Geschichte der Kooperation

Ähnliche Dokumente
Die Deutsch-französischschweizerische. Oberrheinkonferenz

D-F-CH-Oberrheinkonferenz (ORK) und Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO)

EUREGIO- ZERTIFIKAT. für Auszubildende bzw. Berufsschüler/innen. Informationen für Unternehmen und berufsbildende Schulen.

Ausschreibung für einen Rahmenvertrag für Grafikarbeiten in geringem Umfang für das Projekt

Ausschreibung für USB-Sticks für das Projekt

Ausschreibung Druck Broschüre Weihnachtsmärkte für das Projekt

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Schweiz aus Sicht des EDA

Mobile Übungsanlage Binnengewässer (MÜB) Ein D-F-Beispielprojekt am Oberrhein

Ausschreibung für die Marktbearbeitung in Indien für das Projekt

Ausschreibung für einen Rahmenvertrag für Simultanübersetzungen (Deutsch Französisch, Französisch Deutsch) bei Veranstaltungen des Projekts

Management de réseaux transfrontaliers -Exemples et facteurs de réussite dans les pratiques au niveau européen

Drei Länder ein Ziel? Grenzüberschreitende Mobilität in der Trinationalen Agglomeration Basel

Ausschreibung für einen Rahmenvertrag Textübersetzungen Englisch für das Projekt

Grenzüberschreitende Ausbildung. Duales Studium am Oberrhein. Informationen für deutsche Arbeitgeber ALSACE SCHWEIZ. RHEINLAND- PFALZ Karlsruhe

Die Innovationskette am Oberrhein

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die soziale Sicherheit in Europa ( )

Rastatt. Ihr Wirtschaftspartner

Regional und überregional bedeutsame Verkehrsinfrastrukturprojekte in und für die TechnologieRegion Karlsruhe

Veranstaltungsort: Anfahrtspläne: Kongresszentrum Karlsruhe Konzerthaus, Kleiner Saal im 1. OG Festplatz Karlsruhe

Zukunftsforum 2009 MBR-Südpfalz e.v. Personaldienstleistungen als Motor zur Stärkung des Ländlichen Raumes Markus Glaser, Maschinenring Südpfalz e.v.

Programm Interreg VA Oberrhein

ARTIKEL 1 Der lange Weg der deutsch-französischen Beziehungen

»Die blaue Banane, die Bezeichnung für einen sich von London bis Mailand

Euregio-Lehrerin oder Euregio-Lehrer (Maître Bilingue)

Struktur. über Einwohner. größter Landkreis in BW mit km 2 (Saarland: km²)

Inhalte und Kategorien Grundbegriffe Basiskompetenzen Methodenschwerpunkte / Medien Evaluation Zeitansatz/ Stunde (Vorschlag)

Kommunen im reformierten französischen Verwaltungsaufbau Patrice Harster Geschäftsführer

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus:

INTERREG in Baden-Württemberg

Committee of the. Regions

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Die 16 Bundesländer. Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.

Bedeutung und Entwicklung deutsch-türkischer- Städtepartnerschaften in Nordrhein- Westfalen

davon Übergänge auf Stadtkreis Landkreis Region Regierungsbezirk Land Schülerinnen und Schüler in Klassenstufe 4 zum Zeitpunkt der GSE-Vergabe

Eröffnung der Veranstaltung. Das Deutsch-Französische Rahmenabkommen: Intention und Perspektiven

Instrumentenlandesystem Piste 34 auf dem Flughafen Basel-Mülhausen. Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) Bern, April 2005

Übergänge von Grundschulen in Baden-Württemberg auf weiterführende Schulen seit dem Schuljahr 1995/96 nach Schularten

Interreg und die Bedeutung für die Schweiz

Die deutsch-französischen Gipfeltreffen im Zeitraum

Und deshalb erinnere ich hier und heute wie im vergangenen Jahr zum Volkstrauertag an die tägliche Trauer hunderttausender Mütter, Väter und Kinder.

Rastatt. Ihr Wirtschaftspartner

Parlamentarier-Konferenz Bodensee. Statut vom

Diplomfeier der Trinationalen Studiengänge. Cérémonie de remise de Diplômes des Formations Trinationales

Die deutsch-französischen Beziehungen von der Wiedervereinigung zum Maastrichter Vertrag

HGV-Anschluss Ostschweiz

Grenzgänger in der Nordwestschweiz

Fußballsport in Rheinstetten

Willkommen im Ausbildungsland Baden-Württemberg

GURN (GNSS Upper Rhine Graben Network) - Stand und erste Ergebnisse

I. Geschichte der Europäischen Integration

Haus der kleinen Forscher in Baden-Württemberg Zahlen und Fakten (Stand 30. September 2015)

