01.06.2017 Segment 9: Nachfragersegmente im Wohnungsmarkt 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 Fahrländer Partner AG Raumentwicklung Seebahnstrasse 89 Münzrain 10 8003 Zürich 3005 Bern +41 44 466 70 00 +41 31 348 70 00 info@fpre.ch bern@fpre.ch www.fpre.ch www.fpre.ch
2. 9.1 : Einleitung Gut 9 % der Schweizer Haushalte zählen zur Urbanen Avantgarde. Vorzugsweise lebt die Urbane Avantgarde in den Kernstädten der Gross- oder Mittelzentrum. Ihr Ausbildungsniveau, ihre berufliche Stellung und ihre Einkommen sind überdurchschnittlich. Die urbane Avantgarde ist überdurchschnittlich jung, knapp 6 dieses Nachfragesegmentes wohnt in Einpersonenhaushalten. Die führt einen stark stadtbezogenen Lebensstil, ist häufig beruflich und privat im Ausland. Neben dem hohen und flexiblen Arbeitspensum wird die Freizeit intensiv und meist ausserhalb der Wohnung gestaltet. Die wohnt in grossen und relativ teuren Mietwohnungen mit 2 bis 3 Zimmern in den Zentren der Grossagglomerationen. Sie sind bereit, für das urbane Umfeld hohe Mieten zu zahlen, die Ausstattung der Wohnung ist weniger wichtig als das Umfeld. Da sie vergleichsweise häufig umziehen, bevorzugen sie Mietwohnungen privater und institutioneller Anbieter. 9.2 : Beispiele dreier fiktiver Haushalte Die nachfolgenden Beispieltexte sollen einen schnellen Zugang zu den beschriebenen Nachfragersegmenten ermöglichen. Sie sind stark überzeichnet, klischeehaft und basieren nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage. Herr Tanner, Mittlerer Single Urs Tanner ist Architekt. Er wohnt in einer modernen Mietwohnung in einem zentralgelegenen Mehrfamilienhaus. Er hat das Haus selbst gebaut und die Wohnung ganz nach seinen Vorstellungen gestaltet. Seine Wohnung bedeutet ihm viel und er sieht in ihr auch ein Hilfsmittel um seinen Lebensstil zu zeigen und so sein Image zu transportieren. Dementsprechend lädt er oft Leute dahin ein. Er lebt in einer Partnerschaft aber mit getrennten Wohnungen (Living apart together). Beruflich ist er Teilhaber in einem Architekturbüro mit mittlerweile 15 Angestellten. Freizeit hat er nicht sonderlich viel. Herr Müller und Frau Schneider, Älteres Paar Jürg Müller ist Verleger bei einer grossen Tageszeitung. Er hat sich mit seiner Partnerin Leonora Schneider, welche eine eigene Kommunikationsfirma führt, ein grosszügiges Loft gemietet. Das Loft hat einen grandiosen Ausblick über die Stadt und ist mit einem sehr hohen Ausbaustandard ausgestattet. Das Paar ist oft an Vernissagen und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen anzutreffen. Sie sind gut bezahlte Doppelverdiener ohne Kinder. Geld ist stets genug vorhanden. Herr Neuenschwander, Junger Single Andreas Neuenschwander arbeitet in einer Marketingagentur. Nachdem er von längeren Auslandaufenthalten in Berlin und London in die Schweiz zurückgekehrt ist, hat er sich vorerst eine gutgelegene Wohnung mit vier Zimmern gemietet. Er plant sich in den nächsten fünf Jahren selbständig zu machen. Wohneigentum kommt für ihn im Moment noch nicht in Frage, denn ihm ist es wichtig möglichst mobil und ungebunden zu sein. Die Pläne in seinem Leben - und somit der Wohn- und Arbeitsort - können schnell wechseln.
