Stromzukunft Schweiz. Welche Optionen haben wir nach Fukushima für die Stromversorgung von morgen?

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1 Stromzukunft Schweiz Welche Optionen haben wir nach Fukushima für die Stromversorgung von morgen? Robert Lombardini Verwaltungsratspräsident

2 Übersicht einige Grundlagen Entscheid Bundesrat: Erläuterungen Entscheid Bundesrat: Kritik Axpo Weg Seite 2 Wir sind die Axpo

3 Axpo auf einen Blick: Kennzahlen Umsatz: 6 Mia. Gewinn: 400 Mio. Investitionen: 620 Mio. Mitarbeitende: 4300 Bilanzsumme: 18 Mia. grösster Produzent im Inland Seite 3

4 Kurzfristige energiewirtschaftliche Auswirkungen von Fukushima (11. März 2011) 11. März 2011 Erdbeben und Tsunami in Japan 17. März KKW in Deutschland mit MW Leistung abgestellt Base Vormonat +12% Jahresband % CO 2 -Preis +10% Der Markt hat sofort reagiert. Seite 4

5 Erwartete globale Entwicklung Kernenergie Deutschland Ausstieg bis 2022 Italien kein Neubau Frankreich Bestätigung der bisherigen Strategie England Bestätigung der bisherigen Strategie Niederlande Bestätigung der bisherigen Strategie Polen Bestätigung der bisherigen Strategie Finnland Bestätigung der bisherigen Strategie Asien Bestätigung der bisherigen Strategie USA Bestätigung der bisherigen Strategie Energiemix Europa Kernenergie wird durch Kohle und Gas ersetzt mehr Erneuerbare Seite 5

6 CO 2 -Emissionen der Stromerzeugung Laufwasserkraftwerk Speicherkraftwerk Kernkraftwerk Windkraftwerk Geothermie Fotovoltaik BHKW mit Biogas Gas-Kombikraftwerk BHKW mit Erdgas Steinkohlekraftwerk g CO 2 /kwh CO 2 aus Brennstoff (direkt) CO 2 aus übrigen Prozessen Quelle: Axpo Seite 6 Der Axpo Strommix

7 Emissionen der Stromerzeugung im europäischen Vergleich 1000 g/kwh g/kwh Nutzung Griechenland Deutschland Italien Österreich Frankreich Schweiz Norwegen fossiler Brennstoffe 94.5% 56.1% 78.6% 29.3% 8.2% 1.3% 0.4% (z.b. Kohle, Erdöl) Quellen: VEÖ, Eurelectric (Datenstand: 2007/2008) Seite 7

8 Lage Schweiz Der Bundesrat hat 3 Optionen überprüfen lassen: 1. Zwei Ersatzkernkraftwerke 2. Kernkraftwerke bis zur geplanten Abschaltung betreiben 3. Vorzeitiges Abschalten der Kernkraftwerke 2012 Mühleberg und Beznau I + II 2019 Gösgen 2024 Leibstadt Seite 8

9 Winterhalbjahr Szenario Energiebilanz Schweiz - Winter - Szenario 1-2 Ersatz KKW KKW Frankreich ohne gesicherte Privilegierung KKW Frankreich mit Privilegierung 50.0 Zubau Ersatz KKW KKW Schweiz bestehend 40.0 neue erneuerbare Energie bestehend 30.0 TWh Konventionell -thermische Kraftwerke Speicherkraftwerke 20.0 Laufwasserkraftwerke Bedarf VSE hoch 10.0 Bedarf VSE tief Ist -Bedarf Seite 9

10 Winterhalbjahr Szenario 2 Seite 10

11 Winterhalbjahr Szenario 3 Seite 11

12 Lösungsvorschlag Bundesrat: Option 2 (Kernenergie bis zur geplanten Abschaltung betreiben) Die Option 2 hat folgende Eigenschaften: Kernkraftwerke 50 Jahre betreiben sofern sicher (Gösgen und Leibstadt sind auf 60 Jahre ausgelegt) Stabilisierung des Stromverbrauchs und längerfristig leichte Absenkung Massiver Zubau der neuen erneuerbaren Energien Substantieller Zubau Wasserkraft Importe Wenn dies nicht reicht: Wärmekraftkopplung und in 2. Priorität Gaskombikraftwerke Seite 12

13 Energiebilanz Bundesratsoption 2 Variante 2 für die Schweiz im Winterhalbjahr Seite 13

14 Der Zubauplan für die neuen erneuerbare Energien ist ambitiös Vom ganzen Zubau der neuen erneuerbaren Energien sind: 46% Photovoltaik Woher kommt der Strom im Januar? 19% Geothermie Praktische Umsetzbarkeit, Potenzial CH? 18% Wind Was machen wir bei Windflauten? Seite 14

15 Strommix am 7. Juni 2011 Gdsfg Seite 15

16 Stromproduktion im Sommer 2050 bei Sonnenschein Wir müssen einen substantiellen Teil vernichten! Residuallast (violett) an einem schönen Sommertag in der Schweiz Installierte Leistungen Erneuerbare: 15.0 GW p Photovoltaik, 5.0 GW Wind, 3.2 GW Laufwasser, Pumpleistung 5.0 GW Seite 16

17 Stromproduktion an einem bewölkten Wintertag 2050 Der Anteil der Photovoltaik ist vernachlässigbar! Residuallast (violett) an einem bedeckten Wintertag in der Schweiz. Installierte Leistungen Erneuerbare: 15.0 GW p Photovoltaik, 5.0 GW Wind, 3.2 GW Laufwasser Seite 17

18 Wind und Sonne in Deutschland im Juli 2010 Einspeisung Wind und Photovoltaik Juli 2010 bei 36'000 MW installierter Leistung Wind: 26'000 MW PV: 9'800 MW (Stand ) Quelle: RWE Innogy GmbH Seite 18

19 Wind und Sonne in Deutschland im Januar 2010 Einspeisung Wind und Photovoltaik Januar 2010 bei 36'000 MW installierter Leistung Wind: 26'000 MW PV: 9'800 MW (Stand ) Quelle: RWE Innogy GmbH Seite 19

20 Die Produktionskosten werden steigen! Vergleich Durchschnittskosten der Varianten 1 & 2 des BR (= Variante Bundesrat) Seite 20

21 Allgemeine Kritikpunkte an der Bundesratsvariante 1. Die Prognose eines stabilen Stromverbrauchs ab 2015 ist eine Vision und an viele (realistische?) Annahmen geknüpft. 2. Die Annahme, dass die ganze Welt oder zumindest Europa die gleiche Eingriffstiefe in gleicher Form und in der gleichen Zeitperiode mitmacht ist realitätsfremd. Normalerweise diktiert Europa der Schweiz den Takt und nicht umgekehrt. 3. Die Versorgungssicherheit mit viel Photovoltaik und Wind ist im Winter kritisch. Dazu kommen Importe von bis zu 25%. Damit lässt sich keine Versorgungssicherheit aufbauen. 4. Ein Anstieg der Strompreise (Endverbraucherpreise) auf 240% bis 2020 ist politisch und volkswirtschaftlich extrem problematisch und erfordert eine Umverteilung in sehr grossem Ausmass. Seite 21

22 Allgemeine Kritikpunkte an der Bundesratsvariante (2) 5. Die Annahmen bei der Stromproduktion sind alle wenig realistisch. Allein bei der Wasserkraft sollen gemäss Bund 4 TWh mehr möglich sein. Der Zubau von 10.4 TWh Photovoltaik ist ebenfalls wohl nur theoretisch möglich und die Machbarkeit der Geothermie ist auch nach 10 Jahren noch offen. 6. Die Studie legt keine Zahlen bezüglich den einzelnen Produktionskosten offen. Warum? 7. Der von der Studie errechnete Produktionskostenanstieg von 65% bis 2035 dürfte wohl viel höher sein. 8. Die Studie geht davon aus, dass die Langfristverträge bis zu deren Auslaufen verfügbar sein werden, was das UVEK selber als unrealistisch bezeichnet. Seite 22

23 Welche Optionen gibt es wirklich? Akzeptanz Kosten Wesentlicher Beitrag zur Schliessung der Lücke Energieeffizienz Neue Erneuerbare Gaskombikraftwerke Wärmekraftkopplung Importe neue Erneuerbare Kohlekraftwerke Gaskombikraftwerke Kernkraft Kernkraft Es gibt keinen Königsweg! Seite 23

24 Welche Option will die Axpo verfolgen? Option Wunsch Kumulierung von mehr als nur optimistischen Annahmen (Bundesratsvariante). Kann das aufgehen? Darf die Schweiz darauf bauen? Option Realität Wir versuchen basierend auf ambitiösen, aber realistischen Annahmen Energie- und Strom zu sparen, Erneuerbare sinnvoll zu fördern, Wasserkraft auf heutigem Niveau zu halten Betreiben die bestehenden KKW sicher so lang wie möglich und sichern den restlichen und zukünftigen Bedarf mit GuD, Import, Gen IV, etc. selber. Zuerst Umsteigen, dann Aussteigen! Jede neue Variante muss machbar, sinnvoll und nachhaltig (Ö, Ö, ga) sein. Seite 24

25 Konklusion Strommarkt ist komplex! Strom ist die Lebensader der Gesellschaft! Neue KKW sind in Deutschland und Österreich nicht und in der Schweiz auf absehbare Zeit nicht mehrheitsfähig! Einen Königsweg gibt es nicht! Klima, Wohlstand, Physik, Fossile Die Schweiz wird die höchsten Strompreise in Europa haben. Diversifikation ist der Schlüssel zum Erfolg! Grosskraftwerke werden auch in den nächsten Jahrzehnten das Rückgrat der Stromversorgung sein. Wir werden die nächsten Jahrzehnte auf Importe angewiesen sein. Seite 25

26 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit Parkstrasse 23 CH-5401 Baden T F Seite 26

27 Energieverbrauch so hoch wie noch nie Der Gesamtenergieverbrauch der Schweiz stieg 2010 gegenüber dem Vorjahr um 4,4% Quelle: Medienmitteilung BfE, Seite 27

28 D - CH: MW CH - D: MW Importkapazitäten variieren je nach Netzbelastung CH - A: MW A - CH: 470 MW CH - I: MW I - CH: MW Seite 28 Quelle: https://www.entsoe.eu/index.php?id=70

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