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst 1406 Internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit

Trinationale Agglomeration Basel (TAB)

Regierungsrat Dr. Christoph Eymann Kanton Basel-Stadt

Wirtschaftsregion Stuttgart - Zahlen und Fakten. Tourismus. Übernachtungsgäste in Baden-Württemberg. Durchschnittliche Übernachtungsdauer in Tagen

Begrüßung. Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz 11. Mai Professor Dr. Konrad Wolf Präsident der Hochschule Kaiserslautern

Entscheiden Sie: Bundes-Garten-Schau in der Stadt Mannheim. 22. September 2013! Leichte Sprache

Berichte zur deutschen Landeskunde

28 Jahre Betriebserfahrungen im Hochwasserschutz

2) Hunderttausende West-Berliner haben sich vor dem Schöneberger Rathaus versammelt, um Kennedys Rede zu hören.

Kommunalreform in Dänemark

Verträge, Abkommen und Vereinbarungen mit den osteuropäischen

Landesleitzentrale EFA-BW März Landesleitzentrale Elektronische Fahrplanauskunft

Die Ergebnisse der Studie können beim Deutsch-Französischen Institut bezogen werden

Menschenrechte Dokumente und Deklarationen

Stirbt der bilinguale Bildungsgang an Grundschulen in Raten?

Politik und Politische Bildung von Peter Filzmaier, Buch-Nr

Strukturdaten des Standorts Friesenheim

Die grenzüberschreitende Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung

51. Nachtrag. zur Satzung der Deutschen Rentenversicherung. Knappschaft-Bahn-See

3.2.3 Länderverfassungen und Denkmalschutzgesetze der Länder Kommunen/ Gemeindliche Ebene Freie Träger die vierte nationale

Basel am Rhein Strategieerfahrung und Projekte

(Verschriftung der Originalfassung vom in neuer Rechtschreibung)

Tram 8 grenzenlos: Weil am Rhein Kleinhüningen Basel

Grundzüge des Europarechts. Prof. Dr. H. Goerlich WS

Basler Erklärung. zur Gesamtfinanzierung der Elektrifizierung der Hochrheinbahn zwischen Basel (CH) und Erzingen (D) zwischen

INTERNATIONAL BUSINESS MANAGEMENT TRINATIONAL

Dr. Hans Martin Tschudi

Transkript:

Geschichte der Kooperation Der Oberrhein :ein gemeinsamer Raum? Birte Wassenberg 1

Geschichte der Kooperation Definition der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: «Es handelt sich um die Beziehungen zwischen benachbarten Grenzregionen, die verschiedenen nationalen Staaten angehören». (nach Lezzi, Maria) Birte Wassenberg 2

Definition [1] TILLICH, Paul, «Grenzen», Auszug aus einer Rede bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am 25.9.1962, TILLICH, Paul, Gesammelte Werke, Bd.XIII, Stuttgart, 1982, p.420 «Das Dasein der Grenze, die Grenzsituation, ist voller Spannung und Bewegung.(...) Die Situation der Grenze ist noch nicht das, was man Frieden nennen könnte ; und doch ist sie der Durchgang, den jeder einzelne gehen muss und den die Völker gehen müssen, um zum Frieden zu gelangen. (...) Friede erscheint, wo im persönlichen wie im politischen Leben eine alte Grenze ihre Wichtigkeit und damit ihre Macht, Unfrieden zu stiften, verloren hat, auch wenn sie noch als Teilgrenze fortbesteht. (...)» [1]. Birte Wassenberg 3

Geschichte der Kooperation Bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein sind betroffen: Die Région Elsass in Frankreich Die Länder Baden-Württemberg und Rheinland- Pfalz in Deutschland Die Kantone der Nordwestschweiz (Basel-Land, Basel-Stadt, Argau, Jura, Solothurn) Birte Wassenberg 4

Karte des Oberrheins Birte Wassenberg 5

Geschichte der Regio Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat in der «Regio» im südlichen Oberrheingebiet angefangen : Region Basel Südliche Region Baden-Württembergs Département des Haut-Rhin Birte Wassenberg 6

Karte der Regio Birte Wassenberg 7

Ursprung der Kooperation Basler Initiative aus wirtschaftlichen Motiven: Gründung der Regio Basiliensis 1963 Verein wirtschaftlicher/politischer Akteure Flexible Struktur Gründung der Regio du Haut-Rhin 1975 Gründung der Regio Freiburg 1984 Birte Wassenberg 8

