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1 Freitag, geldspezialp DAS MAGAZIN FÜR IHR INVESTMENT DAS EXPERIMENT STRATEGIE. Angesichts historisch tiefer Zinsen führt an Aktien kein Weg vorbei. Was deren Auswahl betrifft, gibt es zwei Schulen, ja regelrechte Glaubensrichtungen: Die eine vertraut auf Kennzahlen, die andere auf Charts. Wir lassen die beiden nun gegeneinander antreten.

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3 INHALT/EDITORIAL WIRTSCHAFTSBLATT lnvestor « Cover: Colourbox Fotos: Bloomberg, Peroutkaπ, Frieze/Linda Nylind, Mayrπ Wenn das keine erfreuliche Entwicklung ist: Einer bleibt immer auf der Strecke haben wir vor einer Woche an dieser Stelle getitelt. Und damit den Konsumenten gemeint vor dem Hintergrund der Konsolidierung in der Luftfahrt. Nun heißt es aber Einer wird gewinnen. Und es geht um etwas anderes: In dieser Ausgabe gehen wir der Frage nach, worauf es bei Aktien wirklich ankommt. Die ist umso kritischer, als an Aktien kaum ein Weg vorbei führt. Am Sparbuch macht man angesichts historischer tiefer Zinsen inflationsbereinigt glatt einen Verlust, bei Staatsanleihen (jedenfalls den guten) schaut es ähnlich traurig aus, hier warnen Beobachter gar vor einer Blase. Letzteres gilt auch für einige Immobilien. Gold wiederum eignet sich nur als Portfoliobeimischung. Wer Geld hat, hat es also gar nicht leicht. Zumal es bei der Aktienauswahl immer wieder zum Glaubenskrieg zwischen wie treffend Fundamentalisten und Technikern kommt. Also jenen Börsianern, die auf Kennzahlen schauen, und jenen, die nur Charts im Kopf haben. Welche Strategie mehr Erfolg verspricht, wollen wir nun spielerisch testen, indem wir zwei Musterdepots gegeneinander antreten lassen. Wer partout keine Aktien will, für den haben wir uns auf die Suche nach besonderen Anlagemöglichkeiten begeben. Und herausgefunden, dass etwa Waldgrundstücke ihren Reiz haben oder Wandelanleihen von Profis wiederentdeckt werden. IMPRESSUM Einer wird gewinnen HANS-JÖRG BRUCKBERGER WirtschaftsBlatt Investor Medieneigentümer, Herausgeber, Verleger: WirtschaftsBlatt Medien GmbH, Anschrift: Hainburger Straße 33, 1030 Wien, Telefon: 01/ , Redaktion: DW 305, Fax 259, Vorsitzender der Geschäftsführung: Dr. Michael Tillian, Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger, Chefredakteurin: Dr. Esther Mitterstieler, Redaktionelle Leitung Mag. Hans Jörg Bruckberger, Dr. Ingrid Krawarik (Investor), Martin Fellhuber (Cars), Stefan Mey (IT), Alexander Pfeffer (Taste) Projekt- und Anzeigenleitung Mag. Paul Rogojan, DW 635, Druckunterlagenübermittlung: Produktion Leitung: Alexander Puff, Art- Direction: Mag. Jan Schwieger, Fotoredaktion: Alexandra Eizinger, Infografik: Martin Cmund, Ulrich Wagensommerer, Litho: Theresia Öhler, Hersteller Niederösterreichisches Pressehaus, Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.h., Gutenbergstraße 12, 3100 St.Pölten, Tel /802-0, Fax 02742/ , Web www. Bankverbindung BA-CA , BLZ Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträge nach 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien. Offenlegung gem. 25 MedienG Cover. Zum Kampf der Titanen treffen sich Fundamentalisten und Charttechniker. Geldanlage. Waldgrundstücke als Alternative zu Immobilien. Immobilien-Aktien. Skandale der Vergangenheit wirken bis heute auf die Kurse. Rentenmarkt. Wandelanleihen werden von Großinvestoren wiederentdeckt. Interview. Bawag-Manager Peter Karst rechnet demnächst mit steigenden Zinsen. Zinskasten. Die aktuellen Spar- und Kreditzinsen im Überblick. Neu am Markt. Anlageprodukte für jeden Geschmack. Edelmetalle. Warum Platin und Silber das Depot vergolden. Börsewoche. Die wichtigsten Termine der neuen Handelswoche. Kunstmarkt. Ein Streifzug durch die Frieze- Kunstmesse und deren Ableger in London. Wochenende. Gefangen auf einem Kreuzschiff mit Schlagerstar Semino Rossi. Business Technology. Ebay, der Veteran des digitalen Handels, erfindet sich neu. Business Cars. Der Mitsubishi Outlander ist gemütlich und gewinnen kann man ihn auch. Business Travel. Wellness im Heuschober und urige Stuben im Almdorf Seinerzeit. Business Taste. Sohyi Kim kocht jetzt auch im Merkur am Hohen Markt. lnvestor 3

4 COVER 4 lnvestor

