Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft
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- Peter Kappel
- vor 7 Jahren
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Transkript
1 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Für schwierige Knochenverhältnisse
2 Haftungsausschluss Diese Broschüre richtet sich ausschließlich an Ärzte und dient nicht zur Information von medizinischen Laien. Die Informationen über die in der Broschüre enthaltenen Produkte und/oder Verfahren sind allgemeiner Natur und stellen weder einen ärztlichen Rat noch eine ärztliche Empfehlung dar. Da diese Informationen keinerlei diagnostische oder therapeutische Aussagen über den jeweiligen medizinischen Einzelfall treffen, sind individuelle Untersuchungen und die Beratung des jeweiligen Patienten unbedingt erforderlich und werden durch diese Broschüre weder ganz noch teilweise ersetzt. Die in dieser Broschüre enthaltenen Angaben wurden von medizinischen Experten und qualifizierten Zimmer Mitarbeitern nach bestem Wissen erarbeitet und zusammengestellt. Es wird größte Sorgfalt auf die Korrektheit und die Verständlichkeit der dargebotenen Informationen verwendet. Zimmer übernimmt jedoch keinerlei Haftung für die Genauigkeit, die Vollständigkeit oder die Qualität der Informationen und schließt jede Haftung für Schäden materieller oder immaterieller Art, die durch die Nutzung dieser Informationen verursacht werden, aus.
3 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 3 Operationstechnik Wagner Cone Prosthesis Inhaltsverzeichnis Geschichte 4 Designmerkmale 4 Wagner Cone Prosthesis 5 Instrumente 6 Indikationen und Kontraindikationen 7 Präoperative Planung 8 Operationstechnik 9 Nachbehandlung 18 Fallstudien 19 Implantate 20 Instrumente 21 Literatur 24
4 4 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Geschichte Designmerkmale Der Wagner Cone Prosthesis 135 Schaft wurde von Prof. H. Wagner entwickelt. 1990: Erste Implantation 1992: Markteinführung 2006: Leichte Änderungen am Design (nicht im Bereich der Primärfixierung): Größere proximale Schulter mit Rippen bis zur Prothesenschulter bieten eine größere Oberfläche für die Osseointegration. Schlanker Hals und kurzer Konus für einen besseren Bewegungsumfang. 2006: Zusätzliche Offset- Version 125 für eine bessere Wiederherstellung der Anatomie Zementfreies Implantat mit freier Einstellung der Antetorsion Entwickelt für schwierige Knochenverhältnisse am proximalen Femurende und CDH-Patienten Konisch zulaufende Form mit 5 Winkel für Press-Fit Verankerung 8 Längsrippen bieten Rotationsstabilität Standard und Offset-Version für eine bessere Wiederherstellung der Anatomie Ab 2006 Wagner Cone Prosthesis mit 125 und 135
5 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 5 Wagner Cone Prosthesis Hip Der Wagner Cone Prosthesis Schaft wurde für schwierige Knochenverhältnisse am proximalen Femurende und für CDH-Patienten entwickelt. Die Oberfläche der Prothese ist sandgestrahlt. In Kombination mit der charakteristischen Form wird eine Osseointegration über eine große Fläche gefördert. 1 Der kreisförmige konisch zulaufende Schaft ist beim Einsetzen keinen Rotationskräften ausgesetzt, d.h. der Antetorsionswinkel kann vom Operateur bestimmt werden. Der Schaft hat 8 Längsrippen. Der relativ scharfe Grat der Rippen schneidet sich in den Knochen und ermöglicht so eine optimale Rotationsstabilität. 2 Dies erklärt auch, warum der typische Oberschenkelschmerz bei manchen zementfreien Prothesensystemen bei der Wagner Cone Prosthesis praktisch nicht bekannt ist. 3 Außer der Rotationsstabilität sind die scharfen Längsrippen des Schafts auch vorteilhaft für die Osseointegration. Schenks 1 Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, dass neues Knochenmaterial gebildet wird, das vorzugsweise an den scharfkantigen Vorsprüngen des Implantats und weniger in den Furchen der Oberfläche anhaftet. Um im Bereich des Calcar eine großflächige Abstützung der Prothese zu erreichen, wird die mediale Rippe bereits distal dieses Bereiches in die konvexe Abstüzfläche eingeleitet. Die Rippen am lateralen Teil beginnen an der Spitze der Schulter, um die größtmögliche Kontaktfläche im Trochanter zu gewährleisten. Dies bietet Rotationsstabilität und verbessert die Osseointegration. Da CCD-Winkel und Offset keine konstanten Werte sind, ist der Wagner Cone Prosthesis Schaft jetzt in 2 unterschiedlichen CCD-Winkeln (125 und 135 ) erhältlich. Dies bietet ein breiteres Offsetspektrum und ermöglicht so eine angemessene Wiederherstellung der biomechanischen Parameter, wie z. Bsp. Rotationszentrum, CCD-Winkel und Beinlänge. Beide Versionen sind in 12 Durchmessern von 13 bis 24 mm erhältlich, um der individuellen Breite des Markraums gerecht zu werden. Der runde Schaft erleichtert eine ungehinderte Rotation um den Antetorsionswinkel während der Implantation anzupassen. 1 Schenk R.K., Wehrli U. Zur Reaktion des Knochens auf eine zementfreie SL-Femur-Revisionsprothese. Orthopade. 1989; 18: Bühler D., Berlemann U, Lippuner K, Jaeger P, Nolte L. Three-dimensional primary stability of cementless femoral stems. Clinical Biomechanics. 1997; 12: Wagner H., Wagner M. Cone Prosthesis for the hip joint. Arch Orthop Trauma Surg. 2000; 120:
6 6 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Instrumente Der Wagner Cone Prosthesis Schaft wird mit einem anwenderfreundlichen Instrumentenset implantiert. Die Standard-Instrumente sind Reibahle zur vorsichtigen Präparation des Markraums sowie modulare Probeschäfte zur Bestimmung der optimalen Wagner Cone Prosthesis Schaftversion und Implantatgröße. Reibahle Der Wagner Cone Prosthesis Schaft hat einen runden Querschnitt, der insbesondere für den schlanken Bereich des proximalen Femur sowie für Patienten mit einer pathologischen Morphologie geeignet ist. Bei diesen Indikationen sollte das Hauptaugenmerk auf die Präparation des Markraums gelegt werden. Hierbei sollte so knochenschonend wie möglich vorgegangen werden. Mit den Reibahlen kann der Operateur den Markraum vorsichtig und dennoch präzise vorbereiten. Sie sind selbst bei schlechter Knochenqualität am proximalen Femur geeignet, wo Raspeln nicht verwendet werden dürfen. Modulare Probeschäfte Die exakte Positionierung und korrekte Größe des endgültigen Implantats werden mit Hilfe der Probeschäfte ermittelt. Die Probeschäfte des Wagner Cone Prosthesis Systems sind modular und haben pro Größe jeweils einen distalen Teil und zwei unterschiedliche proximale Teile (125 und 135 ). Dies ermöglicht eine maximale intraoperative Flexibilität bei der Probereposition. Der proximale Teil kann in situ ausgewechselt werden, wobei der distale Teil vor Ort verbleibt, um eine Schädigung des Knochens zu vermeiden. Zu beachten ist, dass die distalen Teile der Probeschäfte nur vier Rippen (statt acht wie bei den Implantaten) haben, um die Extraktion des Probeschafts zu erleichtern und eine unnötige Schädigung des Knochens in dieser Phase zu vermeiden. Der Probeschaft kann bis zur geplanten Verankerungstiefe des Implantats eingesetzt werden, um Weichteilspannung, Bewegungsumfang und Antetorsionsgrad präzise beurteilen zu können. Reibahle Probeschaft
7 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 7 Indikationen und Kontraindikationen Indikationen Der Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft wurde für den zylindrischen Knochen am proximalen Femur entwickelt, der bei konventionellen konisch erweiterten Schäften brechen könnte. Er ist zudem geeignet für Deformitäten am Femur, bei denen die Fixierung eines konventionellen Schafts problematisch ist. Insbesondere ist er bei folgenden Faktoren geeignet: 1. Zylindrische Anordnung des proximalen Markraums, wo ein Schaft mit einer konventionellen Form Probleme verursacht. Insbesondere bei Patienten mit einer kongenitalen Hüftdysplasie (CDH) und kongenitalen Coxa vara und in manchen Fällen auch bei empfindlichen Knochenstrukturen (häufig in Kombination mit einer Coxa valga). 2. Größere Antetorsion des Schenkelhalses, z. Bsp. bei einer CDH, bei der der Querschnitt des proximalen Markraums auch nach der Resektion des Schenkelhalses antevertiert ist und einen Schaft mit einem flachen oder schrägen ovalen Profil in Antetorsion drückt. Durch den kreisförmigen Querschnitt des Wagner Cone Prosthesis Schafts kann der Antetorsionswinkel individuell angepasst werden. 3. Deformitäten und intramedulläre knöcherne Vernarbungen am proximalen Femurende nach Osteotomien, Frakturen und Wachstumsstörungen oder bei kongenitalen Deformationen. Die Präparation des Markraums für den Prothesensitz mit konventionellen Raspeln gestaltet sich mühsam und ist in manchen Fällen sogar unmöglich, wohingegen die Präparation mit dem konischen Reibahlen des Wagner Cone Prosthesis Systems leichter und sicher erfolgt. Kontraindikationen Die wichtigste Kontraindikation ist eine trompetenförmige proximale Erweiterung des Markraums ohne knöchernen Support für den künstlichen Hüftschaft im mittleren und proximalen Drittel. Darüber hinaus sollte der Wagner Cone Prosthesis Schaft nicht verwendet werden, wenn die Knochenstruktur am proximalen Femurende stark geschädigt ist.
8 8 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Präoperative Planung Die präoperative Planung erfolgt standardmäßig. Eine gute Qualität der Röntgenaufnahme ist erforderlich. Im ersten Schritt der Planung werden anhand der Original-Röntgenaufnahmen und Röntgenschablonen geeignete Implantate für Acetabulum und Femur ausgewählt. Bei der Auswahl des passenden Wagner Cone Prosthesis Schafts ist es wichtig, dass die Konfiguration des Femur einen engen Kontakt zwischen dem mittleren Drittel des Prothesenschaftes und der Kortikalis ermöglicht und nicht nur die Schaftspitze schlüssig im Markraum sitzt. Die Auswahl des korrekten Schaftdurchmessers ist besonders wichtig. Der häufigste Fehler besteht darin, einen zu dünnen Schaftdurchmesser auszuwählen. Dieser Fehler kann zu einem sekundären Absinken der Prothese in ihre konische Fixierung führen. Die Kontur auf der Planungsschablone entspricht genau den Abmessungen des Implantats. Trochanterspitze markiert, um die Beinlänge zu überprüfen. Mit Hilfe der Röntgenschablone wird dann die Kontur des gewählten Wagner Cone Prosthesis Schafts in die Planungsskizze übertragen und die Resektionslinie sowie die Trochanter- Referenzlinie von der Schablone ebenfalls eingezeichnet. Die Planungsskizze wird dann auf die Röntgenaufnahme gelegt und die Kontur des Femur sorgfältig übertragen. Die Spitze des Trochanter major auf der Röntgenaufnahme liegt auf der Höhe der vorher angebrachten Markierung für die angestrebte Trochanterposition. Abschließend wird der Abstand zwischen dem Schaftkonus und der proximalen Begrenzung des Trochanter minor gemessen. Bei der Rekonstruktion von deformierten Hüftgelenken können weitere Markierungspunkte und deren Abstände zueinander gemessen werden. Alle Längsmessungen müssen dem Maßstab der Schablone entsprechen, um die entsprechende Vergrößerung auf der Röntgenaufnahme zu berücksichtigen. Alle Messungen sollten auf der Planungsskizze eingetragen werden, damit sie während der Operation als Referenz verwendet werden können. Bei der Auswahl des passenden Durchmessers ist zu beachten, dass beim Fräsen mit der Reibahle eine dünne Knochenschicht entfernt wird und die scharfen Längsrippen bei der Implantation leicht in den Knochen schneiden. Daher muss die Kontur des Prothesenschaftes auf der Planungsschablone die innere Kontur der Kortikalis im Bereich des mittleren Schaftdrittels auf beiden Seiten um 1mm überlappen. Darüber hinaus wird der passende Wagner Cone Prosthesis Schaft (125 oder 135 ) gewählt, mit dem Offset, Rotationszentrum und CCD-Winkel am besten wiederhergestellt werden. Planungszeichnung: Auf der Kontur des Beckens wird zunächst die Position der künstlichen Hüftpfanne mit Rotationszentrum skizziert. Zudem wird die aktuelle und gewünschte Position der Präoperative Planung mit digitalen Schablonen Postoperativ
9 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 9 Operationstechnik Der Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft kann mit allen gängigen Operationszugängen implantiert werden. Ein posteriorer Zugang, bei dem der Patient auf der Seite liegt, ist jedoch besonders geeignet: Der Reibahle für das Wagner Cone Prosthesis Implantat hat einen geradlinigen Schaft, der in die Achse des Markraums eingeführt wird. Beim posterioren Zugang, bei dem Hüfte und Knie gebeugt werden, ist der Weg zum Markraum frei und der Trochanter major muss nicht vorübergehend entfernt werden. Zudem muss mit den Instrumenten kein Druck auf die Muskeln ausgeübt werden. Beim lateralen, transglutealen und anterioren Zugang ist die Abdrängung der Muskulatur schwieriger. Außerdem ist die Inzision beim posterioren Zugang kleiner und der Blutverlust geringer, wenn der Patient auf der Seite liegt. Dies zeigt sich besonders eindrucksvoll bei adipösen Patienten. Ein kritischer Punkt des posterioren Zugangs besteht in der Inzision oder Resektion der hinteren Gelenkkapsel. In der Heilungsphase kann es leicht zu einer posterioren Luxation der Prothese kommen, wenn Pfanne und/oder Schaft nicht in ausreichender Anteversion positioniert werden. Dieses Problem lässt sich minimieren, indem vor der Implantation des endgültigen Wagner Cone Prosthesis Hüftimplantats eine Probereposition mit Testschäften durchgeführt wird. Dieses Phänomen erfordert jedoch in jedem Fall eine besonders vorsichtige Vorgehensweise.
10 10 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Patientenlagerung und Hautinzision Der Patient wird in Seitenlage gelagert. Die Hautinzision beginnt 3 cm dorsal zur Crista intertrochanterica und verläuft in Faserrichtung des M. gluteus maximus und der Fascia lata. Abb. 1 M. gluteus maximus und Fascia lata werden in Faserrichtung gespalten. Abb. 2 Durch Zurückziehen von M. gluteus maximus und Fascia lata, werden der Trochanter major und die kurzen Außenrotatoren freigelegt. Abb. 3
11 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 11 Der N. ischiadicus wird identifiziert und mögliche perineurale Anhaftungen reseziert. Eine Ablösung der Sehne des M. gluteus maximus ist nur in sehr seltenen Fällen erforderlich. Abb. 4 Die kurzen Außenrotatoren, einschließlich M. piriformis, werden vom Trochanter major gelöst. Eine leichte Innenrotation des Beins erleichtert die Präparation. Das Hüftgelenk wird nun dargestellt. Abb. 5 Nach der Darstellung des Hüftgelenks wird je ein Hohmann-Haken am kranialen und kaudalen Rand des Schenkelhalses eingesetzt und die dorsale Hüftkapsel inzidiert oder reseziert. Ein weiterer Hohmann-Haken mit einer scharfen Spitze wird nun unter den hinteren Rand des Acetabulums eingesetzt. Abb. 6
12 12 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Osteotomie am Schenkelhals Der Femurkopf kann durch eine kombinierte Bewegung aus Innenrotation, Flexion und Adduktion vorsichtig luxiert werden. Die Resektionslinie wird nun entsprechend der präoperativen Planung und je nach Fehlstellung des Femur markiert. Falls eine Luxation auch nach einem weiteren Ablösen der Weichteile nicht möglich ist, wird die Osteotomie des Schenkelhalses in-situ durchgeführt. Abb. 7 Die Osteotomie des Schenkelhalses wird an der markierten Stelle vorgenommen. Die Osteotomie mit der oszillierenden Säge sollte sich auf das mediale 2 3 des Querschnitts vom Schenkelhals beschränken, damit die Säge nicht in den Trochanter major hineinläuft. Das verbleibende Drittel wird dann mit einem Meißel entlang der medialen Oberfläche des Trochanter in Richtung Femurschaft durchtrennt. Abb. 8 Nach Entfernen des Femurkopfes wird ein Haken am vorderen Rand des Acetabulum platziert, um den gesamten Rand des Acetabulums darzustellen. Nun wird die Präparation des Acetabulum fortgesetzt. Abb. 9
13 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 13 Bearbeitung des Femurkanals Eröffnung des Markraum mit einem Hohlmeißel. Gleichzeitig wird eine Rinne in den Trochanter präpariert, damit Reibahle und Prothese später nicht in eine Varusfehlstellung kommen. Hierbei muss die geplante Antetorsion von 10 bis 15 berücksichtigt werden. Die Spongiosa wird sparsam reseziert, um ausreichend Platz für die Reibahle zu schaffen. Abb. 10 Der Markraum wird nun mit der Markraumsonde erforscht. Diese wird hauptsächlich dafür verwendet, um sicherzustellen, dass freier Zugang zum Markraum besteht und mögliche Knochenbarrieren lokalisiert werden können. Abb. 11 Der Femurkanal wird mit Reibahlen in Längsrichtung des Femur konisch aufgeweitet, bis ein spürbarer Widerstand festgestellt wird. Die Eindringtiefe der Reibahle wird mit einem Kirschner-Draht überprüft, indem dieser an die Spitze des Trochanter major gelegt wird. Abb. 12
