10 Jahre Biosimilars - Lessons learned

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10 Jahre Biosimilars - Lessons learned Executive Summary Bonn, September 2016 Michael Dilger Barbara Mußmann Julia Käßmann Konstanze Binder Bonn office Willy-Brandt-Allee 13 53113 Bonn, Deutschland Tel. +49 228 9843 111 Michael.Dilger@simon-kucher.com www.simon-kucher.com

Übersicht: Grundsätze zu Biosimilars Grundsätze zu Biosimilars 1 Komplexität von Biosimilars a Biosimilars sind komplexe Arzneimittel, deren aufwendiger Herstellungsprozess mit hohen Investitionen verbunden ist b Die EMA-Zulassung ist das Gütesiegel für Biosimilars, das Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit garantiert 2 Rolle der Biosimilars a c Biosimilars generieren wesentliche Einsparungen bei gleichbleibend hoher Versorgungsqualität Biosimilarhersteller leisten einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Biologikaversorgung Der entsprechende Steuerungsrahmen sollte einen nachhaltigen Wettbewerb und eine langfristige Perspektive für Biosimilars ermöglichen b Grundsätze zur Steuerung des Biologikamarktes 3 Steuerungsinstrumente & Umsetzung a Geeignete Steuerungsinstrumente können bei entsprechender Umsetzung einen Anreiz setzen, Biosimilars häufiger einzusetzen und deren Anteil zu fördern b Steuerungsinstrumente sollten keine Hürde für die Entwicklung des Biosimilaranteils darstellen 4 Informations- & Beratungsmaßnahmen Begleitende Informations- und Beratungsmaßnahmen unterstützen die Förderung der Biosimilarverordnungen Quelle: Simon-Kucher & Partners 2

Grundsatz 1: Komplexität von Biosimilars 1a Biosimilars sind komplexe Arzneimittel, deren aufwendiger Herstellungsprozess mit hohen Investitionen verbunden ist Biosimilars sind komplexe Moleküle und verlangen Investitionskosten in Höhe von bis zu 300 Mio. US $ Die Entwicklungszeit von Biosimilars kann bis zu 8 Jahre in Anspruch nehmen 1b Die EMA-Zulassung ist das Gütesiegel für Biosimilars, das Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit garantiert Biosimilars durchlaufen ein strenges Zulassungsverfahren, das Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit im Vergleich zum Referenzprodukt prüft Klinisch bedeutsame Unterschiede zwischen Biosimilar und dem Referenzprodukt gelten durch die Zulassung als ausgeschlossen Quelle: Simon-Kucher & Partners, Analytische Vergleichbarkeit als Grundpfeiler der Biosimilarentwicklung (Dr. Brigitte Brake, BfArM, Juli 2016), Biosimilars aus Sicht der pharmazeutischen Industrie (Dr. Andreas Eberhorn/Hexal, BfArM im Dialog, Juni 2016). 3

Kumulierte Einsparungen Januar 2015 Juni 2016 (in (Mio.) Grundsatz 2: Rolle der Biosimilars 2a Biosimilars generieren wesentliche Einsparungen bei gleichbleibend hoher Versorgungsqualität Bundesweite Einsparungen durch Infliximab-Biosimilars (GKV-Ebene, Basis Listenpreis 1, Januar 2015 Juni 2016) 26 24 22 20 18 16 14 12 10 ~13 Mio. Realisierte Einsparungen ~25 Mio. Potentielle Einsparungen Potentielle Einsparungen, wenn alle KV-Regionen den Infliximab- Biosimilaranteil erreicht hätten wie die KV-Region mit dem höchsten Anteil 2 Durch den Markteintritt von Biosimilars konnten bereits signifikante Einsparungen realisiert werden Durch höhere Biosimilaranteile können in den nächsten Jahren weitere Einsparungen realisiert werden Durch Markteintritte weiterer Biosimilars ist zukünftig mit einem noch höheren Einsparpotential gerechnet Realisierte Einsparungen aufgrund des Preisunterschieds zwischen Remicade und Infliximab- Biosimilars (Inflectra & Remsima) Quelle: Simon-Kucher & Partners, Eigene Berechnung basierend auf Insight Health GKV Verordnungsdaten Januar 2015 Juni 2016. 1: Listenpreis pro DDD: Remicade 28,26, Remsima 22,61, Inflectra 21,05, 2: KV-Region mit höchstem Infliximab-Biosimilaranteil: KV Westfalen-Lippe (47% in Q2 (April-Juni)/2016). 4