5 COVER DAS EXPERIMENT. Fundamentalanalyse vs. Charttechnik. Das ist Brutalität. Wir können beiden Glaubensrichtungen etwas abgewinnen, starten aber einen Wettkampf: zwei Musterdepots mit je drei Top-Picks gegeneinander und gegen den ATX Prime. Möge der Beste gewinnen. «von HANS-JÖRG BRUCKBERGER & ANDREAS WOLF TOP, DIE WETTE GILT! Foto: Colourbox Neulich in der Redaktion: Zwei Finanzredakteure unterhalten sich an dem Tag, an dem der deutsche Versicherungsriese Talanx an die Börse ging. Meint der eine: Wir sollten unbedingt die Hannover Rück analysieren. Darauf der andere: Wäre nicht Talanx interessanter? Wieder der erste: Wieso, da gibts ja nichts zu analysieren. Dieser, natürlich nicht ganz ernst gemeinte Dialog spricht Bände, verdeutlicht er doch unterschiedliche Schulen der Aktienanalyse. Die beiden Redakteure stehen dafür stellvertretend: Der erste ist ein Techniker, der zweite ein Fundamentalist. Der Techniker schaut auf die Charts, der Fundamentalist auf die einschlägigen Kennzahlen. Im Extremfall interessiert den einen der Chart sogar überhaupt nicht, der andere wiederum schaut sich nicht mal an, wie das Geschäft der jeweiligen Firma läuft, weil er davon aus- lnvestor 5

6 COVER geht, dass das alles ohnehin im Kurs eingepreist und aus dem Chart ersichtlich ist. GLAUBENSKRIEG. Natürlich sollte man stets alle Aspekte im Auge behalten (was wir auch immer versuchen). Am Ende des Tages kann man die Investment- Community aber doch in diese beiden Lager teilen, fühlt sich der eine mehr dem einen, der andere eben dem anderen zugehörig. Nicht selten entfachen heftige Diskussionen. Kann man eine Aktie mit einem KGV von 40 oder einem Kurs/Buchwert-Verhältnis von mehr als vier wirklich zum Kauf empfehlen? Oder umgekehrt: Kann man vor einer, die gerade charttechnisch nach oben ausgebrochen ist, abraten, weil das konjunkturelle Umfeld eher schlecht ausschaut? Der investor will es genau wissen und startet hiermit ein Experiment: Wir lassen hiermit zwei Musterportfolios gegeneinander antreten ein fundamentales und ein technisches. Beim fundamentalen haben wir Erfahrung und bereits eine regelrechte Erfolgsgeschichte vorzuweisen: Seit dem Frühjahr 2005 ermittelt das WirtschaftsBlatt in regelmäßigen Abständen drei fundamentale Top-Picks aus dem Prime Market der Wiener Börse. Wer innerhalb des ATX Prime-Index nach den Kennzahlen geschätztes KGV, Gewinnwachstum, Dividendenrendite sowie Empfehlungskonsens der Analysten am besten dasteht, kommt ins Depot. Und zwar die jeweiligen top drei Aktien gleichgewichtet. Einmal im Quartal wird das Depot überprüft. Die zur Auswahl herangezogenen Kennzahlen haben wir bewusst so ausgewählt, dass verschiedene Aspekte mit einfließen, von der günstigen Bewertung über Wachstumsdynamik bis zu den Ana- Vienna Insurance Group Die Aktie des Versicherers gehört noch nicht zu den Topperformern in diesem Jahr. Das könnte sich aber im letzten Quartal 2012 ändern, denn mit zwei Tiefpunkten bei 24 und 28 wurde seit Ende vergangenen Jahres eine Aufwärtsbewegung eingeleitet. Aktuell verschnauft das Papier im Bereich um 34, notiert aber noch solide über der 200-Tage-Linie. Die charttechnische Formation verspricht in den nächsten Wochen einen Ausbruch über den Widerstand bei 34,40. Das nächste Kursziel wäre dann bei einem zügigen Anstieg das Hoch aus dem März 2011 von 41, Tageslinie 200-Tageslinie Kursziel Erste Group Banken gehören immer noch zu den wenig beliebten Titeln an der Börse. Doch ihre Leidenszeit könnte bald etwas gemildert werden, zumindest einige Charts deuten darauf hin. Auch jener der Erste Group zeigt nach dem rasanten Kursverfall von 2011 konstruktive Ansätze. Nach einer Bodenbildung um 14 hat sich das Papier in den Widerstandsbereich zwischen 18 und 20 vorgearbeitet. Sowohl die kurzfristige 38-Tage-Linie als auch die 200-Tage-Linie steigen und unterstützen damit den nächsten Ausbruchsversuch in Richtung 25/28. 40,0 32,5 Kursziel 25 25,0 17,5 10, Lenzing Der Zellulosespezialist legte von März 2009 bis Mitte 2011 eine Megarally hin. Von 16,6 ging es stürmisch bis auf 107,90. Seither konsolidiert die Aktie und testet zum Ende 2011 auch das alte Allzeithoch bei knapp 57. Um 60 konnte heuer nun ein solider Boden gebildet werden, sodass von diesem Niveau die Bullen bald wieder angreifen dürften. Das erste Ziel der zu erwartenden Aufwärtsbewegung liegt im Bereich um 72,70, danach dürfte es dann zügig bis zum Widerstand um 78 hinaufgehen. 115 Kursziel lnvestor

7 lysten und somit möglichst jede Aktie aus diversen Branchen eine Chance hat, ausgewählt zu werden. Die Logik dahinter ist ebenso klar wie überzeugend: Eine Aktie, die zu den günstigsten, wachstumsstärksten, großzügigsten Dividendenzahlern sowie Lieblingen der Analysten zählt, sollte das Zeug zum künftigen Outperformer haben. Was in der Tat so ist: Seit 2005 hat unser Musterdepot stolze 95 Prozent an Wert lukriert (und das sogar ohne Dividenden). Trotz Finanz-, Wirtschafts-, Euro- und Schuldenkrisen. Der ATX Prime-Index hat hingegen im selben Zeitraum (ebenfalls ohne Dividenden) rund 20 Prozent an Wert verloren. ÜBERFLIEGER. Trotzdem: Ein Highflyer wie Andritz schafft es so gut wie nie ins Depot. Die Aktie ist fundamental betrachtet einfach teuer, deshalb auch in vielen Fonds eher untergewichtet. Was sie aber nicht davon abgehalten hat, auf Polytec 7,5 6,7 5,9 5, Autozulieferer sind aktuell nicht en vouge, Polytec hat unserem Depot zuletzt auch Performance gekostet. Andererseits ist die Aktie extrem günstig (KGV unter sechs) und der fundamentale Top-Pick. Wenn die Konjunktur anspringt, ist das der Outperformer schlechthin, meint auch Fondsmanager Wolfgang Matejka. 29,0 26,5 24,0 21,5 19, Voestalpine Wenn schon, denn schon. Auch unser zweiter fundamentaler Top-Pick ist ein Zykliker. Als solcher hat die Voest im Falle positiver Konjunktur-Überraschungen Potenzial. Es kann aber auch in die andere Richtung gehen. Freilich gilt das für alle Aktien. Außerdem scheint viel eingepreist und der Konzern steht gut da. Fotos: xxxxxxxxxxx, xxxxxxxxxxxx Agrana Mit Agrana fühlen wir uns deshalb wohl, weil die Zuckeraktie theoretisch weniger zyklisch ist und Stabilität ins Depot bringen soll. Gleichzeitig ist sie der eher seltene Fall eines Highflyers, der mit einem geschätzten KGV von rund 8,4 noch immer günstig bewertet ist. Anlegerherz, was willst du mehr.

8 COVER Rekordniveaus zu klettern. Der Charttechniker hingegen hätte Andritz sicher des Öfteren auf seiner Rechnung gehabt, etwa gerade bei Überschreiten wichtiger Widerstände oder gar der historischen Hochs, zugeschlagen und gekauft. Und er wäre damit meist gut gefahren. Genau deshalb interessiert, wie so ein rein technisch motiviertes Portfolio laufen würde. Würde es gar unser überragendes fundamentales WirtschaftsBlatt-Depot schlagen? Das wird sich in den nächsten Monaten zeigen. In das hiermit offiziell gestartete Duell gehen wir mit Polytec, Voestalpine und Agrana als unsere aktuellen fundamentalen Top-Picks. CHARTTECHNISCHE PICKS MIT POTENZIAL. Doch wer sind nun unsere technischen Top-Picks? Wichtig für unsere Auswahl war vor allem, dass die 200-Tage-Linien aller Aktien steigen, sich aber nicht in bereits reifen Aufwärtstrends befinden. Ein weiteres wichtiges Kriterium war zudem, dass alle Aktien charttechnisch konstruktive Formationen aufzuweisen hatten. Das heißt, eine Bodenbildung muss bereits abgeschlossen sein oder ein Konsolidierungsprozess kurz vor seinem Ende stehen. Im Falle der Vienna Insurance Group und der Erste Group gilt das erstgenannte Kriterium, im Falle von Faserhersteller Lenzing der zweitgenannte Punkt. Konsolidierungen können dabei natürlich länger dauern und lassen sich nicht auf den Punkt vorhersagen. Dies ist aber auch gar nicht der Ansatz der charttechnischen Analyse. Wichtig ist, mit einem kalkulierbaren Risiko die bestmöglichen Chancen zu nutzen und daraus Gewinn zu ziehen. WB-DEPOT 95% Kursgewinn Outperformer. Seit 2005 treten wir mit einem Musterdepot aus fundamentalen Top- Picks gegen den Markt an.der liegt seither 22 Prozent im Minus, unser Depot 95 Prozent im Plus.Kann die Charttechnik noch mehr? WB-Portfolio vs. ATX-Prime in % Quelle: Bloomberg, *Empfehlungskonsens von 1 bis 5 je höher desto besser / WirtschaftsBlatt Grafik/Cmund 225 % WB-Portfolio: +95,12% ATXPrime: -22,03% FUNDAMENTALANALYSE Datendrang: Es zählt nur die Bilanz Die Fundamentalanalyse versucht, den fairen Wert von Wertpapieren zu ermitteln. Im Gegensatz zur Chartanalyse basiert sie nicht auf einer Betrachtung von Börsenkursen, sondern auf betriebswirtschaftlichen Daten samt ökonomischem Umfeld eines Unternehmens, den sogenannten Fundamentaldaten. Das Verfahren stützt sich auf Methoden der Bilanzanalyse sowie aktienkursbezogene Verhältniszahlen wie Dividendenrendite oder Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Diese werden meist mit den Werten der Konkurrenz ( Peer Group ) verglichen, um eine Unter- oder Überbewertung zu ermitteln. Daraus errechnet man ein Kursziel. Das Ergebnis einer Fundamentalanalyse ist auch die Abgabe einer Kaufoder Verkaufsempfehlung für eine Aktie. Die Fundamentalanalyse ist objektiv, für kurzfristig orientierte Anleger aber wenig geeignet, da sie scheinbar irrationale oder politisch motivierte Marktentwicklungen nicht berücksichtigt und oft den Kursen hinterherhinkt. CHARTTECHNIK Kurvenfahrt: Alles verläuft in Wellen Charttechnisch orientierte Investoren glauben, aus Kursbewegungen der Vergangenheit Aussagen für die Zukunft ableiten zu können. Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse bleiben Kennzahlen aus der klassischen Makroökonomie, Branchenanalysen oder der Betriebswirtschaft unberücksichtigt. Die Chartanalyse setzt dafür die Annahme voraus, dass sämtliche entscheidungsrelevanten Informationen über Vergangenheit und Zukunft bereits in der Kursentwicklung, eben dem Chart, enthalten sind. In der westlichen Welt gilt der Amerikaner Charles Dow (der Entwickler des Dow Jones-Index) als Begründer der technischen Analyse. Er publizierte seine Dow Theory über die Chartanalyse im Wall Street Journal ab Dow betrachtete das nicht als Wissenschaft, sondern als Handwerkszeug für Analysten, um Markttrends zu definieren. Er ging davon aus, dass sich Finanzmärkte zyklisch verhalten und in kurz-, mittel- und langfristigen Wellen verlaufen. 8 lnvestor

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10 GELDANLAGE Im Gegensatz zu Gold werfen Waldgrundstücke laufend Erträge ab SICHER INVESTIEREN. Nachhaltige Forstgrundstücke liegen als Alternative zu Immobilien voll im Trend statt Bauern kaufen Professoren. von STEFAN LUDWIG Rendite hat ihre Priorität verloren. Aktuell wollen Anleger vor allem eines: Sicherheit. Die bieten Sachwerte wie Gold, Immobilien und Wald. Das Investieren in Bäume hat vor allem einen wesentlichen Vorteil: Genau wie vermietete Häuser werfen Forstanlagen regelmäßig Erträge ab. Die Holzernte deckt auch die Kosten der Bewirtschaftung durch professionelle Förster. «Am besten ist, wenn Sie eine Kahlfläche kaufen da wächst der Wert am schnellsten Gerhard Eser, Makler NATURPRODUKT. Allerdings sollte man keine exorbitanten Renditen erwarten. In Österreich und Deutschland sind rein für das Holz etwa zwei bis drei Prozent zu erwarten. Es ist eine langfristige Kapitalanlage ähnlich wie eine Spardose, meint Roderich von Detten vom Lehrstuhl des Instituts für Forstökonomie der Uni Freiburg. Mehr verdienen ließe sich mit Investitionen in Tropenholzplantagen, die sich auch bequem vom Sessel zu Hause erledigen ließen. Dabei sollte einem aber klar sein, dass es sich hierbei um ein Zockerprodukt handelt. Denn wenn der Förster nur auf den Ertrag schaut, bleibt die Natur schon mal auf der Strecke. Da wird Urwald abgeholzt, um schneller wachsende Bäume zu pflanzen und schnell mal ein Zertifikat erfunden, um Nachhaltigkeit zu heucheln. Der Blick auf die natürlichen Bedingungen verrät auch die Risiken eines Waldes: Ein Orkan macht aus Fotos: Colourbox 10 lnvestor

11 GELDANLAGE HOLZMARKT ÖSTERREICH: WERT DES HOLZEINSCHLAGES ZU MARKTPREISEN (in Mio. ; Quelle: Statistik Austria) Industrienadelholz Nadellangholz Brennholz (Nadel- und Laubholz) Industrielaubholz 1131,1 1017,8 1052,8 1043,3 931,6 917,7 859,5 922,6 942,6 827,9 713,7 635, , , , , , , , , , , , ,4 11 hochwertigem Möbelholz schnell Brennholz. Und Schädlinge wie der Borkenkäfer fressen Gänge in die Stämme, die das Holz weitgehend wertlos machen. SCHUTZ VOR KÄFERN. Die beste Abwehr gegen die Holzfresser sind junge Bäume. Junger Bestand ist zu kräftig für die Käfer, sagt Gerhard Eser, Makler für Forstgrundstücke. Er empfiehlt generell, Grundstücke mit jungen Bäumen zu kaufen. Am besten kaufen sie einfach eine Kahlfläche, erklärt er. Diese bieten in den ersten 15 Jahren den besten Wertzuwachs. Kostet ein Quadratmeter frisch nach einem Kahlschlag noch lediglich 50 Cent, ist er nach zehn Jahren oft schon mit zwei bewertet. Damit sich der Bestand entsprechend entwickelt, braucht es vor allem einen guten Boden und optimales Klima. So ist ein nährstoffreicher Boden in Oberschwaben entsprechend mehr wert als ein Sandboden in Sachsen. In Österreich ist übrigens die Wertschöpfungskette besser als in Deutschland hierzulande werden viel mehr Endprodukte, etwa Parkettböden, hergestellt. ERHOLUNGSOASE. Neben dem Holzertrag bietet ein Wald auch andere Qualitäten. Viele möchten auf ihrem Grundstück jagen oder auch nur spazieren gehen. Der Wald lässt sich damit sehr unterschiedlich nutzen. Und wer sich für Holz interessiert, lernt am besten, wenn er sich selbst beim Fällen der Bäume betätigt. Auch wenn man das anderen überlässt, ist es sicherer, zumindest beim Erstellen der Holzliste anwesend zu sein. Welchen Wert Waldgrundstücke haben, verdeutlich folgende Anekdote: Eine deutsche Adelsfamilie erhielt von Banken den Rat, sich von ihren Ländereien zu trennen, um in angeblich renditeträchtigere Objekte zu investieren. Nach einem genaueren Blick auf den Wertzuwachs der Wälder entschied man sich jedoch, nie wieder Forstgrundstücke zu verkaufen. Ein langer Besitz ist üblich. Daher ist das Angebot an Wäldern auch eher gering. Denn die meisten Anleger haben eher vor, die Grundstücke ihren Kindern zu vererben als kurzfristig zu Geld zu machen. Wer investieren will, sollte also einen langen Atem mitbringen und etwas Geld. Denn unter fünf Hektar handelt es sich eher um ein Hobby als eine Anlage. Aber reine Liebhaberei wird seltener. Gerhard Eser hat heute einen ganz anderen Markt als vor einigen Jahren statt Bauern kaufen Professoren. ERGEBNIS 18,7 Millionen Festmeter ohne Rinde Ernte lag der Holzeinschlag knapp fünf Prozent über dem Vorjahreswert. WELCHE EIGENSCHAFTEN EIN WALDGRUNDSTÜCK HABEN SOLLTE Zuwege. Die erste Frage sollte lauten: Wie erreiche ich meinen Wald? Wenn man auf dem Weg dorthin über ein fremdes Grundstück gehen muss, ist das äußerst unpraktisch. In Deutschland und Österreich sind jedoch viele Wälder sehr gut erschlossen. Forstwege. Eine öffentliche Straße zum eigenen Forstgrundstück ist das eine, Forstwege sind das andere. Die Förster benötigen für die Bewirtschaftung der Fläche Wege, um gefällte Bäume oder schweres Gerät zu transportieren. Wenn Forststraßen nicht vorhanden sind, sollte man von einem Kauf eher absehen Wegebau ist teuer. Hanglage. Wald befindet sich oft auf Bergen, daher sind Hanglagen typisch.allerdings sollte der Winkel nicht zu steil sein, da das Holzfällen sonst deutlich teurer wird. Topographie und Zustand. Am besten sind Grundstücke, die komplett von Wald umgeben sind.außerdem sollte sich jemand Fachkundiges den Zustand des vorhandenen Bewuchses ansehen.denn die Pflege kostet Geld und mindert die Qualität der Erträge.

12 IMMOBILIEN-AKTIEN Der lange Weg der Immo-Aktien aus der Traufe BEWERTUNG. Immo-Werte haben es immer noch nicht in die Gunst der Anleger zurückgeschafft, obwohl die Unternehmen teils gute Zahlen liefern. von INGRID KRAWARIK IM DETAIL EBITDA Neben dem operativen Cashflow und der Eigenkapitalquote zählt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zu den wichtigsten Kennzahlen bei der Bewertung von Immobilienkonzernen. Es gibt Investoren, die schon alleine beim Namen Immo- Aktien das Schaudern überläuft. Besonders Ex-Immofinanz- CEO Karl Petrikovics, AWD und Meinl European Land (MEL) haben in der Vergangenheit viel verbrannte Erde hinterlassen und dem Segment einen, wie es scheint, nicht wegzubringenden Schaden zugefügt. Schließlich notieren die an der Wiener Börse gelisteten Immo-Aktien zusätzlich zum Osteuropaabschlag allesamt mit einem Skandalabschlag. Der Abstand zum sogenannten Net Asset Value (NAV/Aktie), also dem Wert des Immobilienportfolios je Aktie, ist weiterhin eklatant. Die immer wieder als langfristiges Investment gepriesenen Aktien erfüllen dieses Versprechen nicht es sei denn, Anleger waren übermutig und investierten während der Tiefststände Ende 2008 und Anfang Damals notierte etwa die Immofinanz als Pennystock nur noch bei 0,36 nach rund zwölf im März Seither hat die Aktie sagenhafte 700 Prozent zugelegt. Auch Atrium (vormals MEL) liegt seit dem Tief vom Februar 2009 mit 206 Prozent im Plus, die CA Immo steigerte sich um 145 Prozent, Conwert um 181, die S Immo um 152 Prozent. Aber ehrlich: So mutig nach dem Crash war wohl kaum ein Privatinvestor unterwegs. Seit drei Jahren bewegen sich die Immo-Aktien vielmehr in einem Seitwärtstrend, die Hochs aus dem Jahr 2007 sind Lichtjahre entfernt. Auch auf Sicht von zehn Jahren liegen die Werte weiterhin unter Wasser. Dass Osteuropa einen Großteil der schlechten Performance ausmacht, lässt sich angesichts des Abschneidens in diesem Jahr allerdings nicht bestätigen: Immofinanz (+21,3%), S Immo (+12,8%) sowie Atrium (+22,3%) haben im Gegensatz zu Conwert (+2,7%) das größte Exposure in Osteuropa. IMMO-AKTIEN IM VERGLEICH 15,0 7, Immofinanz Das Ergebnis des ersten Quartals 2012/13 brachte Steigerungen bei wichtigen Kennzahlen wie EBITDA (+22,6%) und Cashflow (+67,6%); die Eigenkapitalquote (44,2 %) ging leicht zurück. Die Rendite liegt bei 6,9, die Leerstandsrate bei 10,1 Prozent. Immobilien in Osteuropa: 48,8 Prozent. Der NAV/Aktie beträgt 5,61. Kursziel der Analysten: 2,93. Plus: CEO Eduard Zehetner hat Transparenz ins Unternehmen gebracht. 25,0 12,5 0, CA Immo CEO Bruno Ettenauer weiß zu wirtschaften: Bei EBITDA (+28%) und Cashflow (+27,4%) wurde im Halbjahr 2012 ein Plus erzielt, bei der Eigenkapitalquote (30,3%) ein leichtes Minus verzeichnet. Der wichtigste Markt (Immobilienvermögen) ist Deutschland (46%), gefolgt von Osteuropa (40%) und Österreich (14%). Der Abstand zum NAV/Aktie (18,96 ) beträgt 114 Prozent. Kursziel der Analysten: 10,15 12 lnvestor

13 IMMOBILIEN-AKTIEN 18,3 16,0 25,0 Büro. Die Konzerne kämpfen gegen die Leerstandsraten im Bürosegment 10,8 8,5 12,5 3, , Fotos: Mayrπ 3Conwert Der Immobilienkonzern mit Schwerpunkt Deutschland und Österreich hat keinen CEO, aber mit Johannes Meran den Vorsitzenden des Verwaltungsrats als Oberboss. Das EBITDA verringerte sich im ersten Halbjahr 2012 um 9,8 Prozent, der Cashflow um 10,7 Prozent. Die Eigenkapitalquote (39,1%) konnte leicht gesteigert werden.derzeit notiert die Aktie 103 Prozent unterm NAV/Aktie (18,24 ). Kursziel der Analysten: 10,5. 4S Immo Das Portfolio setzt sich zu 41,1 Prozent aus Südost- und Osteuropa, 32,5 Prozent Österreich sowie 26,4Prozent Deutschland dem operativ stärksten Standort zusammen. Beim EBITDA verzeichnete der Konzern im ersten Halbjahr 2012 ein leichtes Minus, der Cashflow verringerte sich um etwa zehn Prozent. Die Eigenkapitalquote liegt bei 36 Prozent. Der NAV/Aktie je liegt bei 7,0 Kursziel der Analysten: 5,6 5Atrium Mit der einstigen MEL hat Atrium nur noch wenig zu tun.die Namensänderung war aber wichtig. Der Konzern konzentriert sich auf Einkaufszentren in Polen, Tschechien, der Slowakei und Russland.Das EBITDA verbesserte sich in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 36,9 Prozent, auch beim Cashflow ist Atrium mit plus 12,6 Prozent gut aufgestellt. Der NAV/Aktie beträgt 6,48, das Kursziel der Analysten 4,6. lnvestor 13

14 RENTENMARKT WERTENTWICKLUNG EINER WANDELANLEIHE Eine Wandelanleihe = Wandelanleihe Anleihe + Option Eine besondere Anleiheform erlebt in Zeiten niedriger Zinsen und günstiger Aktienbewertungen ein Comeback: Wandelanleihen Kursentwicklung während der Laufzeit Innerer Wert 100% (Nominalwert) Innerer Wert Wandelpreis Bond Floor Kurs der Aktie «Anleger profitieren von attraktiven Coupons und steigenden Aktienkursen Ulrich Sperl, UBS Zürich ATTRAKTIVE WANDELANLEIHEFONDS Aberdeen Euro Convert Parvest European Convert H&A Lux Wandelanleihef. Amundi Convertb. Europa Converinvest All Cap. Quelle: Bloomberg Performance ISIN 1 Jahr 3 Jahre (p.a.) LU LU LU ,8 14,6 14,4-30,3 10,5 LU AT0000A08Y62 10,0 9,2-5,6 Unternehmensanleihen im Wandel der Zeit WirtschaftsBlatt Gebühr (p.a. in %) WANDELANLEIHEN. Ein Anlageinstrument für unsichere Börsenphasen wird von institutionellen Investoren wiederentdeckt. von ANDREAS WOLF 1,2 1,2 1,3 1,2 1,0 Grafik/Cmund Vor knapp zehn Jahren nutzten viele mittelgroße Firmen ein Finanzierungsinstrument zur Kapitalbeschaffung, das auch für Anleger durchaus seinen Reiz hat: die Wandelanleihe. Der Grund für das große Interesse seitens