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Transkript:

Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 11. Januar 2018 Pressekonferenz Bruttoinlandsprodukt 2017 für Deutschland am 11. Januar 2018 in Berlin Statement von Albert Braakmann Es gilt das gesprochene Wort 1. Die deutsche Wirtschaft setzte ihren Wachstumskurs auch im Jahr 2017 fort: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg um %. Schaubild 1 Bruttoinlandsprodukt in Deutschland Preisbereinigt; Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Ursprungswerte kalenderbereinigte Werte 6 4 2 0-2 -4 1992 94 96 98 2000 02 04 06 08 10 12 14 2017-6 Die konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2017 gekennzeichnet durch ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2017 um % höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit das achte Jahr in Folge gewachsen. In den beiden vorangegangenen Jahren war das BIP ebenfalls deutlich gestiegen: 2016 um 1,9 % und 2015 um

Seite - 2-1,7 %. Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 fast einen Prozentpunkt über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von + 1,3 % lag. Die Preise sind in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2017 gestiegen. Für die Verbraucher haben sie sich insgesamt um voraussichtlich 1,8 % erhöht und bewegten sich damit im Rahmen der Zielmarke der europäischen Geldpolitik von knapp unter 2 %. Auch die Einfuhr- und Ausfuhrpreise, die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sowie die Großhandelspreise stiegen 2017 im Vergleich zum Vorjahr. In jeweiligen Preisen gerechnet stieg das Bruttoinlandsprodukt 2017 im Vorjahresvergleich um 3,8 % auf 3 263 Milliarden Euro. Das Bruttonationaleinkommen (BNE) erhöhte sich ähnlich stark auf 3 324 Milliarden Euro. Die Differenz zwischen den Niveaus von Bruttoinlandsprodukt und Bruttonationaleinkommen in Höhe von 61 Milliarden Euro erklärt sich durch den Saldo der Primäreinkommen mit der übrigen Welt. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner erhöhte sich im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3,4 % und betrug durchschnittlich knapp 39 500 Euro. Da die Zahl der Einwohner nach ersten Schätzungen im Jahresdurchschnitt 2017 um 0,4 % gestiegen ist, ergibt sich hier ein etwas niedrigerer Anstieg. Am 14. Februar 2018 wird das Statistische Bundesamt erste Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) für das vierte Quartal 2017 sowie die überarbeiteten BIP- Ergebnisse für das Jahr 2017 veröffentlichen. Publiziert werden zu diesem Zeitpunkt dann zunächst nur Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt insgesamt. Detaillierte Ergebnisse folgen am 23. Februar 2018.

Seite - 3-2. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte im Jahresdurchschnitt 2017 einen erneuten Höchststand. Schaubild 2 Erwerbstätigkeit und Arbeitsstunden in Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Erwerbstätige im Inland Geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen 3 2 1 0-1 -2-3 1992 94 96 98 2000 02 04 06 08 10 12 14 2017-4 Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2017 von knapp 44,3 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das ist der höchste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. Nach ersten Berechnungen waren im Jahr 2017 rund 638 000 Personen oder 1,5 % mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Das entspricht der höchsten Zunahme seit dem Jahr 2007. Dieser Anstieg resultiert aus einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland glichen altersbedingte demografische Effekte aus. Im Jahr 2017 arbeitete jeder Erwerbstätige nach vorläufigen Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (IAB) im Durchschnitt 3 Stunden oder 0,2 % weniger als im Jahr 2016. Da es aber deutlich mehr Erwerbstätige gab als im Vorjahr, erhöhte sich die Zahl der von allen Erwerbstätigen geleisteten Jahresarbeitsstunden, das sogenannte gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, um 1,2 %. Die Zahl der Erwerbslosen nach der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ging 2017 um 79 000 Personen oder 4,5 % zurück. Das ergaben erste Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung. Der Anteil der Erwerbslosen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen lag im Jahresdurchschnitt 2017 bei 3,7 %. Die Erwerbslosenquote hat sich damit seit ihrem Höchststand im Jahr 2005 von 10,3 % mehr als halbiert und war 2017 so niedrig wie noch nie seit 1991.

