JAGDOPTIK Rudolf HAFELLNER

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Transkript:

JAGDOPTIK Rudolf HAFELLNER

Optische Hilfsmittel für den Jäger (Jagdoptik): Zielfernrohre Fernglas oder Feldstecher Fernrohr oder Spektiv

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Vergrößerung: ist immer die erste angegebene Zahl, d.h. z.b. 6 x 42 und bedeutet, dass ein Objekt in diesem Fall 6 mal näher, also größer zu sehen ist.

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Objektiv-Durchmesser: ist die zweite angegebene Zahl und bezeichnet den wirksamen Linsendurchmesser des Objektives. Je größer diese Zahl ist desto mehr Licht kann eindringen!! z.b.: 6 x 42

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik:

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Das Objektiv: Das Objektiv übernimmt im Fernrohr die Aufgabe des Sammelns von Licht, d.h. von einem Objekt ausgehende Strahlen treffen auf der Objektivoberfläche auf und werden gebündelt. Sie bilden im Brennpunkt ein deutlich kleineres reales Bild des Objektes, das am Kopf steht!

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Die Aufgabe der Bildumkehr übernimmt das Umkehrsystem! Bei Ferngläsern durch Prismen, bei Fernrohren durch Linsen. Porroprisma Dachkantprisma Augenabstand Augenabstand Objektivabstand traditionelle Bauweise Objektivabstand moderne Bauweise

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik:

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Pupillenöffnung

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Gesichtsfeld: Zur raschen Erfassung des Zieles beim ZF und zur besseren Übersicht im Gelände beim Fernglas ist ein möglichst großes Gesichtsfeld erwünscht. Es entspricht dem Geländeteil, den man beim Blick durch das Fernglas erfassen kann. Bei Ferngläsern bezieht man das Sehfeld meist auf 1000m, bei ZF auf 100m. Das Gesichtsfeld steht dabei in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vergrößerung! Je größer die Vergrößerung desto kleiner das Gesichtsfeld!!!

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: 7 x 15 x 30 x 60 x

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Parallaxe: Unter Parallaxe versteht man das scheinbare Wandern des Absehens gegenüber dem Ziel. Ein ZF kann nur auf einen Bestimmten Entfernungsbereich parallaxefrei gemacht werden (in der Regel bei 100 bis 150m jedoch kann bei ZF mit geringerer Vergrößerung wegen der Verwendbarkeit auf kürzere Distanzen auch dahingehend eingestellt sein). Fix eingestellte parallaxefreie Bereiche sind üblich, es gibt jedoch auch ZF mit einer eigenen Einstellvorrichtung (Einstell- Ring am Objektiv).

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Objektivdurchmesser und Vergrößerung bestimmen in erster Linie die optischen Daten von Ferngläsern und Zielfernrohren. Die Qualität hängt im Besonderen von der Qualität der Linsen bzw. Prismen und deren Vergütung und den Spezialbelägen aber auch einer dichten Bauweise, die kein Eindringen von Feuchtigkeit erlaubt (Stickstofffüllung), ab.

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Als Vergütung bezeichnet man die auf die Optik aufgedampfte ANTIREFLEX-Schicht. Die Vergütung vermindert Lichtreflexe, erhöht die Lichtdurchlässigkeit (Transmission) und verstärkt den Kontrast des Bildes.

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Lichtdurchlässigkeit (Transmission) Transmissionsverlust bei 2 Glas-Luftflächen mit Vergütung Transmissionsverlust bei 12 Glas- Luftflächen ohne Vergütung Transmissionsverlust mit Vergütung mit 0,2% Verlust pro Glas-Luftfläche Transmissionsverlust ohne Vergütung mit 5% Verlust pro Glas-Luftfläche 15

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Schichtenpaket des Fernglases Habicht SLC 7x42 Optik der Spitzenklasse erreicht hier Werte um 90% vom Lichteintritt bis zum Lichtaustritt!

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik:

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik:

Wichtige technische Begriffe zur Jagdoptik: Optische Geräte im Jagdgebrauch haben den Zweck, durch ihre Vergrößerung entfernte Gegenstände zur besseren Beobachtung an das Auge heran zu holen (z.b. Ansprechen des Wildes), aber auch auf Grund des optischen-technischen Aufbaues den Zielvorgang erheblich zu vereinfachen (2-Punkt-Visierung und 3- Punkt-Visierung siehe Waffenkunde!) und damit die Möglichkeit bieten einen wesentlich sichereren Schuss abzugeben.

