Selbstreguliertes Lernen



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Transkript:

Selbstreguliertes Lernen Zur Bedeutsamkeit und den Möglichkeiten der Umsetzung im Lernprozess 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT Institut für Pädagogische Psychologie Rosa und David Katz

Gliederung I: Grundlagen des selbstregulierten Lernens 1. Selbsterfahrung: Lernstrategien im Studium (LIST) 2. Einführung in die Psychologie des (selbstregulierten) Lernens 1. Die Grundformen des Lernens 2. Die Rolle des Gedächtnisses 3. Selbstreguliertes Lernen und Lernstrategien - Pause - II: Praxis des selbstregulierten Lernens 1. Erfolgreich (selbstreguliert) lernen mittels Lerntagebuch 1. Grundlagen: Funktionen des Lerntagebuchs 2. Anwendung: Mein Lerntagebuch anfertigen 2. Neue Lernmedien: ejournals & Co

1. Selbsterfahrung: Lernstrategien im Studium (LIST) Auswertung des LIST: Reflektion der eigenen Lernstrategien Gütekriterien von Testverfahren 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK Weiterbildung Begabtenpädagogik (Erfolgreich) selbstreguliert lernen, Maria Neumann

1. Selbsterfahrung: Lernstrategien im Studium (LIST) Deskriptive Statistik LIST: N Min Max M SD Skala Organsiation 20 2,1 5,8 4,4 0,84 Skala 20 3,1 6,0 5,1 0,82 Zusammenhänge Skala kritisches 20 2,8 5,9 4,4 0,89 Prüfen Skala Wiederholen 20 2,0 5,2 3,6 0,78 Skala Anstrengung 20 3,3 5,3 4,5 0,53 Skala Konzentration 20 1,0 4,8 2,5 1,04 Skala 20 1,0 5,3 3,1 1,14 Zeitmanagement Skala 20 3,3 5,8 4,7 0,81 Lernumgebung Skala 20 3,0 6,0 4,2 0,80 Studienkollegen Skala Literatur 20 3,8 6,0 5,4 0,73 Skala Zielsetzung 20 2,5 4,0 3,3 0,46 und Planung Skala Kontrolle 20 2,4 6,0 4,4 0,92 Skala Regulation 20 3,6 5,4 4,6 0,46 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK Weiterbildung Begabtenpädagogik (Erfolgreich) selbstreguliert lernen, Maria Neumann

1. Selbsterfahrung: Lernstrategien im Studium (LIST) Reliabilität für Skala Konzentration Cronbachs Anzahl der Alpha Items 0,87 6 Item der Skala Konzentration N M SD Beim Lernen merke ich, dass meine Gedanken 20 3,00 1,26 abschweifen. Es fällt mir schwer, bei der Sache zu bleiben. 20 2,60 1,67 Ich ertappe mich dabei, dass ich mit meinen Gedanken ganz woanders bin. 19 2,95 1,39 Beim Lernen bin ich unkonzentriert. 19 2,32 1,53 Wenn ich lerne, bin ich leicht abzulenken. 19 2,42 1,12 Meine Konzentration hält nicht lange an. 20 1,95 1,05 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK Weiterbildung Begabtenpädagogik (Erfolgreich) selbstreguliert lernen, Maria Neumann

Hirnbiologische Voraussetzungen 2. Einführung in die Psychologie des (selbstregulierten) Lernens 2.1. Die Grundformen des Lernens Emotion und Motivation

2. Einführung in die Psychologie des (selbstregulierten) Lernens 2.2. Lernen und Gedächtnis Test: Was erinnern Sie noch über die Gesetzmäßigkeiten des Gedächtnis aus dem Vortrag cogito ergo sum von Götz Müller? Nach Edelmann (2008)

Erinnerung: 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK Weiterbildung Begabtenpädagogik (Erfolgreich) selbstreguliert lernen, Maria Neumann

2. Einführung in die Psychologie des (selbstregulierten) Lernens 2.2. Lernen und Gedächtnis Wiederholung Sensorisches Register Aufmerksamkeit Elaboration Arbeitsgedächtnis Langzeitgedächtnis Abruf Lerntagebuch

2. Einführung in die Psychologie des Lernens 2.3. Selbstreguliertes Lernen Planung Performanz Selbstreflektion Zimmerman (2002)

2. Einführung in die Psychologie des Lernens 2.3. Selbstreguliertes Lernen Lernstrategien kognitiv metakognitiv ressourcenorientiert

2. Einführung in die Psychologie des Lernens 2.3. Selbstreguliertes Lernen kognitiv Elaboration Organisation Wiederholen

2. Einführung in die Psychologie des Lernens 2.3. Selbstreguliertes Lernen metakognitiv Planung Überwachung Regulation

2. Einführung in die Psychologie des Lernens 2.3. Selbstreguliertes Lernen ressourcen -orientiert intern extern Anstrengung Zeitbudget Aufmerksamkeit & Konzentration Lernumgebung Literatur Arbeitsgruppen

2. Einführung in die Psychologie des Lernens 2.3. Selbstreguliertes Lernen

WICHTIG: Wissenskonsolidierungsphasen einplanen! Daher...

