Risikomanagementplan Gewässersystem Kinzig Strategische Umweltprüfung (SUP) Informationsveranstaltung, 12. März 2013 Main-Kinzig-Forum, Gelnhausen Dr.-Ing. K. Lippert, Dipl.-Geogr. T. Hens, Dipl.-Geogr. M. Kipper
Gliederung Rechtliche Grundlagen / Definition Abgrenzung SUP UVS / Umweltbericht Grundlage und methodische Vorgehensweise zur Durchführung der SUP Untersuchungsgebiet Ausgewählte Schutzgüter
Rechtliche Grundlagen/Definition Rechtliche Grundlagen UVPG (Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung) - Teil 3 Strategische Umweltprüfung ( 14a - 14n), Anlage 3 Liste SUP-pflichtiger Pläne und Programme > Risikomanagementpläne nach 75 des WHG und die Aktualisierung der vergleichbaren Pläne nach 75 Abs. 6 des WHG (Hochwasserschutz) Definition Ein durch die EG-Richtlinie (2001/42/EG) vorgesehenes systematisches Prüfverfahren, mit dem Umweltauswirkungen bereits bei strategischen Planungen (vorbereitende Planungsebene) und dem Entwurf von Programmen untersucht werden. Die strategische Umweltprüfung (SUP) enthält wie eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen des Vorhabens auf die Schutzgüter Menschen, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, Klima, Luft und Landschaft, Kultur- und sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkungen zwischen diesen Schutzgütern.
Abgrenzung SUP - UVS SUP Die Strategische Umweltprüfung (SUP) ergänzt die Umweltverträglichkeitsprüfung. Der Unterschied: Die SUP setzt früher an als die UVP. Während die UVP erst bei der Zulassung umwelterheblicher Vorhaben zum Einsatz kommt, wird die SUP bereits auf der Planungsebene durchgeführt, weil wichtige umweltbedeutsame Weichenstellungen oft bereits im Rahmen vorlaufender Pläne und Programme getroffen werden > Plan-Umweltprüfung Prüfung der Umweltauswirkungen auf der Ebene der Pläne und Programme strategisch vorausschauend Die Auswirkungen, die auf Planebene geprüft wurden, sind nicht mehr in der UVP zu prüfen (sog. Abschichtung). UVP Setzt erst auf Projektzulassungsebene (= Ebene der behördlichen Genehmigung des Einzelvorhabens) an.
Scoping / Umweltbericht Zielsetzung des heutigen Scoping-Termins (nach 14 f Abs. 4 UVPG): Abgrenzung des Prüfumfangs, Festlegung des Detaillierungsgrads und Ermittlung von Randbedingungen der in den Umweltbericht aufzunehmenden Angaben Zentrales Element der Strategischen Umweltprüfung ist der Umweltbericht. Im Umweltbericht werden nach 14g des UVPG die bei Umsetzung des Risikomanagementplans voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen auf die in 2 Abs. 1 Satz 2 UVPG genannten Schutzgüter sowie vernünftige Alternativen entsprechend den Vorgaben des 14g UVPG ermittelt, beschrieben und bewertet.
Grundlagen und methodische Vorgehensweise zur Durchführung der SUP Grundlagen / Vorlagen SUP zu Risikomanagementplänen: Muster-Umweltbericht zum HWRMP Fulda (aufgestellt durch Büro Jestaedt + Partner, Mainz - 08/2010) Der Umweltbericht zum HWRMP Fulda ist methodisch so angelegt worden, dass er für die weiteren in Hessen durchzuführenden Strategischen Umweltprüfungen zu Risikomanagementplänen und somit auch für das Kinzig-Projekt als Orientierungshilfe und Muster-Umweltbericht verwendet werden kann. Dabei wird der Ansatz einer worst case-betrachtung verfolgt, die eine Einschätzung der Umweltauswirkungen aller im Katalog systematisierten Maßnahmen erlaubt, ohne dass eine genauere Verortung und detaillierte Einzelfallbetrachtung der vorgeschlagenen Maßnahmen notwendig sind.
Grundlagen und methodische Vorgehensweise zur Durchführung der SUP Inhaltliche Gliederung des Umweltberichtes zum HWRMP Fulda
Grundlagen und methodische Vorgehensweise zur Durchführung der SUP Grundlage der Auswirkungsprognose sind die Maßnahmengruppen des hessenweit gültigen Maßnahmenkatalogs Maßnahmen zur Flächenvorsorge / Handlungsbereich Flächenvorsorge Maßnahmen zur natürlichen Wasserrückhaltung / Handlungsbereich natürlicher Wasserrückhalt Maßnahmen zum technischen Hochwasserschutz / Handlungsbereich technischer HW-Schutz Maßnahmen zur Hochwasservorsorge / Handlungsbereich Hochwasservorsorge Die Maßnahmen werden hierbei in ihrer grundsätzlichen Wirkung unter weitest gehender Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse und zusammenfassend für die jeweilige Maßnahmengruppe in sog. Umweltsteckbriefen beschrieben und bewertet In tabellarischer Form werden die Auswirkungen der Maßnahmen auf die definierten Umweltziele für die Schutzgüter gemäß 2 UVPG entsprechend der einer definierten Klassierung ermittelt, beschrieben und bewertet.
