Lernfeld 2 Güterlagern



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Lernfeld 2 Güterlagern Arbeitsschutz Arbeitsstätten Gerätesicherheit Gefahrstoffe Umweltschutz Brandentstehung Brandschutz Brandbekämpfung Diebstahl Arbeits- und Umweltschutz Feuergefahr/ Diebstahlgefahr Aufgaben der Lagerhaltung Sicherungsaufgabe Ausgleichsaufgabe Spekulationsaufgabe Umformungsaufgabe Veredelungsaufgabe Anforderungen an das Lager Güter lagern nach Güterarten nach Betriebsarten Bodenlagerung Regallagerung Sicherheit beim Lagern Lagertechnik Arten der Lagerhaltung nach Standort nach Bauweise nach Eigentümer Lagerung von Gefahrstoffen Regalfeld 06 05 04 03 02 01 01 02 03 04 05 06 Location: 03 Regalzeile 02 Regalfeld 05 Regalebene 03 02 05 05 04 03 02 01 Regalebene Regalzeile Organisation und Einlagerung Lagerbereiche Lagerzonen Lagerplatznummernsystem Teile- und Materialnummern Wegstrategien Einlagerungssystem Einlagerungsgrundsätze Einlagerung

2 GÜTERLAGERN 1 Aufgaben der Lagerhaltung und Anforderungen an das Lager Die Lagerhaltung ist eines der Kernelemente des logistischen Leistungssystems. Zur Lagerhaltung gehören die Aufbewahrung, die Pflege, die Planung und dieverwaltungder Gütervorräte. 1.1 Aufgaben der Lagerhaltung Lager warehouse/storehouse Aus heutiger Sicht umfasst der Begriff Lager zwei verschiedene Aspekte: Zumeinen ist damit der Raum oder das Gebäude gemeint, in dem Güter bis zu ihrer Verwendung aufbewahrt werden. Zum anderen bezieht sich der Begriff auf die gelagerten Güter selbst: Eine Vorratsansammlung wird ebenfalls als Lager bezeichnet. Trotz modernster Technik und neuester Entwicklungen kommt kein Unternehmen ohne Lagerhaltung aus. Die Lagerhaltung übernimmt eine Anzahl unterschiedlicher Aufgaben,die häufig auch Funktionen der Lagerhaltung genannt werden: Aufgaben/Funktionen der Lagerhaltung Umformungsaufgabe Spekulationsaufgabe Veredelungsaufgabe Sicherungsaufgabe Ausgleichsaufgabe Sicherungsaufgabe Güter werden gelagert, um den Produktionsprozess gegen Störungen bei der Warenbeschaffung zu sichern und eine stetige Lieferbereitschaft zu gewährleisten. Engpässe, die z.b. aufgrund von Lieferverzögerungen,Transportschwierigkeiten, unerwartetemmehrverbrauchodererhöhternachfrageentstehenkönnen,sollen durch das Anlegen eines Lagervorrates vermieden werden. Ausgleichsaufgabe Güter werden gelagert, um einen zeitlichen und mengenmäßigen Ausgleich zwischen Warenbeschaffung, Produktion und Absatz zu erreichen. Betrachtet man beispielsweise die Getreideverarbeitung, so erfolgt diese über das ganze Jahr verteilt. Die Ernte dauert jedoch nur wenige Wochen.Andere Güter wiederum werden nur zu bestimmten Zeiten nachgefragt,z.b.schokoladenweihnachtsmänner.um die starke NachfragenachdiesenArtikelnkurz vorweihnachten befriedigen zu können,müssen sie schon weit im Voraus produziert und somit auch gelagert werden. Die Ausgleichsaufgabe wird oft auch Überbrückungsaufgabe genannt. 58