der Unternehmen war damals die praktische und schnelle Form der Fremdfinanzierung ohne Abhängigkeit von Banken. Im Nachgang zur Aktienhausse der Jahre 1997 bis 2000 fanden auch Unternehmen mit weniger guter Bonität Abnehmer für ihre Emissionen. Das Neuemissionsvolumen war 2003/04 besonders hoch, weil damals auch zahlreiche Unternehmen Wandelanleihen platzierten, die kaum mehr andere Refinanzierungsalternativen hatten. Sie mussten natürlich sehr attraktive Emissionsbedingungen anbieten. Das lockte dann auch viele Investoren an, analysiert Ulrich Sperl von der UBS in Zürich. Doch bei vielen Wandelanleihen von Schuldnern minderer Qualität ging die Rechnung nicht auf, denn ein Wandel von der Anleihe in die Aktie fand gar nicht mehr statt, da die Aktienkurse stark gefallen waren. Selbst die Rückzahlung der Anleihe stand somit zur Disposition. Im heutigen Umfeld nutzen zahlreiche Emittenten den Wandelanleihemarkt als Alternative zu der tendenziell rückläufigen Finanzierung durch Bankkredite, meint Sperl. Für Unternehmen ist die Begebung einer Wandelanleihe mit der Zahlung von Zinsen steuerlich günstiger als die Ausschüttung einer Dividende. Für die Investoren ergibt sich der Reiz der Wahlmöglichkeit: Sie können mit einem hohen Coupon eine gute Rendite einfahren, im Falle der Wandlung aber auch an den Kursgewinnen der Aktie verdienen. Die Ausübung des Wahlrechts obliegt ihnen. FONDS FÜR PRIVATANLEGER. Aufgrund der Komplexität der Produkte und meist hoher Mindestanlagesummen eignen sich besonders Wandelanleihefonds für interessierte Anleger. So besteht eine Möglichkeit, von den Chancen bei limitiertem Risiko zu profitieren. Foto: beigestellt 14 lnvestor

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16 INTERVIEW Reale Finanzierungssituation hat sich von EZB entkoppelt ZINSEN. Variable Kredite werden laut Bawag-Manager Peter Karst teurer. Sein Rezept dagegen: Fixzinsen und Bestpreisgarantie. von MANFRED HAIDER Prognose. Bawag-Experte Peter Karst rechnet bis Jahresende mit einem Anstieg beim Euribor Die Bawag PSK bietet neuerdings Onlinekredite mit sofortiger Kreditzusage an. Dabei tritt sie aber nicht als Kreditgeber auf, sondern als Vermittler für die deutsche SWK Bank. Warum sind Sie unter die Kreditvermittler gegangen? Ist Ihnen das Risiko bei diesen Krediten zu hoch? PETER KARST: Stimmt, so kann man auch fragen. Der wahre Grund war die kurzfristige technische Umsetzbarkeit, die dazu geführt hat, dass wir das in einem ersten Schritt über die SWK machen. Sie verfügt über eine hervorragende Expertise in diesem Bereich. Mir war es wichtig, möglichst zeitgleich zum Start unserer Kredit Box-Angebote auch mit einem Onlineangebot da zu sein. Das ging am schnellsten und besten über die SWK. Aber wir werden das Geschäft bald auch über die Bawag PSK machen. Es ist nur eine Umgehungsstraße zum Ziel. Sie bieten Ihren Kunden bei der Kredit Box eine Bestpreisgarantie an. Wenn sie innerhalb von vier Wochen nach Vertragsabschluss eine Finanzierungszusage einer anderen österreichischen Bank für einen identischen Kredit mit günstigeren Konditionen vorlegen können, gleichen Sie Ihre Konditionen dem Angebot des Mitbewerbers an. Warum sollte ein Kunde im Nachhinein vergleichen und nicht vor Abschluss? Die meisten Kunden vergleichen ohnehin im Vorfeld, und das finden wir auch gut und richtig so. Wir wollen aber, wie im Handel bereits ausgetestet, dem Kunden nach Abschluss bei uns ein gutes Gefühl hinterlassen. Sie wissen ja, wie das oft so ist, da kommt jemand nach einem Kreditabschluss nach Hause und trifft jemanden aus der Nachbarschaft, der sagt: Was? Ein Aufschlag von 1,75 Prozent? Bist du verrückt? Ich habe das bei meiner Bank um 1,25 Prozent gemacht. Was glauben Sie, wie schnell dem die gute Laune nach dem gelungenen Abschluss vergeht? Gegen diese Nachkaufdissonanz bieten wir ein probates Mittel an. Ihre Bedingungen, wann das Angebot des Mitbewerbers vergleichbar ist, sind sehr streng: Bausparkredite gelten nicht. Zudem werden sehr viele Faktoren verglichen: Bearbei- Fotos: Mayrπ 16 lnvestor

