Partizipation. Partizipation heißt.

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Transkript:

Zusammenfassung des BEP-Forums am 17.11.2016 zum Thema Partizipation Partizipation Demokratie lernen durch Beteiligung Partizipation heißt. an Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, teilhaben, mitwirken, mitbestimmen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden

Kinder lernen durch Partizipation Eigene Bedürfnisse, Gefühle, Interessen, Wünsche, Meinungen, Kritik zu erkennen, äußern und zu begründen Andere Sichtweisen wahrzunehmen und zu respektieren Verschiedene Interessen in Einklang zu bringen Konflikte fair auszutragen und eine Lösung zu finden Information Stufen der Beteiligung Infos angemessen und verständlich zur Verfügung stellen, damit Kinder sich eine Meinung bilden können Mitwirkung Kinder erhalten die Möglichkeit, sich eine Meinung zu bilden und zu äußern Mitbestimmung Austausch von Argumenten und Standpunkten zwischen Kindern und Erwachsenen, um eine tragfähige Entscheidung zu treffen Selbstbestimmung Kinder wägen ab und bestimmen eigenverantwortlich Dinge, die sie betreffen (z.b. Bastele ich eine Laterne oder nicht)

Kinder lernen durch Partizipation Ich lerne, mich für etwas einzusetzen Ich bin wichtig für die Gemeinschaft und bestimme mit! Ich habe Rechte! Ich lerne, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, zu äußern und Entscheidungen zu treffen Ich habe Einfluss auf das, was um mich herum geschieht Recht und Gesetz UN-Kinderrechtskonvention Art. 12 (Berücksichtigung des Kinderwillens) Sozialgesetzbuch VIII 8 (Beteiligung von Kindern und Jugendlichen) BEP Kooperation und Beteiligung (Seite 106) Wo hat Ihrer Meinung nach - Beteiligung Grenzen?

Beteiligung im KiTa-Alltag Betrachten sie Ihren Jahres- Tages und Wochenablauf in der Kita Wo findet auch unbewusst Beteiligung statt? Was hat bspw. die Eingewöhnung mit Beteiligung von wem zu tun? Welche Fähigkeiten werden durch Beteiligung erworben? Ein Beispiel Wie/wo können hier die Stufen der Beteiligung Anwendung finden? Information, Mitwirkung, Mitbestimmung, Selbstbestimmung

Dort finden wir Partizipation im BEP: Demokratie und Politik S. 85 Religiosität und Werteorientierung Verantwortungsvoll und werteorientiert handelnde Kinder Umwelt Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur Kooperation und Beteiligung S. 106 M. Engel Partizipation in der Konzeption Leitfragen für die Überarbeitung mit der BEP-Lupe : Welche Elemente von Partizipation sind für entsprechende Altersstufen vorhanden? Welche Kompetenzen erwerben die Kinder? Welche Kompetenzen benötigen (und erwerben) pädagogische Fachkräfte? Wie entsteht eine Partizipationskultur?

Regeln für Regeln Regeln gehören zum täglichen Leben und sind für auch für Kinder sehr wichtig. Folgendes ist beim Aufstellen von Regeln bedeutsam: Einige wenige Regeln sind genug Regeln sollten einfach formuliert sein Regeln sollten ausdrücken, was man tun soll Regeln sollten positiv formuliert sein Regeln sollten leicht zu befolgen sein Regeln sollten durchsetzbar sein Regeln sollten fair und nachvollziehbar sein Selbsttest immer häufig manchmal nie Ich stelle die für die Gruppe geltenden Regeln mit den Kindern gemeinsam auf Ich halte es aus, den Kindern keine Lösungsvorschläge zu machen Mir sind klare Formulierungen und einsichtige Begründungen für die Regeln wichtig Ich vermeide Korrekturen, wenn die Kinder falsche Wege einschlagen Ich setze Regeln durch ein klares nein! Ich durchdenke die Konsequenzen von Nichteinhaltung einer Regel vorher Ich bin konsequent und gebe dem Bitten und Betteln von Kindern nicht nach