1 AUFGABENDER LAGERHALTUNG UND ANFORDERUNGEN AN DAS LAGER Spekulationsaufgabe Güter werden gelagert, um mit Kosten- und Preisvorteilen zu spekulieren. Werden Preissteigerungen auf dem Beschaffungsmarkt erwartet, so kann eine rechtzeitige Beschaffung Preisvorteile bringen, die die Kosten der Lagerung überwiegen (z. B. Heizölkauf im Sommer). Auch Rabattgewährung oder günstige Sonderpreise bei Großbestellungen können diese Vorteile mit sich bringen. Umformungsaufgabe Sehr oft werden Lagergüter in großen Mengen und Behältern angeliefert, die dann in kleinere bedarfsgerechte Mengen und Portionen umgeformt werden müssen.dies geschiehtimlager durch Mischen,Sortieren,Um- und Abfüllen. So wird beispielsweise Tee in großen Säcken angeliefert. Für den weiteren Verkauf wird dieser dann in 100-g-Päckchen abgefüllt und vorverpackt. Ebenso können aber auch kleinere Mengen aufgekauft und zu größeren Einheiten zusammengefasst werden. Dies ist häufig bei landwirtschaftlichen Gütern, z.b. bei Getreide, Milch und Äpfeln, der Fall. Daneben gehört zur Umformungsaufgabe auch das Zusammenstellen von Kundenaufträgen (die Kommissionierung). Gemäß den eingehenden Vorgaben werden die gewünschten Stückzahlen entnommen und den Aufträgen entsprechend neu gebündelt. Veredelungsaufgabe Manche Güter gewinnen erst durch die Lagerhaltung die gewünschte Reife und Qualität.Sie werden durch Alterung,Trocknung, Gärung oder Reifung veredelt (z.b. Käse, Tabak, Wein oder Bananen). Wein und Käse gewinnen durch Lagerung an Reife und Qualität 1.2 Anforderungen an das Lager Für Lagerbereiche gibt es Vorschriften,die grundsätzlich einzuhalten sind. So dürfen Lagerbereiche nur durch befugtes Lagerpersonal betreten werden.alle Besucher,Lieferanten,Vertreter usw.müssen sich vorher anmelden und dürfen dann meist nur in Begleitung des Lagerpersonals das Lager betreten. Des Weiteren gilt im gesamten Lagerbereich Rauchverbot. Auch bei der Lagerung von Gütern müssen bestimmte Anforderungen und Vorschriften eingehalten werden. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Lagerhaltung sind: Sauberkeit, Geräumigkeit,Übersichtlichkeit,sachgerechte und artgerechte Lagerhaltung. [?!] Grundsätzeordnungsgemäßer Lagerhaltung 59

2 GÜTERLAGERN Sauberkeit Voraussetzung für ordnungsgemäße Lagerhaltung Sauberkeit im Lager ist eine Grundvoraussetzung für eine ordnungsgemäße Lagerhaltung.Sie wird erreicht durch tägliches Fegen und Wischen.Aber auch das Wegräumen von nicht mehr benötigten Verpackungsmaterialien (Folie, leere Kartons und Paletten) und das Entfernen ausgelaufener Flüssigkeiten (z.b. bei Bruch) gehören dazu. Die Reinigung des Lagers erfolgt durch das Lagerpersonal selbst oder auch durch externe Reinigungskräfte. Die Sauberkeit bezieht sich auf die eingelagerte Ware, die Lagerräume, die Verkehrswege, die Lagereinrichtungen, Fördermittel, Förderhilfsmittel und sonstige Lagerhilfsmittel, das Lagerpersonal. Vorteile eines sauberen Lagers Die Unfall- und Verletzungsgefahr wird verringert. Die Nutzungsdauer und Haltbarkeit der Lagereinrichtungen,Fördermittel, Förderhilfsmittel und sonstigen Lagerhilfsmittel wird entscheidend verlängert. Die Ware bleibt länger verkaufs- und gebrauchsfähig. Der Eindruck bei Lieferer,Kunden,Mitarbeiter und Besucher ist positiv. Das Arbeitsumfeld für das Lagerpersonal ist angenehm. Geräumigkeit Voraussetzung für übersichtliche und saubere Lagerhaltung Ein geräumiges Lager ist Voraussetzung für eine übersichtliche und saubere Lagerung. Geräumigkeit bedeutet, dass ausreichend Platz für die Fahrwege, die einzulagernde Ware und die Gänge vorhanden ist. Vorteile eines geräumigen Lagers Für den Einsatz von Fördermitteln besteht ausreichend Platz. Die einzulagernden Waren können übersichtlich gelagert werden und werden nichteingequetscht. Die Waren können bequem ein-und ausgelagert werden. Die Unfall- und Verletzungsgefahr wird verringert. Ein-und Auslagerungen sind schnell und bequem möglich. Unnötiges Suchen der Ware wird vermieden. Das Umschichten der Waren bei der Warenpflege entfällt. Übersichtlichkeit Mehr Geräumigkeit kann sich auch vorteilhaftauf die Übersichtlichkeit eines Lagers auswirken. Wenn ein Lager zu sehr zugestellt und die Ware einfach irgendwo abgestellt wird, kannschnellderüberblickverlorengehen. 60

