5. Treffen Kommunion. Liebe Schwestern und Brüder,

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1 5. Treffen Kommunion Liebe Schwestern und Brüder, der Ritus der Eucharistie ist ein Weg der Wandlung. Nach dem großen Hochgebet, dem Wandlungsgebet in der letzten Woche geht es nun konkret darum, dass in der Kommunion Wandlung in uns und durch uns geschehen kann. In der Kommunion nimmt uns Jesus in sich auf. Kommunion heißt mehr und tiefer integriert werden in Christus, in den lebendigen und auferstandenen Leib Jesu Christi. Wieder möchte ich mit ihnen anhand der Emmausgeschichte in diese Heilswirklichkeit schauen. Und als er mit ihnen am Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Miteinander essen bedeutet Gemeinschaft. Miteinander essen heißt, einander in die Augen sehen, einander begegnen, einander näher kommen. Sich voll Freude an den gleichen Tisch setzen, das können Gegner, Feinde und Zerstrittene nicht. Miteinander essen kann man nur, wo zumindest Gesprächsbereitschaft und der Wunsch da ist, wieder mehr zueinander zu finden. Dabei spielt der Einladende, der Gastgeber, eine bedeutende Rolle. Er kann Menschen versöhnen, ein Miteinander bewirken. Überraschenderweise ist Jesus in der Emmausgeschichte der Gastgeber geworden, denn Jesus gibt das Brot. Jemandem zu essen zu geben ist ein Ausdruck von Liebe. Jemanden zum Essen einladen heißt: Ich möchte Gemeinschaft mit dir haben. Du bist mir wichtig. Du bist mir wertvoll. Im Essen wollen wir unsere Liebe geben. Genau das tut Jesus. Er gibt sich selber. Er gibt alles, was er hat. Esst und trinkt, das ist mein Leib, das ist mein Blut. Das bin ich für euch. Das Geheimnis der Eucharistie ist das Geheimnis der sich selbst gebenden Liebe Gottes in Jesus Christus. Warum tut Gott das? Warum macht sich Gott so klein, dass er in Jesus Christus nicht nur Mensch, sondern sich und seine Liebe in Brot und Wein Materie 1

2 werden lässt? Wir können das nicht verstehen. Es ist das Geheimnis Seiner Sehnsucht. Gott sehnt sich danach, in Jesus Christus mit uns ganz eins werden zu können. Das Wort, das am besten dieses Geheimnis der Liebe Gottes zum Ausdruck bringt, ist Kommunion. Gott sehnt sich danach, in Jesus Christus mit uns in einer dauerhaften Liebe verbunden zu sein. Schauen wir noch einmal auf die Emmausjünger: Währenddem die beiden das Brot essen, das Jesus ihnen gibt, gehen ihnen auf einmal die Augen auf. Sie erkennen Jesus und zugleich sehen sie ihn nicht mehr. So sind die beiden Jünger Jesu plötzlich wieder allein, scheinbar allein. Denn dieses Alleinsein ist anders als zu Beginn. Jetzt ist zwischen ihnen etwas geschehen, ein inneres Band ist geknüpft worden. Jesus Christus ist im Essen des Brotes in sie eingegangen. Er verbindet sie auf neue Weise. Die Liebe des Auferstandenen, die durch das Essen dieses Brotes in sie eingegangen ist, hat ihnen die Augen dafür geöffnet, dass sie nun zusammengehören. Sie gehören zusammen, weil einer in ihnen beiden da ist, der sie verbindet: Jesus Christus. Und diese Erfahrung drängt die Jünger, Gemeinschaft mit denen zu suchen, von denen sie sich getrennt haben, denn es heißt im Text: Noch in der gleichen Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Kommunion mit Jesus führt zur Gemeinschaft mit den Menschen. Christliche Gemeinschaft ist nicht Freundschaft. Freundschaft wählen wir selber aus. Wir wählen nach Sympathie und Nutzen. Bei der christlichen Gemeinschaft hingegen wählt Jesus aus. Er bringt die Menschen zusammen, die er möchte. Was sie verbindet, ist nicht Sympathie, sondern die Liebe Jesu. Sein Geist sollte das Band der Gemeinschaft sein. Bevor wir die Kommunion empfangen gibt es einige Riten, die darauf vorbereiten. Das Vater Unser ist das Tischgebet der Familie des Volkes Gottes. Wir schauen weg von uns, hin auf den Vater. Das Vater Unser ist das Gebet des Mit- und Füreinanders. Es folgt das Friedensgebet, der Friedensgruß. Im Friedensgruß bewirkt Jesus Frieden. Nun kann ich aber den Friedensgruß nicht allen in der Kirche geben. 2

