FORUM VERLAG HERKERT GMBH Mandichostraße 18 86504 Merching Telefon: 08233/381-123 E-Mail: service@forum-verlag.com www.forum-verlag.com Risse in Decken und Wänden Autoren/Herausgeber: Karl-Heinz Voggenreiter / Klaus B. Gablenz / Jürgen Gänßmantel Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage, wir freuen uns, dass Sie sich für unsere Produkte interessieren. Im Folgenden finden Sie eine Leseprobe aus unserem Loseblattwerk Risse in Decken und Wänden. Falls Sie noch nähere Informationen wünschen oder gleich über die Homepage bestellen möchten, klicken Sie einfach auf den Button Zur Bestellung oder wenden sich bitte direkt an: FORUM Verlag Herkert GmbH Mandichostr. 18 86504 Merching Telefon: 08233 / 381-123 Telefax: 08233 / 381-222 E-Mail: service@forum-verlag.com Alle Rechte vorbehalten. Ausdruck, datentechnische Vervielfältigung (auch auszugsweise) oder Veränderung bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Verlages.
3/3.3 Rissursachen bei Putzen Die Ursachen für Rissbildungen in Putzen können sehr vielfältig sein. Oft überlagern sich eine oder mehrere Ursachen oder treten bei der Entstehung des Risses gleichzeitig auf. Meistens führen Planungsfehler, Materialfehler und/oder Verarbeitungsfehler zu Schäden. Zur Vermeidung von Rissen in Putzen ist die Kenntnis der Materialeigenschaften der Baustoffe unerlässlich. Es können drei grundlegende Ursachen für Rissbildungen in Putzen unterschieden werden: Konstruktionsbedingte Rissbildungen Putzgrundbedingte Rissbildungen Putzbedingte Rissbildungen Ursachen für Risse in Putzen In diesem Kapitel werden ausschließlich putzgrund- und putzbedingte Risse hinsichtlich ihrer Ursachen beschrieben und erläutert. 3/3.3.1 Putzgrundbedingte Rissbildungen Aus dem unmittelbaren Putzgrund können folgende Ursachen für Rissbildungen in dem darauf aufgebrachten Verputz entstehen: Inhomogener Putzgrund Unebenheiten des Putzgrunds Mangelhafte Vermörtelung des Mauerwerksverbands Volumenänderungen des Putzgrunds Ursachen für putzgrundbedingte Risse
Inhomogener Putzgrund Die Rissentstehung wird verursacht durch Materialwechsel im Untergrund wie z. B. verschiedenartige Baustoffe (Ziegel/Beton, etc.). Unterschiedliche Materialeigenschaften Diese Baustoffe besitzen ein ungleiches Saug-, Quell-, Temperaturdehn- und Schwindverhalten. Die unterschiedlichen Materialeigenschaften des Untergrunds wirken sich in dem darüber liegenden Verputz aus und können zu Rissbildungen führen. Hierbei kann es zu hohen Beanspruchungen in der Putzschale und zu andersartigen Eigenschaften benachbarter Putzflächen kommen. So können z. B. durch ein ungleiches Saugverhalten nebeneinander liegender Putzgründe unterschiedliche Prozesse innerhalb des Putzmörtels ablaufen. Unebenheiten des Putzgrunds Unebenheiten im Putzgrund bewirken eine unterschiedliche Putzschichtdicke und plötzliche, lokale Putzdickenänderungen. Diese können zu Rissbildungen (z. B. durch Kerbwirkung an Kanten) in dem darüber liegenden Verputz führen. Solche Ursachen können in einer nicht ausreichenden Vermörtelung der Mauerwerksfugen oder in einem zu breiten Spaltmaß von Dämmplatten liegen. Spaltmaß eines Wärmedämmverbundsystems Abbildung 3/3.3.1 zeigt eine Rissbildung in dem Verputz eines Wärmedämmverbundsystems, in dem das Spaltmaß der mineralischen Dämmplatten ca. 20 mm betrug und in dem die Fugen der Dämmplatten falsch angeordnet wurden (Kreuzfuge im Bereich der Leibungsecke). Trotz der hier im Eckbereich diagonal eingelegten Gewebeverstärkung kam es ausgehend von der Ecke der Fensterleibung zu einer Rissbildung mit einer Rissbreite von 0,4 mm.
