Taktile Wahrnehmungsspiele mit Flaschenbürsten, Nagelbürsten, Spülbürsten, Zahnbürsten,... Bürsten in den unterschiedlichsten Variationen sind Kindern aus ihrem täglichen Lebensumfeld bekannt. Ob in der Küche, im Bad, im Werkzeugkeller, beim Schuhe putzen oder beim Reinigen von Kleidungsstücken die kleinen und großen Helfer sind in den unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsfeldern zu finden. Ebenso unterschiedlich wie der Einsatzbereich der Bürsten ist auch ihr Aussehen. Manche haben einen Stiel, manche keinen. Manche sind verhältnismäßig groß, andere wiederum recht klein. Manche haben weiße Borsten, andere dagegen schwarze oder braune. Manche wirken recht nüchtern und zweckmäßig, andere dagegen haben witzige Formen. Zudem sorgen einige auf der Haut für sehr angenehme, andere wiederum eher für unangenehme Empfindungen. Bei der spielerischen Auseinandersetzung mit den Bürsten stehen neben der differenzierten sprachlichen Benennung der einzelnen Bürstenarten natürlich all jene Erfahrungen und Äußerungen im Mittelpunkt der Arbeit, die mit der taktilen Wahrnehmung zu tun haben. Begriffe wie hart, weich, pieksig, rau, kratzig, angenehm, unangenehm können die Kinder im Umgang mit den Bürsten körperlich spüren. Sie fühlen, dass das Bearbeiten unterschiedlicher Hautstellen und unterschiedlicher Körperteile unterschiedliche Wahrnehmungen und Empfindungen hervorruft. Bürsten haben einen hohen Aufforderungscharakter und regen die Kinder immer wieder spielerisch zum Massieren und zum Abbürsten der unterschiedlichsten Hautpartien an. Die folgende Auflistung zeigt Materialien, die Sie den Kindern zu taktilen Stimulationen anbieten können: Auftragsbürsten, Badebürsten, Bürstenbälle, Champignonbürsten, Dekkenbürsten, Fassadenbürsten, Flaschenbürsten, Gemüsebürsten, Gesichtsbürsten, Gläserbürsten, Handwaschbürsten, Haarbürsten, Heizkörperbürsten, Kartoffelbürsten, Kleiderbürsten, Kleisterbürsten, Massagebürsten, Nagelbürsten, Polierbürsten, Schrubberbürsten, Schuhputzbürsten, Spülbürsten, Stahlbürsten, Staubsaugerbürsten, Tapezierbürsten, Topfbürsten, Zahnbürsten, WC-Bürsten, Wildlederbürsten, Wurzelbürsten. 25
Mit Bürsten und Borsten Bürstengespräch Mitspieler: 6-8 Kinder Material: 5-6 unterschiedliche Bürsten Schauen Sie sich gemeinsam mit den Kindern die unterschiedlichen Bürsten an. Fragen sie nach: welche Bürsten die Kinder bereits kennen. Welche Gemeinsamkeit haben alle Gegenstände? Wie heißen die Bürsten? Wozu werden sie benutzt? Wie werden sie gehandhabt? Wie sehen sie aus? Aus welchen Materialien sind sie hergestellt? Welche besonderen Merkmale haben sie? Wie fühlen sich die Bürsten an? Welche sind angenehm, welche eher unangenehm? An welchen Körperstellen setzen sie angenehme, an welchen unangenehme Reize? Sie werden schnell feststellen, dass Bürsten reichhaltigen Gesprächsstoff bieten und die Kinder immer wieder zur Hautstimulation anregen. 26
Mit Bürsten und Borsten Sortierspiel Mitspieler: 6-8 Kinder Material: verschiedene Bürsten Alle Bürsten liegen griffbereit. Die Kinder probieren sie aus, indem sie möglichst viele Körperteile damit abbürsten. Dann werden sie aufgefordert, die Bürsten nach den Kriterien: hart, pieksend, stachelig,... weich, zart,... angenehm unangenehm. zu sortieren. Die Unterscheidungskriterien können zu regen Diskussionen führen. Denn das, was der eine als weich und angenehm empfindet, nimmt ein anderer bereits als hart und unangenehm wahr. Zudem wird den Kindern vielleicht bewusst, dass ein und dieselbe Bürste an unterschiedlichen Körperteilen auch unterschiedliche Reize setzt. Werden die Kniekehlen und der Rücken mit der gleichen harten Bürste bearbeitet, wird dies in den Kniekehlen meist als schmerzhaft wahrgenommen. Der Rücken dagegen ist eher unempfindlicher und nimmt die Massage mit der harten Bürste als weniger schmerzhaft wahr. Kommen die Kinder beim Ordnen der Bürsten auf einen gemeinsamen Nenner? 27
Welche Bürste war es? Mitspieler: 4-6 Kinder Material: 5-6 unterschiedliche Bürsten (z.b. Flaschenbürste, Haarbürste, Kleiderbürste, Topfbürste, Kleisterbürste). Die Bürsten liegen in der Spielfeldmitte bereit. Alle schließen die Augen. Ein Kind nimmt sich nun eine beliebige Bürste aus dem bereitliegenden Vorrat. Mit dieser fährt es über einen zuvor festgelegten Körperteil der Kinder (z.b. Arm). Es legt die Bürste danach wieder zu den anderen zurück. Erst jetzt dürfen alle die Augen öffnen. Wer kann erkennen, welche Bürste zu dieser Bürstenmassage benutzt wurde. Regen Sie die Kinder dazu an, möglichst genau zu beschreiben, wie sich die Bürstenmassage angefühlt hat. Fragen sie nach, woran die jeweils benutzte Bürste wiedererkannt wurde. Jüngeren Kindern sollten sehr unterschiedliche Bürsten zur Verfügung gestellt werden. Für ältere Kinder wird es jedoch schwieriger und damit spannender, wenn sich die Bürsten sehr ähnlich auf der Haut anfühlen. Dieses Spiel können die Kinder auch mit allen anderen Materialien spielen! 28
Bürstenwanderung Mitspieler: 4-6 Kinder Material: 5-6 Bürsten Taktile Wahrnehmungsbereiche: Hände Alle Kinder stehen in einem Kreis eng beieinander. Die Hände befinden sich auf dem Rücken. Geben Sie nun eine beliebige Bürste aus dem Vorrat einem der Kinder in die Hände. Dieses soll die Bürste abtasten und dann an das links neben ihm stehende Kind weitergeben. Die Bürste wandert nun von Kind zu Kind. Ist sie ein mal im Kreis herumgereicht worden, kommt sie wieder zurück zu den restlichen Bürsten. Die Kinder sollen nun gemeinsam herausfinden, welche Bürste sie in den Händen hatten. Während die Kinder im vorherigen Spiel passiv berührt wurden, besteht hier die Möglichkeit des aktiven Spürens. Dieses Spiel können die Kinder auch mit allen anderen Materialien spielen! 29