Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Mahatma Gandhi THEMEN. Jahrgang 59 August/September 2014.

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1 Jahrgang 59 August/September 2014 THEMEN Seite 2 Andacht Seite 3 Gottesdienste Ökumenischer Gottesdienst Seite Einschulungsgottesdienst Krabbelgottesdienst Open-Air-Gottesdienst 80 Jahre: Pfarrer Schmidt Seite Studiensemester: Pfarrer Diemer Einladung zum Flohmarkt Seite Rätselseite Warum in die Ferne schweifen? Seite Spielgruppe für Kinder bis 3 Jahre Kinderferienspiele Herbst 2014 Kulturtreff Seite Rückblick Sommerfest 2014 Seite Gartenbote III Bienenbote XIX Seite Rückblick: Einweihungsfeier der Kita Time to say goodbye! Dienst an Gott und den Menschen Seite Mit den Füßen beten Meret in Marokko Musikseite Seite Schule im Gemeindehaus Grüße aus Indien Geburtstage / Familiennachrichten Seite 24 Termine der Gruppen Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Mahatma Gandhi

2 Kopfüber! Es herrscht die Meinung vor, dass die Religion dazu da sei, um bestehende Verhältnisse zu stabilisieren und Veränderungen zu verhindern. Wer aber an den Ursprung der Religionen zurückgeht, der wird erkennen, dass das Gegenteil der Fall ist. Ob es sich nun um den Auszug der Israeliten aus Ägypten handelt, oder die Verkündigung der Auferstehung Jesu durch seine Jünger und Jüngerinnen: Hier wird die Ordnung der Dinge auf den Kopf gestellt und eine neue Sicht auf Gott und die Welt erprobt. Siehe ich mache alles neu!, so lässt Gott den Propheten Jesaja im Alten Testament verkünden und Jesus verheißt: Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten. Nach Absicherung der gegebenen Verhältnisse hört sich das nicht an, sondern nach Neuanfang und Umkehrung aller Werte. Weil es aber sehr schwierig ist, die gegebenen Herrschaftsverhältnisse umzukehren, stellen die Menschen, die diese neue Erfahrung machen durften, erst einmal ihre eigenen Weltbilder auf den Kopf. Und siehe da: Sie sehen den Himmel auf Erden, das Leben im Tod, den Anfang im Ende. Und diese neue Sicht der Dinge befähigt sie dazu, auch die Welt, in der sie leben, nach und nach zu verändern, indem sie gemeinsam ein neues Leben beginnen. So musste auch Saulus, der die ersten Christen verfolgte, erst von seinem hohen Ross fallen und die Welt von unten sehen, um zu Paulus, dem Apostel und Missionar zu werden. Wohl auch deshalb ist der Kopfstand (Sirsasana) eine der wichtigsten Yogaübungen, weil er es ermöglicht, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen, ohne deshalb den Halt zu verlieren. Doch nicht nur die Religion und die Theologie haben in der Geschichte der Menschheit die Aufgabe übernommen, uns einen neuen Blick auf die Welt zu ermöglichen. Auch die Kunst, in all ihren vielfältigen Erscheinungsweisen, ist dazu geeignet und hat die Aufgabe, uns die Augen zu öffnen und erkennen zu lassen, dass manche Sichtweise, die wir für selbstverständlich hielten, durchaus einseitig ist und dass wir uns selbst, unsere Mitmenschen und unsere Umwelt auch aus einer ganz anderen Perspektive betrachten können und auch sollten. Denn oft verstellen uns unsere Urteile und Vorurteile den Blick auf die Wirklichkeit. Wenn also der Künstler Rodney Graham die Bäume aus dem Himmel zur Erde wachsen lässt und der Himmel sich dadurch auf einmal zu unseren Füßen auftut, dann ist das zunächst verwirrend, aber auch anregend und kann zu interessanten Gedanken und Überlegungen Anlass geben. Die Religion und die Kunst bieten je auf ihre Weise die Möglichkeit zu einer solchen Umkehr, zu einem geistigen Kopfstand, wenn sie denn ihre Aufgabe wahrnehmen und sich nicht in den Dienst der herrschenden Verhältnisse stellen. Jedenfalls lohnt es sich ab und an den Boden unter den Füßen zu verlieren und gewohnte Einstellungen auf den Kopf zu stellen, um dem Himmel näher zu kommen. Pfarrer Thomas Diemer 2