14 14 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Probereposition mit Probeschaft Der Durchmesser des distalen Teils am Testschaft entspricht dem der zuletzt verwendeten Reibahle. Der proximale Teil des Testschafts wird nach dem CCD-Winkel, der bei der präoperativen Planung ermittelt wurde, und die Größe entsprechend der zuletzt verwendeten Reibahle bestimmt. Der Probeschaft sollte außerhalb des Körpers montiert und als Monoblock eingesetzt werden. Der gewählte proximale und distale Teil des Testschafts werden montiert und mit Hilfe der Schraube für Testschaft gesichert. Der Testschaft wird in das Femur eingesetzt, bis er korrekt sitzt. Bei einer ausgeprägten bestehenden Antetorsion sollte die Prothese in der korrigierten Position eingebracht werden, damit der Hals der Prothese nicht auf dem Rand der Kortikalis des Schenkelhalses aufliegt. Falls erforderlich, muss mit einem feinen Meißel etwas Knochenmaterial entfernt werden, bis ein ausreichend großer Spalt zwischen dem Hals der Prothese und dem Knochen geschaffen wurde. Der passende Probekopf wird entsprechend der präoperativen Planung ausgewählt und auf den Probekonus gesteckt. Abb. 13a Abb. 13b Als nächstes wird das Hüftgelenk reponiert und Beinlänge, Offset und Bewegungsumfang werden überprüft. Abb. 14
15 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 15 Wenn sich durch die Probereposition nicht das gewünschte Ergebnis erzielen lässt, kann diese so oft wie möglich wiederholt werden. Mit folgenden Optionen lässt sich die natürliche Anatomie besser wiederherstellen: Verwendung unterschiedlicher Längen an Probeköpfen. Austausch des proximalen Teils des Testschafts und Ersatz in situ durch die andere Version des proximalen Teils (entweder 125 oder 135 ). Das proximale Teil wird ersetzt, indem die Schraube gelockert und dann entfernt wird. Das proximale Teil kann mit dem Ausziehinstrument für proximalen Testschaft entfernt und durch die andere Version des proximalen Teils ausgetauscht werden (Abb. 15a und 15b). Änderung der Antetorsion durch Drehen nur am proximalen Teil. Dies kann in situ erfolgen, indem die Schraube gelockert wird und das proximale Teil gedreht wird, bis die gewünschte Antetorsion erzielt wurde. Verwendung der Reibahle mit dem nächst größeren Durchmesser nach Entfernen des Testschafts und Wiederholung der Probereposition mit dem passenden Testschaft. Die Probereposition wird so oft wie nötig wiederholt, bis ein optimales Offset, Beinlänge und Stabilität erzielt wurden. Abb. 15a Abb. 15b Der Testschaft kann als Monoblock mit Hilfe des Ausschlaginstruments entfernt werden (Abb. 16); dieser wird hierfür in das Ausschlagloch gesteckt. Er kann aber auch in zwei Schritten entfernt werden, d.h. zunächst wird das proximale Teil mit dem Ausziehinstrument für proximalen Testschaft und dann das distale Teil mit dem Einschläger / Ausschläger für Testschaft (Abb. 17) entfernt. Abb. 16 Abb. 17
16 16 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Einsetzen des Schaftes Die passende Prothese wird von Hand eingesetzt, bis ein Widerstand zu spüren ist. Der Einschläger Konusprothese wird verwendet, um den korrekten Sitz des Wagner Cone Prosthesis Schafts mit Hammerschlägen zu gewährleisten. Der Dorn des Einschlägers wird in das Einschlagloch in der Schulter der Prothese gesteckt, so dass der gabelförmige Flansch den Hals der Prothese umgibt. Mit diesem Instrument wird die Prothese in die gewünschte Antetorsion gedreht und mit ein paar mäßigen Hammerschlägen in ihre endgültige Position gebracht. Die Stabilität der Fixierung wird folgendermaßen beurteilt: Die Prothese dringt mit jedem Hammerschlag zunächst etwas tiefer in den Markraum ein, bis die benötigte Stabilität erzielt wurde und die Prothese sich mit weiteren Hammerschlägen nicht mehr weiter einbringen lässt. Gleichzeitig verändert sich das Geräusch der Hammerschläge. Abschließend wird die Eindringtiefe mit einem Maßband gemessen und der Wert mit der präoperativen Planung abgeglichen. Abb. 18 Abb. 19 Bei einer ausgeprägten bestehenden Antetorsion sollte der Hals der Prothese nicht auf dem Rand der Kortikalis des Schenkelhalses aufliegen. Falls erforderlich, muss mit einem feinen Meißel etwas Knochenmaterial entfernt werden, bis ein ca. 3 mm breiter und 10 mm tiefer Spalt zwischen dem Hals der Prothese und dem Knochen geschaffen wurde.