1 AUFGABENDER LAGERHALTUNG UND ANFORDERUNGEN AN DAS LAGER Mehr Übersichtlichkeit im Lager kann beispielsweise erreicht werden durch die Einteilung des Lagers in Lagerzonen, eine gute Stellplatzkennzeichnung, die Vergabe von Material- und Teilenummern, das Führen von Lagerfachkarten. Mehr zu diesen Themen: [ Kapitel 3]. Sachgerechte und artgerechte Lagerung Sachgerechte Lagerung bedeutet, dass für alle Güter die passenden Lagereinrichtungen und Lagerhilfsmittel gewählt werden.so sollten Bälle nicht unverpackt in ein Palettenregal gelegt werden, sondern vorher z. B. in eine EUR-Gitterboxpalette gepackt werden. Schrauben sollten z. B. in Lagersichtkästen gelagert werden. Artgerechte Lagerung bedeutet,dass die Güter entsprechend ihrer Eigenschaften und Eigenarten gelagert werden. Folgende Aspekte müssen daher bei der Lagerung berücksichtigt werden: Schutz vor Sonne/Licht Geschmacksverlust Feuchtigkeit Schädlingen Wärme/Kälte Austrocknung Beispiel Textilien müssen vor Licht und Ausbleichen geschützt werden. Einige Obst-und Gemüsesorten dürfen nicht nebeneinander gelagert werden,da es sonst zu einem Geschmacksverlust kommen könnte. Papierwaren müssen trocken gelagert werden. Bei Lebensmitteln muss auf eine geeignete Schädlingsbekämpfung geachtet werden. Obst undgemüsemuss kühl gelagert werden. Blumenerde muss vor dem Austrocknen geschützt werden. Beispiele für artgerechte Lagerung Sachgerechte Reifenlagerung Artgerechte Fleischaufbewahrung 61

Lernfeld 6 Güterverpacken Gesetze und Verordnungen Duales System Mehrwegsysteme Umweltverträglichkeit Regelungen Kostenarten Kosten der Verpackung Einführung Bedeutung Fachbegriffe Schutzfunktion Klassifizierung Packmittel Kennzeichnung Gefährliche Güter Funktionen der Verpackung Lagerfunktion Lade- und Transportfunktion Verkaufsfunktion Informationsfunktion Gefahrgutbeauftragter Güter verpacken 2 2 mechanisch Beanspruchung klimatisch Lebewesen Ablauf der Tätigkeiten Packstückeverschließen Verpackungshilfsmittel Tätigkeiten beim Verpacken Diebstahl Packmittel Materialien für Verpackungen Bauweise von Verpackungen Vorsichtsmarkierungen Handhabungsmarkierungen Markierungen Schutzmittel Packhilfsmittel Verschließmittel Kennzeichnungsmittel

