Revitan Gerade Revisionsschaft Bewährte Technologie für maßgeschneiderte Lösungen
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Die zweite Generation des PFM-R Systems Der Revitan Gerade Revisionschaft integriert die aus 20 Jahren klinischer Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse in der zementfreien Revision, um den heutigen Forderungen aus der Klinik gerecht zu werden. Der 1990 ein geführte geschmiedete CoCr-Verbindungskonus wurde intensiv erprobt und hat sich in über 15 Jahren bewährt. Die Modularität des Revitan Gerade Systems bietet dem Orthopäden einen breiten Indikationsbereich, Viel seitigkeit und eine individuelle Lösung für anspruchsvolle Revisionsfälle und gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit in Bezug auf den Verbindungskonus. Die große inter operative Flexibilität des Systems wird unterstützt durch ein voll ständig modulares Instrumentarium, welches in jedem Stadium des Eingriffs eine unabhängige Kontrolle der Komponentenverankerung sowie der Beinlänge ermöglicht. Der Revitan Gerade Schaft erlaubt es dem Ortho päden, die Vorteile des modularen Revisionsschaftkonzeptes optimal auszuschöpfen. 3
Das Revitan Gerade Implantatsystem: die distale Komponente Die distalen Komponenten des Revitan Gerade Systems erlauben nicht nur eine diaphysäre Verankerung, sondern auch eine Verankerung weiter proximal, im metaphysär-diaphysären Bereich des Femurs. Für die diaphysäre Verankerung stehen Komponenten in 3 Längen zur Verfügung: 140, 200 und 260 mm. Diese Komponenten sind in Durchmessern zwischen 14 und 28 mm in 2-mm-Abstufungen erhältlich. 8 longitudinale Rippen begünstigen die Verkeilung und gewährleisten eine Neutralisation der Rotationskräfte. Der Schaft ist mit einem Öffnungswinkel von 2 konisch geformt, wodurch eine perfekte Primär verankerung gewährleistet, eine harmonische Ver teilung der axialen Belastungen sichergestellt und eine Wiederverkeilung bei etwaigem sekundären Einsinken der Prothese ermöglicht wird. Für eine Verankerung im metaphysärdiaphysären Bereich des Femurs komplettiert eine 120-mm-Komponente mit einem Durchmesser von 14 mm das Revitan Portfolio. Zu diesem Zweck wurden die Rippen bis in den proximalen, mit einem Öffnungs winkel von 9 verstärkt konisch aus geführten Schaftbereich verlängert. Die positiven klinischen Erfahrungen von über 20 Jahren mit dem Wagner SL Revision Schaft bestätigen das 2 -Konus-Design für die distale Verankerung. Der Öffnungswinkel von 9 sowie Rippen im proximalen Bereich der 140er-Komponente gewährleisten in Kombination mit einer konischen proximalen Komponente eine sichere Verankerung im metaphysär-diapysären Bereich des Femurs. 4
Die proximale Komponente Für die proximale Komponente steht eine Auswahl 6 verschiedener Höhen in entweder konischer oder zylindrischer Ausführung zur Verfügung. Die Höhenzunahme erfolgt in 10-mm-Schritten von 55 mm bis 105 mm. Damit kann individuell diejenige Komponente gewählt werden, welche optimal zur geplanten Verankerung beiträgt und eine Längen korrek tur der unteren Gliedmaße zulässt. Der CCD-Winkel von 135 und ein konstantes Offset von 44 mm gewährleisten eine gute Funktion der Glutealmuskeln. Zwei Löcher im medialen Anteil erlauben die Befestigung von nicht metallischem Nahtmaterial. Zylindrische Komponente Wenig ausgeprägte Rippen in der Sagittalebene, ansonsten ein schlankes Design zur Verhinderung einer unerwünschten proximalen Verklemmung. Die dorsal und ventral angelegten Rippen ermöglichen einen Press-fit in der zug- und druckneutralen Zone des proximalen Femurs. Bei der Wahl einer Verankerung in der metadiaphysären Zone des Femurs tragen diese Rippen in stärker ausgeprägter Ausführung, zusammen mit der voluminöseren und konischen Gestaltung der konischen Komponente, zur effizienten Primärverankerung maßgebend bei. Konische Komponente Konisches Design und zusätzlich lateral angelegte Rippen erlauben eine Verankerung im metaphysären Abschnitt des Femurs. 5
Das Revitan Gerade Implantatsystem: eine individuelle Lösung für jeden Fall Der Längenaufbau der proximalen und der distalen Revitan Gerade Komponenten erlaubt, im Bereich von 175 mm bis zu 365 mm eine Schaftlänge in 10-mm-Abstufungen zu realisieren. Dieses Konzept und die freie Kombinationsmöglichkeit ermöglichen es dem Anwender, die optimale Beinlänge zu erzielen, ohne Kompromisse in der Veran kerung eingehen zu müssen. 44 mm 44 44 44 44 44 120 140 200 260 mm 55 65 75 85 95 105 mm 1 14 mm 6 von 14 bis 24 mm 8 von 14 bis 28 mm 6 7 von 16 bis 28 mm
Revitan Verbindungskonus: Flexibilität und Sicherheit dank erprobter Technologie Das Konzept der distalen Press-fit- Verankerung nach Prof. H. Wagner setzt für ein modulares Schaftsystem eine zuverlässige Verbindungstechnologie sowie intraoperative Flexibilität bei der Montage der beiden Implantatkomponenten voraus. Der Revitan Verbindungskonus bewährt sich seit 15 Jahren im klinischen Einsatz und zeichnet sich durch die Verwendung einer geschmiedeten CoCrMo-Legierung (Protasul 21WF) und hoher Präzision in der Fertigung aus. Die Steckverbindung ist so konfiguriert, dass sie den Kräften, die aus einer distalen Verankerung ohne proximale Unterstützung resultieren, widerstehen kann. Die Montage der Implantat-Komponenten ist einfach in situ durchführbar und erfolgt in wenigen Schritten durch den Einsatz eines handlichen Instrumentariums. Die Antetorsion der proximalen Komponente kann in einem Bereich von plus/minus 40 frei eingestellt werden. Im Falle einer erneuten Revision erlaubt die Steckverbindung die intraoperative Demontage der einzelnen Prothesenkomponenten und die flexible Anpassung eines neuen Implantatteils zum Beinlängenausgleich bzw. zur Optimierung der Antetorsion. Der Revitan Verbindungskonus gliedert sich in 4 Zonen Schraubengewinde für die Sicherungsmutter Zylindrisch ausgebildete Zone für die Zentrierung der beiden Komponenten beim Zusammenfügen Konisch ausgebildete, mit feinen Rillen versehene Zone für die mechanische Verbindung der beiden Komponenten Zone mit reduziertem Querschnitt zur Konzentration der Flexionskräfte in diesem Bereich und somit Verhinderung von Metallabrieb durch Mikrobewegungen 7
Die Verankerung: so physiologisch wie (noch) möglich Das Design der Revitan Gerade Implantate sowie die vollständige Modularität des Instrumentariums erlauben dem Anwender, eine effiziente Primärstabilität durch Press-fit entweder im metadiaphysären oder allein im diaphysären Bereich des Femurs zu erreichen. Das Ziel einer möglichst proximalen und somit physiologischen Verankerung kann dadurch trotz unterschiedlicher Defekt situationen realisiert werden. Ventro-dorsale Abflachungen verleihen dem Revitan Schaft die notwendige Elastizität zur Vermeidung einer exzessiven Versteifung des Femurs. Ebenso wird dadurch eine komplette Ausfüllung der Markhöhle vermieden. Die Primärstabilität durch Press-fit im Bereich der Diaphyse lässt sich auf einer Strecke von ca. 5 cm realisieren, was eine Begren - zung der Kontaktzone Knochen zu Implantat erlaubt. Dadurch sind elementare Voraussetzungen erfüllt, um das Risiko eines Stress-shielding zu verkleinern. Die Rippen befinden sich in der Frontalebene, d.h. der zug- und druckneutralen Zone der Femur diaphyse, um optimale Bedingungen für rasche Osseointegration und damit Langzeitverankerung zu gewährleisten. 14 mm 18 mm 22 mm Die ventro-dorsale Abflachung nimmt mit dem Durchmesser der Prothese zu und verleiht dadurch dem Implantat selbst bei großem Schaftdurchmesser die zur Verhinderung von Stressshielding notwendige Elastizität. Foto: B. Fink et al. 1 1 B. Fink et al: Fixationsprinzipien des zementlosen modularen Hüftrevisionsschaftes Revitan eine anatomische Studie, Der Unfallchirurg, Dez. 2005; 108: 1029 1037 8