17 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 17 Für die abschließende Probereposition wird ein Probekopf auf den Halskonus aufgesetzt. Das Hüftgelenk wird reponiert und beurteilt, indem das Bein durch den gesamten Bewegungsumfang, insbesondere in Flexion und Innenrotation bewegt wird. Die Weichteilspannung wird mit Längszug am gestreckten Bein überprüft. Falls erforderlich, wird die Prothese mit angepasstem Antetorsionswinkel erneut implantiert und die Probereposition wiederholt. Nach der Reluxation werden die verbleibenden Zwischenräume zwischen der Prothese und dem Knochen dicht mit Spongiosa-Chips gefüllt, die während der Präparation gewonnen wurden. Bei einem sehr engen Femur muss darauf geachtet werden, dass die mediale Oberfläche des künstlichen Halses nicht auf der Kortikalis an der Osteotomiestelle am Schenkelhals liegt. In diesem Fall muss die Kortikalis mit einem feinen Meißel entfernt werden, bis ein schmaler Zwischenraum von mindestens 10 mm zwischen der Prothese und dem Knochen besteht. Abb. 20 Nachdem der Konus sorgfältig gereinigt und getrocknet wurde, wird der gewählte Femurkopf mit einer Rotationsbewegung montiert und weiter mit axialer Kraft gedreht, bis er fest sitzt. Der Femurkopf wird mit einem leichten Hammerschlag in axialer Richtung auf den Kopfeinschläger eingeschlagen. Bei der Reposition des Gelenks wird die Funktion des Hüftgelenks beurteilt. Die kurzen Außenrotatoren werden refixiert. Nach Anlage der Redondrainage erfolgt der Wundverschluss in hausüblicher Weise.
18 18 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Nachbehandlung Die Nachbehandlung hängt vom Patienten und der Knochenqualität ab und variiert von Operateur zu Operateur. Prof. Wagner empfiehlt folgende Nachbehandlung: Nach der Operation wird das operierte Bein in einer Schaumschiene gelagert. Am ersten Tag nach der Operation wird der Patient angehalten, sich dreimal am Tag neben sein Bett zu stellen. Am dritten postoperativen Tag beginnt er mit Gehübungen im Zimmer, und ab dem fünften Tag kann er dann selbst zur Toilette gehen und auf dem Gang hin und her laufen. Wann der Patient das Gelenk mit Gehhilfen teilbelasten kann, wird im Einzelfall entschieden. Am 15. Tag nach der Operation kann der Patient beginnen, Treppen zu steigen und isometrische Übungen mit den Hüftmuskeln auf der Seite und dem Bauch liegend zu machen. Zudem kann er jetzt üben, ins Auto einzusteigen. Der Patient wird nach 3 Wochen entlassen und bekommt Anweisungen zur weiteren Teilbelastung und für isometrische Muskelübungen; die passiven Bewegungsübungen können nun entfallen. Die erste Nachuntersuchung findet drei Monate nach der Operation statt. Je nach Röntgenbefund kann der Patient innerhalb von 4 Wochen von der Teilschrittweise bis zur Vollbelastung übergehen. In den nächsten Monaten sollte der Patient jedoch noch keinen Sport treiben.
