Das Mitarbeiter Fördergespräch Das Mitarbeitergespräch wird derzeit erst von wenigen Unternehmen als Führungsinstrument genutzt Nur rund 30% der kleinen und mittelständischen Unternehmen führen regelmässig Mitarbeitergespräche durch. Wenn der Chef mit dem Mitarbeiter hinter verschlossenen Türen redet, kann das viele Gründe haben: eine bevorstehende Gehaltsaufbesserung, Ziele und neue Aufgaben werden vereinbart oder Probleme sollen gelöst werden. Kurzum: Der Chef bittet zum Mitarbeitergespräch. Erst 30 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen setzen diese Form des Gesprächs als Führungsinstrument ein. Auch bei Konzernen schaut es nicht anders aus. Das Mitarbeitergespräch sollte vier wesentliche Punkte beinhalten: Rückblick auf das abgelaufene Jahr, Definition von Zielen und Aufgaben für das kommende Jahr, Feedback für Mitarbeiter und Chef sowie Festlegen von Förderungsmaßnahmen. Bereits vor zehn Jahren wurde bei BASF Österreich das Mitarbeitergespräch eingeführt. Personalleiter Gerald Köhler: Mit jedem der 114 Mitarbeiter vom Geschäftsführer bis zum Hausarbeiter wird zwischen Dezember und Februar ein Gespräch geführt. Es ist zwar traurig, dass das organisiert werden muss, aber im Arbeitsalltag werden Probleme und Spannungen oft unter den Tisch gekehrt. Einmal im Jahr gibt es die Möglichkeit, offen zu reden.
P RÄMIENZAHLUNG WINKT: In der Regel ist es schwieriger, die Führungskräfte von der Notwendigkeit dieser Gespräche zu überzeugen als die Mitarbeiter: ( Es dauert rund drei Jahre, bis das Mitarbeitergespräch Teil der Unternehmenskultur ist. ) Es ist wichtig, dass alle Hierachieebenen eingebunden sind, sonst wird das Gespräch von Mitarbeitern weniger als Beurteilung und mehr als Verurteilung gesehen. Die Beurteilung in den Gesprächen wirkt sich bei den BASF-Mitarbeitern auch auf dem Lohnzettel aus. Wer die Jahresziele erfüllt, wird mit einer Prämienzahlung belohnt. Inhalte: Was hat funktioniert, welche Ziele wurden erreicht, wo kann ich Unterstützung anbieten. Jedes Gespräch wird schriftlich fixiert. O PTIMALE V ORBEREITUNG: Ein Mitarbeitergespräch, das Chef, Mitarbeiter und Unternehmen etwas bringen soll, erfordert eine gründliche Vorbereitungszeit. Bei BASF werden die Führungskräfte regelmässig in Sachen Mitarbeitergespräch gecoacht. Personalchef Köhler: Ein gut geführtes Mitarbeitergespräch ist für den Vorgesetzten schwieriger als für den Mitarbeiter. Die Vorbereitungszeit dauert meist ein bis zwei Stunden. Das Mitarbeitergespräch sollte mindestens ein bis zwei Stunden dauern, ohne störende Telefonate und an einem neutralen Ort stattfinden. F EEDBACK: Feedback bedeutet Rückmeldung und gibt Aufschluss darüber, wie Verhaltensweisen von anderen wahrgenommen, verstanden und erlebt werden. Das Feedback sollte immer ausgeglichen sein. Der Mitarbeiter erhält Aussagen über seine Stärken und Schwächen. Dem Chef hilft das Gespräch, Einstellungen und Sichtweisen seiner Mitarbeiter besser kennenzulernen und Missverständnisse zu vermeiden.
T IPPS FÜR V ORGESETZTE: 1. Äussern Sie positive und negative Gefühle und Wahrnehmungen gleichermassen: 2. Feedback sollte aufbauend sein; ist es einseitig negativ, kann es verunsichern und demotivierend wirken. 3. Versuchen Sie, das Verhalten des Gegenübers zu beschreiben: Interpretationen führen zu Bewertungen und Zuschreibungen. Folge ist: Schubladen-Denken. 4. Teilen Sie Gefühle und Reaktionen auf das Verhalten mit: Sie schaffen mehr Vertrauen und Offenheit und animieren den Mitarbeiter, seinerseits offener zu reagieren. 5. Sprechen Sie in der Ich-Form, vermeiden Sie die Man-Form. Sie beziehen dadurch eine klare Position, der Gesprächspartner kann sich leichter auf Sie einstellen. 6. Seien Sie offen und ehrlich: Sie müssen nicht alles sagen, was Sie denken, Aber das, was Sie sagen, muß stimmen.
T IPPS FÜR M ITARBEITER: Nehmen Sie Feedbacks nur dann an, wenn Sie dazu bereit sind: Es besteht sonst die Gefahr, dass Sie überreagieren oder das Gespräch kontraproduktiv verläuft. Versuchen Sie, ruhig zuzuhören und sich nicht sofort zu rechtfertigen: Sie geben dem Gesprächspartner das Gefühl, dass er seine Meinung mitteilen kann, ohne dass Sie sich angegriffen oder schlecht behandelt fühlen. Überprüfen Sie durch Nachfragen, ob Sie alles richtig verstanden haben: Sie vermeiden Missverständnisse und vermitteln, dass Sie die Ausführungen des anderen interessieren. Schweigen Sie nicht, um scheinbar Frieden zu bewahren: Teilen Sie mit, in welchem Punkt Sie weshalb anderer Ansicht sind. Achten Sie darauf, dass alle Punkte geklärt werden: Sie vermeiden, dass Sie im Nachhinein ins Grübeln kommen.
Mustervorlage für MA Fördergespräch Einladung Ich lade Sie herzlich ein am... um... ein Förderungsgespräch zu führen. Uhr mit mir gemeinsam Die Ziele dieses Gespräches bestehen vor allem darin, Ihre Wünsche und Bedürfnisse besprechen Ihnen Rückmeldung über Leistungen und Ihr Verhalten zu geben. Gemeinsam Lösungen für eventuell festgestellte Entwicklungsbedürfnisse zu suchen. Sie auch in Zukunft bei der Entwicklung Ihrer Tätigkeit besser zu unterstützen. Ihnen auch die Möglichkeit zu geben Probleme zu erörtern und gemeinsam Lösungen zu finden. Dieses Gespräch ersetzt natürlich nicht unseren ständigen Kontakt. Ich bin gerne bereit darüber hinaus bei Fragen, Problemen oder Anregungen zur Verfügung zu stehen. Da das Mitarbeiterförderungsgespräch sowohl in Ihrem als auch in unserem Interesse stattfindet, ist es wichtig, daß auch Sie sich persönlich darauf vorbereiten. Das beiligiende Formblatt soll Ihnen als Gesprächsvorbereitung dienen, da diese Inhalte die Grundlagen für unser Förderungsgespräch bilden. Ich freue mich schon auf unser gemeinsames Gespräch, indem wir - so hoffe ich - in einen offenen und konstruktiven Weise gemeinsam Ihre berufliche Zukunft beleuchten und gegebenfall Maßnahmen zu deren Förderung erarbeiten.