Abb. 3/3.3.1: Rissbildung im Bereich einer Leibungsecke durch zu großes Spaltmaß der Dämmplatten, Foto: Voggenreiter Mangelhafte Vermörtelung des Mauerwerksverbands Eine unsachgemäße Vermörtelung der Stoß- und/oder Lagerfugen des Mauerwerksverbands sowie ein mangelhafter Mauermörtel können zu Rissbildungen im Verputz im Bereich der Fugen (z. B. durch Randschwinden der Mörtelfugen) führen. Volumenänderungen des Putzgrunds Bedingt durch thermische oder andere typische Einflüsse kann der Putzgrund Volumenänderungen unterworfen sein. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn durchfeuchtete Dämmplatten eingebaut wurden, der Putzgrund durchfeuchtet ist, oder durch einen unsachgemäßen Einbau im Stoßbereich von Wärmedämmplatten Feuchtigkeit eindringen kann. Thermische oder andere typische Einflüsse
Zusätzliche technische Maßnahmen Diese Rissursachen, welche sich aus dem Putzgrund ergeben, können nur dann ausreichend minimiert werden, wenn vor dem Putzauftrag oder beim Verputzen zusätzliche technische Maßnahmen getroffen werden. Dies können ein geeigneter Spritzbewurf, das Aufbringen von Haftbrücken, die Bewehrung des Unter- oder Oberputzes, das Einspachteln von Gewebelagen, das Anordnen von Putzträgern mit partieller Loslösung vom Putzgrund (Entkoppelung), Bewegungsfugen im Putz, etc. sein. 3/3.3.2 Putzbedingte Rissbildungen Ursachen für putzbedingte Risse Unter putzbedingten Rissen werden Rissbildungen verstanden, welche ihre Ursache in dem verwendeten Baustoff, in der Putzzusammensetzung, in dem Mischungsverhältnis, in der Verarbeitung und den Einflüssen bei der Herstellung haben. Grundsätzlich kann auch hier, wie bei allen anderen mit mineralischen Bindemitteln hergestellten Baustoffen, festgestellt werden, dass dann, wenn die in dem Verputz entstehenden Schwindspannungen die Bruchfestigkeit des Materials übersteigen, mit Rissbildungen zu rechnen ist. Kategorien Putzbedingte Rissbildungen können in folgende Kategorien eingeteilt werden: Schrumpfrisse Schwindrisse
Sackrisse Fettrisse Nachfolgend werden die einzelnen Rissarten, deren Ursachen und die wesentlichen Erscheinungsformen erläutert. Schrumpfrisse Schrumpfrisse entstehen durch das Erhärten des frischen Mörtels (Frischmörtelschwinden) und bilden sich i. d. R. bevorzugt in der dickeren Unterputzschicht. Die Entstehung von Schrumpfrissen beginnt nach dem Aufbringen des Verputzes und mit dem Beginn des Wasserentzugs und der Erhärtung der Putzschicht. Schrumpfrisse zeigen meistens ein netzartiges Rissbild, die Rissbreiten können, abhängig von dem Grad des Wasserentzugs und der Erstschwindbewegungen, bis zu 0,5 mm betragen. Schwindrisse zeigen meistens ein netzartiges Rissbild. Die Rissbreiten sind meistens geringer als bei Schrumpf- Frischmörtelschwinden Diese Rissbildungen können sich im Oberputz fortsetzen, da geringe Bewegungen an den Rissflanken durch Feuchteunterschiede auftreten können. Schwindrisse Im Gegensatz zu Schrumpfrissen entstehen Schwindrisse durch das Schwinden des erhärteten und nicht mehr wassergesättigten Festmörtels. Diese Schwindbewegungen sind geringer als das Erstschwinden (Schrumpfen) des Verputzes. Sie treten i. d. R. in den ersten Wochen nach dem Putzauftrag auf und sind abhängig von der Entwicklung der Festigkeit des Verputzes und der in ihm entstehenden Schwindspannungen. Schwinden des Festmörtels
rissen und bewegen sich zwischen 0,1 und 0,3 mm, abhängig von der Netzweite des Rissbilds. Sackrisse Unter Sackrissen versteht man kurze, überwiegend horizontal verlaufende Risse mit Risslängen zwischen 10 und 20 cm, wobei der horizontale Rissverlauf leicht nach unten durchhängt. Die Rissbreiten von Sackrissen können bis zu 3 mm betragen. Plastischer Mörtel Die Rissentstehung findet im immer noch plastischen Mörtel statt. Vereinzelt sind bei diesem Rissbild Hohllagen im Bereich der unteren Rissflanke möglich. Sackrisse entstehen ebenso wie Schrumpfrisse eher in der dickeren Unterputzschicht und können sich, wenn sie nicht verfüllt werden oder wenn Bewegungen an den Rissflanken stattfinden, im Oberputz fortsetzen. Wird der frisch aufgebrachte Mörtel durch Wasseraufnahme des Putzgrunds nicht schnell genug verfestigt, sackt dieser aufgrund seines Eigengewichts nach unten ab. Begünstigende Faktoren Weitere Faktoren, die diese Rissbildung begünstigen, sind zu dicker Putzauftrag, zu plastische Konsistenz des frischen Mörtels, geringere Saugfähigkeit des Putzgrundes und zu nasser Putzgrund. Fettrisse Geglättete Putze Unter Fettrissen versteht man Rissbildungen an der Oberfläche von Deckputzen mit besonders feiner Struktur, die nur bei besonders geglätteten Putzen auftreten. Grund hierfür ist, dass sich die Feinanteile (Bindemittel) des Putzgefüges an der Oberfläche anreichern und den Porenraum verkleinern.