Seite - 4-3. Die Wirtschaftsleistung ist 2017 in fast allen Wirtschaftsbereichen gestiegen. Schaubild 3 Bruttowertschöpfung nach Wirtschaftsbereichen 2017 in Deutschland Preisbereinigt; Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Land- und Forstwirtschaft, Fischerei -0,7 Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe 2,5 Baugewerbe Handel, Verkehr, Gastgewerbe 2,9 Information und Kommunikation 3,9 Finanz- und Versicherungsdienstleister 0,0 Grundstücks- und Wohnungswesen 1,4 Unternehmensdienstleister 2,5 Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit 2,1 Sonstige Dienstleister 1,2 Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts konnten nahezu alle Wirtschaftsbereiche positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2017 beitragen. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um %. Überdurchschnittlich entwickelten sich die Dienstleistungsbereiche Information und Kommunikation mit + 3,9 % sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit + 2,9 %. Ebenfalls kräftig legte das Produzierende Gewerbe mit + 2,5 % zu, das ohne das Baugewerbe gut ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung erwirtschaftet. Wesentlich getragen wurde dieser Anstieg vom exportorientierten Verarbeitenden Gewerbe, in dem die preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 2,7 % höher war als ein Jahr zuvor. Das Baugewerbe legte im Vergleich zum Vorjahr um % zu. Deutliche Zunahmen gab es daneben auch bei den Unternehmensdienstleistern mit einer Wachstumsrate von 2,5 %.

Seite - 5-4. Wachstumsimpulse kamen im Jahr 2017 von Konsum und Investitionen. Schaubild 4 Verwendung des deutschen Bruttoinlandsprodukts 2017 Preisbereinigt; Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 4,7 5,2 3,6 2,0 1,4 BIP Inländische Verwendung Private Konsumausgaben Konsumausgaben des Staates Bruttoinvestitionen Exporte Importe Positive Wachstumsimpulse kamen 2017 primär aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 2,0 % höher als ein Jahr zuvor, die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit + 1,4 % unterdurchschnittlich. Die Bruttoinvestitionen insgesamt, zu denen neben den Bruttoanlageinvestitionen noch die Vorratsveränderungen zählen, waren preisbereinigt um 3,6 % höher als 2016. Insbesondere die Bruttoanlageinvestitionen legten 2017 im Vorjahresvergleich überdurchschnittlich zu (+ 3,0 %). Die Bauinvestitionen stiegen dabei um 2,6 %. In Ausrüstungen das sind vor allem Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge wurde preisbereinigt 3,5 % mehr investiert als im Vorjahr. Die Sonstigen Anlagen, zu denen unter anderem die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gehören, lagen ebenfalls um 3,5 % über dem Vorjahresniveau. Die deutschen Ausfuhren konnten im Jahresdurchschnitt 2017 weiter zulegen: Die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen waren um 4,7 % höher als im Vorjahr. Die Importe legten im gleichen Zeitraum stärker zu (+ 5,2 %). Der resultierende Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, trug rein rechnerisch + 0,2 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei. Die Wachstumsbeiträge der Verwendungsaggregate das sind vereinfacht ausgedrückt gewichtete Veränderungsraten, die sich zur BIP-Wachstumsrate von % summieren ergeben für 2017 folgendes Bild:

Seite - 6 - Der Konsum war mit einem Wachstumsbeitrag von 1,4 Prozentpunkten erneut die treibende Kraft des BIP. Der Wachstumsbeitrag der Bruttoinvestitionen insgesamt war ebenfalls positiv (+ 0,7 Prozentpunkte). Ohne Berücksichtigung der Vorratsveränderungen lag der Wachstumsbeitrag der Bruttoanlageinvestitionen bei + 0,6 Prozentpunkten. Der Außenbeitrag stützte das deutsche BIP-Wachstum geringfügig (+ 0,2 Prozentpunkte).