6 GÜTERVERPACKEN 1 Einführung in das Verpackungswesen Verpackungen sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Im privaten Bereich fallen Verpackungen vor allem beim täglichen Einkauf und Konsum an. Im beruflichen Bereich begegnen uns Verpackungen in der Lagerhaltung,im Versand und im Verkauf. 1.1 Bedeutung der Verpackung Heutzutage werden bereits etwa 90% aller Produkte verpackt. Viele Produkte, vor allem Flüssigkeiten, Schüttgüter oder Gase, aber auch Lebensmittel und Hygieneartikel, wären ohne Verpackungen nicht lager-, transport- und verkaufsfähig. Dafür steht eine Vielzahl an Verpackungsmaterialien zur Verfügung. So hatdie Verpackung heute durch verschiedene Form-, Druck- und Farbgestaltungsmöglichkeiten großen Einfluss auf das Kaufverhalten des Menschen.Das macht sie zu einem wichtigenteil des Marketings. Außerdem hat sich ein separater Industriezweig auf die Gestaltung und Produktion vonverpackungen spezialisiert. Beispiele für Verkaufsverpackungen Andererseits bedeuten mehr Verpackungen oft auchmehrmüll.verpackungen haben sowohl eine große wirtschaftliche als auch eine große ökologische Bedeutung erlangt.um Müll zu vermeiden und Kosten zu sparen, sollte man auf überflüssige Verpackungen verzichten,materialien bei Verpackungen einsparen,mehrwegverpackungen benutzen oder Verpackungen aus recycelfähigem Material benutzen. Vor- und Nachteile von Verpackungen Vorteile Sie schützen die Produkte vor Verderb,Qualitätseinbußen und Beschädigungen. Sie ermöglichen Selbstbedienungssysteme im Groß- und Einzelhandel. Sie unterstützen eine rationelle Lagerung, Be- und Entladung sowie Transportder Produkte. Sieenthalten wichtige Informationen über das Produkt. Sie schaffen Arbeitsplätze inder Verpackungs- und Abfallindustrie. Nachteile Sie erhöhenden Endpreis der Produkte. Sie benötigen für ihre Herstellung wertvolle Rohstoffe. Sie verursachen Kosten bei der Entsorgung. Sie täuschen mitunter den Käufer hinsichtlich des Wertes,des Inhalts und der Beschaffenheit des Produktes (undurchsichtige Verpackung,Mogelverpackung). Sie belasten durch ihreherstellung und Entsorgung die Umwelt. 272

1 EINFÜHRUNGINDAS VERPACKUNGSWESEN 1.2 Fachbegriffe im Bereich der Verpackung Beispiel 1 Schuhe (Packgut) 2 Seidenpapier und Trockenmittel 3 Schachtel aus Karton (Packhilfsmittel) (Packmittel) Schuhe plus Seidenpapier undtrockenmittel werden in einer Kartonschachtel verpackt. 4 Je 8Schuhkartons werden in eine Wellpappeschachtel zusammengepackt (Umverpackung). 5 Je16dieserWellpappeschachteln werden auf eine Palette gepackt und gestretcht (Packstück). Wie inallen betrieblichen Bereichen gibt es auch im Verpackungsbereich spezielle Fachbegriffe.Nach der Verpackungsverordnung und der DIN55405 sind vorallem die folgenden wichtig: Das Packgut ist die Ware,die verpackt wird(z.b. Schuhe, Seife, Öl, Sauerstoff, Mehl, Taschenrechner). Packstoffe sind die Materialien, aus denen die Packmittel und Packhilfsmittel bestehen (z. B. Karton,Pappe, Holz, Metall, Kunststoff, Glas). DasPackmittel ist das Behältnis,das das Packgut aufnimmt. Dadurch wird eslager-, transport- und verkaufsfähig. Das Packmittel ist der Hauptbestandteil der Verpackung (z.b. Palette, Kiste, Flasche, Schachtel,Tüte, Netz). Verbundpackmittel bestehen aus mehreren Packstoffen, die nicht von Hand trennbar sind (z. B. Tetra-Pak,Tüte mit innen verklebter Noppenfolie). Packhilfsmittel sind Materialien, die das Packmittel ergänzen, ausfüllen, sichern und die Festigkeit der Packmittel ermöglichen bzw. erhöhen (z. B. Luftpolster, Trockenmittel, Klebebänder, Umreifungsbänder, Etiketten). DieVerpackung setzt sich zusammen aus dem Packmittel und dem Packhilfsmittel (z. B. Kiste mit Holzwolle, Schachtel mit Klebeband, Tüte mit Etikett). Die Packung enthält das Packgut und die Verpackung (z. B. eine Tüte mit Mehl, eine Schachtel mit einem Paar Schuhen,eine Flasche mit Öl). Das Packstück besteht aus einer oder mehreren Packungen,insbesondere für Lagerung und Transport(z. B. eine Kiste mit einem schweren Elektromotor, eine Palette mit mehreren Schachteln mit Schuhen, eine Kiste mit mehreren Flaschen Öl, eine Schachtel mit mehreren Tüten Mehl). Packgut pack, packaged good Packstoffe Packmittel package/packaging/ packing material Verbundpackmittel Packhilfsmittel packaging accessory/ packaging aid Verpackung packing material Packung package Packstück package, parcel, unit 273