Das Zielfernrohr: Das wichtigste am Zielfernrohr ist NICHT seine Vergrößerung oder seine Dämmerungsleistung sondern die Vereinfachung des Zielvorganges.

Das Zielfernrohr: Während beim Visieren über Kimme und Korn das Auge drei Punkte zusammenschauen, das heißt auf eine Linie bringen muss (Kimme Korn Ziel), braucht man beim Zielfernrohr nur das Absehen (Fadenkreuz, Zielstachel) auf das Ziel zu bringen, weil hier optisch Kimme und Korn auf einer Ebene liegen. Viele gravierende Zielfehler können dadurch bereits im Voraus vermieden werden. Vergrößerung und Dämmerungsleistung sind zusätzliche Vorteile, die ein sicheres Zielen auch dann noch erlauben, wenn für die offene Visierung das Büchsenlicht nicht mehr ausreichen würde. Sinnlos und schädlich ist es dagegen, wenn man sich durch starke Vergrößerung zu übermäßig weiten Schüssen verleiten lässt (Die Optik holt das Ziel nur scheinbar näher heran!!!).

Vergrößerung eines Zielfernrohres: Je nach jagdlichen Erfordernissen wird die Auswahl der Vergrößerung getroffen! Die Auswahl des Zielfernrohres bzw. dessen Vergrößerung richtet sich vielfach nach der jeweiligen JAGDART!!

Vergrößerung eines Zielfernrohres: Je nach jagdlichen Erfordernissen wird die Auswahl der Vergrößerung getroffen: 1,5 bis 3 fache Vergrößerung: ZF mit dieser Vergrößerung werden in erster Linie für Jagdarten verwendet, bei denen vornehmlich auf sich bewegendes Wild, auf relativ kurze Distanzen geschossen wird. Es sind dies vornehmlich Drückjagden, Riegeljagden, Bewegungsjagden u. dgl.. Durch das bei geringer Vergrößerung sehr große Gesichtsfeld und der hohen Lichtstärke sind diese ZF einer offenen Visierung weit überlegen.

Vergrößerung eines Zielfernrohres: Je nach jagdlichen Erfordernissen wird die Auswahl der Vergrößerung getroffen: 4 bis 6 fache Vergrößerung: Die traditionelle Universalvergrößerung von 4-fach wurde meist durch die 6-fache Vergrößerung abgelöst und findet bei Birsch und Ansitz Verwendung, kann aber auch noch bei Riegeljagden verwendet werden.

Vergrößerung eines Zielfernrohres: Je nach jagdlichen Erfordernissen wird die Auswahl der Vergrößerung getroffen: 8 fache Vergrößerung: ZF mit 8-facher Vergrößerung und entsprechendem Objektivdurchmesser (z.b. 8x56) sind bei schlechten Lichtverhältnissen aufgrund der hohen Dämmerungszahl sehr hilfreich, aber auch dann wenn auf größere Entfernungen geschossen wird. Dabei ist aber unbedingt auf eine gute Waffenauflage zu achten. Variable Vergrößerungen: Bei diesen ZF kann man durch Verdrehen eines Ringes die jeweilige Vergrößerung an die jagdlichen Gegebenheiten anpassen. Es gibt z.b. 2,2-9x42 2,5-10x52 3 12x56.

Das Abkommen oder Absehen: Das Absehen ist jene Einrichtung beim ZF, mit dem das Ziel anvisiert wird. Es kann ein einfaches Fadenkreuz, ein Zielstachel oder ein Fadenkreuz mit verstärkten Balken in verschiedenen Varianten sein. Es werden auch Leucht- bzw. Leuchtpunktabsehen in den verschiedensten Ausführungen angeboten

Das Abkommen oder Absehen:

Das Abkommen oder Absehen: Tag- und Nachtabkommen Leuchtabkommen Leuchtpunktvisier: Die Abkommen 4 bzw. 4A und 7 bzw. 7A sind typische Vertreter der Tag+Nachtabkommen weil bei guten Lichtverhältnissen mit den feinen Linien des Fadenkreuzes und bei schlechten Verhältnissen (Dämmerung) mit den dicken Balken visiert werden kann. Das Abkommen 1 (1A) ist eher als Nachtabkommen zu bezeichnen. Unter einem Leuchtpunktabkommen versteht man ein Abkommen bei dem das gesamte Fadenkreuz bzw. nur der Kreuzungspunkt elektronisch, meist von roter Färbung im Zielfernrohr erleuchtet wird. Praktische Anwendung finden diese Geräte beim Nachtansitz auf z.b. Schwarzwild. Ein dunkles Fadenkreuz würde sich auf dem schwarzen Wildkörper sonst nicht genügend abheben um gut zielen zu können. Wichtig ist dabei, dass sich die Beleuchtung in der Helligkeit regulieren lässt. Je dunkler es in der Umgebung wird, desto weniger darf das Fadenkreuz leuchten um nicht alles zu überstrahlen, was bei billigen Ausführungen meist der Fall ist.

Das Abkommen oder Absehen: Entfernung schätzen:

Die Bildebenen bei Zielfernrohren 1te Bildebene 2te Bildebene Objektiv Linse Umkehrsystem Okular Austrittspupille Z6 95mm

Die Bildebenen 1te Bildebene Absehen wird mit zunehmender Vergrößerung ebenso vergrößert wie das Bild Absehen wird größer wenn die Abbildung größer wird Nachteil: möglich, dass zu viel vom Ziel verdeckt wird 2te Bildebene Das Bild ist vergrößert, das Absehen bleibt unverändert Absehengröße bleibt bei Vergrößerungswechsel gleich Vorteil: das Ziel wird nicht vom vergrößerten Absehen verdeckt

Zielfernrohrmontagen: Das Zielfernrohr wird mit der MONTAGE mit der Waffe verbunden! Schnell abnehmbare Montagen: Schwenkmontagen Einhakmontagen Sattelmontagen Fest-Montagen: Aufschubmontage Kippmontage Klemmmontage

Zielfernrohrmontagen: EAW-Schwenkmontage

Zielfernrohrmontagen: Bei allen Bauarten kommt es darauf an, dass sie absolut schussfest und verspannungsfrei auf der Waffe befestigt sind, was vor allem für die abnehmbaren Ausführungen von Bedeutung ist. Abnehmbare Zielfernrohre sollten ohne die Waffe neu einschießen zu müssen abgenommen und wieder befestigt werden können. Beim Aufsetzen abnehmbarer ZF ist darauf zu achten, dass alle Steckteile richtig zusammengefügt werden und die Verriegelung korrekt einrastet.

Zielfernrohrmontagen: Beim Aufsetzen abnehmbarer ZF ist darauf zu achten, dass alle Steckteile richtig zusammengefügt werden und die Verriegelung korrekt einrastet. ZF-Montagen dürfen auch nicht zu hoch sein um ein korrektes Anschlagen der Backe an den Schaft nicht zu verhindern. Die Bauweise abnehmbarer Montagen muss so sein, dass sie nicht nach mehrmaliger Verwendung ausleiern Festmontagen (Klemm-Montagen, Aufschubmontagen) sind meist nicht schussfest zu befestigen sie verändern durch den Rückstoß ihre Lage (wandern nach vorne) und sind daher nur für Kleinkalibergewehre zu verwenden. (Ausnahme Aufkippmontage!!!)

Feldstecher: Die im praktischen Jagdbetrieb verwendeten Feldstecher, die heute durchwegs als Prismenfeldstecher ausgeführt sind, sollten ein gutes Auflösungsvermögen, Raum und Randschärfe, ein entsprechendes Gesichtsfeld und letztlich auch ein geringes Gewicht und eine gute Handlage aufweisen. Am gebräuchlichsten im prakt. Jagdbetrieb sind Ferngläser mit einer Vergrößerung von 7 bis 10 fach und einem Gewicht von ca. 70 dag bis max. 1 Kg.

Feldstecher: Optik mit integrierter Messtechnik

Spektive: Sollte man auf Grund der Einsatzbereiche (z.b. Bergjagd) mit der Vergrößerung des Fernglases nicht auskommen um auch auf sehr weite Entfernungen ein sicheres Ansprechen zu ermöglichen, werden im Jagdbetrieb so genannte Spektive (=Fernrohr) herangezogen. Spektive haben meist eine Vergrößerung im Bereich von 15 bis 60 fach. Der Nachteil ist, dass man mit so großen Vergrößerungen schon sehr stark zittert und ein längeres Beobachten mit nur einem Auge sehr anstrengend wird. Man braucht dafür eine gute Auflagemöglichkeit, ein Stativ oder kleine Klemmstative für den Hochsitz.