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180011 PS Experimente im Psychologieunterricht Turek Elisabeth, 0200350, A 190 299 482 Leitung: MMag. Pökl Lehrplanbezug: Soziale Phänomene und Kommunikationsstrukturen erfassen - soziale Strukturen und gruppendynamische Prozesse - Entstehung von Meinungen Motive menschlichen Handelns Feinziele dieser Stunde: Die Schüler/innen sollen verschiedene Gruppenarten erkennen und mit Beispielen belegen können. Sie sollen die Voraussetzungen für Gruppenbildung und die Bedeutung für den Einzelnen erklären können. Sie sollen auf Probleme bei Gruppenentscheidungen, Umgang mit Gruppendruck eingehen können Wörter wie: Konformität, Compliance, Identifikation und Internalisation sollten erklärt werden können. Zeit Inhalt Methoden Material/Medien Einstimmung s- Phase 2 Minuten Die Schüler/Innen sollen kurz dahingehend informiert werden, dass man gemeinsam mit der Klasse ein Experiment durchführen möchte. wichtige Hinweise: Erklärungen erfolgen nach dem Experiment es wird kein Wissen abgefragt keine der teilnehmenden Personen wird persönlich angegriffen oder in irgendeiner Form bloß gestellt Informationsvortrag/LehrerIn

180011 PS Experimente im Psychologieunterricht Turek Elisabeth, 0200350, A 190 299 482 Leitung: MMag. Pökl Vorbereitung s- Phase 5 Minuten Gruppeneinteilung (hoffentlich freiwillig) ProtokollführerIn Wenn SchülerInnen nicht mehr anwesend: Vorbereitung der Materialen (Achtung: richtige Aufstellung von Tisch, Tafel, Glas siehe S 5 Ablauf ) anwesende SchülerInnen darauf hinweisen, dass sie während des Experiments keine Kommentare abgeben sollen (siehe S 5 ev. Schwierigkeiten ) Informationsvortrag/LehrerIn + Gruppeneinteilung Protokollformular (erspart zusätzliche Erklärungen) Glas + Inhalt Tafel + Kreide Tisch Experiment 20 Minuten Durchführung (siehe S 4 Experiment ) LehrerIn als VersuchsleiterIn Klasse Vpn und BeobachterInnen ProtokollführerIn Tafel + Kreide Glas + Inhalt Tisch Protokoll Produktions- Phase 20 Minuten aufgrund des Ergebnisses (Mittelwertvergleiche) soll den SchülerInnen das Thema Gruppe nähergebracht werden. Dieser Stundenteil wird zum Teil in Frontalunterricht abgehalten, allerdings sollten sich auch Themen im Plenum erarbeitet und diskutiert werden. Themen zur gemeinsamen Erarbeitung: Voraussetzungen für eine Gruppe Bedeutung der Gruppe für den Einzelnen Ziele von Gruppen Arten von Gruppen Frontalunterricht Plenumsdiskussion (Mind-Map) Tafel

180011 PS Experimente im Psychologieunterricht Turek Elisabeth, 0200350, A 190 299 482 Leitung: MMag. Pökl Abschluss 3 Minuten (Denk)Aufgabe bis zur nächsten Stunde: Überlege welchen Gruppen du angehörst? Welche Art der Gruppe handelt es sich? Hinweis: bei dieser Stunde handelt es sich vor allem um ein Stunde der Themenkonfrontation und Themenerarbeitung. Die SchülerInnen sollen in weiterer Folge für das Thema Gruppe sensibel und neugierig gemacht werden. Die theoretische Erarbeitung und Verschriftlichung bzw. Wiederholung sollte das Ziel für die folgende Stunde sein. Die eingangs angeführten Feinziele beziehen sich allerdings auf beide Stunden. Prüfungsfragen: Beschreibe das Experiment von Asch (unabhängige, abhängige Variabel, Ergebnis) Welche Ursachen können Anpassungsverhalten oder erfolgreicher Widerstand gegen Gruppendruck haben?