Grundsatz 2: Rolle der Biosimilars 2b Biosimilarhersteller leisten einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Biologikaversorgung Bereitstellung von hochwertigen Therapiealternativen zu günstigeren Kosten Differenziertes Produktangebot durch Biosimilars, z.b. verbesserte Applikationen Investition in Infrastruktur: Langfristiges Engagement der Biosimilarhersteller, damit Sicherstellung der langfristigen Versorgung Quelle: Simon-Kucher & Partners, Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, Krankenkassen und KVen. 5

Grundsatz 2: Rolle der Biosimilars 2c Der entsprechende Steuerungsrahmen sollte einen nachhaltigen Wettbewerb und eine langfristige Perspektive für Biosimilars ermöglichen Ergebnis des Pharmadialogs bestätigt: Biosimilars sind für die Biologika-Versorgung von Patienten wichtig: "Biosimilars werden in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle bei der Behandlung von schweren Erkrankungen wie Rheuma, Multiple Sklerose oder Krebs und für die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems einnehmen. Daher sind Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und sichere Versorgung mit generischen Arzneimitteln und Biosimilars fortzuentwickeln." Bundesministerium für Gesundheit Bericht zu den Ergebnissen des Pharmadialogs, April 2016 Nachhaltige Rahmenbedingungen zur Förderung von Biosimilars Ermöglichung eines fairen Preis- /Volumenverhältnisses für Biosimilars Erhaltung der Marktattraktivität für den Eintritt von Biosimilars für die Hersteller Biosimilarhersteller als Marktpartner für ein zusätzliches Produktangebot, Studien und Arztinformation Einsparpotential für Krankenkassen bei gleichbleibend hoher Versorgungsqualität und somit mehr freie Ressourcen zur Patientenversorgung für das Gesundheitssystem Wettbewerbsdynamik hinsichtlich Preis & Leistung Erhöhte Akzeptanz gegenüber Biosimilars, z.b. bei Ärzten & Patienten Quelle: Simon-Kucher & Partners, Bericht zu den Ergebnissen des Pharmadialogs (Bundesministerium für Gesundheit, April 2016), Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, Krankenkassen und KVen. 6

Grundsatz 3: Steuerungsinstrumente & Umsetzung 3a Geeignete Steuerungsinstrumente können bei entsprechender Umsetzung einen Anreiz setzen, Biosimilars häufiger einzusetzen und deren Anteil zu fördern Zielvereinbarungen für Biosimilars Selektivverträge 3b Steuerungsinstrumente sollten keine Hürde für die Entwicklung des Biosimilaranteils darstellen Open-House-Verträge Rabattverträge mit dem Referenzprodukt Schnittstelle Krankenhaus Quelle: Simon-Kucher & Partners 7

Grundsatz 3: Steuerungsinstrumente & Umsetzung 3a Steuerungsinstrumente können Anreiz setzen Zielvereinbarungen für Biosimilars können bei gezielter Ausgestaltung und konsequenter Umsetzung die Konzeptionell Verordnung von Biosimilars fördern Zielvereinbarung für Biosimilars zwischen Krankenkassen und KVen Information und Beratungsmaßnahmen Definition eines Zielverordnungsanteils Sicherheit/ Wirksamkeit von Biosimilars Wirtschaftlichkeit von Biosimilars Definition der Zielgröße Definition der Höhe Die Zielgröße definiert an welchem Wert der Zielverordnungsanteil bemessen wird (Wirkstoff/ Wirkstoffgruppe) Maßnahmen zur konsequenten Umsetzung Überprüfen der Zielerreichung Definition von Folgen Reporting Quelle: Simon-Kucher & Partners, Arzneimittelvereinbarungen der KVen. 8

