SNMP Der vergessene Klassiker

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1 Dr. Schwartzkopff IT Services SNMP Der vergessene Klassiker Dr. Michael Schwartzkopff SNMP Seite 1/27

2 Der Aufbau des Seminars Motivation für Netzwerk Management Grundlagen für SNMP (SMI, MIB und SNMP) SNMPv1 net snmp: Ein Agent mit Erweiterungen net snmp: Die Kommandozeile Standard-MIBs von net snmp Traps SNMPv3 Netzwerk Management Systeme SNMP Seite 2/27

3 SNMP: Teilnehmer im Netz Üblich ist Client/Server-Kommunikation im Netz. Bei SNMP heißen die Teilnehmer anders: Der Agent ist der Teil, der die Informationen zur Verfügung stellt. Dieser Teil ist auf dem verwalteten Rechner installiert. Der Manager sammelt die Informationen und wertet sie aus. Es gibt zwei Wege für die Kommunikation: Der Manager fragt den Agenten nach Informationen (get). Der Agent informiert den Manager über Ereignisse (traps). SNMP Seite 3/27

4 SNMPv1 Das Protokoll Folgende Nachrichten sind definiert: GetRequest: Der Manager fragt nach einer Information. GetNextRequest: Der Manager fragt nach der nächsten Information. GetResponse: Der Agent stellt die angefragte Information zur Verfügung. SetRequest: Der Manager schreibt Informationen auf den Agenten. Trap: Der Agent informiert den Manager über Ereignisse. SNMP Seite 4/27

5 SNMPv1 Paket Version: SNMP Version. Bei v1 ist das 0 Community String geht in Klartext über die Leitung! SNMP PDU: Die Informationen. Version v1=0 Community String Klarschift! SNMP PDU SNMP Seite 5/27

6 SNMPv1 PDU Request ID identifiziert die Anfrage / Antwort Error: Der Agent kann Fehlercodes senden. Error Index: Wo genau ist der Fehler aufgetreten? Varbind List: Eine Sequenz von Varbinds (Typ und Wert) Typ Request ID Error Error Index Varbind List SNMP Seite 6/27

7 Varbind List Object Identifier Wert Ist bei der Anfrage NULL. Der Agent setzt den Wert in der Antwort. OID Value SNMP Seite 7/27

8 SNMPv3 SNMP Seite 8/27

9 Warum SNMPv3? Die verschiedenen Versionen 2 lösten unterschiedliche Probleme. SNMPv3 bietet eine generelle Lösung, die besonderen Werte auf Sicherheit und mögliche zukünftige Erweiterungen legt. Erst mit SNMPv3 gibt es eine Lösung, die Verschlüsselung, Authentifizierung und Autorisierung bietet. SNMPv3 ist inzwischen alleine gültiger Standard der IETF! SNMP Seite 9/27

10 Eine SNMPv3 - Einheit SNMPv3 spricht nicht mehr von Agent und Manager. Vielmehr werden Einheiten definiert. Die Definition von SNMPv3 ist modular. Deshalb integrieren v1 und v2c in den Rahmen von v3. Die Modularität erlaubt auch zukünftige Erweiterungen. Z.B. kann ein neuer Algorithmus zur Verschlüsselung problemlos integriert werden. Die Arbeit machen sog. Applikationen. Je nach Aufgabe der Einheit kommen unterschiedliche Applikationen zum Einsatz. SNMP Seite 10/27

11 SNMP Entity SNMP Applications Modulare Architektur Command Generator Notification Originator Proxy Forwarder Command Responder Notification Receiver SNMP Engine Dispatcher Message Processing Subsystem Security Subsystem Access Control Subsystem SNMP Seite 11/27

12 Die Maschine Der Dispatcher erhält und versendet SNMP Nachrichten. Er reicht die Daten ans Message Processing weiter. Das Message Processing besteht aus Modulen, die die Nachrichten erzeugen oder verarbeiten. Es gibt z. B. Module für v1, v2 oder v3 Requests. Das Security Subsystem authentifiziert oder verschlüsselt Nachrichten. Es gibt ein COMMUNITY (v1, v2c) und ein User Based Security Model (USM, v3). Das Acces Control Subsystem autorisiert Zugriffe auf Teile der MIBs (View Based Access Control Model, VACM). SNMP Seite 12/27

13 Die Applikationen Der Command Generator erzeugt get, getnext und getbulk request sowie set requests. Er verarbeitet auch die Antworten. Dieses Modul ist zum Beispiel in Mangern / CLI aktiv. Der Command Resonder erzeugt Antworten auf Requests. Dieses Modul ist in Agenten aktiv. Notification Originator und Receiver erzeugen bzw. verarbeiten Notifications. Zusätzliche Applikationen haben im Rahmen von SNMPv3 auch noch Platz. SNMP Seite 13/27