EXPERIMENT GRUPPENDRUCK (Variante des Experiments von ASCH) SETTING: TEILNEHMER: ABLAUF: UA VARIABLE: A VARIABLE: zwei Gruppen von Vpn schätzen eine große Zahl kleiner Objekte unter verschiedenen Bedingungen. Eine Gruppe ohne äußere Beeinflussung- die andere mit vorgegebenen, manipulierten Zahlen, von denen die Vpn annehmen müssen, sie seinen die Schätzungen der Vpn vorher. Es zeigt sich eine deutliche Anpassung an die vermeintlich vorgegeben, manipulierten Schätzungen. gesamte Klasse ein Protokollführer (der alle Ergebnisse mitschreibt) Vpn werden aus dem Raum geschickt. Vor die Tafel wird ein Tisch mit dem Glas so aufgestellt, dass jede Vp bei der Schätzung sofort auf die Tafel sehen kann, die Tafel ist zu Beginn des Experiments leer. Die Vp werden einzeln in den Raum gerufen. Sie haben nun die Aufgabe die Anzahl der im Glas befindlichen Gegenstände zu schätzen. (Anweisung des Vl: Vor dir steht ein Glas mit., deren Anzahl du schätzen sollst. Du darfst das Glas anfassen, aber nicht öffnen. Dein Schätzergebnis schreib bitte hierher zu den anderen an die Tafel. ) Die erste Hälfte der Versuchspersonen schreibt das Ergebnis jeweils zu den Vorgängern an die Tafel und setzt sich dann. Von Vp zu Vp werden teilweise in ungleichmäßigen Abständen kurze Pausen eingelegt. Hat die Hälfte der Vpn geschätzt, werden in einer Pause die angeschriebenen Ergebnisse um das Doppelte erhöht. Die zweite Gruppe schätzt nun unter diesen Bedingungen. Liegen die folgenden Ergebnisse einzelner Vpn dennoch in der Nähe des richtigen Ergebnisses (weniger als ca. 50%) darüber, dann wird dieses neue Ergebnis nach festhalten durch den Protokollführer ebenfalls weiter erhöht. Schätzbedingungen ohne/mit Vorgabe manipulierter Ergebnisse der anderen geschätzte Zahl 7

SCHWIERIG- KEITEN: - manche Vpn beschäftigen sich mit dem Glas ohne auf die Tafel zu schauen => eindeutige verbale Hinweise erforderlich - alle Personen müssen auf das Stillschweigen hingewiesen werden (keine Kommentare, Kichern, Grinsen ) - einige VPN sind empört, wenn ihre Ergebnisse verändert werden - => Hinweise von VL sich ruhig zu verhalten, da später alles erklärt werden wird - anschließende deutliche Erklärung der Manipulation, vor allem die letzten Vpn haben das Ziel dieser Maßnahme noch nicht verstanden. AUSWERTUNG: EINFLUSS/ SETTING: die Mittelwerte der jeweiligen Gruppen werden ausgerechnet und miteinander verglichen (meistens hohe Signifikanz) Breite und Höhe des Glases, Zahl des Inhalts, Anordnung von Tisch und Tafel, Höhe der Manipulation, Einfluss der anwesenden fertigen Vpn ALLTAGS- RELEVANZ: VARIANTEN: Anpassungsphänomen in diversen Gruppen: Cliquen, Klassen, Vereine, Berufsgruppen Politische Relevanz des Phänomens: Urteilsanpassung an die Mehrheit, die Angst eine Außenseitermeinung zu vertreten erste Gruppe schätzt verdeckt, die Gruppenmitglieder erhalten die Ergebnisse der anderen nicht. Diese werden erst für die zweite Gruppe (in manipulierter Form) angeschrieben. 8

RELEVANZ DES EXPERIMENTS NACH HERKNER (Herkner, 2001): Im klassischen Experiment von Asch (1951, 1956) zeigt sich, dass manche VPN sehr heftig auf die Meinungsverschiedenheit zw. Der Gruppe und der Vp reagierten, daraus geht hervor, dass selbst in einer trivialen, unpersönlichen Situation eine Meinung die gegen eine gesamte Gruppe spricht, sehr unangenehm ist. Unterschiedliche Reaktionstendenzen sind auf unterschiedliche Lernerfahrungen zurückzuführen => was wurde in der Vergangenheit massiver verstärkt: richtiges Ur- Teilen oder die Akzeptanz der Meinungen anderer Dem Druck der Mehrheitsmeinung wird nicht nur aus Unsicherheit nachgegeben (weil eine übereinstimmende geäußerte Meinung vielleicht doch richtig ist), sondern auch, um antizipierte Strafreize wie Gelächter und Kopfschütteln zu vermeiden. Echte Meinungs- und Einstellungsänderungen durch Gruppen werden umso stärker wirksam, je positiver bzw. attraktiver die Gruppe bewertet wird (dies gilt auch bei negativen Gruppen) 9