inkl. Aufzüge sind außerhalb der thermischen Hülle. Jedes Geschoss ist in vier barrierefrei erreichbare Wohnungen geteilt und jede Wohnung wird über eine eigene Lüftungsanlage Be- und Entlüftet. Aufgrund der flexibel tragenden Struktur und der intensiven Einbindung der Käufer in die Grundriss Planung ihrer Wohnung wurden 16 individuelle Wohnungen geschafft. Schlaf- und Wohnzimmer sind eher nach Süden mit großzügigen Fenstertüren ausgerichtet. Bäder und Küche wurden auf die Nordseite und mit genügend Brüstungsfenster und Türe, je nach Nutzung und Zimmergroße, hergerichtet. 5

5 Konstruktionsdetails der Passivhaus -Hülle und - Technik 5.1 Konstruktion der Bodenplatte bzw. Kellerdecke mit Anschlusspunkten zu Außen- und Innenwänden Vermeidung von Wärmebrücken und Kellerdeckenaufbau. Um die konstruktiv bedingte Wärmebrücke von den Kellerinnenwänden zu vermeiden, wird die Dämmung auf der Kellerdecke gebracht. Nur die Durchdringung durch die Holzstutzen und Holztrennwände verursacht eine kleine Wärmebrücke, die durch die Holzstruktur sich in Rahmen hält. Aufbau der Kellerdecke: Kellerdecke Doppelstegträgerkonstruktion voll gedämmt(032) mit OSB-Platte auf Stahlbeton-Decke über Keller und Tiefgarage U-Wert 0,134 W/(m²K) 6

5.2 Konstruktion der Außenwände Der Aufbau der Außenwand in Holzrahmenbauweise. Die KVH-Riegeln von 18 cm dicke wurden mit Steinwolle (WLG 035) vollgedämmt und beidseitig mit OSB beplankt (Innere OSB-Beplankung dient als luftdichte Ebene). Innenseitig wurden Gipskartonplatten auf eine 8 cm vollgedämmte Installationsebene montiert. Außen ist eine hinterlüftete hochwertige Tafelfassade aufgebracht. Links: Detail und Aufbau der nichtragende Wand. Rechts: Die Innere OSB dient als luftdichte Ebene sowohl für die Außenwände als auch für das Dach. Außenwand Holzrahmenbauwände: Holzkonstruktion voll gedämmt (035) mit OSB-Platte (bzw. die tragende Wände auch mit Gipsfaserplatte) und gedämmter Installationsebene innen. Außen hinterlüftete Steinwolletafel U-Wert 0,143 W/(m²K) 5.3 Konstruktion des Daches Der Dachaufbau.. Das Dach wurde auch als Holzfertigteil auf der Baustelle und auf die Unterzüge montiert. Die Holzbalken von insgesamt 34 cm dicke wurden mit Steinwolle (WLG 035) vollgedämmt 7

und beidseitig mit OSB beplankt (Innere OSB-Beplankung dient als luftdichte Ebene). Zum Raum hin folgt eine Installationsebene von 5 cm, inkl. Mineralwolle WLG 032 und einlagig Gipskartonplatte. Die die hinterlüftete Blech-Dachabdeckung dienst als ideale Befestigung für die PV-Anlage. Dach Sparrendach voll gedämmt (035) mit OSB-Platte und gedämmter Installationsebene innen. Außen hinterlüftetes Blech zur Befestigung der PV- Anlage. 0,106 W/(m²K) 5.4 Fensterschnitte inkl. Einbauzeichnung Vollholzfenster mit 3-facher Wärmeschutzverglasung (oben Mitte): Dies Vollholzfensterrahmen (Naturline 92 von der Fa. Gaulhofer) wurde nicht nur auf energiesparende Gründe ausgewählt sonder auch auf ökologische Gründe. Der Vollholzrahmen ohne extra Dämmung entspricht eine niedrige Grauenergie bei Herstellung und eine einfache Trennung bei dem Recycling nach seiner Nutzungsdauer. Ein U f -Wert von 0,9 W/(m²K), ein U g -Wert von 0,6 W/(m²K) und ein großzügiges Format des Fensters gewährleisten einem gesamten U-Wert (inkl. Einbau) von ca. 0,8 W/(m²K). Der Einbaudetail (Foto oben links) wurde mit Hilfe Wärmetechnische-Berechnung optimiert um die Wärmebrücke zu minimieren. Das Foto unten illustriert wie die Fenster auf die Südseite als passiv solaren Kollektoren funktionieren. Im Sommer wird die Sonnenstrahlung durch die Balkone blokiert. Fenster Dreifach-Wärmeschutzglas mit 90% Argon. Vollholzfensterrahmen mit Alu-Profile Außen. U-Wert: 0,8 W/(m²K) g-wert: 0,6 8

