Informationsblatt Verbraucherpreisindex

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Transkript:

Informationsblatt Verbraucherpreisindex Der Verbraucherpreisindex für Deutschland misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Dieser Index liefert ein Gesamtbild der Preisentwicklung, bei dem versucht wird, alle Haushaltstypen (Single-Haushalte oder Großfamilien), alle Regionen und sämtliche nachgefragten Waren (z. B. Miete, Bekleidung) und Dienstleistungen (z. B. Friseur, Reparaturen) einzubeziehen. Der Verbraucherpreisindex ist der zentrale Indikator zur Beurteilung der Geldwertentwicklung in Deutschland. Foto: fotolia/peppi18 Inflationsrate um 2,2% gestiegen Für die Messung des Verbraucherpreisindexes sind zwei Begriffe bedeutend: 1. Warenkorb: Bei der Berechnung des Verbraucherpreisindizes geht man von einem "Warenkorb" aus, welcher sämtliche Waren und Dienstleistungen (insgesamt ca. 750) enthält, die für die Konsumwelt in Deutschland relevant sind. Er wird regelmäßig aktualisiert, damit immer diejenigen Güter in die Preisbeobachtung eingehen, welche von den Konsumenten zurzeit häufig gekauft werden. Allerdings erfolgt die Aktualisierung nicht immer zeitnah, so dass eine ganze Zeit lang z.b. noch tragbare CD-Player im Warenkorb enthalten waren, während MP3- Player nicht berücksichtigt werden.

Weitere Beispiele: Neuerdings werden im Warenkorb Espresso-Maschinen berücksichtigt, Schallplatten hingegen nicht mehr. Qualitative bzw. technische Veränderungen können nicht immer berücksichtigt werden. Die Datenbasis wird durch monatlich durchgeführte Erhebungen erstellt: Jeweils zur Monatsmitte führen im Auftrag der Statistischen Landesämter etwa 560 und im Auftrag des Statistischen Bundesamtes weitere 15 Mitarbeiter Preiserhebungen zu den im Warenkorb enthaltenen Gütern und Dienstleistungen durch. Die Preise werden in rund 40.000 so genannten Berichtsstellen erfragt (z. B. Einzelhandelsgeschäfte, Dienstleistungsbüros usw.), die in 190 Gemeinden über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Insgesamt setzt sich die Datenbasis aus etwa 350.000 Einzelpreisen pro Monat zusammen. 2. Wägungsschema: Viel wichtiger als die Auswahl der einzelnen Waren ist die Bestimmung des Gewichts, mit dem diese Güter und Dienstleistungen in den Gesamtindex eingehen. Das Wägungsschema zeigt auf, welche prozentualen Anteile bestimmte Güter und Dienstleistungen an den Gesamtausgaben der privaten Haushalte haben. Die ca. 750 Produkte werden also zu Gütergruppen (siehe Abbildung) zusammengefasst. Anschließend errechnet man in diesen Gütergruppen die Preisveränderung und berücksichtigt sie entsprechend des Wägungsschemas. Das Wägungsschema wird alle fünf Jahre den veränderten Verbrauchsgewohnheiten der Haushalte angepasst. Es werden beispielsweise mit immer stärkerer Gewichtung Tiefkühlkost und Pizzabringdienste erfasst.

Arbeitsaufträge: Einzelarbeit 1. Lesen Sie das Informationsblatt. 2. Notieren Sie sich jeweils mit einem Satz auf dem Arbeitsblatt, was unter Verbraucherpreisindex, Warenkorb und Wägungsschema verstanden wird. 3. Diskutieren Sie in Ihrer Gruppe über die Ergebnisse.

Strukturblatt Verbraucherpreisindex Verbraucherpreisindex Warenkorb Wägungsschema Zusatzfragen Diese sind in der Gruppe zu diskutieren und zu beantworten! 1. Durch welche Produkte/Dienstleistungen könnte sich der heutige Warenkorb vom Warenkorb 1990 unterscheiden? 2. Das Wägungsschema des Verbraucherpreisindex ist repräsentativ für die durchschnittliche Bevölkerung. Wie würde die Gewichtung in einem Single-Haushalt und in einer Großfamilie abweichen?

Mögliche Schülerlösungen Schüler-Plakate Ihre Warenkörbe

Mögliche Schüler-Lösung Beobachtungsauftrag: Wie aussagekräftig sind Ihre Warenkörbe? Bemerkung: 1. Repräsentativ sollte durch aussagekräftig ersetzt werden. 2. Rechtschreibfehler wurden erst nach der Besprechung im Plenum korrigiert, um den inhaltlichen Lernprozess nicht zu unterbrechen.