Elternarbeit und Integration

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Transkript:

Tagung Elternarbeit und Integration Vortrag Elternarbeit und Integration von Mag. Siegfried Kiefer, Institutsleitung VHS OÖ Institut für Interkulturelle Pädagogik, gehalten am 22. September 2012 Integrationsbüro Elternarbeit und Integration Tagung 22. 9. 2012, Wissensturm LINZ Siegfried Kiefer

Überblick Bedeutung einer guten Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und der Bildungsinstitution Elternarbeit im Ausland Best Practice Beispiele Gründe für die Arbeit mit Eltern Eltern sind die ersten und wichtigsten Sozialisationspartner ihrer Kinder Sprachbildung für Kinder und Eltern Österreichisches Bildungssystem Verantwortung übernehmen Eltern bringen ihre Vorstellungen ein Austausch von Informationen zur Förderung von Eltern und ihrer Kinder

Ausweg Elternarbeit? Partnerschaft und interkulturelle Kooperation zwischen Elternhaus und Bildungseinrichtung Kooperationsmöglichkeiten in der Kommune Erziehung zu einem Leben in der Gemeinschaft einer multikulturellen Gesellschaft Sozialstatus der Familie Die Leistung der Schüler/innen in Österreich wird zu einem erheblichen Teil durch den Sozialstatus der Familie bestimmt. Je höher der Sozialstatus und je höher das formale Bildungsniveau der Eltern, desto bessere Leistungen erbringen die Jugendlichen im Schnitt. In anderen Ländern kompensiert das Bildungssystem familiäre Defizite besser (PISA 2009, https://www.bifie.at/node/91)

Elternarbeit ist noch wichtiger in Österreich!! Vergleich Lesen AT -SF

Auszug OECD Studie 2012 Das große Hindernis ist die Schule", sagt Schleicher mit Bezug auf Österreich. Denn dort stelle der soziale Hintergrund sehr wohl einen Faktor für Aufstiegsschwierigkeitenin weiterführende Schulen dar. Gerade in Österreich kämen Migrant/Innen besonders häufig in Schulen in einem sozial benachteiligten Umfeld, sagt Schleicher: In der gesamten OECD gebe es nur acht Länder, in denen dieser Konzentrations-effektnoch stärker ausgeprägt sei. Bildungsmobilität Die Chancen auf einen Bildungsaufstieg sind in Österreich nur gering. Nur 26 Prozent aller 25- bis 34-jährigen Nichtstudierender erreicht einen höheren Bildungsstand als ihre Eltern - damit liegt Österreich in der OECD (Schnitt 37 Prozent) an siebent letzter Stelle. Den gleichen Bildungsstand wie die Eltern schaffen in Österreich übrigens 59 Prozent (OECD: 50 Prozent), abwärts geht es für 14 Prozent (OECD: 13 Prozent)

Ausgaben pro Schüler/In von der Primarstufe bis zum tertiären Bereich Ca. 6500 Euro pro Schüler/In im Schulbereich Für das Schulwesen werden jährlich etwa 8 Milliarden Euro ausgegeben (10% der gesamten Staatsausgaben, etwas über 5 % des BIP) Zusammenarbeit von Kommunen, Eltern und Schulen in Kanada Toronto District School Board Vielfältige Elternbildungsmaßnahmen, außerschulische Beratungseinrichtungen, Vermittlungs- und Verbindungsstellen Bereiche für students, parents, community und staff sowie eine umfangreiche und übersichtliche Sparte Parentand Community Involvement Developing parenting skills, Involving the wider community, Maintaining effective two-way communication with your school, Volunteering at school u. v. m. Elternzentren in Kanada, Settlement workers in Ontario

Formen der Zusammenarbeit in Finnland Bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrundwird die gezielte Kooperation mit den Eltern angestrebt, um das Selbstverständnis und Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen auf Basis der gestärkten eigenen kulturellen Identität zu stützen Elternarbeit basiert auf Verständnis von freundschaftlicher, hierarchiefreier und konkurrenzloser Eltern-Lehrer-Partnerschaft zum Wohle des Kindes demokratische Strukturen, Transparenz und Mitbestimmung Einbeziehung der Eltern bei der Entwicklung der Curricula Formen der Zusammenarbeit in den Niederlanden Einbeziehung der Familien und Eltern um schulische Benachteiligung zu vermeiden Förderung von Familien ethnischer Minderheiten Präventivmaßnahmen für Familien und deren Kindern von 0 7 Jahren Amsterdam hat Kontakteltern Stärkere Verzahnung von Schulen mit dem Umfeld (Brede School) Schule, Elternhaus und Kommune

Best Practice- ELTERNCAFÉ Gegenseitiges Kennen lernen, vorstellen, Gedankenaustausch, Eltern Schule Dialog für Eltern mit Migrationshintergrund Situation von Kindern mit Migrationshintergrundin der Schule: Was erwartet die Schule von den Eltern? Erwartungen der Eltern an die Schule Lernen lernen. Wie können Kinder für die Schule motiviert werden? Stärkung der Eltern im Bemühen um ihre Kinder. Wie lernen Kinder sprechen? Wie lernen Kinder eine zweite Sprache? Wie können die Eltern das Sprechen unterstützen? In welcher Sprache sollen sie mit dem Kind sprechen?... Spiele, Denken und Sprechen, gute Spiele, Video-und Computerspiele, Gewalterfahrung, Angst.. Erziehung, Grenzen setzen, Lob Tadel - Bestrafung Kinderrechte, Kinderinteressen, Bedürfnisse, Wünsche, Erziehungsfragen Mädchen Jungen Best Practice- Elternschule Auftaktveranstaltung: Welche Themen wünschen sich die Eltern? Thema Hausaufgaben Konzentration Entwicklung der Sprache Mein Kind lernt zwei Sprachen Kommunikation und Erzählen in der Familie Umgang mit Medien Sprachförderung durch Spiele und Lieder Lese-Erziehung Mein Kind kommt in die Schule

Best Practice- Stadtteilarbeit Förderung und Integration von bildungsfernen Migrantenfamilien Die Familien erhalten bei den Besuchen ausführliche Informationen und Materialien, die zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Erziehungsverhalten motivieren und gleichzeitig Hilfen im Bezirk aufzeigen Respekt und Wertschätzung für die unterschiedlichen religiös/kulturellen Lebenswelten und Lebensentwürfe der Menschen in unserer vielfältigen Gesellschaft VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT