Probeklausur: Thermodynamik

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Transkript:

E2-E2p: Experimentalphysik 2 Prof. J. Lipfert SS 2018 Probeklausur: Thermodynamik Probeklausur: Thermodynamik Vorname: Nachname: Matrikelnummer: Studiengang: Fachsemester: Studierende der E2p (6 ECTS) müssen die mit * markierten (Teil-)Aufgaben nicht bearbeiten. Bitte schreiben Sie Ihren Namen auf jede Seite und legen Sie Ihren Lichtbildausweis bereit. Nur dokumentenechte Schreiber verwenden. Blätter mit Eintragungen von Bleistift, Tippex oder Tintenkiller können nicht bewertet werden! Hilfsmittel: Taschenrechner, ein beidseitig beschriebenes DIN A4 Blatt, Wörterbuch Bearbeitungszeit: 90 min Ergebnisse bitte nur auf die Aufgabenblätter (ggf. auch die Rückseiten beschreiben). Viel Erfolg! Aufgabe Erreichte Punkte Mögliche Punkte Korrektor 1 30 2 20 3 15 4 15 5 20 100 Einige nützliche Konstanten Dichte von Luft bei Normaldruck und T = 20 C: 1,2 kg/m 3 Dichte von Wasser bei Normaldruck und T = 20 C: 1000 kg/m 3 Viskosität von Wasser bei Normaldruck und T = 20 C: 0,001 Pa s = 0,001 kg/(m s) Normaldruck: 1 atm = 1013 mbar = 1,013 10 5 Pa Avogadro-Konstante: N A = 6,022 10 23 mol 1 Boltzmann-Konstante: k B = 1,381 10 23 J/K Gas-Konstante: R = 8,314 J/(K mol) 1cal(Kalorie) 4,2 J Plancksches Wirkungsquantum (Planck-Konstante): h 6.63 10 34 Js Masse eines Elektrons: m e =9.1 10 31 kg Atomare Masseneinheit: u =1.66 10 27 kg Elektronenvolt: 1 ev 1.6 10 19 J 1

Aufgabe 1 Verständnisfragen (30 Punkte). Geben Sie kurze Antworten (1-2 Sätze, bzw. kurze Rechnung, bzw. einfache Skizze) auf die folgenden Fragen. a) Maxwell-Boltzmann Verteilung. Der Plot unten zeigt die Geschwindigkeitsverteilung der Moleküle eines Gases bei drei verschiedenen Temperaturen. Ordnen Sie die drei Kurven (A, B, C) von großen zu kleinen Temperaturen. b) Wärmekapazität. Einem monoatomaren, idealem Gas wird bei konstantem Volumen eine Wärmemenge Q = 100 J zugeführt, wodurch sich die Temperatur des Gases um T =5 C erhöht. Welche Wärmemenge muss man dem Gas zuführen, um die gleiche Erwärmung um T unter konstantem Druck zu erreichen? c) Zustandssumme. Was ist die Zustandssumme eines Teilchens mit zwei Energieniveaus E 1 und E 2, die jeweils eine Multiplizität von 2 haben? d) Wirkungsgrad. Eine Wärmekraftmaschine nimmt in jedem Zyklus 150 J aus einem Reservoir mit 100 C auf und gibt 125 J an ein Reservoir mit 20 Cab.i)Wiehochistder Wirkungsgrad dieser Maschine? ii) Wie hoch ist der Wirkunsgrad im Verhältnis zum Carnot- Wirkungsgrad bei denselben Reservoiren? 2

e) Dampfdruckkurven. Zeichnen Sie schematisch die Sättigungsdampfdruckkurven von i) Wasser und ii) Ethanol in ein p Sätt als Funktion von T Koordinatensystem. f) Längenänderung I. Die erste Eisenbahnlinie in Deutschland war die (fast) gerade 6,0 km lange Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth. Unter der Annahme, dass es sich um durchgehende Stahlschienen handelte, wie groß ist die Längenänderung der Schienen zwischen kaltem Winterwetter (T = 10 C) und warmen Sommerwetter (T = 30 C)? Der thermische Längenausdehnungskoe zient von Stahl beträgt = 17 10 6 / C. g) Längenänderung II. Wenn wir davon ausgehen, dass die Schienen in der letzten Teilaufgaben bei warmen Sommerwetter spannungsfrei verlegt wurden und eine Querschnittsfläche von 20 cm 2 haben, wie groß sind die in der Schiene wirkende Kräfte bei kaltem Winterwetter? Hinweis: Der Elastizitätsmodul von Stahl ist E = 200 GPa. h) Nebelkammer. Warum können in einem Nebelkammer-Teilchendetektor nach Wilson Neutronen nicht (oder nur indirekt) nachgewiesen werden? 3