Grundsatz 3: Steuerungsinstrumente & Umsetzung 3a Steuerungsinstrumente können Anreiz setzen Zielvereinbarungen für Biosimilars können bei gezielter Ausgestaltung und konsequenter Umsetzung die Verordnung von Biosimilars fördern Infliximab-Biosimilar Verordnungen an Infliximab-Verordnungen KV-Regionen mit Zielverordnungsanteil für Infliximab-Biosimilars Westfalen-Lippe Rheinland-Pfalz Nordrhein Hessen Saarland Bayern Brandenburg Berlin Meckl.-Vorp. Schleswig-Holstein Thüringen Sachsen Hamburg Bremen 17% 14% 13% 12% 10% 26% 26% 40% 38% 37% 36% 36% 32% 47% KV-Regionen ohne Zielverordnungsanteil 0% 20% 40% für 60% 80% 100% Infliximab-Biosimilars Niedersachsen Sachsen-Anhalt Baden-Württemberg 14% Bundesdurchschnitt: 31%* 25% 31% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Krankenkassen, KVen und Biosimilarhersteller erachten Zielvereinbarungen für Biosimilars generell als geeignetes Steuerungsinstrument zur Förderung von Biosimilars Einfache Orientierung zur wirtschaftlichen Verordnungsweise für Ärzte bei regelmäßigem Reporting Sicherheit für Ärzte: Entlastung bei Wirtschaftlichkeitsprüfung Eine erfolgreiche Ausgestaltung regionaler Zielvereinbarungen umfasst: Informations- und Beratungsmaßnahmen Definition des Zielverordnungsanteils: Auswahl von Höhe, Ziel- und Bezugsgröße Maßnahmen zur konsequenten Umsetzung: Überprüfung der Zielerreichung, Reporting, klare Anforderungen/Folgen Analyseergebnisse sowie Expertengespräche bestätigen: Überdurchschnittliche Biosimilarverordnungen in Regionen mit konsequent umgesetzten Zielvereinbarungen Quelle: Simon-Kucher & Partners, Insight Health Verordnungsdaten 2016, 2. Quartal (April-Juni) 2016, Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, Krankenkassen und KVen. 1. KVB und KVMV haben die Zielvereinbarung bereits in 2015 eingeführt, *Gewichteter Bundesdurchschnitt entsprechend der Verordnungen pro KV-Region. 9

Grundsatz 3: Steuerungsinstrumente & Umsetzung 3a Steuerungsinstrumente können Anreiz setzen Selektivverträge können bei gezielter Ausgestaltung und konsequenter Umsetzung die Verordnung von Beispiel: Biosimilars CED-Vertrag fördern zwischen Barmer GEK, KVWL und BNG Beispiel CED-Vertrag zwischen Barmer GEK, KVWL und BNG BNG 1 KVWL CED- Versorgungsvertrag Barmer GEK Krankenkassen, KVen und Biosimilarhersteller erachten Selektivverträge generell als geeignetes Steuerungsinstrument zur Förderung von Biosimilars Positiver Anreiz für Ärzte, Biosimilars zu verschreiben Beteiligung der Ärzte an realisierten Einsparungen Ärzte können in die Verhandlung von Vertragskonditionen eingebunden werden Ärzte und Patienten profitieren durch intensivere Betreuung/bessere Versorgung/ umfagreiches Informationsprogramm CED-Vertrag Barmer GEK / KVWL: Analyseergebnisse lassen keinen eindeutigen Einfluss ableiten, dennoch ist eine positive Entwicklung zu beobachten, die auch von Experten bestätigt wird Hersteller von Biologika Open-House- Vertrag Barmer GEK Um Biosimilars zu fördern, sollte ein Selektivvertrag eine entsprechende Zielvereinbarung enthalten Neueinstellungen möglichst auf Biosimilars Wenn möglich: Umstellung auf Biosimilar Quelle: Simon-Kucher & Partners; CED-Vertrag zwischen BARMER GEK und KVWL; Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, von Krankenkassen und KVen. 1: Berufsverband für niedergelassene Gastroenterologen. 10

Grundsatz 3: Steuerungsinstrumente & Umsetzung 3b Steuerungsinstrumente sollten keine Hürde sein Beispiel: Open-House-Verträge CED-Vertrag zwischen fördern den Barmer Einsatz der preisgünstigeren Biosimilars in der Regel nicht GEK, KVWL und BNG Verordnungsanteile Infliximab-Biosimilars Krankenkassen ohne vs. mit Open-House-Vertrag 50% 40% 30% 20% Verordnungsanteile Infliximab-Biosimilar an Infliximab gesamt Krankenkassen mit Open-House-Vertrag Krankenkassen ohne Open-House-Vertrag Krankenkassen, KVen und Biosimilarhersteller erachten Open-House-Verträge generell nicht als geeignetes Steuerungsinstrument um Biosimilarverordnungen zu fördern Produkte, die Teil eines Open-House-Vertrages sind, gelten trotz Preisunterschied alle als gleich wirtschaftlich und mindern somit den Wettbewerbsvorteil von Biosimilars Aus Krankenkassensicht dienen Open-House- Verträge, um kurzfristig Einsparungen zu generieren, werden jedoch nicht als langfristiges Vertragsmodell betrachtet Analyseergebnisse bestätigen, dass Open-House- Verträge keinen fördernden Einfluss auf Biosimilarverordnungen haben 10% 0% Q1/2015 Q2/2015 Q3/2015 Q4/2015 Q1/2016 Eine optimierte Ausgestaltung, durch die Ärzte über die tatsächliche Wirtschaftlichkeit der Arzneimittel im Vertrag informiert werden, kann auch innerhalb eines Open-House-Vertrags Anreize für Biosimilarverordnungen setzen Quelle: Simon-Kucher & Partners, eigene Berechnungen basiered auf Insight Health Verordnungsdaten 2008 bis 2016, Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, Krankenkassen und KVen. 1: Nur Ersatzkassen, KK ohne Open-House-Vertrag: regionale AOKs (Anmerkung: ab November 2015 zusätzlich Rabattverträge mit Biosimilar). 11