Seite - 7-5. Die Einkommen legten 2017 kräftig zu das Arbeitnehmerentgelt stieg etwas stärker als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Schaubild 5 Komponentenzerlegung des Volkseinkommens in Mrd. Euro Bruttolöhne und -gehälter Arbeitnehmerentgelt Volkseinkommen 2 500 2 000 Unternehmens- und Vermögenseinkommen Sozialbeiträge Arbeitgeber Abzüge der Arbeitnehmer 1 500 1 000 Nettolöhne und -gehälter 500 1991 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 2017 0 Das Volkseinkommen setzt sich aus dem Arbeitnehmerentgelt sowie den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammen. Ersten Berechnungen zufolge legten beide Einkommensarten im Jahr 2017 kräftig zu. Das Arbeitnehmerentgelt der Inländer erhöhte sich gegenüber 2016 um 4,3 %. Etwas weniger stark stiegen im selben Zeitraum die Unternehmens- und Vermögenseinkommen, nämlich um 3,9 %. Das Volkseinkommen insgesamt nahm im Jahr 2017 um 4,1 % auf 2 435 Milliarden Euro zu. Die Lohnquote, die den Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen misst, lag bei 68,5 % und somit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bruttolöhne und -gehälter aller Arbeitnehmer erhöhten sich im Jahr 2017 um 4,4 %. Die Nettolöhne und -gehälter stiegen etwas weniger stark um 4,1 %, da die Abzüge der Arbeitnehmer Sozialbeiträge und Lohnsteuer stärker gestiegen sind (+ 4,9 %) als die Bruttolöhne und -gehälter. Die kräftige Zunahme der Bruttolöhne und -gehälter resultierte zum einen aus einer im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 % höheren Arbeitnehmerzahl (berechnet nach dem Inländerkonzept) und zum anderen aus einem Zuwachs der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 2,7 % auf monatlich 2 861 Euro. Die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer stiegen etwas weniger stark um 2,4 % auf monatlich 1 892 Euro.

Seite - 8 - Aus dem Blickwinkel der privaten Haushalte sind die Nettolöhne und -gehälter mit einem Anteil von 48 % die wichtigste Komponente ihres verfügbaren Einkommens. Die monetären Sozialleistungen tragen 24 % zum verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte bei, die Einkommen aus unternehmerischer Tätigkeit und Vermögen 28 %. In der Summe hat sich das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte im Jahr 2017 um 3,9 % erhöht. Da die Konsumausgaben der privaten Haushalte mit + 3,8 % ähnlich stark gestiegen sind, lag die Sparquote im Durchschnitt aller privaten Haushalte im Jahr 2017 mit 9,7 % auf demselben Niveau wie 2016.

Seite - 9-6. Die Lohnkosten sind auch 2017 stärker gestiegen als die Arbeitsproduktivität. Schaubild 6 Arbeitsproduktivität und Lohnstückkosten (Stundenkonzept) in Deutschland 2010 = 100 130 Lohnstückkosten 2 Arbeitnehmerentgelt je geleisteter Arbeitnehmerstunde Arbeitsproduktivität 1 120 110 100 2007 08 09 10 11 12 13 14 15 16 2017 90 1 Preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je geleisteter Erwerbstätigenstunde. 2 Arbeitnehmerentgelt je geleisteter Arbeitnehmerstunde in Relation zur Arbeitsproduktivität je geleisteter Erwerbstätigenstunde. Nach ersten Berechnungen war die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je geleisteter Erwerbstätigenstunde, im Jahr 2017 um 1,0 % höher als im Vorjahr. Je Erwerbstätigen gemessen ist die Arbeitsproduktivität mit + 0,8 % etwas weniger stark gestiegen, weil sich die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr verringert hat. Dies ist jedoch maßgeblich auf die geringere Zahl von Arbeitstagen im Jahr 2017 zurückzuführen. Die Lohnstückkosten sind definiert als Relation der Lohnkosten zur Arbeitsproduktivität. Sie werden gesamtwirtschaftlich ebenfalls nach zwei Varianten berechnet: nach dem Stundenkonzept (Arbeitnehmerentgelt je geleisteter Arbeitnehmerstunde in Relation zum preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde) oder nach dem Personenkonzept (Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer in Relation zum preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen). Im Jahr 2017 stieg das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt (Lohnkosten) nach beiden Konzepten sehr viel stärker als die Arbeitsproduktivität. Folglich sind die Lohnstückkosten wie schon in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen: nach dem Stundenkonzept um 1,5 % und nach dem Personenkonzept um 1,8 %.

