Wiederholung, Vertiefung & Anwendung Kapitel 6 des Kursskripts Folienseiten Kapitel VI/16 VI/22 Kollektive (öffentliche)( GüterG
Wiederholung Durch welche Eigenschaften sind öffentliche Güter charakterisiert? Warum herrscht bei öffentlichen Gütern Marktversagen? Ist die am Markt realisierte Menge eines öffentlichen Gutes ineffizient hoch oder niedrig? Was sind - reine öffentliche Güter? - unreine öffentliche Güter? - private Güter?
Nicht-Ausschliessbarkeit vom Konsum ermöglicht Schwarzfahren: es wird keine (eine zu geringe) Zahlungsbereitschaft bekannt gegeben --> Kosten der Produktion können nicht gedeckt werden Das Marktergebnis ist ineffizient gering. Nicht-Rivalität des Konsums bedeutet, dass ein Gut (oder eine Dienstleistung) gleich gut (=ohne zusätzliche Kosten) von einer weiteren Person konsumiert werden kann --> die Grenzkosten sind null
Aufgabe: Erfüllen die folgenden Güter die Eigenschaften der Nicht- Ausschliessbarkeit und der Nicht-Rivalität? Leuchtturm Feuerwerk Stadtpark Universität Nationale Verteidigung
Aufgrund der beiden Eigenschaften von öffentlichen Gütern: Individuen haben Anreiz zum Schwarzfahrenverhalten. WARUM? Konsequenz des Schwarzfahrerverhaltens: Marktversagen, da zu geringe (keine) privatwirtschaftliche Bereitstellung von öffentlichen Gütern. WARUM? Grundidee: Obwohl der Konsum von öff. Gut den Individuen etwas wert ist, sind sie nicht bereit, dafür zu bezahlen. Staat soll die effiziente Bereitstellung von öffentlichen Gütern übernehmen. Dann: Finanzierung durch Steuern (= Zwangsabgaben, Unterbindung des Schwarzfahrerverhaltens) Beachte: Daher sind viele öffentliche Güter auch öffentlich bereitgestellte Güter!!!
B. Exkurs und Wiederholung Effiziente Bereitstellung von kollektiven GüternG Unterscheidung von zwei Fällen: Fall (i) Entscheidung, ob ein öff. Gut bereitgestellt werden soll oder nicht, z.b. Brunnen auf Stadtplatz, und wenn ja, in welcher Variante. Fall (ii) Entscheidung, in welcher Menge/Anzahl ein öff. Gut bereitgestellt werden soll, z.b. Größe von Nationalpark.
Fall (i): Entscheidung, ob ein öffentliches Gut bereitgestellt werden soll oder nicht. Beispiele: Brunnen auf Stadtplatz, Statue in Stadtpark, Leuchtturm vor Klippe, Lawinenverbau für Gemeinde. Effizienzbedingung: Ein öff. Gut soll bereitgestellt werden, wenn dieses allen Individuen zusammen (WARUM? Stichwort: Nichtrivalität) mindestens so viel wert, wie es kostet. d.h. bei N Individuen: N i= 1 ZB i Ko wobei ZB i = Zahlungsbereitschaft von Individuum i, Ko = Kosten. N Differenz ZBi Ko = Wohlfahrt(sgewinn) durch die i= 1 Bereitstellung des öff. Gutes
Beispiel für Fall (i) Beleuchtung einer Zufahrtsstraße mit fünf Einfamilienhäusern Kosten: Ko = 10.000,-- Euro Zahlungsbereitschaften der fünf Familien i = 1,,5: ZB 1 = 1.000,-- ZB 2 = 2.000,-- ZB 3 = 2.000,-- ZB 4 = 2.500,-- ZB 5 = 3.000,-- Ist es effizient, die Straßenbeleuchtung bereitzustellen? Wie viel Wohlfahrt entsteht durch Bereitstellung? Wird die Beleuchtung privatwirtschaftlich (von einem privaten Unternehmen oder einer Familie) bereitgestellt werden?
Erweiterung von Fall (i): Häufig/Manchmal stehen verschiedene Varianten (z.b. Qualitäten) eines öffentlichen Gutes zur Auswahl. Beispiel: Entscheidung zwischen klassizistischem und modernem Brunnen Effizienzbedingung für Entscheidung zwischen verschiedenen Varianten eines öffentlichen Gutes: Jene Variante soll bereitgestellt werden, die die größte Wohlfahrt generiert.
Fall (ii): Entscheidung, in welcher Menge/Anzahl ein öffentliches Gut bereit gestellt werden soll. Beispiele: Größe eines Nationalparks, Anzahl der Feuerwerkskörper bei Feuerwerk,. Effizienzbedingung: Eine (weitere) Einheit eines öffentlichen Gutes soll bereitgestellt werden, wenn diese Einheit allen Individuen zusammen mindestens so viel wert, wie diese Einheit kostet. (Vgl. Kursskript Kapitel VI/19) Effiziente Menge x* ist dann erreicht, wenn genau alle diese Einheiten bereitgestellt werden, d.h. wenn N MZB (x*) = GK(x*) i i= 1 wobei MZB i = marginale Zahlungsbereitschaft von Individuum i, GK = Grenzkosten, N = Anzahl der Individuen.
Fall (ii) Graphische Illustration der Effizienzüberlegungen für f r N = 2 a MZB i (x): MZB-Kurve von Individuum i = 1,2 GK(x): Grenzkostenkurve MZB agg (x): aggregierte MZB-Kurve p* : Lindahl-Steuerpreis für Ind. i = 1,2 i (Erklärung siehe nächste Folie) p* 1 b p* 2 MZB 1 x Vertikale Addition der individuellen MZB-Kurven zu MZB agg (x) = MZB 1 (x) + MZB 2 (x) a+b MZB 2 x Alle Einheiten, bei denen MZB agg (x) GK(x) sollen bereitgestellt werden. Effiziente Menge x*: MZB agg (x*) = GK(x*) GK Beachte: Bei öffentl. Gütern ist MZB-Kurve nicht inverse Nachfragekurve! WARUM? x* MZB agg x
Anmerkung 1: Finanzierung der öffentlichen Güter durch Steuern & die beiden Gerechtigkeitprinzipien der Besteuerung Finanzierung aus allgemeinen Steuertopf (z.b. Est, Ust) erfolgt gemäß dem Leistungsfähigkeitprinzip: Jedes Individuum trägt zur Bereitstellung des öffentl. Gutes entsprechend seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei. ODER Finanzierung durch die sog. Lindahl-Steuerpreise p* i = MZB i (x*), i = 1, N, wobei jedes Individuum i pro Einheit p* bezahlt. erfolgt gemäß dem Äquivalenzprinzip: Jedes Individuum trägt zur Bereitstellung des öffentl. Gutes entsprechend seiner (marginalen) Wertschätzung für das öff. Gut bei. theoretisches Konzept in der Praxis nicht realisierbar! WARUM? (Antwort siehe nächste Folie) i
Anmerkung 2: Die Zahlungsbereitschaft/Wertschätzung der Individuen für kollektive Güter ist nicht bekannt (ist private Information jedes Individuums)!!! Problem: Für die effiziente Bereitstellung von kollektiven Gütern müsste Staat diese jedoch kennen. PolitikerInnen oder Beamte/innen treffen Entscheidung - auf Basis ihrer Einschätzungen/Bewertungen Folge: Gefahr von Staatsversagen ODER - auf Basis der Ergebnisse einer Kosten-Nutzen- Analyse oder einer Abstimmung über ein öff. Gut