3 GOTTESDIENSTE Staunen! Forschen! Handeln! So., 3. August (7. So. n. Trinitatis) Uhr Abendmahlsgottesdienst Pfarrer Will Kollekte: Für die Jugendmigration und Asylsuchende So.,10. August (8. So. n. Trinitatis) Uhr Gottesdienst Pfarrer Fingerle Kollekte: Für das Patenkind in Indien So.,17. August (9. So. n. Trinitatis) Uhr Abendmahlsgottesdienst Prädikant Doehn /Meret Jacob Kollekte: Für den Freiwilligendienst des ICJA So.,24. August (10. So. n. Trinitatis) Uhr Gottesdienst Prädikant Hoffmann Kollekte: Für besondere gesamtkirchliche Aufgaben So.,31. August (11. So. n. Trinitatis) Uhr Gottesdienst Prädikant Doehn Kollekte: Für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung So., 7. September (12. So. n. Trinitatis) Uhr Abendmahlsgottesdienst Prädikant Hoffmann Kollekte: Für die Jugendarbeit Ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Schöpfung Auch in diesem Jahr lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Frankfurt wieder zu einem Gottesdienst zum Tag der Schöpfung ein. In diesem Gottesdienst wirken die verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinden in Frankfurt sowie ein Bläserensemble mit. Der Tag der Schöpfung wurde 2010 als weltweite ökumenische Initiative der Kirchen Europas eingeführt. Das gemeinsame Gebet für die Schöpfung steht im Zentrum dieses Gottesdienstes. Gleichzeitig soll er ermutigen, gemeinsam verantwortliche Schritte zu gehen. Das Motto des diesjährigen Tags der Schöpfung lädt uns ein, zwischen Kirche und Wissenschaft, zwischen Glaube und Forschung Begegnungen zu ermöglichen und gemeinsame Aufgaben zu benennen. Sonntag, 7. September 2014, Uhr Günthersburgpark bei der Orangerie, Eingang Comeniusstraße 37 So.,14. September (13. So. n. Trinitatis) Uhr Gottesdienst Prädikant Doehn Kollekte: Für den Wartburgboten So.,21. September (14. So. n. Trinitatis) Uhr Tauferinnerungsgottesdienst Pfarrer Weber/ Pfarrer Fingerle Kollekte: Für die Arbeit des Diakonischen Werkes So.,28. September (15. So. n. Trinitatis) Uhr Gottesdienst Prädikant Hoffmann Kollekte: Für die Kirchenmusik Bei Regen findet der Gottesdienst in der Orangerie statt. 3

4 Wir laden ein zum ökumenischen Einschulungsgottesdienst der Ev. Wartburggemeinde und der Kath. St. Josefsgemeinde Einladung zum Krabbelgottesdienst Ein Gottesdienst für alle, die bald krabbeln wollen, die bereits krabbeln können oder die nicht mehr krabbeln müssen. Ein Gottesdienst für Kinder von 0-4 Jahre, um fröhlich mit Liedern, Gebeten und Bewegung Gottes Liebe zu feiern. Und natürlich für alle Eltern, Großeltern und Geschwister. Am Dienstag, 9. September 2014 um 9.00 Uhr in der St. Josefskirche Bergerstraße/Eichwaldstraße Am Samstag, 13. September 2014 um Uhr Im Anschluss gibt es Saft, Kaffee und Kekse. Der Gottesdienst endet so, dass die Erstklässler rechtzeitig in der Schule sein können! Kontakt: Jakob Wegner Tel.: 069/

5 Jung und altgemeinsam statt einsam Open-Air-Gottesdienst 25. September 2014, Uhr am Uhrtürmchen in Bornheim Hoch soll er leben! Im Jahre 1997 feierte Pfarrer Werner Schmidt seinen Abschied von der Wartburggemeinde und begab sich in den verdienten Ruhestand. Zu diesem Zeitpunkt war er vierundzwanzig Jahre in der Wartburggemeinde tätig gewesen und hatte dabei vielen Menschen als Seelsorger zur Seite gestanden und eine Vielzahl von Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen durchgeführt. Es war ihm gelungen, die Wartbuggemeinde auch in schwierigen Zeiten vor Schaden zu bewahren und auf die Veränderungen der Zukunft vorzubereiten. So blieb Pfarrer Schmidt, seiner Wartburggemeinde, der er so sehr verbunden war, auch nach seiner Pensionierung treu und übernahm immer wieder Gottesdienste in der Wartburgkirche. Auch am großen Jubiläumsgottesdienst zur fünfzigjährigen Kirchweih im Jahre 2012 nahm er als Pfarrer aktiv teil. Nun durfte Werner Schmidt im Kreis seiner Familie und Freunde seinen achtzigsten Geburtstag feiern und auch Gäste aus der Gemeinde waren geladen und hatten die Gelegenheit, die herzlichsten Glückwünsche der Gemeindemitglieder und des Kirchenvorstandes zu überbringen und ihm auch weiterhin Gottes Segen zu wünschen. Veranstalter: Ökumenischer Rat Bornheim Nordend Musik: Väterband aus Seckbach 5

6 Innehalten und Atemholen Wer den Beruf des Pfarrers ausüben möchte, der muss zuvor ein langjähriges Theologiestudium absolvieren. Latein, Griechisch und Hebräisch, Kirchengeschichte, Bibelkunde und Philosophie, systematische und praktische Theologie. Das sind einige der Fächer, in denen ein zukünftiger Pfarrer ausgebildet wird. Am Ende des Studiums wird erwartet, dass der Anwärter auf das Pfarramt mit den Traditionen des Judentums und des Christentums bestens vertraut ist. In der Gemeinde werden an den Pfarrer dann aber ganz andere Erwartungen gestellt. Da geht es um Personalführung und Gemeindeorganisation, Verwaltung und Finanzen. Im nächsten Jahr steht die Wahl des neuen Kirchenvorstandes bevor und in den letzten beiden Jahren standen der Neubau der Krabbelstube und die Renovierung des Kindergartens im Vordergrund. Angesichts der Aufgaben und Verpflichtungen, die in der Gemeinde auf den Pfarrer warten, besteht also die Gefahr, dass die theologische Arbeit und das Nachdenken über Religion und Philosophie in den Hintergrund gedrängt werden und keinen Raum mehr haben. Deshalb gewährt unsere Kirchenordnung allen Pfarrerinnen und Pfarrern nach zehnjähriger Amtszeit ein dreimonatiges Studiensemester. In dieser Zeit soll den Gemeindepfarrern die Möglichkeit gegeben werden, noch einmal inhaltlich zu reflektieren und weiterzudenken. Da ich nunmehr seit zweiundzwanzig Jahren in der Wartburggemeinde tätig bin, werde ich dieses Angebot nun nutzen und in der Zeit von 1. Juli bis 30. September 2014 ein Studiensemester nehmen. Die Vertretung bei Beerdigungen und in anderen dringenden Fällen wird in dieser Zeit die Evangelische Gemeinde Bornheim übernehmen, deren Gemeindebüro unter der Telefonnummer 069/ zu erreichen ist. Ich wünsche Ihnen allen eine frohe und gesegnete Sommerzeit! Pfarrer Thomas Diemer 6

7 Wir laden ein zum Flohmarkt im Gemeindehaus der Wartburggemeinde, Hartmann-Ibach-Straße 108, am Samstag, 6. September Uhr und Sonntag, 7. September Uhr In unserer Imbissecke können Sie sich nach ausgiebigem Stöbern und Suchen bei Kaffee und Kuchen erquicken! Wir bitten herzlichst um Kuchenspenden! 7

8 Des Rätsels Lösung! Juni/Juli 2014 Franckfurth ist ein curioser Ort! Der reizende Reißverschluss nach dem wir gefragt hatten, hat seinen Standort am Merianplatz. Frankfurt ist ein kurioser Ort, so soll Johann Wolfgang Goethes Mutter über ihre Heimatstadt gesagt haben. In jedem Heft unseres Gemeindebriefes zeigen wir Ihnen eine der Kuriositäten aus Bornheim, Nordend und Umgebung, und bitten Sie, uns zu sagen, wo wir diese Merkwürdigkeit entdeckt haben. Aus den richtigen Antworten losen wir dann einen Gewinner aus, den wir mit einem kleinen Präsent überraschen. Vor welchem Gebäude wächst dieser exotische Baum? (Kentucky Coffee-Tree) Unter den richtigen Antworten wurden als Gewinner/in ausgelost: Rätselidee: Volker Eckert Senior : Ellen Otto Junior : Stefan Schubert Wir gratulieren recht herzlich und werden Ihnen das versprochene Präsent so bald wie möglich zukommen lassen. Die Lösung können Sie uns telefonisch durchsagen unter der Nummer: 069/ Bitte vergessen Sie dabei nicht, uns Ihren Namen, Anschrift und Ihre Telefonnummer mitzuteilen! 8

9 Warum in die Ferne schweifen? Ausflüge in und um Frankfurt W ARTBURGB OTE A UGUST/SEPT E MB ER 14 Dieses Angebot lädt ein, kulturelle Besonderheiten gemeinsam zu entdecken, spricht Menschen an, die Zeit haben, im nahen Lebensraum kulturelle Schönheiten zu genießen. Wir erreichen unsere Ziele immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln! Planung und Durchführung: Monika Geselle, Gemeindepädagogin, Fahrt nach Mainz zum Besuch der Ausstellung Max Slevogt. Neue Wege des Impressionismus Termin: Dienstag, Treffpunkt: 13:15 Uhr Uhrtürmchen in Bornheim Rückkehr: ca. 19:15 Uhr Kosten: 12.- Fahrt nach Kronberg zum Besuch der Ausstellung Lebendige Designgeschichte in der BraunSammlung Termin: Dienstag, Treffpunkt: 13:30 Uhr Uhrtürmchen in Bornheim Rückkehr: ca Uhr Kosten: 12.- Anmeldung: Gemeindebüro der Luthergemeinde Montag und Dienstag Telefon Gemeindebüro der Wartburggemeinde: Dienstag- und Donnerstagvormittag Telefon

10 Spielgruppe für Kinder ab 12 Monaten bis 3 Jahre In der Spielgruppe treffen sich Eltern und Kleinkinder, um gemeinsam andere Kinder und Eltern kennen zu lernen. In freien, von einer pädagogischen Fachkraft angeleiteten Spielen mit Singen und Bewegung machen die Kinder erste Erfahrungen im Miteinander unter Gleichaltrigen. Die Eltern spielen mit, beobachten und tauschen Erfahrungen aus. Fragen, die das Leben mit dem Kind (wie Umgang mit Spielsachen, Ernährung und Essverhalten) und die elterlichen Bedürfnisse betreffen, können thematisiert werden. Ort: Ev. Wartburggemeinde Hartmann-Ibach-Straße108 Zeit: jeweils montags von Uhr bis Uhr Termine: von bis (außer in den Ferien) Kosten: 66,00 für 11 Treffen Kinderferienspiele Herbst 2014 In der zweiten Herbstferienwoche ( ) wird es wieder aufregende Kinderferienspiele für Kinder von 6-10 Jahren in der Mariengemeinde in Seckbach geben. Wir werden jeden Tag von Uhr mit lustigen Spielen, einem spannenden Thema und aufregenden Ausflügen uns eine gute Zeit machen. Was für ein Programm es genau sein wird, verraten wir noch nicht, aber eine Voranmeldung ist jetzt schon möglich. Unter: oder Auf eine herrliche Ferienwoche mit Euch freuen sich: Gemeindepädagoge Jakob Wegner und Team Eine gemeinsame Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinden : Bornheim,Luther, Wartburg und Marien Leitung: Christa Lehmer/Erzieherin 069/

11 Kulturtreff Wartburg Wir laden ein zu einem Filmabend im Pfarrgarten am Freitag, 22. August 2014, Uhr in der Hartmann-Ibach-Straße 110 W ARTBURGB OTE A UGUST/SEPT E MB ER 14 Cinema Paradiso Das Cinema Paradiso ist neben der Kirche Mittelpunkt im Leben eines sizilianischen Dorfes. Der kleine Toto verbringt dort zum Leidwesen seiner Mutter jede freie Minute und freundet sich dabei mit dem Filmvorführer Alfredo an, von dem er das Handwerk erlernt. Jahre später rät Alfredo seinem jungen Freund nach einer unglücklichen Liebe, sein Heimatdorf für immer zu verlassen. Erst zu Alfredos Beerdigung, dreißig Jahre später, kehrt Toto zurück und muss den Abbruch seines Kinos mit ansehen. Guiseppe Tornatore erzählt seine rührende, vergnügliche und nostalgische Geschichte über das Leben und die Träume in einem kleinen sizilianischen Dorf mit Melancholie und einem amüsierten Augenzwinkern. Bei Regen findet die Vorführung in der Wartburgkirche statt. Der Eintritt ist frei 11

12 Ich will auf sie regnen lassen zur rechten Zeit! Hesekiel 34, 26 Es hätte also für das Sommerfest der Wartburggemeinde und ihrer beiden Kindertagesstätten nicht besser kommen können. Und so schickten die vielen Teilnehmer/innen mach dankbaren Blick nach oben und freuten sich darüber im Trockenen miteinander plaudern, spielen und feiern zu können. 70% Regenwahrscheinlichkeit meldete der Wetterbericht für den Sonntag, 29. Juni Und so begann der Tag auch mit heftigen Regenfällen. Doch sobald die ersten Mitarbeiter/innen zum Aufbau erschienen, hatten die Regengüsse ein Ende, aber es blieb nach wie vor bewölkt. Erst als der Festgottesdienst zu Ende ging und die Türen der Kirche geöffnet wurden, brach die Sonne hervor und hörte auch den ganzen Tag nicht mehr auf zu scheinen, bis am Abend das Feiern ein Ende genommen hatte und die Festzelte wieder im Keller verstaut waren: Da öffneten sich die Schleusen des Himmels wieder und es begann erneut zu regnen. Ein wahrhaft gnädiger Regen also, wie es bei dem Propheten Hesekiel heißt. Draußen florierte der Getränkeverkauf und die zweihundertfünfzig Bratwürste waren im Nu verzehrt. Kein Wunder, dass auch die Mitarbeiter an der Kasse mit dem Umsatz zufrieden waren. 12

