Regulierungspraxis von Schadensfällen - Ergebnisse einer explorativen Akten-Analyse

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1 Regulierungspraxis von Schadensfällen - Ergebnisse einer explorativen Akten-Analyse Monika Fack, Christian Soltau 2, Hardy Müller WINEG, Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen, Hamburg 2 Techniker Krankenkasse, Hamburg Kongress für Patientensicherheit 03. April 204, Hamburg Agenda. Hintergrund 2. Datengrundlage, Material, Methode 3. Ausgewählte Ergebnisse 4. Ausblick WINEG Hardy Müller Seite

2 WINEG/ TK Studie zur Regulierungspraxis von Schadenfällen: Hintergrund PatRG (203) ändert von Kann in Soll: SGB V 66 Unterstützung der Versicherten bei Behandlungsfehlern Die Krankenkassen sollen die Versicherten bei der Verfolgung von Schadensersatzansprüchen, die bei der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen aus Behandlungsfehlern entstanden sind und nicht nach 6 des Zehnten Buches auf die Krankenkassen übergehen, unterstützen. Fragen: Wie erfolgt Unterstützung durch Krankenkassen? Welche Erfahrungen gibt es im Regulierungsprozess? Welche Resultate für den Versicherten/ die Krankenkasse? Ziel: Systematische Erhebung und empirische Fundierung der Unterstützungsleistung Agenda. Hintergrund 2. Datengrundlage, Material, Methode 3. Ausgewählte Ergebnisse 4. Ausblick WINEG Hardy Müller Seite 2

3 Datengrundlage, Material, Methode von der Techniker Krankenkasse (über 8 Mio Versicherte) abgeschlossene Fälle nachgewiesener Behandlungsfehlern seit 990 Dokumentation von über Fälle in Edv-gestützter Datenbank 00 zufällig ausgewählte Fälle: ausschließlich ärztliche Behandlungsfehler Verletzung des Behandlungsvertrages ( 6, BGB) in den Jahren 2009, 200, 20, 202 und 203 abgeschlossen aus Bereichen: Gynäkologie, Geburtshilfe und Chirurgie Schadensvolumen für die Krankenkasse (Techniker Krankenkasse) Euro Datengrundlage, Material, Methode Retrospektive explorative Fallanalyse anhand Aktenstudium (elektronischen oder körperliche) Krankenakten der Techniker Krankenkasse Ambulanzakten medizinischen Berichte Gutachten Schriftverkehr z.b. zwischen Haftpflichtversicherung, Anwälten, Geschädigtem und Techniker Krankenkasse WINEG Hardy Müller Seite 3

4 Datengrundlage, Material, Methode Verteilung des Geschlechtes (n=00) weiblich; 45 männlich; 55 Datengrundlage, Material, Methode 25 Altersverteilung (n=00) bei Geburt >0-0 >-20 >2-30 >3-40 >4-50 >5-60 >6-70 >7-80 Altersklasse in Jahren WINEG Hardy Müller Seite 4

5 Datengrundlage, Material, Methode Fachrichtung (n=00) Chirurgie Geburtshilfe Gynäkologie Fachrichtung Datengrundlage, Material, Methode Bundesland nach Nordrhein - Westfalen 29 Niedersachsen 3 Bayern 2 Berlin Hessen Rheinland - Pfalz 5 Brandenburg 4 Bundesland Baden - Württemberg Sachsen - Anhalt Thüringen Hamburg 2 Schleswig - Holstein Ausland Saarland Bremen Mecklenburg - Vorpommern Sachsen WINEG Hardy Müller Seite 5

6 Datengrundlage, Material, Methode Operationalisierung der erhobene Daten Variable Geforderte und erhaltene Schadenssumme der Krankenkasse/Versicherten Verfahrensdauer Dauer des juristischen Verfahrens Ergebnis Bereitschaft zur Sachverhaltsklärung Erläuterung Absolute Zahlen in Euro Datum der Kenntnisnahme durch Krankenkasse und Datum des Fall-Abschluss Datum der Klage und Datum des Urteils Vergleich 2 gerichtliche Klärung 2. Vergleich 2.2 Urteil 2.3. Klage abgewiesen 3 Ersatz voll Patient hat direkt Kontakt mit Haftpflichtversicherung und Schadensfall wird reguliert 2 Schaden wird ohne Gutachten reguliert 3 Schaden wird inklusive einem Gutachten reguliert 4 Schaden wird inklusive MDK-Gutachten reguliert 5 Schaden wird inklusive MDK-Gutachten und weiteren privaten Gutachten reguliert 6 Schaden wird durch juristisches Verfahren reguliert Datengrundlage, Material, Methode Operationalisierung der erhobene Daten Variable Anwesenheit eines Anwaltes auf Patientenseite Art des Anwaltes Anzahl der Gutachten x. Gutachten Kosten des x. Gutachten Ergebnis des x. Gutachten Dauer der Erstellung eines Gutachtens Erläuterung ja nein Fachanwalt in Medizinrecht/Arzthaftungsrecht 2 Rechtsanwalt ohne entsprechende Fachrichtung Zahl (x) MDK-Gutachten 2 Schlichtungsstellen-Gutachten 3 privates/gerichtlich beantragtes Gutachten absolute Zahl in Euro Gutachten wird abgelehnt/nicht angenommen 2 Gutachten hat Fehler nicht bestätigt 3 Gutachten hat Fehler bestätigt 4 Gutachten hat direkt zum Ablagegrund geführt Datum der Antragsstellung - Erstellungsdatum des Gutachtens WINEG Hardy Müller Seite 6