Grundsatz 3: Steuerungsinstrumente & Umsetzung 3b Steuerungsinstrumente sollten keine Hürde sein Rabattverträge mit dem Referenzprodukt können die Entwicklung von Biosimilars im Markt hemmen Verordnungsanteile Infliximab-Biosimilar Baden-Württemberg vs. Bundesdurchschnitt Verordnungsanteile Infliximab-Biosimilar an Infliximab gesamt Krankenkassen, KVen und Biosimilarhersteller erachten Rabattverträge mit dem Referenzprodukt mehrheitlich als nicht geeignetes Steuerungsinstrument, um Biosimilarverordnungen zu fördern: 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Baden-Württemberg Bundesdurchschnitt Es besteht ein Exklusiv- Rabattvertrag der AOK mit Remicade, der Rabatt ist vertraulich 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 2015 2016 Kein Anreiz für Ärzte, Biosimilars einzusetzen, da das Referenzprodukt als wirtschaftlich gilt, auch wenn das Biosimilar auf Netto-Ebene preisgünstiger wäre Vertragsmodell wird jedoch seltener immer häufiger werden schon vor dem Patentauslauf Open-House- Verträge geschlossen, dem Biosimilarhersteller später beitreten können Analyseergebnisse deuten darauf hin, dass ein Rabattvertrag mit dem Referenzprodukt einen hemmenden Einfluss auf die Entwicklung des Biosimilaranteils hat Bei gleichzeitig fehlenden Maßnahmen zur Förderung von Biosimilars (z.b. Kommunikation der Wirtschaftlichkeit) könnte dies in der Summe eine nachhaltige Marktentwicklung der Biosimilars hemmen Quelle: Simon-Kucher & Partners, Eigene Berechnungen basierend auf Insight Health Verordnungsdaten 2008 bis 2016, Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, Krankenkassen und KVen. 12

Grundsatz 3: Steuerungsinstrumente & Umsetzung 3b Steuerungsinstrumente sollten keine Hürde sein Niedrige Biosimilar-Verordnungsraten im stationären Bereich können sich auch auf den niedergelassenen Beispiel: Bereich CED-Vertrag negativ auswirken zwischen Barmer GEK, KVWL und BNG Biosimilarverordnungsanteile stationärer vs. niedergelassener Bereich 100% 80% 60% 40% 20% 0% Verordnungsanteile Infliximab-Biosimilar an Infliximab gesamt GKV (niedergelassene Praxen/ berechtigte Ambulanzen) Stationärer Krankenhausbereich Möglicher negativer Spillover-Effekt durch niedrige Biosimilaranteile bei Ersteinstellungen im stationären Bereich 1 3 5 7 9 11 1 3 2015 2016 Krankenkassen, KVen und Biosimilarhersteller beurteilen den Einfluss der Therapieauswahl bei Ersteinstellung im Krankenhaus als hoch Analyseergebnisse zeigen, dass im Krankenhaus, je nach Wirkstoff, häufiger das Referenzprodukt als ein Biosimilar eingesetzt wird. Dies kann eine potentielle Hürde für den Biosimilaranteil im niedergelassenen Bereich sein Es sollte schon im Krankenhaus sichergestellt werden, dass nach der Entlassung im niedergelassenen Bereich Arzneimittel eingesetzt werden, die als zweckmäßig und wirtschaftlich gesehen werden (z.b. Biosimilars) Bei Entlassung: z.b. Therapievorschläge auf Wirkstoffbasis oder Vorschlag von preisgünstigen Alternativen Konsequente Umsetzung der Steuerungsinstrumente auch in Ermächtigungsund Spezialambulanzen Quelle: Simon-Kucher & Partners, eigene Berechnungen basiered auf IMS Verordnungsdaten Krankenhäuser 2015-2016, Insight Health Verordnungsdaten 2015-2016, Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, Krankenkassen und KVen. 13