Astrid Lindgren Eine ihrer Stellungnahmen - oder besser: ihre Kampfansage erschien bereits am 7. Dezember 1939 in Dagens Nyheter und ist heute noch so aktuell, dass sie hier zitiert werden soll, charakterisiert sie doch auch in weitem Maße Astrid Lindgren als Mensch: Es ist nicht leicht, ein Kind zu sein... las ich neulich in einer Zeitung, und ich war bass erstaunt, denn schließlich liest man nicht jeden Tag etwas in der Zeitung, das wirklich wahr ist. Hier spricht ein Revolutionär. Nein, es ist nicht leicht, Kind zu sein! Es ist schwer, ungeheuer schwer. Was bedeutet es denn - Kind zu sein. Es bedeutet, dass man ins Bett gehen, aufstehen, sich anziehen, essen, Zähne und Nase putzen muss, wenn es den Großen passt, nicht wenn man selbst es möchte. Es bedeutet, dass man Knäckebrot essen muss, wenn man viel lieber eine Scheibe vom frischen Brot hätte, und dass man ohne mit der Wimper zu zucken in den Milchladen rennen muss, um eine Marke für den Gasautomaten zu holen, obwohl man sich's gerade mit einem dicken Buch gemütlich gemacht hat. Es bedeutet ferner, dass man ohne zu klagen die ganz persönlichen Ansichten jedes x-beliebigen Erwachsenen über sein Aussehen, seinen Gesundheitszustand, seine Kleidungsstücke und Zukunftsaussichten anhören muss. Ich habe mich oft gefragt, was passieren würde, wenn man anfinge, die Großen in dieser Art zu behandeln.

Gemeinsam Lösungen finden Partizipation oder Beteiligung/Mitbestimmung heißt, Entscheidungen, die das eigenen Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden Ein Platz zum Frühstücken Als Jelena an einem Morgen in die KiTa kommt hat sie großen Hunger. Sie darf jedoch nicht gleich frühstücken und muss warten, bis Frühstückszeit ist. Leon hat an einem anderen Tag sehr vertieft an seinem Turm im Bauzimmer gebaut. Er kam zu spät in den Frühstücksraum und durfte nicht mehr frühstücken. Die Erzieherinnen haben erklärt, dass sie sich nicht die ganze Zeit um den Frühstücksbereich kümmern können. Aufgabe: Wie kann eine für alle gute Lösung unter dem Aspekt der Beteiligung und Mitbestimmung aussehen? Welche einzelnen Schritte führen zu der Lösung? Um welches Lernen handelt es sich Ihrer Meinung nach in diesem Prozess?

Gemeinsam Lösungen finden Partizipation oder Beteiligung/Mitbestimmung heißt, Entscheidungen, die das eigenen Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Ein neues Klettergerüst Das Klettergerüst auf dem KiTa-Spielplatz ist kaputt und muss abgerissen werden, weil es zu viele Gefahren beim Spielen birgt. Die Erzieherinnen sind der Meinung, dass nur sie entscheiden können, welches Klettergerüst gut für die Kinder ist.viele der Kinder fragen immer wieder nach einem neuen Klettergerüst und haben eigene Ideen. Ein großes Durcheinander entsteht oder? Aufgabe: Wie kann eine für alle gute Lösung unter dem Aspekt der Beteiligung und Mitbestimmung aussehen? Welche einzelnen Schritte führen zu der Lösung? Um welches Lernen handelt es sich Ihrer Meinung nach in diesem Prozess?

Gemeinsam Lösungen finden Partizipation oder Beteiligung/Mitbestimmung heißt, Entscheidungen, die das eigenen Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden Eine Haltestelle für Dreiräder? Die Dreiräder werden von allen Kindern aus der blauen, roten und gelben Gruppe auf dem Kindergartengelände genutzt. Die Kinder ärgern sich darüber, dass es immer wieder Konflikte gibt, wenn es um den Wechsel der Fahrzeuge geht. Die Gruppensprecher aus dem Kinderparlament, Jelena, Badu und Leon überlegen gemeinsam mit den Erziehern, wie sie die unbefriedigende Situation und das Problem lösen können. Aufgabe: Wie kann eine für alle gute Lösung unter dem Aspekt der Beteiligung und Mitbestimmung aussehen? Welche einzelnen Schritte führen zu der Lösung? Um welches Lernen geht es in dem Prozess Ihrer Meinung nach?

Gemeinsam Lösungen finden Partizipation oder Beteiligung/Mitbestimmung heißt, Entscheidungen, die das eigenen Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden Spielzeugwaffen nur zum Fasching! Der vierjährige Felix steht mit einer Spielzeugwaffe im Flur der KiTa. Er ist sehr vertieft in die Mechanik der Waffe und versucht den Hahn zu spannen, wobei er immer wieder abrutscht. Die Erzieherin spricht ihn an: Du Felix, bring deine Spielzeugwaffe bitte ihn dein Fach. Nur zum Fasching sind sie in der KiTa erlaubt. Dabei braucht Felix einen Moment, bis er sie wahrnimmt und ansieht, so vertieft ist er in sein Tun. Er erwidert: Heute ist Fasching. (Es ist Mitte Oktober) Aufgabe: Wie kann eine für alle gute Lösung unter dem Aspekt der Beteiligung und Mitbestimmung aussehen? Welche einzelnen Schritte führen zu der Lösung? Um welches Lernen geht es in dem Prozess Ihrer Meinung nach?