13 W A R T B U R G B O T E A U G U S T / S E P T E MB E R 14 Zur Vorführung des Kinderballetts unter der Leitung von Olga Leibrandt und des Kindergartenchores unter Leitung von Natacha Ziegler, strömten die Menschen dann in die Kirche, denn draußen war der Platz für den Auftritt der Kinder schon im Vorjahr wegen der vielen Besucher/innen zu eng geworden. Ebenso wie die Pfadfinder und Pfadfinderinnen, die zur Aufbesserung ihrer Gruppenkassen frische Waffeln verkauften und damit auch zur Versorgung und zur Zufriedenheit der Gäste beitrugen. So aber fanden alle einen Platz und die Darbietung der Kinder wurde mit viel Applaus bedacht. So war auch dieses Sommerfest wieder ein großes Vergnügen und ein schöner Anlass für die Gemeinde und die Nachbarn und Nachbarinnen aus dem Stadtteil, um zusammenzukommen und es sich gut ergehen zu lassen. Da konnte man zwischendurch auch einmal entspannen und sich zurücklegen oder die Zeit zu einem Gespräch nutzen. Wie das Gemeindefest, das inzwischen zum Stadtteilfest geworden ist, überhaupt vielen Menschen die Möglichkeit zur Begegnung bietet und die Gelegenheit, sich untereinander und die Gemeinde kennenzulernen. 13

14 W A R T B U R G B O T E A U G U S T / S E P T E MB E R 14 Anfänglich gaben sich viele Gemeindemitglieder, aber auch Nachbarn und Passanten eher skeptisch: Der wird euch verwildern! So wurde uns des Öfteren prophezeit. Doch glücklicherweise geht nicht jede Weissagung in Erfüllung und außerdem hatten die Skeptiker den Eifer der Gartenfreunde unterschätzt, jener Nachbarn und Nachbarinnen aus der näheren und weiteren Umgebung, die unserem Aufruf gefolgt waren und sich bereit erklärt hatten, sich um den neuen Garten der Wartburggemeinde zu kümmern. Gartenbote III oder: Wie aus einem Stück Brachland ein kleines Paradies wurde. Einige von ihnen sind fast täglich auf dem kleinen Gartengelände, das sich zwischen Kirchenwand und Kirchenmauer erstreckt, anzutreffen, andere kommen an den Wochenenden oder nehmen an gemeinsamen Treffen der Gartengruppe teil. Jeder und jede von ihnen trägt aber zum Ergebnis bei: Dass der Kirchgarten der Wartburggemeinde wächst und gedeiht, dass es eine wahre Freude ist. Den Gartenfreunden/innen sei deshalb hiermit herzlich gedankt! 14

15 Bienenbote XIX Schwarmalarm! Da der Frühling ungewöhnlich mild und trocken gewesen war, hatten sich auch die Bienenvölker im Turm der Wartburgkirche reichlich vermehrt. Deshalb setzte ein Teil der Bienenpopulation die anderen einfach vor die Tür, zusammen mit der bisherigen Königin. Die Hausbesetzer aber blieben zurück und wählten sich eine neue Königin. Die Vertriebenen ließen sich zunächst einmal direkt gegenüber dem Kirchturm in einem Busch nieder, wo sie von aufmerksamen Gottesdienstbesucher/innen entdeckt wurden, die dann sofort Alarm schlugen. Der darüber informierte Imker eilte denn auch herbei und kümmerte sich um die Tierchen, die sich völlig friedlich und harmlos um ihre Königin geschart hatten, um sie zu beschützen, bis eine neue Unterkunft gefunden wäre. Zunächst war guter Rat teuer, weil alle Bienenstöcke im Kirchturm schon besetzt waren. Ein ebenfalls herbeigerufener Nachbar, der auch das Imkerhandwerk betreibt, half freundlicherweise mit einem Kasten aus. Ein weiterer Nachbar, der des Weges kam und der schon lange darüber nachdachte, zum Imker zu werden, nahm das Volk denn spontan mit nach Haus, nachdem die Tiere zuvor ganz ohne Widerstand in das improvisierte zu Hause eingezogen waren. So konnte der Gottesdienste am 4. Mai 2014 denn doch noch stattfinden und zugleich war der Grundstock für eine neue Imkerei im Stadtteil gelegt worden. Wenn das kein glückliches Ende ist! 15