Seite - 10-7. Der Staat erzielte 2017 erneut einen Finanzierungsüberschuss die Überschussquote lag bei 1,2 %. Schaubild 7 Finanzierungssaldo des Staates in % des Bruttoinlandsprodukts Deutschland 1,2 2 1 0-1 -2-3 -4 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017-5 Der Staat erzielte im Jahr 2017 einen Rekordüberschuss in Höhe von 38,4 Milliarden Euro. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen beendeten das Jahr nach vorläufigen Berechnungen zum vierten Mal in Folge mit einem Überschuss. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich für den Staat im Jahr 2017 eine Überschussquote von 1,2 %. Im Jahr 2017 stiegen die staatlichen Einnahmen mit + 4,2 % stärker als die Ausgaben (+ 3,4 %). Die Steuern und die Sozialbeiträge nahmen insbesondere im Zuge der günstigen Entwicklung von Binnenkonjunktur und Arbeitsmarkt sowie der höheren Einkommen zu. Deutliche Ausgabenzuwächse gegenüber dem Vorjahr hatte der Staat bei den monetären Sozialleistungen (+ 3,9 %). Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Auszahlungen bei gesetzlichen Renten und Pensionen zurückzuführen. Daneben spielen auch die Leistungsausweitungen aus dem Pflegestärkungsgesetz II eine Rolle. Andererseits gingen vor allem die zu zahlenden Zinsen des Staates deutlich zurück, was die Ausgaben dämpfte.

Seite - 11-8. Deutschlands Wirtschaft wächst 2017 in etwa im europäischen Durchschnitt. Schaubild 8 1 Bruttoinlandsprodukt 2016 und 2017 im internationalen Vergleich EU, China, USA und Japan Preisbereinigt; Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 2017 2016 Deutschland Eurozone EU28 China USA Japan 1,0 1,9 1,8 1,9 1,5 1,6 2,3 6,8 6,7 1 Europäische Kommission, Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen, Prognose Herbst 2017, außer für Deutschland. Die Europäische Kommission erwartet in ihrer Herbstprognose für die EU28 einen Anstieg des realen BIP um 2,3 % für das Jahr 2017. Für die 19 Länder der Eurozone rechnet sie mit einem ähnlich hohen BIP-Wachstum von %. Deutschland trägt mit einem Wachstum von % maßgeblich zum europäischen Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 bei. Auch aufgrund der Erholung der Weltkonjunktur erwartet die Kommission im außereuropäischen Vergleich höhere Wachstumsraten als noch ein Jahr zuvor. Für die US-Wirtschaft prognostiziert die Kommission mit + % ein ähnlich hohes BIP-Wachstum wie für die EU. Für China wird ein weiterhin starkes Wachstum von 6,8 % vorausgesagt. Für Japan geht die Kommission davon aus, dass die Wirtschaft im Jahr 2017 weiter Fahrt aufnimmt (+ 1,6 %).

Seite - 12-9. Zusammenfassend kann zur Wirtschaftslage in Deutschland im Jahr 2017 Folgendes festgestellt werden: Schaubild 9 Gesamtwirtschaftliche Konjunkturdaten für Deutschland in % Durchschnitt 2006 2016 6 Wachstum 1 Finanzierungssaldo 2 4 2 1,3 1,2 0-2 -0,7-4 -6 2006 08 10 12 14 2017 2006 08 10 12 14 2017 4 Erwerbstätigkeit 3 Preisanstieg 4 2 1,0 1,5 1,4 1,8 0-2 2006 08 10 12 14 2017 2006 08 10 12 14 2017 1 Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP). 2 Finanzierungssaldo des Staates in % des BIP. 3 Veränderung der Erwerbstätigen im Inland. 4 Veränderung des Verbraucherpreisindex.

Seite - 13-1. Die deutsche Wirtschaft ist auch im Jahr 2017 kräftig gewachsen. Insgesamt stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um % und damit merklich stärker als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Wachstumsimpulse kamen 2017 primär aus dem Inland. 2. Die staatlichen Haushalte erzielten einen Rekordüberschuss. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen erreichten 2017 einen Finanzierungsüberschuss von 38,4 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich daraus für den Staat eine Überschussquote von 1,2 %. 3. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland hat wiederum deutlich zugenommen und erreichte 2017 mit 44,3 Millionen einen erneuten Höchststand. Dabei stieg 2017 insbesondere die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. 4. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresdurchschnitt 2017 voraussichtlich um 1,8 % und bewegten sich damit im Rahmen der Zielmarke der europäischen Geldpolitik von knapp unter 2 %.