6 GÜTERVERPACKEN 2 Funktionen und Aufgaben der Verpackung Verpackungen sollen das Produkt nicht einfach nur umhüllen.ein Produkt hat von der Herstellung über die Lagerung und den Transport bis hin zum Verkauf verschiedene BeanspruchungenundGefahrenzuüberstehen.Verpackungen müssen diesen Beanspruchungen gerechtwerden.auch die Weitergabe voninformationen zum Produkt und das Anregen zum Verkauf werden durch Verpackungen erreicht. Funktionen/Aufgaben der Verpackung Lade- und Transportfunktion Dementsprechend sollen Verpackungen folgende Funktionen bzw. Aufgaben erfüllen: Schutzfunktion Informationsfunktion Lagerfunktion Verkaufsfunktion 2.1 Schutzfunktion Für die Menschen, die Umwelt, das Transportmittel, andere Packgüter sowie das Produkt selbst bestehen verschiedene Gefahren.Vor diesen Gefahren soll eine geeignete Verpackung schützen. Schutz für Mensch Umwelt Transportmittel und anderepackgüter Packgut Schutz vor Verletzungen durch spitze oder scharfkantige Gegenstände Vergiftungen und Verätzungen durch Gefahrstoffe Gefahrstoffenallgemein auslaufenden Flüssigkeiten entweichenden Giftgasen Feuer und Explosionen Verschmutzungen,z.B.durch auslaufende Flüssigkeiten allgemeinen Beschädigungen Verlust,z.B.durch Diebstahl oder Manipulation Umwelt- undwitterungseinflüssen wie Sonne, Licht, Nässe, Hitzeoder Kälte Schädlingen und Ungeziefer Verunreinigungen und Korrosion (Rost) Beschädigungen durch mechanische Beanspruchungen 274

