Ausbildung Der Behandlungsplatz

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Transkript:

Ausbildung Der Behandlungsplatz

Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis... 2 Was ist eigentlich ein Behandlungsplatz?... 3 Wann wird ein Behandlungsplatz eingerichtet?... 3 Vorteile eines Behandlungsplatzes... 3 Struktur eines Behandlungsplatzes... 3 Räumliche und personelle Ausstattung... 5 Ausbildung Der Behandlungsplatz Eine Zusammenfassung zum Dienstabend am 13.02.2006 der DRK-Bereitschaft Römerstein 2/2006 Martin Class [m.class@drk-roemerstein.de] Vervielfältigung auch in Auszügen nur für Zwecke des DRK oder anderer BOS erlaubt. Quellen: Der Behandlungsplatz, Stumpf und Kossendey Checklisten-Sammlung..., DRK-Kreisverband Reutlingen Seite 2

Was ist eigentlich ein Behandlungsplatz? Eine Behandlungsplatz ist, laut Entwurf zur DIN13050 Rettungswesen - Begriffe,... eine Einrichtung mit einer vorgegebenen Struktur, an der Verletzte / Erkrankte nach Sichtung notfallmedizinisch versorgt werden. Von dort erfolgt der Transport in weiterführende medizinische Versorgungseinrichtungen. Der Behandlungsplatz ist die Stelle, an der die Verletzten zentral gesichtet, behandelt und abtransportiert werden. Wann wird ein Behandlungsplatz eingerichtet? Für den zivilen Bereich lehrt die Erfahrung, dass bei mehr als 30 Verletzten sich die Einrichtung eines Behandlungsplatzes lohnt, da er notfallmedizinisch effektivitätssteigernd wirkt. Verletztenablagen dienen hier nur der Erstversorgung Bei kleineren Lagen ist es u.u. besser, die Verletzten an den Verletztenablagen notfallmedizinisch zu behandeln und von dort in die entsprechenden Krankenhäuser zu transportieren. Vorteile eines Behandlungsplatzes Ein Behandlungsplatz bietet bei einem Massenanfall von Verletzten eine Reihe von Vorteilen: Konzentration von Personal und Material Zentrale Registrierung Zentraler Abtransport Einfache Führung durch Übersicht Entlastung der Krankenhäuser Struktur eines Behandlungsplatzes Die Struktur eines Behandlungsplatzes orientiert sich an dem Ergebnis der Sichtung. Somit befinden sich entlang der Haupttransportrichtung die Triage, die Behandlungsstellen Rot, Gelb ; Grün und Blau sowie der zentrale Abtransport. Eine eventuelle Erweitung sollte in die Breite erfolgen können. Bei Schadensereignissen mit kontaminierten Verletzten, z.b. einem Giftunfall, kann es notwendig sein, dem Behandlungsplatz eine Dekontamination vorzulagern. Diese wird i.d.r. von der Feuerwehr betrieben. Sind entsprechende Fachkräfte des Rettungsdienstes / Sanitätsdienstes Vor Ort, können diese bereits hier mitwirken. Seite 3

Verletztenablagen Evtl. Dekontamination Triage /Sichtung Behandlungsstelle Rot Behandlungsstelle Gelb Behandlungsstelle Grün Haupttransportrichtung Behandlungsstelle Blau Abtransport Evtl. Erweiterung Die Triage / Sichtung Die Sichtung ist ein rein ärztlicher Vorgang. Der sichtende Arzt arbeitet wechselseitig an zwei Sichtungsplätzen. Das Hilfspersonal bereitet den Verletzten auf die Sichtung und dokumentiert das Ergebnis auf der Verletztenanhängekarte. Zu dieser Stelle gehören auch vier oder mehr Träger. Bei der Triage findet i.d.r. keine Therapie statt. Ausnahmen können lebensrettende Sofortmaßnahmen darstellen. Hierzu ist ein Notfallrucksack vorhanden. Die Behandlungsstelle Rot Hier werden vital bedrohte, jedoch nicht transportfähige, Schwerverletzte behandelt. An dieser Behandlungsstelle ist daher das meiste notfallmedizinische Material und Personal notwendig. Die Behandlungsstelle Gelb Die Materialausstattung entspricht im wesentlichen dem der Behandlungsstelle Rot. Hier werden Verletzte behandelt und betreut, die auf den Abtransport warten. Seite 4

Die Behandlungsstelle Grün Alle Leichtverletzten und unverletzte Betroffene werden hierher gelangen. Diese Gruppe von Betroffenen stellt erfahrungsgemäß den größten Anteil. Personal und Material stellt der Sanitäts- und Betreuungsdienst. Die Behandlungsstelle Blau Wird auf Anweisung des LNA eine Behandlungsstelle Blau eingerichtet, werden hier die Verletzten betreut, die keine Überlebenschance haben. Der Abtransport Ist der Verbleib des Verletzten und die Transportart geklärt, verlässt dieser den Behandlungsplatz durch den Sammelraum Abtransport. Der Leiter des Sammelraums benötigt Verbindungen zur Leitung des Behandlungsplatzes und zum Bereitstellungsraum, um das vorgesehene Rettungsmittel abrufen zu können. Räumliche und personelle Ausstattung Wird der Behandlungsplatz in Zelten eingerichtet, ergibt sich eine Mindestplatzbedarf von 38 Meter Länge und 12 Meter Breite. Eine evtl. Erweiterung und Flächen für den An- und Abtransport sind hierbei noch nicht berücksichtigt. Ein Behandlungsplatz kann aber auch in einem Gebäude eingerichtet werden. Weiter sind Aufstellflächen für Fahrzeuge, An- und Abfahrtswege, Versorgung mit Wasser und Strom und die Möglichkeit, Unbefugten den Zutritt zu verwehren, bei der Anlage eines Behandlungsplatzes zu berücksichtigen. Mindestdaten laut Checkliste Triage Rot Gelb Grün Blau Sum. Max Notfallkoffer 1 1 1 1 4 1 Unterlagen Registratur 1 1 1 Tragelagerungsbock 2 5 1 1 9 5 Absperrmaterial 1 1 1 Zelt 1 1 1 1 1 5 1 Tisch 2 2 3 1 8 3 Bank 2 2 2 K50 / K 52 1 1 2 1 Absaugeinheit 1 1 2 1 Medumat 1 1 2 1 EKG mit Defibrillator 1 1 2 1 Decken 10 10 10 10 40 10 Abfallbehälter 1 1 1 1 4 1 Handwaschgelegenheit 1 1 1 1 4 1 Feldbett 3 3 3 Sanitätskoffer 1 1 1 Arzt 1 1 1 3 1 RA / RS 2 2 1 5 2 SanH 6 2 4 2 2 16 6 BtrgH 2 2 2 Seite 5