19 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 19 Fallstudien Fall 1 Alte Version des Wagner Cone Prosthesis Hüftschafts Fall 2 Neue Version des Wagner Cone Prosthesis Hüftschafts Fortgeschrittene und sehr schmerzhafte dysplastische Arthritis der linken Hüfte bei einer 39-jährigen Patientin. 3 Wochen nach der Implantation eines Wagner Cone Prosthesis Schafts und einer konischen Schraubpfanne. 7 Jahre nach der Implantation der Prothese ist das Hüftgelenk des Patienten schmerzfrei und funktionsfähig und die Knochenstruktur ist homogen und zeigt die strukturelle Anpassung des Knochens auf die mechanische Belastung. Präoperativ Postoperativ (A/P-Ansicht) Postoperativ (M/L-Ansicht)
20 20 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Implantate Wagner Cone Prosthesis 125 Hüftschaft Wagner Cone Prosthesis 135 Hüftschaft Protasul -64 Konus 12/14 Zementfrei L [ 125 Protasul -64 Konus 12/14 Zementfrei L [ 135 [ mm L mm Offset mm ,0 27, ,5 31, ,7 32, ,9 33, ,2 34, , ,6 35, ,8 36, ,0 37, ,2 38, ,4 39, , [ mm L mm Offset mm
21 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 21 Instrumente Sieb für Wagner Cone Prosthesis Instrumente (vollständig) ZS Sieb für Wagner Cone Prosthesis Instrumente (leer) Siebeinsatz für Wagner Cone Prosthesis Instrumente (leer) Standard Siebdeckel, grau Handgriff mit Schnellkopplung Markraumsonde a Ausschläger Konusprothese Reibahle [ mm Einschläger Konusprothese Reponierhebel
22 22 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik Auf Anfrage Reponieraufsätze Größe 22 mm mm mm Kalkarbogenraspel Probeköpfe Größe [ 22 12/14 S [ 22 12/14 M [ 22 12/14 L [ 28 12/14 S [ 28 12/14 M [ 28 12/14 L [ 32 12/14 S [ 32 12/14 M [ 32 12/14 L Probeköpfe Größe [ 28 12/14 XL [ 32 12/14 XL [ 36 12/14 S [ 36 12/14 M [ 36 12/14 L [ 36 12/14 XL Reponieraufsatz Größe 36 mm Messstab 20 cm
23 Wagner Cone Prosthesis Hüftschaft Operationstechnik 23 Wagner Cone Testschäfte Sieb (vollständig) Wagner Cone Testschäfte Sieb (leer) Wagner Cone Testschäfte Seibeinsatz (leer) Standard Siebdeckel, grau Wagner Cone Testschaft prox. 125 [ mm Wagner Cone Testschaft distal [ mm Schraube für Testschaft (4 Einheiten im Sieb) Ausziehinstrument für prox. Testschaft Einschläger/Ausschläger Ausschlaginstrument Wagner Cone Testschaft prox. 135 [ mm Einschläger/Ausschläger für Testschaft Schraubendreher
24 Literatur H. Wagner and M. Wagner: Cone prosthesis for the hip joint. Reprint from Arch Orthop Trauma Surg (2000), 120: Lit. No x C. C. Castelli et al: Radiographic evaluation of the conus uncemented stem. Reprint from Hip International, Vol. 9 No. 3, 1999: Lit. No x Y. Y. Kim et al: Total hip reconstruction in the anatomically distorted hip cemented versus hybrid total hip arthroplasty. Reprint from Arch Orthop Trauma, Surg (1998) 117: 8 14 Lit. No x M. Wagner: Indications, Technical Considerations, and Early Results With Modern Metal-on- Metal Couple in Total Hip Arthroplasty. Reprint from Seminars in Arthroplasty, Vol. 9, No. 2 (April), 1998: H. Wagner, M. Wagner: Konische Schaftverankerung zementfreier Hüftprothesen Primärimplantation und Prothesenwechsel Sonderdruck aus Endoprothetik, E. W. Morscher (Hrsg.): (1995) Lit. No. D000232x H. Wagner and M. Wagner: Conical Stem Fixation for Cementless Hip Prostheses for Primary Implantation and Revision Reprint from Endoprosthetics, E. W. Morscher: (1995) Lit. No. D000234x 2009 Zimmer GmbH Gedruckt in Deutschland Änderungen vorbehalten Wenden Sie sich an Ihren Zimmer-Vertreter oder besuchen Sie uns unter Lit.No Ed. 07/2009 +H /$090701G09+
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