0 25'000 50'000 75'000 100'000 125'000 150'000 175'000 200'000 225'000 250'000 Oberstes Management Freie Berufe Andere Selbständige Akademische Berufe und Kader Intermediäre Berufe Qualifizierte nicht manuelle Berufe Qualifizierte manuelle Berufe Unqualifizierte Tätigkeiten Erwerbslose Primäre Bildung Sekundäre Bildung Tertiäre Bildung Ohne Angabe 3. 9.3 Wer ist die? Ausbildungsniveau Hohes Bildungsniveau 10 8 6 4 2 Beruf Kreative und kulturelle Dienstleistungen (Medien, Informatik, Werbung, PR- Kader und intermediäre Stellung) 5 4 3 2 1 Berufliche Stellung Neue Selbstständige Einkommen Hohes Einkommen Verteilung der Einkommen Alle Haushalte Jährliches Brutto-Haushaltseinkommen Lesehhilfe 95 Perzentil 3. Quartil Mittelwert Median 1. Quartil 5 Perzentil
Singles Paare Familie mit Kindern Einelternfamilie Wohngemeinschaft Singles Paare Familie mit Kindern Einelternfamilie Wohngemeinschaft Nationalität 4. Schweizer Ausländer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Lebensphasen Singles Ältere 21.7% 4.8% Mittlere 19.4% 8.9% 10.7% 3.6% 5.7% Jüngere 18.3% 6.7% Durchschnittliche Anzahl Personen pro Haushalt 1.6 Personen 5 4.5 4 3.5 3 2.5 2 1.5 1 0.5
0 25'000 50'000 75'000 100'000 125'000 150'000 20 bis 30 Jahre 30 bis 40 Jahre 40 bis 50 Jahre 50 bis 65 Jahre 65 bis 80 Jahre Über 85 Jahre Familie mit Kindern Einelternfamilie Alle Familien 5. Durchschnittliche Anzahl Kinder pro Familie 1.5 Kinder 2.0 1.9 1.8 1.7 1.6 1.5 1.4 1.3 1.2 1.1 1.0 Durchschnittsalter der Referenzperson 5 4 3 2 1 Einkommen Verteilung der Einkommen pro Äquivalenzperson Jüngere Mittlere Ältere Familien mit Kindern Jährliches Brutto-Haushaltseinkommen pro Äquivalenzperson (CHF) Lesehhilfe 95 Perzentil 3. Quartil Mittelwert Median 1. Quartil 5 Perzentil
6. 9.4 : Verteilung und Entwicklung Differenz der Anteile der Gemeinde zu den schweizweiten Anteilen Daten einfügen! Quellen: BFS, BFS Geostat / swisstopo, Fahrländer Partner & sotomo. Entwicklung der Anteile der Nachfragersegmente und der Sozialen Schichten 25% 5 2 4 15% 3 1 2 5% 1 1990 2000 2010 1990 2000 2010 Bürgerliche Oberschicht Bildungsorientierte Oberschicht Unterschicht Mittelschicht Oberschicht
Kein Arbeitsweg zu Fuss ÖV ÖV&IV ÖV&Velo MIV MIV&Velo Velo Verschiedene Unbekannt Zentren Suburbane Gemeinden Einkommensstarke Gemeinden Periurbane Gemeinden Touristische Gemeinden Industrielle und tertiäre Gemeinden Ländliche agrarische Gemeinden 7. 9.5 Wie lebt die? Wohnort Kernstädte der Grossagglomerationen 10 8 6 4 2 Wohnumfeld Urban, belebt, trendy Verkehrsmittel Öffentlicher Verkehr 7 6 5 4 3 2 1 Umzugsneigung Preissensitivität Eher gering Eigentumswohnungsquote Einfamilienhausquote Sehr gering Wohneigentumsneigung Mittel
1 Zimmer 2 Zimmer 3 Zimmer 4 Zimmer 5 Zimmer 6+ Zimmer 1 Zimmer 2 Zimmer 3 Zimmer 4 Zimmer 5 Zimmer 6-9 Zimmer 10+ Zimmer keine Wohneinheit Mieter Genossenschafter Wohnungseigentümer Alleineigentümer des Hauses Miteigentümer des Hauses Andere 8. Wohnform 10 8 6 4 2 Wohnungsgrundriss Grosszügig und offen Architektur Modern Zimmerzahl 3 Zimmer 5 4 3 2 1 Wohnfläche m² 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0
weniger als 25m²/Äqu.Pers. 25-40m²/Äqu.Pers. 40-55m²/Äqu.Pers. 55-75m²/Äqu.Pers. 75-100m²/Äqu.Pers. über 100m²/Äqu.Pers. 9. Wohnfläche pro Aquivalenzperson 5 4 3 2 1 Flächenbedarf pro Person Ausbaustandard Materalisierung und Apparate wertig Technische Ausrüstung ausgerüstet Zahlungsbereitschaft für Ökologie Mittel Weitere spezifische Bedürfnisse Keine
10. 9.6 : Wohnumfeld Der Prozess der Wohnungssuche ist durch Präferenzen und Restriktionen geprägt, die auf die Nachfrager einwirken. Dabei spielen bei den Nachfragersegementen aus den sozial höheren Schichten die Präferenzen eine grössere Rolle und bei den sozial tieferen Schichten die Restriktionen. Die folgenden Angaben beziehen sich auf das Endergebnis der dabei spielenden Prozesse. Präferenz für urbanes Umfeld Sehr hoch Präferenz fürs Grüne Besonnung & Aussicht Sekundär Erreichbarkeit Dienstleistungen Sekundär Erreichbarkeit Freizeit/Erholung Sekundär Erreichbarkeit kulturelles Angebot Sehr wichtig keit der Aussenräume Durchschnittlich Kleinräumige Erschliessung Keine spezifischen Bedürfnisse Kinderfreundlichkeit Unwichtig