Grundlagen und methodische Vorgehensweise zur Durchführung der SUP Tabelle 7.4: Umweltauswirkungen der Maßnahmengruppe Angepasste Flächennutzung (aus: Umweltbericht zum HWRMP Mümling) Umweltziele Erläuterung der Umweltauswirkungen Mögliche Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich negativer Umweltauswirkungen Bewertung Menschen positive Wirkung + Menschliche Gesundheit / positive Wirkung durch Vermeidung von Hochwassergefährdungen und + Erholung Verringerung des Schadenspotenzials Tiere, Pflanzen, positive Wirkung + biologische Vielfalt Schutz Tiere, Pflanzen, Lebensräume, Lebensstätten positive Wirkung auf Gewässerbiozönose durch Verringerung der Sediment- und Phosphoreinträge in die Gewässer Biologische Vielfalt sehr positive Wirkung durch Aufwertung von Lebensräumen in Gewässern ++ Biotopverbund positive Wirkung durch Verbesserung des Biotopverbunds bei Aufwertung von + Lebensräumen in Gewässern Boden positive Wirkung + Bodenstruktur keine erhebliche Wirkung (Erosion, Verdichtung) 0 Senkung keine erhebliche Wirkung Schadstoffbelastung 0 Sparsamer Umgang mit Boden Erhalt und Sicherung der Bodenfunktionen keine erhebliche Wirkung positive Wirkung: Erhalt und Verbesserung der Bodenfunktionen als Ausgleichskörper im Wasserkreislauf wird gefördert Wasser sehr positive Wirkung ++ Guter ökologischer sehr positive Wirkung durch Verringerung Zustand der Phosphor- und Partikeleinträge in die Oberflächengewäss Gewässer ++ er + 0 +
Grundlagen und methodische Vorgehensweise zur Durchführung der SUP Umweltsteckbrief der weitergehenden Maßnahmen (aus: Umweltbericht zu HWRMP Mümling) Beim RMP Kinzig zusätzlich überschlägige Bewertung bereits konkretisierter und grob verorteter Maßnahmen Beschreibung Gemeinde Kurzcharakteristik Standort 321 Technischer Hochwasserschutz Bau eines Schutzbauwerkes (Deich, Damm oder Hochwasserschutzmauer) 35 HWS Pirelli / Metzeler Die Firma Pirelli Deutschland GmbH verfügt über eine Hochwasserschutzwand, die das Werksgelände im oberstromigen Bereich (km 14,6-15,5) bis HQ Extrem vor Hochwasser der Mümling schützt. Der unterstromige Abschnitt im Bereich der Firma Metzeler kann von HQ Extrem betroffen werden. Aufgrund des hohen potenziellen Schadenspotenzials wird die Fortführung der Spundwand bis km 14,0 mit Anschluss an die Brückenrampe empfohlen. Breuberg Freiflächen im Industriegebiet, Mümling mit Ufergehölzen Schutzgebiete: keine Umweltauswirkungen Bewertung Begründung Mensch + Sicherung eines bedeutenden Wirtschaftsbetriebes Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt - keine Schutzgebiete betroffen, Inanspruchnahme von Freiflächen mit geringer ökologischer Bedeutung, ggf. punktueller Eingriff in Gehölze (geringe negative Wirkung) Boden - geringe Flächeninanspruchnahme bereits veränderter Böden Wasser ++ verbesserter Hochwasserschutz, keine Wirkung auf ökologischen und chemischen Gewässerzustand Klima 0 keine Wirkung auf Kaltluftabfluss, da Bauwerk parallel zu Gewässer Landschaft 0 keine erhebliche Veränderung Kulturgüter 0 keine Wirkung sonstige Sachgüter ++ Sicherung eines bedeutenden Wirtschaftsbetriebes Gesamtbewertung + Maßnahme mit geringem Eingriff und deutlicher Verbesserung des Hochwasserschutzes weitere Umweltprüfung erforderlich? UVP- Vorprüfung Allgemeine Vorprüfung des Einzelfalles gem. Nr. 13.13 Anlage 1 UVPG (Deich / Damm) bzw. Nr. 13.18.1 Anlage 1 UVPG (Hochwasserschutzmauer)
Grundlagen und methodische Vorgehensweise zur Durchführung der SUP
Untersuchungsgebiet (mit FFH-Gebieten)