6 Beschreibung der luftdichten Hülle; Dokumentation des Drucktestergebnisses Für das Passivhaus ist eine sehr dichte Gebäudehülle erforderlich. Der Grenzwert für Passivhau liegt bei 0,6 h -1 für den 50 Pa-Drucktestluftwechsel gesetzt. Der Mittlerewert für das gesamte Gebäude entspricht 0,4 h -1. Es wurde in jeder Wohnung die Messung zweimal durchgeführt. Die erste Messung fand nach Fertigstellung der Gebäudehülle und die Zweite kurz vor Einzugstermin statt. Folgendes Schema stellt die Ergebnisse pro Wohnung bzw. pro Messung dar: Beschreibung der luftdichten Hülle: Dach und Außenwand: Die luftdichte Ebene wird grundsätzlich durch OSB-Platte ausgeführt (s. Fotos Kap. 5). Alle Anschlüsse wurden fachlich abgeklebt und bei dem ersten Drucktest geprüft. Die OSB-Platte wird durch eine Installationsebene bedeckt und so von normaler Nutzernutzung (z.b. bei Nageln oder Bohren) geschützt. Zwischengeschossdecke: Für eine wohnungsweise Messung müssen die Zwischengeschossdecken und Wohnungstrennwände auch luftdicht sein. Für die Zwischengeschossdecken wurde eine PE-Folie unter die Balken aufgebracht und die Fugen der oberen OSB-Platten luftdicht abgeklebt (s. Foto). 9

Wohnungstrennwand: Für die Luftdichtung im Bereich der Wohnungstrennwände wurden die Gipsfaserplaten, aus Brandschutz Gründe notwendig, ausgenutzt. Die Fugen wurden verputzt und die Anschlusse an Wänden und Decken abgeklebt. Fenster: Die Fensterrahen aus Holz sind luftdicht. Die Verglasungen sind mit einer umlaufenden Silikondichtung eingedichtet. Das Fenster sitzt vierseitig auf eine KVH- Konstruktion und wurde durch Kompribänder luftdicht montiert. Kellerdecke: Die Ortbetondecke ist in sich dicht. Durchbrüche wurden luftdicht und nach Brandschutz Angaben verfüllt. 7 Lüftungsplanung Um die Lüftungsverluste stark zu reduzieren, wurde eine balancierte Zu/Abluft- Anlage mit einem hocheffizienten Gegenstrom-Luft-Luft-Wärmetauscher (focus 200 von der Fa. Paul) eingesetzt. Im Betrieb ist eine effektive Wärmebereiststellungsgrad (inklusive Leitungsverluste) dieses Gerätes von über 87% gewährleistet. Laut Hersteller ist die Elektroeffizienz des Lüftungsgeräts 0,31 Wh/m³. Zulufträume sind alle Hauptaufenthaltsräume Arbeitszimmer, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Esszimmer und Wohnzimmer. Ablufträume sind Bäder, WCs und die Küche. Die Überströmung erfolgt im Flur durch Türspalte in allen Innentüren. Die Lüftungsverteilung erfolgt durch Wickelfalzrohre in den abgehängten Decken des Flurs und ausnahmsweise in den Bädern. 10