2 FUNKTIONEN UND AUFGABENDER VERPACKUNG 2.2 Lagerfunktion Zwischen der Herstellung und dem Verbrauch von Produkten liegt in der Regel eine gewisse Zeitspanne. Die meisten Produkte werden nicht unmittelbar nach ihrer Herstellung verwendet.deshalb müssen sie mehrmals ein-, um- und ausgelagert werden. Eine geeignete Verpackung hilft, die Produkte leichter,sicherer und schneller zu lagern.manche Produkte sind gar erst durch eine entsprechende Verpackung lagerfähig. Zum Beispiel lassen sich Flüssigkeiten oder Bälle ohne eine Verpackung in Flaschen,Kisten oder Gitterboxennichtstapeln. DieVerpackung erfüllt somit auch während der Lagerung verschiedene Funktionen wie etwa den Schutz der Ware vorverschmutzung, Korrosion, Witterung, Schädlingen und Verlust, die optimale Ausnutzung des Lagerraums durch das Ermöglichen der Blocklagerung oder der Stapelung, eine verbesserte Übersichtlichkeit und Ordnung im Lager durch Kennzeichnungssysteme ander Verpackung, ein rationelles Durchführen der Lagerarbeiten durch bereits vorverpackte Produkte, den möglichen Einsatz automatischer Förderzeuge und die damit vereinfachte Einund Auslagerung. 2.3 Lade- und Transportfunktion Geeignete Verpackungen sollten vor allem leicht und sicher gegriffen, aufgenommen, bewegt, abgesetzt und gestaut werden können. Damit ermöglichen sie ein schnelles und rationelles Be- und Entladen undtransportieren von Gütern. Im Einzelnen unterstützen geeignete Verpackungen hierbei folgende Funktionen: leichteres und schnelleres Be- und Entladen der Transportmittel durch die Bildung von Ladeeinheiten,z.B.lassen sich 20 Kisten auf einer Palette in einem Arbeitsgang be- oder entladen, eine optimale Raumausnutzung auf dem Transportmittel, z.b. durch den Einsatz von EUR-Paletten, deren Maße auf die Maße der Ladeflächen von Lkws, Waggons usw. abgestimmt sind und damit größereliefermengen profahrtermöglichen, Schutz des Packgutes vor mechanischen und klimatischen Beanspruchungen während des Transportes, Kostensenkungen durch schnellere Be- und Entladezeiten und damit weniger Stillstandzeiten der Transportmittel, einen geringeren Personalbedarf für die Be- und Entladung. 275

6 GÜTERVERPACKEN 2.4 Verkaufsfunktion Die Verpackung gewinnt auch hinsichtlich des Verkaufes immer mehr an Bedeutung. Durch ihre Form- und Farbgestaltung soll sie das Käuferverhalten beeinflussen und den Verkauf rationeller gestalten. Deshalb nimmt die Verpackung auch während des Absatzes wichtige Funktionen wahr: als Werbeträger:Durch Logos,Namen,Farb-oder Formgestaltung der Verpackung kann der Käufer das Produkt und die Marke erkennen.die Verkaufsverpackung vermittelt oft einen ersten und kaufentscheidenden Eindruck.Sie weckt die Aufmerksamkeit möglicher Käufer.Die Verpackung soll den Käufer zum Kauf bewegen und dadurch den Absatz steigern und neue Kunden hinzugewinnen. als Hilfsmittel zur Rationalisierung des Verkaufsvorgangs: Ohne eine Verpackung wäre das heutige Selbstbedienungssystem überhaupt nicht denkbar. Durch das Abpacken vorbestimmter Mengen entfällt das Wiegen, Abfüllen und Auszeichnen an Verkaufstheken. Damit ist die Selbstbedienung durch den Kunden möglich geworden.dies macht das Verkaufen effektiv und spart Zeit und Personalkosten. Zusatznutzen: Viele Verpackungen bieten einen zusätzlichen Nutzen, der zum eigentlichen Produkt keinen Bezug hat; z. B. kann ein Senfglas noch als Trinkglas verwendet werden oder die Eisdose als Vorratsbehälter. 2.5 Informationsfunktion Verpackungen sind Träger wichtiger Produktinformationen. Sie ermöglichen eine eindeutige Identifizierung des Produkts.Die Identifizierung ist notwendig, um im Lagerbereich und im Verkauf mit modernen Techniken, wie z. B. Scanner und Scannerkassen, arbeiten zu können. Deshalb enthalten Verpackungen folgende Informationen und Daten: gedruckte Informationen über das Produkt, z.b.inhalt, Menge, Gewicht, Preis, Größe, Verwendung,Haltbarkeit verschlüsselte Daten, die eine rationelle Ein-, Aus- und Umlagerung sowie ein schnelles Einlesen an Scanner-Kassen im Supermarkt ermöglichen; z.b. den GTIN- Code Verwendungs- und Warnhinweise, z. B. Gefahrstoffsymbole, Gebrauchsanweisungen,Transportvorschriften Kontaktdaten des Herstellers zusätzliche Informationen,z.B.bei Lebensmitteln Kochrezepte, Nährwertangaben 276