Schutzgut Tiere und Pflanzen FFH- und Naturschutzgebiete im Einzugsgebiet der Kinzig Bad Orb 435001 FFH 5722-305 Klingbach, Orb und Haselbachtal bei Bad Orb Bad Orb 435001 NSG 1435035 Autal bei Bad Orb Bad Soden- Salmünster 435002 FFH 5722-305 Klingbach, Orb und Haselbachtal bei Bad Orb Bad Soden- Salmünster 435002 NSG 1435042 Zelleraue bei Salmünster Bad Soden- Salmünster 435002 NSG 1435074 Feuchtwiesen bei Ahl Biebergemünd 435003 FFH 5721-305 Kinzig zwischen Langenselbold und Wächtersbach Biebergemünd 435003 FFH 5722-305 Klingbach, Orb und Haselbachtal bei Bad Orb Biebergemünd 435003 FFH 5821-301 Talauensyst. der Bieber u. der Kinzig bei Biebergemünd Birstein 435004 FFH 5621-301 Gewässersystem der Bracht Brachttal 435005 FFH 5621-301 Gewässersystem der Bracht Brachttal 435005 FFH 5621-303 Reichenbach und Riedbach bei Birstein Brachttal 435005 NSG 1435063 Sterzwiese von Hesseldorf Bruchköbel 435006 NSG 1435027 Krebsbachaue von Oberissigheim Erlensee 435007 FFH 5819-308 Erlensee bei Erlensee und Bulau bei Hanau Erlensee 435007 FFH 5820-301 Kinzigaue von Langenselbold Erlensee 435007 FFH 5820-302 Weideswiesen-Oberwald bei Erlensee Erlensee 435007 NSG 1435056 Erlensee bei Erlensee Erlensee 435007 NSG 1435058 Weideswiesen-Oberwald bei Erlensee Gelnhausen 435010 FFH 5721-305 Kinzig zwischen Langenselbold und Wächtersbach Gelnhausen 435010 FFH 5821-301 Talauensyst. der Bieber u. der Kinzig bei Biebergemünd Gelnhausen 435010 NSG 1435085 Kinzigaue bei Gelnhausen Gründau 435012 FFH 5721-305 Kinzig zwischen Langenselbold und Wächtersbach Gründau 435012 NSG 1435044 Gründauaue bei Niedergründau Hammersbach 435013 NSG 1435017 Erlewiesen - Hattenberg bei Marköbel Hanau 435014 FFH 5819-306 Hirzwald bei Mittelbuchen Hanau 435014 FFH 5819-308 Erlensee bei Erlensee und Bulau bei Hanau Hanau 435014 NSG 1435056 Erlensee bei Erlensee Hasselroth 435015 FFH 5721-305 Kinzig zwischen Langenselbold und Wächtersbach Hasselroth 435015 NSG 1435003 Hässeler Weiher von Neuenhaßlau Kefenrod 440013 FFH 5621-301 Gewässersystem der Bracht Langenselbold 435017 FFH 5721-305 Kinzig zwischen Langenselbold und Wächtersbach Langenselbold 435017 FFH 5820-301 Kinzigaue von Langenselbold Langenselbold 435017 FFH 5820-302 Weideswiesen-Oberwald bei Erlensee Langenselbold 435017 NSG 1435019 Kinzigaue von Langenselbold Langenselbold 435017 NSG 1435044 Gründauaue bei Niedergründau Langenselbold 435017 NSG 1435058 Weideswiesen-Oberwald bei Erlensee Linsengericht 435018 FFH 5721-305 Kinzig zwischen Langenselbold und Wächtersbach Linsengericht 435018 NSG 1435085 Kinzigaue bei Gelnhausen Rodenbach 435023 FFH 5820-301 Kinzigaue von Langenselbold Rodenbach 435023 FFH 5820-302 Weideswiesen-Oberwald bei Erlensee Rodenbach 435023 NSG 1435010 Röhrig von Rodenbach Rodenbach 435023 NSG 1435019 Kinzigaue von Langenselbold Rodenbach 435023 NSG 1435058 Weideswiesen-Oberwald bei Erlensee Schlüchtern 435025 FFH 5623-317 Kinzigsystem oberhalb von Steinau an der Straße Sinntal 435027 FFH 5623-317 Kinzigsystem oberhalb von Steinau an der Straße Steinau an der Straße 435028 FFH 5623-317 Kinzigsystem oberhalb von Steinau an der Straße Steinau an der Straße 435028 NSG 1435073 Strutwiesen bei Steinau Wächtersbach 435029 FFH 5721-305 Kinzig zwischen Langenselbold und Wächtersbach Wächtersbach 435029 FFH 5722-305 Klingbach, Orb und Haselbachtal bei Bad Orb Wächtersbach 435029 NSG 1435042 Zelleraue bei Salmünster Wächtersbach 435029 NSG 1435043 Feuchtwiesen bei Aufenau Wächtersbach 435029 NSG 1435059 Lange Wiese bei Weilers Wächtersbach 435029 NSG 1435061 Alte Weide bei Neudorf Wächtersbach 435029 NSG 1435063 Sterzwiese von Hesseldorf
Schutzgut Tiere und Pflanzen VSG 5722-401 «Spessart bei Bad Orb»
Schutzgut Wasser Bewirtschaftungsplan / Maßnahmenprogramm nach WRRL
Schutzgut Wasser Gewässerstrukturgüte kartierung 2012/2013
Risikomanagementplan Gewässersystem Kinzig Strategische Umweltprüfung (SUP) Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.