Eine Wohnung war für die erweiterte Kaskadenlüftung geeignet und deswegen konnte die Anlage optimisiert werden (s. unten) 8 Wärmeversorgung Die Warmwasserbereitung und die Raumheizung erfolgt über eine Fernwärme Anschluss des Stadtwerks München. Die Fernwärme betragt eine sehr niedrige Primärenergiefaktor (0,11). Über einen zentralen Wasserspeicher im Keller wird das Heizwasser zu alle Wohnungen verteilt. Jede Wohnung hat eine Frischwasserstation (s. Foto von der Fa. Kamo) und so wird das Warmwasser hygienisch einwandfrei aufbereitet. Die Raumheizung erfolgt über Flachheizkörper und Badheizkörper. 11

9 PHPP-Berechnungen Zum Zeitpunkt des Baus wurde die Version 6.1 des Passivhaus Projektierungspakets (PHPP). Passivhaus Nachweis Objekt: Ackermannbogen 2 Standort und Klima: München München Straße: Lissi-Kaeser Straße 20,22 PLZ/Ort: 80797 München Land: Bayern Objekt-Typ: Geschosswohnungsbau Bauherr(en): NEST Solar Passivhaus GmbH & Co. KG Straße: Ottobrunner Straße 37 PLZ/Ort: 82008 Unterhaching Architekt: NEST ARCHITEKTEN GbR Straße: Ottobrunner Straße 37 PLZ/Ort: 82008 Unterhaching Haustechnik: Straße: PLZ/Ort: EURA-Ingenieure Schmid Schwarzenbacher Str.28 81549 München Baujahr: 2013 Innentemperatur: 20,0 C Zahl WE: 16 Interne Wärmequellen: 2,1 W/m 2 Umbautes Volumen V e: 6041,0 m 3 mittlere Geschosshöhe: 3,2 m Personenzahl: 46,1 Gebäudekennwerte mit Bezug auf Energiebezugsfläche Zertifizierung Energiebezugsfläche: 1612,5 m ² Verwendet: Monatsverfahren Zertifizierungsanforderungen Erfüllt? Energiekennwert Heizwärme: 15 kwh/(m 2 a) 15 kwh/(m²a) ja Heizlast: 11 W/m 2 10 W/m² n.a. Drucktest-Ergebnis: 0,4 h -1 0,6 h -1 ja Primärenergie-Kennwert (WW, Heizung, Kühlung, Hilfs- u. Haushalts-Strom): 45 kwh/(m 2 a) 120 kwh/(m²a) ja Primärenergie-Kennwert (WW, Heizung und Hilfsstrom): Primärenergie-Kennwert Einsparung durch solar erzeugten Strom: 13 kwh/(m 2 a) 71 kwh/(m 2 a) Übertemperaturhäufigkeit: 1 % über 25 C Energiekennwert Nutzkälte: kwh/(m 2 a) 15 kwh/(m²a) n.a. Energiekennwert Entfeuchtung: kwh/(m 2 a) Kühllast: 7 W/m 2 Passivhaus Zertifizierungsanforderungen erfüllt? ja PHPP-Dokument des Endhauses. Die beteiligten Planer sind hier ebenfalls angegeben. Für das gesamte Haus ergibt sich ein Heizwärmebedarf von 15 kwh/(m²a). 12

Die mit PHPP berechnete Heizwärmebilanz. Bei den Verlusten tragen die Fenster fast die Hälfte bei, die Außenwände etwa ein Fünftel. Fast die Hälfte der Verluste wird wieder durch Solargewinne der Fenster gedeckt (rechts). Innere Wärmequellen tragen etwa ein Viertel bei, die Heizung nur das verbleibende Viertel von etwas mehr als 15 kwh/(m²a). 10 Baukosten Die Wohnanlage am Ackermannbogen wurde 2013 gebaut. In die letzten Jahre sind die Baukosten allgemein und besonders in München schnell gestiegen. Jedoch bleiben die Baukosten bei diesen Passivhaus-Projekt auf einem angemessenen Niveau. Die reinen Baukosten (Kostengruppen 300 bis 400) 2.100 /m² Wohnfläche Die baulichen Mehrinvestitionen für die Energieeffizienz lagen nach Schätzung bei etwa 8% der Baukosten. Die Mehrinvestition wird in den folgenden Jahren durch 13