16 Ganz wie neu! Teil III Einweihungsfeier für die Kindertagestätte Eichwaldstraße Die Entscheidung, die Einweihungsfeier für den kürzlich renovierten Kindergarten Eichwaldstraße in der Wartburgkirche stattfinden zu lassen, erwies sich nachträglich als richtig. Die Kindergartenkinder feiern Vogelhochzeit Pfarrer Diemer stellt einen Antrag Denn die über hundertfünfzig Gäste, die an diesem Gottesdienst teilnahmen, hätten im Hof und in den Räumen der Kindertagesstätte keinen Platz gefunden. So aber war genug Zeit und Raum für die vielen Gottesdienstbesucher/ innen und für die vielen (kurzen) Grußworte, die musikalische Aufführung der Kindergartenkindern und den Auftritt des Kinderchores. Danach zogen die Teilnehmer/innen dann in einem langen Zug hinunter in die Eichwaldstraße, um sich die rundum erneuerten Räume anzuschauen und bei Sekt, Saft, Kaffee und Kuchen miteinander zu feiern. Natascha Ziegler leitet den Kinderchor und vergnügten sich dann auf dem Gelände des Kindergartens 16

17 Time to say goodbye! Ein halbes Jahr lang war Ernest Degraft- Amoah aus unserer Partnerkirche, der PCG (Presbyterian Church of Ghana) zu Gast in Frankfurt. Als freiwilliger Mitarbeiter war er im Diakonissenkinderhaus tätig, hatte darüber hinaus aber auch die Gelegenheit, etliche Gemeinden und kirchliche Einrichtungen in Frankfurt und Umgebung kennenzulernen. Auch in der Wartburggemeinde war Ernest Degraft-Amoah in dieser Zeit regelmäßig zu Besuch und nahm am Religionsunterricht, an den Proben des Kinderchores, und an etlichen Gottesdiensten aktiv teil. Dank seiner freundlichen und offenen Art fand unser Besucher schnell Zugang zu den Gemeindemitgliedern und war ein gern gesehener Gast. An einer Abendveranstaltung zum Thema Ghanapartnerschaft, die in der Wartburgkirche stattfand, war Herr Degraft-Amoah als Gesprächspartner eingeladen und diskutierte gemeinsam mit den zahlreich erschienenen Teilnehmern und Teilnehmerinnen über einen ghanaischen Film, der zuvor gesichtet worden war. Für die Wartburggemeinde war der Aufenthalt von Ernest Degraft-Amoah in Frankfurt eine große Bereicherung. Wir hoffen, dass wir auch nach seiner Rückkehr nach Ghana in Kontakt mit ihm bleiben werden. Herrn Degraft-Amoah wünschen wir auch weiterhin alles Gute und Gottes Segen. Dienst an Gott und den Menschen Auch wenn kein runder Geburtstag und kein Jubiläum vor der Tür steht, gibt es doch immer wieder ausreichende Gründe und gute Anlässe, um den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die in der Wartburggemeinde tätig sind, ein Dankeschön auszusprechen. Zu denen, die einen solchen Dank sicher immer wieder verdienen, gehören die Damen, die sich alle vierzehn Tage um den Seniorentreff kümmern. Allen voran Frau Gisela Schubert, die für die Vorbereitung und Durchführung dieser erfolgreichen Veranstaltungsreihe zuständig ist. Aber auch den Damen, die ihr dabei zu Hand gehen, sei hiermit noch einmal ganz herzlich gedankt. Frau Kleinschrod/Frau Schubert /Frau Altrichter (von links ) 17