7 Agenda. Hintergrund 2. Datengrundlage, Material, Methode 3. Ausgewählte Ergebnisse 4. Ausblick Ausgewählte Ergebnisse 40 Meldedauer* (n=00) (*Datum der Behandlung bis Datum der Kenntnisnahme durch Krankenkasse) Monate 6-2 Monate 2-8 Monate 8-24 Monate 2-4 Jahre 4-6 Jahre über 6 Jahre Meldedauer WINEG Hardy Müller Seite 7

8 Ausgewählte Ergebnisse 45 Verfahrensdauer* nach (*Datum der Kenntnisnahme durch Krankenkasse bis Datum des Fall-Abschluss) Jahre 2-3 Jahre 3-5 Jahre 5-0 Jahre 0-5 Jahre über 5 Jahre Verfahrensdauer in Jahren Ausgewählte Ergebnisse Mittelwert der Verfahrensdauer* nach Fachrichtung (n=00) (*Datum der Kenntnisnahme durch Krankenkasse bis Datum des Fall-Abschluss) = ca. 0,2 Jahre 3000 Verfahrensdauer in Tagen = ca. 5,2 Jahre = ca. 6,6 Jahre Chirurgie Geburtshilfe Gynäkologie (n=68) (n=23) (n=9) Fachrichtung WINEG Hardy Müller Seite 8

9 Ausgewählte Ergebnisse Wie wird reguliert? (n=00) Schaden wird ohne Gutachten reguliert 9 Schaden wird inklusive einem oder mehreren Gutachen außergerichtlich reguliert 43 Schaden wird inklusive einem oder mehreren Gutachten gerichtlich reguliert 48 Ausgewählte Ergebnisse Verfahrensart und kategorisierte Dauer von juristischen Verfahren (n=00) Datum nicht aktenkundig n=6; 2% 0- Jahre n=4 ; 8 % kein juristisches Verfahren 52% juristisches Verfahren 48% -2 Jahre n=; 23 % 2-3 Jahre n=8; 7 % 3-5 Jahre n=; 23 % 5-0 Jahre n=8; 7 % WINEG Hardy Müller Seite 9

10 Ausgewählte Ergebnisse Beteiligung eines Anwaltes auf Seite des Geschädigten und Art des Anwaltes (n=00) unbekannt 8% nein 2% ja 80% Fachanwalt in Medizinrecht oder Arzthaftungsrecht 6% Rechtsanwalt allgemein oder mit anderer Fachrichtung 39% Ausgewählte Ergebnisse Gutachten-Anzahl pro Schadensfall Gesamtzahl der Gutachten pro Schadensfall WINEG Hardy Müller Seite 0

11 Ausgewählte Ergebnisse Gutachten-Art nach Rang des Gutachtens Gesamtanzahl der gesichteten Fälle privates Gutachten/gerichtlich beantragtes Gutachten Schlichtungsstellen- Gutachten MDK-Gutachten Rangfolge/ Sukzession des Gutachten Ausgewählte Ergebnisse 2 Gutachten-Art und Ergebnis der Gutachten 6 Gutachten hat direkt zum Fall-Abschluss geführt Gutachten hat Behandlungsfehler bestätigt Gutachten hat Behandlungsfehler nicht bestätigt Gutachten wird abgelehnt/nicht angenommen MDK-Gutachten Schlichtungsstellen-Gutachten privates/gerichtlich beantrages Gutachten Art des Gutachtens WINEG Hardy Müller Seite

12 Ausgewählte Ergebnisse Krankenkasse: Mittelwert realisierter Schadenssumme nach Gutachtenanzahl pro Fall (n=82) (n=28) realisierte Schadenssumme (n=27) (n=0) (n=7) Gutachtenanzahl *ausgeschlossen wurden Gutachtenanzahl mit Fallanzahl >0 Ausgewählte Ergebnisse Krankenkasse: Forderung und Realisation der Schadenssumme (n=00) y = 0,837x ,5 R² = 0,905 Realisierung Forderung ein Extrem-Wert grafisch nicht dargestellt: geforderte Schadenshöhe: 3,9 Mio - ehaltene Schadenshöhe: 3,Mio WINEG Hardy Müller Seite 2

13 Ausgewählte Ergebnisse Versicherte: Forderung und Realisation der Schadenssumme (n=26) y = 0,694x R² = 0,7958 Realisation Forderung Agenda. Hintergrund 2. Datenerhebung, Material, Methode 3. Ausgewählte Ergebnisse 4. Ausblick WINEG Hardy Müller Seite 3

14 Fazit, Ausblick Schadens-/ Fehler- und Regulierungsaspekte: auch die Dokumentation der Regulierungspraxis ist notwendig TK Studie bietet systematische Erhebung von Eckpunkten der Regulierung: ein Beitrag zu den geplanten Schadens-/ Fehler-Registern Weiteres Vorgehen: Vorschlag zum Aufbau eines Kerndatensatzes "Regulierung" (alle Versicherer wurden bereits eingeladen) Gemeinsame Auswertung der Regulierungspraxis Dokumentation der Ergebnisse Fragen? Anregungen? Gerne: WINEG Hardy Müller Seite 4

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