Grundsatz 4: Informations- & Beratungsmaßnahmen 4 Begleitende Informations-/Beratungsmaßnahmen von Krankenkassen und KVen unterstützen die Förderung der Biosimilarverordnungen Vertrauen in Biosimilars ist im Laufe der Zeit deutlich gestiegen, was auch auf bessere und verstärkte Kommunikation zurückzuführen ist Information und Beratung kann durch KVen, Krankenkassen, Hersteller sowie Regulatoren erfolgen Krankenkassen und KVen stehen einer Kooperation mit Biosimilarherstellern positiv gegenüber Gemeinsame Information und gegenseitige Kommunikation werden übereinstimmend als wichtig erachtet Regulatoren sind wichtig als objektive Informationsquelle sowie Dialogpartner Wichtigste Adressaten von Informationsmaßnahmen sind insbesondere Ärzte sowie Patienten Unsicherheiten bezüglich Biosimilars haben bei Ärzten zwar abgenommen, nach Expertenmeinung besteht trotzdem noch hoher Informationsbedarf Als Entscheider bei der Verordnung zielt der Großteil der Informationsmaßnahmen auf sie ab Informationsbedarf von Patienten wird als geringer eingeschätzt und ist abhängig von Indikation und Verabreichungsform Inhalt der Informations- und Beratungsmaßnahmen sollte objektive klinische Fakten zu Biosimilars (z.b. Zulassungsverfahren sowie Regularien zur Sicherstellung der klinischen Sicherheit), ihrer Wirtschaftlichkeit sowie den Steuerungsinstrumenten enthalten Quelle: Simon-Kucher & Partners, Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, Krankenkassen und KVen. 14

Grundsatz 4: Informations- & Beratungsmaßnahmen 4 Begleitende Informations-/Beratungsmaßnahmen von Krankenkassen und KVen unterstützen die Förderung der Biosimilarverordnungen Kommunikationsquellen Biosimilarhersteller Gemeinsame Information Gegenseitige Kommunikation Kooperation begrenzt auf Dialog Referenzierung Krankenkassen / KVen Ärzte Adressaten "Eine Zusammenarbeit mit Biosimilarherstellern befürworten wir. Es ist vor allem wichtig zu kommunizieren, um gemeinsame Ziele hinsichtlich Biosimilars verfolgen zu können" Repräsentant einer Krankenkasse Patienten Regulatoren "Informationen von objektiven Parteien wie BfArM oder PEI sind insbesondere vertrauensbildend. Für diese Parteien ist es daher wichtig, ihre Unabhängigkeit zu wahren." Repräsentant einer KV Quelle: Simon-Kucher & Partners, Expertengespräche mit Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen der AG Pro Biosimilars, von Krankenkassen und KVen. 15

Überblick über die wichtigsten Ergebnisse Grundsätze zur Förderung von Biosimilars 1 2 3 4 5 6 7 8 Biosimilars sind komplexe Moleküle mit hohem Entwicklungs- und Investitionsaufwand. Sie sind wirksame und sichere Therapiealternativen und generieren wesentliche Einsparungen Biosimilars leisten einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Biologikaversorgung - dies sollte durch einen Steuerungsrahmen, der nachhaltigen Wettbewerb ermöglicht, berücksichtigt werden Zielvereinbarungen, die Informations- und Beratungsmaßnahmen sowie einen definierten Zielverordnungsanteil für Biosimilars umfassen sind bei konsequenter Umsetzung ein nachhaltiges Steuerungsinstrument zur Förderung von Biosimilars, da Ärzten eine klare Zielvorgabe gesetzt wird Selektivverträge sind flexibel ausgestaltbar und eignen sich bei entsprechender Ausgestaltung zur Förderung von Biosimilars, indem sie dem Arzt positive Anreize zur Verordnung von Biosimilars setzen Open-House-Verträge sowie Rabattverträge mit dem Referenzprodukt sind nicht geeignet, Biosimilars zu fördern, können jedoch durch Information zur Wirtschaftlichkeit von Biosimilars verbessert werden (z.b. Informationsschreiben der Krankenkassen) Begleitende Informations-/Beratungsmaßnahmen von Krankenkassen, KVen und Herstellern sind unerlässlich, um die Förderung der Biosimilarverordnungen zu unterstützen Krankenkassen und KVen stehen der gemeinsamen sowie gegenseitigen Information mit Biosimilarherstellern positiv gegenüber. Regulatoren sind wertvolle Dialogpartner und als unabhängige und objektive Informationsquelle wichtig um das Vertrauen in Biosimilars weiter zu fördern Vertrauen in Biosimilars ist im Laufe der Zeit gestiegen, der Informationsbedarf wird aber immer noch als hoch eingeschätzt Quelle: Simon-Kucher & Partners 16