3 BEANSPRUCHUNGDER VERPACKUNG 3 Beanspruchung der Verpackung Die Verpackung soll die Ware während des Transports und der Lagerung schützen. Deshalb musseineverpackung gewählt werden,die den jeweiligen Beanspruchungen gerechtwird. So lässt sich das Risikoeiner Beschädigung erheblich vermindern. Mögliche Beanspruchungen vonverpackungen Mechanische Beanspruchung Klimatische Beanspruchung Beanspruchung durch Lebewesen Beanspruchung durch Diebstahl 3.1 Mechanische Beanspruchung Während der Lagerung und des Transports wirken mechanische Kräfte auf die Güter, die zu Beschädigungen führen können. Mechanische Beanspruchungen Fall Druck Stoß Schub Beanspruchung durch Fall Der Fall von Packstücken beim Be- und Entladen, Ein- und Auslagern, Kommissionieren oder Transportieren zählt zu den häufigsten Ursachen für Beschädigungen an Gütern. Fall Ursachen sind z. B. ungeschicktes Arbeiten Unachtsamkeit Fahrlässigkeit rücksichtslose Behandlung vonpackstücken Vorbeugungsmaßnahmen Schadenshöhe ist abhängig von Höhe des Falls Beschaffenheit des Untergrundes (Boden) Art und Qualität des Packmittels und des Packhilfsmittels Empfindlichkeit und Eigengewicht der Ware Aufprallpunkt (Kante, Fläche oder Ecke) Erschütterung Linearstapelung/Säulenstapelung Es werden nur stabile und geeignete Packmittel und Packhilfsmittel verwendet. Leerräume in Packmitteln werden ausgefüllt (ausgepolstert). Auf Flachpaletten gestapelte kleinere Packstücke werden mit Folie umwickelt. Größere palettierte und gestapelte Packstücke werden mit Umreifungen gesichert. Beim Stapeln wird auf versetzte Stapelung geachtet (Verbundstapelung). Es werden Zwischenlagen verwendet. Verbundstapelung 277

6 GÜTERVERPACKEN Beanspruchungdurch Druck Beim Stapeln und Anheben (insbesondere mit einem Kran) wirken Druckkräfte auf das Packstück, die auch zu Beschädigungen am Packgut führen können. Die Güter werden gestaucht, gequetscht oder zerbrochen. Druck Ursachen sind z. B. Stapelung von schweren Gütern auf leichten Gütern ruckartiges Anheben Verwendung falscher Lastaufnahmemittel bzw.falsches Ansetzen der Lastaufnahmemittel ungleichmäßige Lastverteilung beim Stapeln (Punktbelastung) Schadenshöhe ist abhängig von Höhe des Stapels Empfindlichkeit und Eigengewicht der Ware Art und Qualität des Packmittels und des Packhilfsmittels Auswahl des Hebe- und Fördermittels Art und Vorgehensweise des Anhebens Vorbeugungsmaßnahmen Klammern in Pfeilrichtung Es werden nur stabile und an den Druckstellen verstärkte Packmittel verwendet. Es wird gleichmäßig gestapelt und Punktbelastungen werden vermieden. Schwere Güter werden grundsätzlich unten gestapelt. Lastaufnahmemittel werden nur an den dafür vorgesehenen und markierten Stellen angesetzt. Güter werden nicht ruckartig angehoben. Es werden Stapelhilfsmittel wie Kantenschutz und Zwischenlagen verwendet. Bei nicht stapelbaren Gütern werden Vorsichtsmarkierungen wie Nicht stapeln angebracht. Stapelbegrenzungen werden beachtet. Nichtstapeln Beanspruchung durch Stoß In der Lager- und Transportpraxis passiert esimmer wieder, dass Einrichtungen und Packstücke angefahren oder umgestoßen werden. Dadurch können Packmittel beschädigt werden,güter zerbrechen oder verkratzen und Flüssigkeiten auslaufen. Stoß Ursachen sind z. B. unvorsichtiger Umgang mit Fördermitteln Fahrlässigkeit und Gedankenlosigkeit rücksichtsloser Umgang mit Fördermitteln und Packstücken Schadenshöhe ist abhängig von Geschwindigkeit des Transportmittels beim Aufprall Stärke des Stoßes Art und Qualität des Packmittels und des Packhilfsmittels Empfindlichkeit und Eigengewicht der Ware 278