3 Darum gebe ich ihn einigen Umstehenden stellvertretend für alle. Denn entscheidend ist die Gesinnung: Ich will, dass der Friede und die Liebe Jesu durch mich zu allen kommt. Beim Friedensgruß geht es nicht um Sympathie, das heißt, denen, die mir sympathisch sind, gebe ich den Friedensgruß und die anderen lasse ich links liegen. In dieser Haltung trennt der Friedensgruß, und die mir weniger sympathischen Menschen fühlen sich ausgeschlossen. Im Gegenteil, richtiger wäre, zuerst auf diejenigen zuzugehen, die mir nicht bekannt oder weniger sympathisch sind. Ich entscheide mich dir die Hand zu geben, trotz anderer Gefühle. Als nächster Vorbereitungsritus folgt das Brotbrechen. Wenn wir alle einen Teil des Brotes Jesu in uns aufnehmen, dann verbindet uns dieses Brot Jesu. Der Priester zeigt das gebrochene Brot, den hingegebenen Leib Jesu. Wenn wir auf Seht, das ist das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt mit dem leicht abgeänderten Wort des heidnischen Hauptmannes antworten: Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund so drücken wir Wertschätzung und Vertrauen aus. Wir bekennen: Was uns jetzt geschenkt wird, ist ein unverdienbares Geschenk, über das wir nur staunen und uns freuen können. Ein Geschenk ist ein Geschenk. Wir haben kein Recht und keinen Anspruch auf dieses Geschenk. Das macht es so wertvoll. Der Leib Christi, sagt der Kommunionspender beim Kommunionempfang. Wir antworten: Amen. Dieses Amen heißt: Ich glaube, dass ich Jesus Christus, Sein Leben, Seine Liebe empfange und dass ich bereit bin, mich mehr und mehr in Seinen Leib integrieren zu lassen und so Leib, Liebe Jesu werde. Wenn der Priester zuerst die Kommunion empfängt, bezeugt er damit, dass er die Einladung sich in den Leib des Auferstandenen hinein wandeln zu lassen und Leib des Auferstandenen zu sein annimmt und der Gemeinde darin vorangeht. 3

4 Die Kommunion ist das Einswerden mit der Liebe Jesu zu allen Menschen, mit der Liebe Jesu zu Gott, mit der Liebe Jesu zu uns selber und mit der Liebe Jesu zur ganzen Schöpfung. Dieses Einswerden ist Erlösung. Amen. 4

5 Fürbitten: Jesus Christus sättigt uns mit dem Brot, das er allein zu geben vermag. An seinem Tisch erfahren wir seine Güte und Liebe. Wir rufen ihn an und bitten ihn: Ermutige deine Kirche, dem Evangelium zu folgen und dem Heiligen Geist Raum zu geben. Christus, höre uns. Stärke die Christenheit in deinem Geist und deiner Gesinnung und führe sie zur Einheit zusammen. Christus, höre uns. Begleite alle, die nach dem Sinn des Lebens suchen, und lass sie tragfähige Antworten auf ihre Fragen finden. Christus, höre uns. Lass uns in der Kraft deiner Speise unseren Weg zuversichtlich gehen und vertiefe unseren Glauben. Christus, höre uns. Gütiger Gott, du hast uns das Brot des Himmels gegeben, damit Glaube, Hoffnung und Liebe in uns wachsen. Erhalte in uns die Sehnsucht nach diesem Brot, das der Welt das Leben gibt. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn. Amen. 5

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