Voraussetzungen zur Nutzung der Nordsee für die Stromerzeugung mit Windkraftanlagen (WEA)

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1 Voraussetzungen zur Nutzung der Nordsee für die Stromerzeugung mit Windkraftanlagen (WEA) Allgemeine Thesen: Endlichkeit fossiler Energieträger Kostenentwicklung fossiler Energieträger, Abhängigkeit, kriegerische Konflikte Weitestgehende Freimachung von der Carbon- und Atomwirtschaft Nur die Volkswirtschaft wird sich in Zukunft behaupten, der es am weitestgehendsten gelingt, sich von fossilen Energieträgern frei zu machen 1

2 Gesamtplanerischer Ansatz Fokussierung auf WEA an Land und auf See darf den Blick nicht verstellen auf notwendige Betrachtungen: Volkswirtschaftliche Betrachtung: mit welcher Technik, welcher Planung, welcher Organisationsform wird der größte Effekt zum Klimaschutz und der Energieeinsparung erreicht Anlage 3 Folie 15 Haus- und Prozessenergie sowie Verkehr benötigen ca. 60% des Primärenergieverbrauchs Jedes nicht verbrauchte KW ist besser als ein nachhaltig hergestelltes KW 2

3 Gründe, die für Offshore WEA sprechen Zunehmende Akzeptanzprobleme an Land Freie Verfügbarkeit der Fläche Keine Störung des Landschaftsbildes Hohes und gleichmäßiges Winddargebot Vermeintliche ökologische Unbedenklichkeit 3

4 Gründe, die gegen Offshore WEA sprechen oder einschränken Freie Fischerei Freie Handelsschifffahrt und Marine Bodengewinnung Leitungstrassen Vogelzug, Meeressäuger, Nahrungshabitat Meeresschutzgebiete Geschützte Biotope 4

5 Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung vom Bis 2020 Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 30% Wesentlicher Beitrag sollen Offshore WEA leisten bis MW Nennleistung sollen bis 2030 auf See installiert werden (ca. 100TWh/a ) 1010 KM 2 Vorranggebiete für WEA sieht der RO-Plan- Entwurf für Nord- und Ostsee vor das ist Fläche für MW Nennleistung 5

6 Planungsnotwendigkeit aus Sicht konkurrierender Nutzungen Sichere Schifffahrt, Fischerei und Meeresschutzgebiete schließen die Offshore WEA aus Meeressäuger, Vogelzug, Nahrungshabitat für Seevögel erfahren durch Offshore WEA Einschränkungen bei Standort, Bau und Betrieb Bodenentnahmen und Leitungstrassen erfordern kleinräumige Abstimmung und Trennung 6

7 Planungsnotwendigkeit aus Sicht der WEA Raumordnungsplanung schafft Planungssicherheit für WEA Raumordnungsplanung verkürzt den Planungsprozess der Projektplanung Raumordnungsplanung verbilligt die Projektplanung Raumordnungsplanung sichert den schonenden Umgang mit der Fläche durch Konzentration 7

8 Interessensausgleich unterschiedlicher öffentlicher Belange Schifffahrt, Energieversorgung, Fischfang sowie Natur- und Umweltschutz sind gleichberechtigte öffentliche Belange Kein genereller Vorrang der Energieerzeugung Interessenausgleich auf der Grundlage der örtlichen und regionalen Erfassung und Gewichtung der einzelnen Belange 8

9 Planungsanforderungen aus der Sicht der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste 1 Freihalten aller Meeresschutzgebiete und Nationalparke von WEA Abstand der WEA zu Festland und Inseln außerhalb der Sichtweite Abstand zur Schifffahrt >5 sm Hoheitliche Radarüberwachung aller Gebiete mit WEA Ansprache von Schiffen auf Kollisionskurs Notschlepperbereitschaft mit ausreichender Reaktionszeit Einrichtung von Zwangsschifffahrtswegen (VTG) ggfls. mit Lotspflicht 9

10 Planungsanforderungen aus der Sicht der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste 2 Ausgleich für Verluste an Fischfangfläche Konzentration der Netzanbindung auf vorgeschriebene Korridore Rückbau der Anlagen bis unter Meeresboden nach Einstellung des Betriebes Moratorium auf der Grundlage der Vorranggebiete des RO-Planes Bau von WEA ausschließlich in Vorranggebieten sowie für bereits genehmigte Parks Konzentration von WEA über die 80 Anlagen hinaus zu einem Großwindpark 10

11 Übergeordnete Planungsanforderungen und Rahmenbedingungen aus Sicht der SDN Sicherung der Netzstabilität Ausbau der Netze Ausbau Offshore WEA nur in Verbindung mit Ausgleich dieser fluktuierenden Stromerzeugung Bereithalten der aktuellen WEA-Leistung durch Reserveleistung anderer Kraftwerke Anlage 1 Folie 13) und/oder Ausgleich durch Verbund mit Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke sowie Energiespeichern (Forschung) Verhinderung von Versorgungslücken bei Auslauf der KKW Kann der Ersatz alter fossiler Kraftwerke durch Neubau nach Stand der Technik einen vorübergehenden Beitrag zum Klimaschutz leisten? Anlage 2, Folie 14) 11

12 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 12

13 Anlage 1) Leistungsänderungspotentiale der Kraftwerkstypen in % der Nennleistung Braunkohlenkraftwerk ca. 2% pro Minute Steinkohlekraftwerk ca. 4-6% pro Minute Gasturbine ca. 10% pro Minute GuD-Kraftwerk ca. 6% pro Minute Pumpspeicherkraftwerke ca 20 50% pro Minute Quelle:Th. Heinzow

14 Anlage 2) Emissionen fossiler Kraftwerke in Deutschland im Vergleich der Jahre 2000 und 2006 sowie 2020 (angenommen) bei Ersatz der Kraftwerke nach Stand der Technik Quelle: Th. Heinzow Kraftwerke Jahresstrom produktion in TWh 2000, 2006 CO 2 /2000 in Mill. T CO 2 /2006 in Mill. T CO 2 /2020 in Mill. T 2020 (angen.) Kohle, Braunkohle Erdgas 331 gleichbleibend das ist ein Minus von 21% 211 das ist ein Minus von 34% 14

15 Anlage 3 CO 2 Vermeidungskosten der Technologien Biogas aus Restorganik /t CO 2 WEA Meer /t CO 2 WEA Land /t CO 2 Photovoltaik /t CO 2 Direktverbrennung Restorganik /t CO 2 Kraftwerksneubau nach Stand der Technik /t CO 2 Quelle: Th. Heinzow,

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