i) Planck-Spektrum*. Der Plot unten zeigt die spektrale Energiedichte bei drei verschiedenen Temperaturen. Ordnen Sie die drei Kurven (A, B, C) von großen zu kleinen Temperaturen. j) Hitzeindex*. Im Wetterbericht wird zunehmend eine gefühlte Temperatur (T f ) angegeben. Bei hohen Temperaturen steigt die gefühlte Temperatur T f für gegebenes T mit der relativen Luftfeuchtigkeit (z.b.: Bei T = 30 CistT f = 29 Cbei = 40% und T f = 40 C bei = 100%). Warum steigt T f mit der relativen Luftfeuchte an? k) Ofen*. Ein Kollege von Ihnen möchte eine kleine Probe ( sample ) auf 900 K erwärmen. Leider hat er nur einen Ofen ( oven ) zur Verfügung, der eine maximale Temperatur von 600 K erreicht. Daher plant er, eine große Linse ( lens ) zu benutzen, um die Wärmestrahlung auf die Probe zu bündeln. Was halten Sie von diesem Plan? 4

Aufgabe 2 Einsteinmodell des Festkörpers. Einstein verö entlichte 1907 ein Modell, dass die Wärmekapazität von Festkörpern über einen großen Temperaturbereich gut beschreibt. a) Was sind die Annahmen/Modellvorstellungen des Einsteinmodell für die Wärmekapazität eines Festkörpers, der aus N Atomen besteht? b) Die innere Energie des Festkörpers im Einsteinmodell ist U 3Nk B E e E /T 1 wobei E die Einsteintemperatur ist. Für Diamant ist E 1300 K. Berechnen Sie die innere Energie für 1 mol Diamant bei T = 100 K und T = 2000 K. c) Zeigen Sie, dass die innere Energie in der oben angegebenen Formel für T! 0 exponentiell gegen Null geht. 5

Aufgabe 3 Van der Waals Gas. Wir betrachten 1 mol eines van der Waals Gases, das durch folgende Zustandsgleichung beschrieben wird p + a V 2 (V b) =RT a) Was ist die physikalische Bedeutung der Parameter a und b? b) Jetzt betrachten wir eine isotherme Expansion des Gases von einem Volumen V 1 zu einem Volumen V 2 (> V 1 ) bei einer Temperatur T 0. Zeigen Sie, dass die vom Gas dabei verrichtete Arbeit [dies entspricht 1 (am System verichtete Arbeit)] durch folgenden Ausdruck gegeben ist: V2 b 1 1 RT 0 ln + a V 1 b V 2 V 1 c) Für ein Gas bei dem b 0 und a > 0, ist die vom Gas verichtete Arbeit größer, kleiner oder gleich der Arbeit, die ein ideales Gas bei der gleichen Expansion verrichten würde? 6

Aufgabe 4 Arbeit im pv-diagramm. 1,0 mol eines idealen Gases durchläuft den reversiblen Zyklus ABCA im unten gezeigten pv-diagramm. Die Kurve AB ist eine Isotherme bei T h ( hot ). Der Punkt C befindet sich bei einer Temperature T c ( cold ). a) Handelt es sich bei diesem Zyklus um eine Wärmekraftmaschine (die Arbeit leistet) oder um eine Kraftwärmemaschine (Wärmepumpe/Kältemaschine)? Warum (ohne Rechnung!)? b) Berechnen Sie die Wärmeaufnahme des Gases während der isothermen Expansion AB (als Funktion der im Diagramm gegebenen Größen und etwaiger Naturkonstanten). c) Berechnen Sie die netto Wärmeaufnahme des Gases für den gesamten Zyklus ABCD. Hinweise: i) Verwenden Sie das Ergebnis aus der letzten Teilaufgabe. ii) Es kann sinnvoll sein, die Schritte BC und CA zusammen zu betrachten. 7

Aufgabe 5* Eisschicht*. Auf der Wasseroberfläche eines Wassertanks hat sich bei kaltem Wetter (Lufttemperatur T L = 10 C) eine h = 5 cm dicke Eisschicht gebildet, siehe Abbildung. Die Wärmeleitfähigkeit von Eis beträgt = 2 W/(m K) und seine Dichte sei 0,92 g/cm 3.Die Wände und der Boden des Tanks seien so gut isoliert, dass die Wärmeleitung durch sie zu vernachlässigen ist. Berechnen Sie die Zuwachsrate der Eisschicht in cm/h. 8