18 Mit den Füßen beten Meret in Marokko Einmal im Jahr bietet das Dekanat für die Pfarrerinnen und Pfarrer eine gemeinsame Fortbildung an. Dies ist eine gute Gelegenheit, um wieder einmal in Ruhe mit den Kollegen und Kolleginnen über die Situation in den einzelnen Gemeinden zu sprechen, aber auch über die Entwicklung der Kirche in Frankfurt. Zudem eröffnet diese gemeinsame Zeit die Möglichkeit sich einem theologischen Thema zu widmen. In diesem Jahr ging es um die Tradition des Pilgerns. Auf den Spuren Luthers, der nach dem Reichstag zu Worms auch durch die Wetterau gekommen sein soll, setzten wir so redend, schweigend, singend und nachsinnend, Schritt für Schritt und ließen uns dabei von den Worten des Philosophen Sören Kierkegaard leiten, der gesagt hat: Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann. und durch das Vorbild des Schriftstellers Johann Gottfried Seume, der einmal niederschrieb: Ich bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge. So gingen wir unbekümmert unserer Wege und ließe es uns so gut wie möglich ergehen. Ein Jahr Freiwilligendienst mit dem ICJA Der ICJA (Internationaler Christlicher Jugendaustausch) hat seinen Ursprung in der ökumenischen und in der Friedensbewegung und wurde 1949 in Nordamerika gegründet. Heute vermittelt er Jugendliche und Erwachsene unabhängig von ihrer Konfession in rund 40 verschiedene Länder um, auf der Grundlage christlicher Werte, andere Kulturen kennenzulernen. Marokko ist eines der zwei französischsprachigen afrikanischen Länder, in die der ICJA seine Freiwilligen vermittelt. Dort werden ab September insgesamt vier Deutsche in überwiegend sozialen Projekten (u.a. Kinderheim, Altenheim, Bildungszentrum) zwölf Monate leben und arbeiten. Die ehemalige Konfirmandin Meret Jacob ist eine dieser Freiwilligen. Sie wird ihr Projekt in einem Gottesdienst, der von Prädikant Uwe Doehn gestaltet werden wird, der Wartburggemeinde vorstellen. Sonntag, 17. August 2014, Uhr in der Wartburgkirche Dazu laden wir Sie alle recht herzlich ein! 18

19 Musik in der Wartburgkirche 14. September Uhr 28. September Uhr Konzert am Tag des offenen Denkmals Johann Mattheson Werke von Louis Andriessen und Johann Jakob Froberger Sabine Ambos (Blockflöten) Klaus Bauermann (Orgel, Klavier) Die wol klingende Finger Sprache Klaus Bauermann (Orgel) "Farbe", das Motto des diesjährigen Denkmaltages bietet ein wahres Universalthema. Auch die Wartburgkirche hat als Bauwerk mit ihren Glasfenstern hier einige besonders leuchtende Beispiele zu diesem Thema beizutragen. In der Musik bezeichnet der Fachbegriff Chromatik (altgr. χρῶµα chrṓma,farbe ) die Umfärbung der Tonstufen einer diatonischen Skala durch Erhöhen oder Erniedrigen (Hoch- bzw. Tiefalteration) um einen Halbtonschritt. Für das Konzertprogramm sind einige Werke des bedeutenden Barockkomponisten Johann Jakob Froberger ( ) ausgewählt, die auf unterschiedliche Weise den Aspekt der Chromatik beleuchten. Mit seiner Harmonik und expressiven Chromatik setzte Froberger in Sachen Ausdrucksmusik Standards, die bis in die Spätromantik hinein kaum übertroffen wurden. Neben der Möglichkeit der Gestaltung der Klangfarben durch die Orgel -Registrierung erhalten die Werke zusätzliche Farbigkeit durch das ungleichstufige Temperierungssystem (Werckmeister III) der Bosch- Orgel: Hier klingen die Tonarten unterschiedlich und die Schritte von einem Ton zum nächsten (Halbtonschritte) sind verschieden groß, so daß das Hören zu einem spannenden Erlebnis wird. Drei Werke des Komponisten Louis Andriessen, der am 6. Juni seinen 75. Geburtstag feiern konnte, bringen zeitgenössische Beiträge zum Farbe-Thema: Sweet (Bfl. solo), Melodie (Bfl. und Klavier), Ende (zwei Bfl.). Hier gibt es auch Ausflüge in den mikrotonalen Bereich. Louis Andriessen endstammt einer Musikerfamilie sein Vater war Dirigent und Komponist, sein Bruder ist ebenfalls Komponist und ist einer der bedeutendsten niederländischen Komponisten der Gegenwart. Sein eindrucksvoller Werkkatalog ist sehr vielgestaltig: Orchesterwerke, Bühnenwerke, Werke für Blasorchester, für Orgel, für Turmglockenspiel sowie für unterschiedlichste Vokal- und Instrumentalbesetzungen. Für sein kompositorisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Johann Mattheson (28. September April 1764) war ein Universalgenie seiner Zeit. Als Sohn eines reichen Hamburger Kaufmanns erhielt er früh eine umfassende Ausbildung sowohl in verschiedenen Fremdsprachen wie auch auf musikalischem Gebiet (Gesang, Violine, Orgel und Cembalo sowie später auch Gambe, Blockflöte, Oboe und Laute). Bereits im Alter von neun Jahren sang er, sich selbst auf der Harfe begleitend. Er spielte Orgel in der Kirche und war Mitglied des Hamburger Opernchores. Wenige Jahre später sang er dort als Solist, leitete Proben und komponierte 1699 seine erste Oper; er leitete selbst die Aufführung und sang eine Hauptrolle. Im Jahre 1703 lernte er hier G. F. Händel kennen und schloss mit ihm eine lebenslange, wenn auch nicht unproblematische, Freundschaft. Beide tauschten intensiv ihr Wissen aus, selbst wenn es zu handfesten Auseinandersetzungen über musikalische Ansichten kam. Händel zeigte ihm einige besondere Contrapunct-Griffe, für die er sich später wohl auch bei Händel als Widmungsträger seines 1735 in Hamburg erschienenen Werkes Die wol klingende Finger Sprache, in zwölf Fugen, mit zwey bis drey Subjecta entworfen bedankte schrieb er in seinem Buch Der vollkommene Capellmeister: Von Doppelfugen, mit dreien Subjecten ist, so viel man weiß, nichts anders im Kupffer- Druck herausgekommen als mein eignes Werk, [ ] welches ich, aus Bescheidenheit niemand anpreisen mag; sondern vielmehr wünschen mögte, etwas dergleichen von dem berühmten Herrn Bach in Leipzig, der ein großer Fugenmeister ist, ans Licht gestellet zu sehen. Bachs Kunst der Fuge erschien 1751 im Druck, seine ersten Arbeiten gehen bis in die Zeit um 1742 zurück. Das Konzert an Matthesons Geburtstag in seinem 250. Todesjahr soll einen Blick auf den Musiker werfen, der ein äußerst umfangreiches Oeuvre aufzuweisen hat (Oper, Oratorien, Kammermusik), das aber heutzutage zumeist von der großen Bedeutung seiner musiktheoretischen Schriften für die historische Aufführungspraxis der Barockmusik verdeckt wird. 19

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22 Schule im Gemeindehaus Grüße aus Indien Genau vor drei Jahren, am 8. August 2011 unterzeichneten die damalige Direktorin der Comeniusschule und der Pfarrer der Wartburggemeinde eine Vereinbarung, die besagte, dass der evangelische Religionsunterricht, der durch die Mitarbeiter der Wartburggemeinde, Pfarrer Diemer und Jakob Wegner, erteilt wurde, zukünftig im Gemeindehaus der Wartburggemeinde stattfinden sollte. Anlass war die akute Raumnot der Grundschule. Doch was aus der Not geboren wurde, entwickelte sich zu einem für beide Seiten erfreulichen und ertragreichen Projekt, da Schule und Gemeinde dadurch in einen engeren Kontakt kamen und der Religionsunterricht auch die theologischen, didaktischen und praktischen Möglichkeiten, die sich vor Ort in der Wartburgkirche anboten, nutzen konnte. So konnten die Kinder den Kirchenraum erkunden, aus den Gesangbücher singen und auch am Obdachlosenfrühstück der Gemeinde teilnehmen. Also wirklich learning by doing. Nun hat dieses Projekt sein Ende gefunden, da die Schüler/innen auf eine weiterführende Schule wechseln. Die Zusammenarbeit zwischen Comeniusschule und Wartburggemeinde aber wird in anderer Form ihre Fortsetzung finden. Seit vielen Jahren unterstützt die Wartburggemeinde jeweils ein Patenkind in Indien. Der Förderbeitrag, den die Gemeinde jährlich entrichtet, ermöglicht es den Mädchen, die Schule bis zum Abschluss zu besuchen, da das Schulgeld damit regelmäßig bezahlt werden kann. Organisiert wird dieses Projekt durch die Kindernothilfe. Unser derzeitiges Patenkind heißt G. Sruthi und lebt im Wesley Girls Hostel in Secunderabad. Träger dieses Internats ist die Church of South India, mit der unsere Landeskirche, die EKHN, eine Partnerschaft unterhält. Somit ist das Projekt der Wartburggemeinde indirekt auch mit der Indienpartnerschaft unserer Landeskirche verbunden, indem wir eine Einrichtung unserer indischen Partnerkirche unterstützen. Einmal im Jahr schreibt G. Sruthi uns einen Brief, in dem sie über ihre Fortschritte in der Schule und ihr Leben im Internat berichtet. Und sie schickt uns bei dieser Gelegenheit auch ein Foto von sich, so dass wir sehen, wie unser Patenkind aufwächst. 22

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