II: Praxis des selbstregulierten Lernens Unterstützung des Lernprozesses Organisation, Vernetzung und Vertiefung von Wissen Erhöhung der Merkfähigkeit von Wissen Aufdecken von Verständnisdefiziten Förderung kreativen Problemlösens Grundlage zur Diagnose von Lernschwierigkeiten Funktion Lerntagebuch Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen Das Lernen lernen Grundlage zur Leistungsbeurteilung Kompetenzerweiterung für Pädagogen durch Aneignung einer Lernmethode 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT Institut für Pädagogische Psychologie Rosa und David Katz

II: Praxis des selbstregulierten Lernens 1. Erfolgreich lernen mittels Lerntagebuch Materialien: Text Arbeitsblatt: Mein Lerntagebuch

II: Praxis des selbstregulierten Lernens 2. Neue Lernformen: ejournals & Co Nachteile Technische Voraussetzungen: Computer, schnelle Internetverbindung Einarbeitungsphase Technisches Know-How evtl. Gefühl der Abhängigkeit Vorteile Unterstützung in der Datenverwaltung leichteres, nachträgliches Bearbeiten und Ändern von Inhalten Verbesserte Auswertungs- und Rückmeldemechanismen (Bsp. Fragebögenkennwerte) Lernwerkzeuge unterstützen und strukturieren Lernprozesse (Wiki, Lerntagebuch, Test etc.) vereinfachte Kommunikation in Fernstudiengängen Besonders jüngere Zielgruppe ( digital natives ): erhöhter Anreiz zum Lernen (Spaß am Umgang mit Computern!)

Literatur Amelang, M. & Schmidt-Atzert, L. (2006). Psychologische Diagnostik und Intervention (4.Aufl). Berlin: Springer. Edelmann, W. (2000). Lernpsychologie. (6.Aufl.). Weinheim: Beltz Hübner. S., & Nückles, M., & Renkl, A. (2010). Writing learning journals: Instructional support to overcome learning-strategy-deficits. Learning & Instruction, 20, 18-29. Mietzel, G. (2007). Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens (8.Aufl.). Göttingen u.a.: Hogrefe-Verlag. Neumann, M. & Perleth, C. (2011). Eine virtuelle Universität für Schülerinnen und Schüler. Poster auf der 13. Fachtagung Pädagogische Psychologie vom 14.-16.9.2011, Erfurt. Neumann, M. & Perleth, C. (2011). Im Sommer studiere ich im Garten. das mediengestützte Juniorstudium an der Universität Rostock. In H.-U. Heiß, P. Pepper, H. Schlingloff & J. Schneider (Hrsg.) Informatik 2011. Informatik schafft Communities. Proceedings der 41. GI-Jahrestagung. Bonner Köllen Verlag, 458. Nückles, M., Hübner, S., & Renkl, A. (2009). Enhancing self-regulated learning by writing learning protocols. Learning & Instruction, 19, 259-271. Perleth, C. & Neumann, M. (2011). von Präsenzlehrveranstaltungen mit inhaltsgleichen E-Learning-Angeboten im Lehramtsstudium. Poster auf der 13. Fachtagung Pädagogische Psychologie Vergleich vom 14.-16.9.2011, Erfurt. Schmidt, K. et al (2011). Diagnostik und Förderung selbstregulierten Lernens durch Self-Monitoring-Tagebücher. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 6 (3), s. 246-269. Online verfügbar unter: http://www.zfhe.at/index.php/zfhe/article/view/352. Oerter, R. & Montada, L. (2002). Entwicklungspsychologie. (5.Aufl.). Weinheim: Beltz. Wild, K.-P. (2005). Individuelle Lernstrategien von Studierenden. Konsequenzen für die Hochschuldidaktik und die Hochschullehre. Beiträge zur Lehrerbildung, 23(2), 191-206. Verfügbar unter: http://www.bzlonline.ch/archivdownload/artikel/bzl_2005_2_191-206.pdf [Stand: 26.03.2012]. 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT Institut für Pädagogische Psychologie Rosa und David Katz

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 25.05.13 UNIVERSITÄT ROSTOCK PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT Institut für Pädagogische Psychologie Rosa und David Katz