Insitutionalisierung Bonner Abkommen vom 22. Oktober 1975 durch einen Briefwechsel zwischen den Aussenministerien: «Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, dass die Verhandlungen der Vertreter des Schweizeischen Bundesstates, der Franzöischen Republik und der Bundesrepublik Deutschlands am 5.März 1975 zu folgendem Ergebnis geführt haben: ( ) eine zwischenstaatliche Regierungskommission wird zur Untersuchung und Lösung grenzüberschreitender Probleme in den folgenden Grenzregionen eingestetzt»[1]. [1] Brief von Geoffroy de Courcel, Botschafter Frankreichs am 22.10.1975 an Pierre Dupont, Botschafter der Schweiz in Paris und Sigismund Freiherr von Braun, Botschafter der BRD in Paris. Birte Wassenberg 9

Bonner Abkommen Die drei Delegationsleiter während der Gründung der zwischenstaatlichen Regierungskommission am 3. November 1975 in Basel (von rechts nach links Jean GABARRA Frankreich, Emanuel DIEZ, Schweiz, Joachim JAENICKE, Deutschland) Birte Wassenberg 10

Bonner Abkommen Gründung einer deutsch-französischschweizerischen Regierungskommission zur «Untersuchung und Lösung grenzüberschreitender Probleme in den Grenzregionen» (Art. 1) Keine thematische Begrenzung Begrenzung des geographischen Raums Birte Wassenberg 11

Bonner Abkommen Institutionneller Raum im Norden erweitert: Die Région Elsass (die Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin), Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft Die Regionen Mittlerer Oberrhein, Südlicher Oberrhein und der Landkreis Lörrach des Landes Baden-Württemberg Die Region Südpfalz des Landes Rheinland-Pfalz Birte Wassenberg 12

Karte des Oberrheinmandates Birte Wassenberg 13

Geschichte der Kooperation Bildung zweier Ausschüsse: Dreiseitiger Ausschuss (deutsch-französischschweizerisch) für den südlichen Raum Zweiseitiger Ausschuss (deutsch-französisch) für den nördlichen Raum Thematische Arbeitsgruppen: Wirtschaft, Umwelt, Verkehr, Katastrophenschutzhilfe Zwischenstaatliche Funktionsweise Aussenministerien Beteiligung der Kantone/Länder Keine Beteiligung der französischen Gebietskörperschaften Birte Wassenberg 14

Geschichte der Kooperation Nach der französischen Dezentralisierung 1982: Gründung der Région Alsace Französische Gebietskörperschaften möchten sich mehr an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beteiligen Région Alsace erfindet die grenzüberschreitenden Symposia: Zur Zweisprachigkeit 1983 Symposia Universität und Region 1985, 1986, 1987 Die Symposia sind Vorläufer der Dreiländerkongresse Birte Wassenberg 15

Geschichte der Kooperation Dreiländerkongresse werden1988 eingeführt: Auf Vorschlag von Ministerpräsident Lothar Späth (Baden- Württemberg) Thematische Kolloquien zur Zusammenarbeit, die alle 2 Jahre organisiert werden abwechselnd von einem der Partner am Oberrhein Ziele: Auf regionaler Ebene Veranstaltungen mit Beteiligung der Région Alsace organisieren Den Kreis der Zusammenarbeit auf wirtschaftliche und öffentlich private Akteure ausweiten (Handelskammern, Handwerkskammern, Arbeitgeberverbände, etc.) Grenzüberschreitende Projekte initiieren Birte Wassenberg 16

Dreiländerkongresse 1. Verkehr (1988) in Kehl 2. Kultur (1989) in Colmar 3. Umwelt (1991) in Basel 4. Wirtschaft (1992) in Karlsruhe 5. Jugend, Bildung, Beruf (1995) in Strasbourg 6. Handwerk und Gewerbe (1997) in Bâle 7. Raumordnung (1999) in Neustadt 8. Vivre ensemble- Bürger (2002) in Strasbourg 9. Medien und Kommunikation (2004) in Bâle 10. Die Zukunft des Oberrheins in einem erweiterten Europa (2006) in Freiburg 11. Entwicklungsmodell Oberrhein (Metropolregion) (2008) in Strasbourg Birte Wassenberg 17

Geschichte der Kooperation «Historische» Begegnung der 3 Staats-und Regierungschefs (Mitterrand, Kohl, Delamuraz) in Basel Symbolische Ankunft mit ICE und TGV Unterzeichnung einer trinationalen Deklaration zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Birte Wassenberg 18

Dreiertreffen Birte Wassenberg 19

Geschichte der Kooperation Neue Elemente in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein in den 90ger Jahren Reform der zwischenstaatlichen Kooperation 1991 Probleme: die dreiseitige Regierungskommission tagt nich mehr seit 1989 Lösung: Fusion des zwei- und dreiseitigen Regionalausschuss Betonung der regionalen Ebene der Kooperation Birte Wassenberg 20