14 Die Einheiten In v3 wurden die Begriffe Agent und Manager durch Entity ersetzt. Jede SNMP Einheit ist durch ihre snmpengineid definiert. Damit diese im Netz eindeutig ist schlägt RFC 3411 Methoden vor, diese zu berechenen. Normalerweise berechnet jede Entity ihre ID selbst. Bevor zwei Einheiten Informationen austauschen können, müssen sei die IDs lernen. Dazu gibt es einen Autodiscovery Mechanismus. SNMP Seite 14/27

15 Noch mehr Begriffe... SNMPv3 definiert sehr (!) viele Begriffe. Wichtige sind: Username Security Level Reicht von noauthnopriv bis authpriv. Authentication Protocol MD5 oder SHA1 Authentication Passphrase für die Authentifizierung Privacy Protocol (DES, AES) und Passphrase SNMP Seite 15/27

16 Das SNMPv3 Paket authentifiziert verschlüsselt msgversion msgid msgmaxsize msgflags msgsecuritymodel msgauthoritativeengineid msgauthoritativeengineboots MsgAutoritativeEngineTime msgusername msgauthenticationparameters msgprivacyparameters contextengineid contexname PDU Message Processing Security Subsystem Payload SNMP Seite 16/27

17 Anlegen von Benutzern Erzeugen von Benutzern (=secname), bzw. Abbildung von Communities auf secname. USM Option createuser username (MD5 SHA) \ authpassphrase [DES AES] privpassphrase Beispiel: createuser misch MD5 sehrgeheim v1 und v2c Option com2sec SECNAME SOURCE COMMUNITY z.b.: com2sec readonly /24 public SNMP Seite 17/27

18 Benutzer gruppieren Im nächsten Schritt fasst man Benutzer zu Gruppen zusammen: group GROUP secmodel secname Beispiel: group MyROSystem v1 readonly group MyROGroup usm misch SNMP Seite 18/27

19 Views anleges Views definieren Ausschnitte aus dem OID Baum. Bestimmte Gruppen erhalten Zugriff auf bestimmte Teilbäume. Teile können auch exclusiv definiert werden. view VNAME TYPE OID [MASK] Beispiele: view all included.1 80 view system included view interfaces included SNMP Seite 19/27

20 Zugriff mit Access Alle Definitionen werden werden nun zusammengefasst: access GROUP context secmodel seclevel match read write notif Beispiel: access MyROSystem any noauth exact system none none access MyROGroup usm priv exact all none none SNMP Seite 20/27

21 Konfiguration des Agenten Benutzer werden in SNMPv3 mit createuser angelegt. Format: createuser username (MD5 SHA) authpassphrase\ [DES AES] [privpassphrase] Wenn keine privpassphrase eingegeben wird nimmt der Agent die authpassphrase Passphrases mussen mindestens 8 Zeichen lang sein. SNMP Seite 21/27

22 Einfache Benutzerverwaltung Mit den Optionen rouser und rwuser können Benutzern Rechte eingeräumt werden: rouser USER [noauth auth priv [OID ]] noauth: Der Benutzer muss sich nicht authentifizieren. auth: Der Benutzer muss sich Authentifizieren. priv: Die Kommunikation wird zusätzlich verschlüsselt. SNMP Seite 22/27

23 v3 in snmpcmd Für die Kommandozeile gibt es eine Reihe von Optionen für v3. a authprotocol MD5 SHA A authpassphrase x privprotocol DES AES X privpassphrase l seclevel noauthnopriv authpriv u secname v 3 SNMP Seite 23/27

24 v3 in der Konfigdatei Die Optionen auf jeder Kommandozeile einzutippen macht keinen Spass. Deshalb hinterlegen in ~/.snmp/snmp.conf: defauthtype MD5 SHA defauthpassphrase Passphrase defsecuritylevel noauthnopriv authpriv defsecurityname Username defversion 3 defprivtype DES AES defprivpassphrase Passphrase Auch möglich: defpassphrase SNMP Seite 24/27

25 Simple... Mit den Einträgen geht auch ein einfaches snmpwalk host.system wieder. Also doch Simple Network Management! SNMP Seite 25/27

26 SNMP Mythen SNMP is not secure Ja. Das Design von SNMPv1 war nicht dazu gedacht sicher zu sein. SNMPv3 ist sicher. Alle Nachrichten können verschlüsselt und authentifiziert werden. SNMPv3 bietet ein rollenbasiertes Zugangsmodell. SNMP is not safe (Traps werden nicht quittiert) SNMPv3 bietet Informs die quittiert werden. SNMP floods the net / overloads my router Hängt von der tatsächlichen Installation ab. Auch ein falscher DNS-Server kann das Netz fluten. SNMP Seite 26/27

27 Vielen Danke für die Aufmerksamkeit! Fragen? Michael Schwartzkopff, Seite 27/46

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