3 BEANSPRUCHUNGDER VERPACKUNG Vorbeugungsmaßnahmen Beim Stapeln,Lagern und Transportieren wird umsichtig gehandelt. Nur entsprechend ausgebildetes Personal wird mit dem Führen der Fördermittel beauftragt. Es werden ausreichend breite und übersichtliche Fahrwege und Durchlässe geschaffen. Leerräume in Packmitteln werden ausgefüllt (ausgepolstert). Es werden stabile Packmittel verwendet (z. B. Wellpappeschachteln mit hochwertigendeckpapieren). Palettierte und gestapelte Packstücke werden durch Folienumhüllungen oder Umreifungen gesichert. An der Verpackung werden Stoß- und Kippindikatoren angebracht, die anzeigen,ob das Packgut übermäßig gestoßen oder gekippt wurde. Durch Umreifung und mit Kipp-und Stoßindikator gesichertes Packstück Beanspruchung durch Schub Während des Transportes kann es zu besonderen Belastungen der Güter durch Schub kommen. Die Packstücke können dabei verrutschen oder umkippen, die Packmittel können durchstoßen werden. Dadurch kann es zu Beschädigungen an den Gütern kommen. Schub Ursachen sind z. B. ruckartiges Anfahren oder starkes Bremsen Aufprall des Transportmittels auf ein anderes Fahrzeug zu schnelles Durchfahren einer Kurve(Fliehkraft) starke Steigungen oder Gefälle der Fahrbahn Schadenshöhe ist abhängig von Brems- und Fliehkraft Geschwindigkeit des Transportmittels beim Aufprall Neigungswinkel des Gefälles oder der Steigung Artund Qualitätdes Packmittels und des Packhilfsmittels Empfindlichkeit und Eigengewicht der Ware Vorbeugungsmaßnahmen Die Packgüter werden ausreichend durch Festzurren und Verkeilen gesichert. Verbundstapelungen werden durchgeführt. Leerräume in Packmitteln werden ausgefüllt (ausgepolstert). Leerräume in den Transportmitteln werden vermieden bzw.ausgefüllt,z.b. mit Luftsäcken. Palettierte und gestapelte Packstücke werden durch Folienumhüllungen oder Umreifungen gesichert. 279

6 GÜTERVERPACKEN Folienumhüllung und Luftpolster wirken dem Schub entgegen Beanspruchung durch Erschütterung Erschütterungen entstehen durch Rüttelbewegungen und Schwingungen während des Transports.Diese werden auf die Ladefläche des Transportmittels und damit auf das Packgut übertragen.werden diese Erschütterungen zu stark,kann es zu Beschädigungen am Packgut kommen. Erschütterung Ursachen sind z. B. Fahren auf Kopfsteinpflaster Überqueren voneisenbahnschienen Spurrillen auf der Straße sonstige Unebeneinheiten auf der Straße (z.b. Schlaglöcher) Vibrationen der Motoren der Transportmittel Schwingungen der Schiffsturbinen bzw.schiffswellen Schadenshöhe ist abhängig von Beschaffenheit des Untergrundes (Boden) Stärkeder Erschütterungen Geschwindigkeit des Transportmittels Wirksamkeit stoßdämpfender Fahrzeugteile Artund Qualitätdes Packmittels und des Packhilfsmittels Empfindlichkeit und Eigengewicht der Ware Vorbeugungsmaßnahmen Palettierte und gestapelte Packstücke werden durch Folienumhüllungen oder Umreifungen gesichert. Verbundstapelungen werden durchgeführt. Packgüter werden ausreichend durch Festzurren und Verkeilen gesichert. An den Transportmitteln oder Packmitteln werden luftgefederte Dämpfungselemente angebracht. Leerräume in Packmitteln werden ausgefüllt (ausgepolstert). 280