Erhalt und Regenerierung der Knochensubstanz Eine sichere Primärverankerung des Revisionsimplantates, unabhängig vom Ausmaß des Verlustes an Knochensubstanz, ist unabdingbar. Außerdem muss eine harmonische Übertragung der Kräfte gewährleistet sein; wenn möglich auch proximal. Um das Risiko des Stress-shielding so gering wie möglich zu halten, ist eine übermäßige Versteifung des Femurs durch das Implantat zu vermeiden. Optimale Material- und Oberflächen - beschaffenheit Der Revitan Gerade Schaft ist aus der Titan-Aluminium-Niob-Legierung (Protasul -100) hergestellt, deren Biokompatibilität anhand zahlreicher Histologien und Explantaten dokumentiert ist. Die grob gestrahlte Oberfläche ist der Knochenbildung förderlich, wodurch eine zuverlässige Sekundärstabilität durch Osseointegration geschaffen wird. Vor allem in der Revisionshüftarthroplastik ist das Elastizitätsmodul der Titanlegierung Protasul-100 ein entscheidender Vorteil. Diesem Parameter fällt eine zentrale biomechanische Rolle zu, indem er die Knochenregenerierung pro - ximal sichtbar fördert. Histologien belegen das Konzept Histologien* anhand des Wagner SL Revision Schaftes belegen das biomechanische Verankerungsprinzip der auch für den Revitan Gerade Schaft verwendeten Parameter Konuswinkel, Längsrippen und Materialien. Übersicht des Querschnitts im distalen Verankerungskeil bei einer 5 1 2 Monate nach Prothesenwechsel an Lungenembolie verstorbenen 65-jährigen Patientin. Primärer Kontaktpunkt intra operativ erstellt; knöcherne Umwandlungsprozesse der ursprünglich fast ganz toten Kortikalis sind deutlich erkennbar. * R.K. Schenk, K. Wehrli, Zur Reaktion des Knochens auf eine zementfreie SL-Femur-Revisionsprothese, Orthopäde 1989. 9
Das Instrumentarium: mit den richtigen Mitteln sicher ans Ziel Ein sehr wichtiger Bestandteil des Revitan Gerade Systems ist sein effizientes und äußerst handliches Instrumentarium. Dieses setzt sich aus Reibahlen, modularen Raspeln sowie aus modularen Testprothesen zusammen. Dank seiner völligen Modularität bietet das Instrumentarium eine den Implantaten entsprechende intraoperative Flexibilität und erlaubt eine kontrollierte Vorbereitung des Verankerungsbettes, um einen effizienten Press-fit zu erzielen. Probe - repositionen sind in jedem Stadium des Eingriffs möglich, um eine optimale Wiederherstellung der Bein - länge zu gewährleisten. Das Revitan Instrumentensystem erfüllt alle Voraussetzungen, um das Konzept modularer Schäfte optimal erfüllen zu können: Eine vollständige Entkoppelung von Verankerung, Antetorsionseinstellung und Beinlängenausgleich, und dies ohne jegliche Einbußen in Bezug auf Qualität und Sicherheit. Die Instrumente ermöglichen weiter einen einfachen Austausch der proximalen Komponente, falls sich eine intraoperative Korrektur als notwendig erweisen sollte oder spätere Revisionen anstehen. Mit einem Minimum an ausgeklügelten Instrumenten in drei übersichtlichen Sieben werden anspruchsvolle Revisionsversorgungen durch Implantation der Revitan Gerade Kompo nenten in sicheren und kontrollierten Schritten möglich. 10
Fallbeispiele Vor jeder Revisionsoperation ist es unabdingbar, die Operationsstrategie anhand der Röntgenbilder festzulegen. Dies bedeutet, einen Zugang zum Femur zu wählen, der es erlaubt, die festgestellten Hindernisse zu überwinden und gleichzeitig die durch das Press-fit-Konzept auferlegten Ziele zu respektieren. Die Flexibilität des Revitan Systems unterstützt den Operateur bei der konsequenten Um setzung dieser situativ gewählten Strategie. Endofemorales Vorgehen Eine gelockerte zementfreie Primärprothese umgeben von geringfügigen Defekten der Kortikalis erlaubt im nebenstehenden Beispiel eine kurze Verankerung im metadia physären Bereich des Femurs. Die wenig ausgeprägte Femurkrümmung erfordert keine Osteotomie. Aseptische Lockerung einer zementfreien Prothese 20 Monate nach Implantation. Verankerung eines Revitan Gerade Schaftes in der metadiaphysären Zone über den endofemoralen Zugang. Stabile Situation nach 3 Monaten. Transfemorales Vorgehen Die sehr dünne Kortikalis in den Gruenschen Zonen 2 und 3 sowie Defekte in der Zone 6 erfordern im Beispiel nebenan eine diaphysäre Verankerung. Ein transfe moraler Zugang erlaubt die Korrektur der Femurkrümmung, die pro blemlose Zemententfernung und gewährleistet insbesondere einen freien Zugang auf die geplante Verankerungszone. Diese Strategie wird deshalb bei geraden Revisionsimplantaten in 75% der Fälle angewendet. Aseptische Lockerung einer Geradschaft- Kopfprothese 3 Jahre nach Implantation. Situation nach 3 Monaten. Distale Verankerung eines kurzen Revitan Gerade Schaftes über den transfemoralen Zugang. 11
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