17 INTERVIEW tungsentgelt, Indikator, Aufschlag, Sicherheiten... Sind diese Nachweise nicht schwer zu erbringen? Einerseits müssen Äpfel mit Äpfeln verglichen werden, andererseits halten sie ja eine Finanzierungszusage nach europäischem Standard in den Händen, wenn sie aus der Bank rausgehen. Und dieses Formular ist die Vergleichsbasis. Wir erwarten nicht, dass der Kunde eine eigene Schablone entwirft. Es muss aber vergleichbar sein. Man kann nicht eine Zehn-Jahres- mit einer Fünf- «Jahres-Kondition vergleichen oder einen Wohnkredit mit einem Bausparkredit. So gesehen gibt s gewisse Hürden, aber nichts Unmögliches. Und was ist, wenn ein Mitbewerber der Bawag eins auswischen will, und Ihren Kunden Bescheinigungen über extrem günstige Kredite ausstellt? Haben Sie eine Ausstiegsklausel? Eine Fülle unrentabler Verträge könnte Sie ja wahrscheinlich massiv schädigen... Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen arrogant an, aber vor diesem Thema ist mir nicht bange. Jeder Kunde erhält von uns bei der Kreditzusage ein Bestpreisgarantie- Zertifikat. Und das gilt. Wir beobachten ja laufend den Markt und wissen, dass wir das Gros der Angebote am Markt schlagen können. Mit einer Leerberatung zur Kreditfinanzierung würden sich Mitbewerber nur selbst schädigen. Mit unserem Angebot weiß der Kunde definitiv, dass er bei der richtigen Bank ist. Wie ist das Verhältnis der Spareinlagen zu den Krediten bei der Bawag PSK? Hätten Sie gerne mehr Spar- oder mehr Kreditabschlüsse? (lacht) Von beidem mehr natürlich. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Wir sind ein führender Anbieter bei Spareinlagen, und das In den nächsten Monaten werden wir sowohl am kurzen als auch am langen Ende einen Anstieg sehen Peter Karst, Head of Products & Marketing, Bawag PSK wollen wir auch bleiben, weil es ein Kern unserer Marke ist. Aber es lässt sich anhand unserer Bilanz leicht nachvollziehen, wie viele Kredite wir an Private vergeben. Dort liegen derzeit unsere Wachstumsbestrebungen. Der Leitzins ist sehr niedrig. Tut die EZB damit Banken und Unternehmen einen Gefallen oder nur verschuldeten Eurostaaten? Da fragen Sie das politische Herz. Es ist natürlich eine Maßnahme für die südeuropäischen Länder, um die Refinanzierung günstig zu halten. Es ist ein wichtiges Signal der EZB für den Umbau im Euroraum. Eine lokale Steuerungsmöglichkeit für Österreich oder Deutschland darf man nicht ableiten, weil da wären andere Zinssätze ein Thema. Durch den Zusammenbruch der Nachfrage im Süden haben natürlich auch exportstarke Länder wie Österreich oder Deutschland ein Problem. Von daher ist es ein politischer Zinssatz. Wir haben zuletzt im Juni miteinander gesprochen. Da stand der Leitzins noch bei einem Prozent und ich habe Sie gefragt, ob man auf fixe oder variable Kreditzinsen setzen sollte. Sie haben klar für fixe votiert und gefragt, worauf man denn noch warten soll. Niemand von uns ist ein Wahrsager, aber Fakt ist, dass er jetzt bei 0,75 Prozent steht. Was meinen Sie heute: fix oder variabel? (lacht) Jetzt könnte ich es wie die Politiker machen und sagen, was interessiert mich das Gerede von gestern. Nein. Vielleicht hatten wir es damals nicht so herausgearbeitet. Der EZB-Leitzins ist wie gesagt ein politischer Zinssatz. Referenzzinssatz für variable Wohnkredite ist der Drei-Monats-Euribor, und der steht heute bei etwas mehr als 0,2 Prozent. Wenn Sie die Prognosen ansehen, gehen alle von einem Anstieg bis Jahresende auf 0,4 Prozent aus. Die potenzielle Ersparnis einer kurzfristigen Schwankung nach unten halte ich für nachgelagert vor fixen, planbaren Zinssätzen. Laut unseren Prognosen werden wir sowohl am kurzen als auch am langen Ende in den nächsten Monaten einen Anstieg sehen. Und zwar einen deutlichen Anstieg von fast 100 Basispunkten bei Zehnjahrespapieren. Das heißt, da wird der Markt in Bewegung kommen. Daher sage ich immer, dass sich die reale Finanzierungssituation von der EZB entkoppelt hat. ZUR PERSON Peter Karst ist seit Anfang 2011 Head of Marketing &Products bei der Bawag PSK. Für den Einstieg ins Onlinekredit- Geschäft hat der gebürtige Deutsche eine Kooperation mit der Frankfurter Direktbank SWK eingefädelt. Inspirieren lassen hat sich die Bank auch aus der Einzelhandelsbranche: Bei der in drei Varianten erhältlichen Kredit Box gibt es eine Bestpreisgarantie.

18 ZINSVERGLEICH % SPAR- UND KREDITZINSEN FILIALBANKEN* in % Die günstigsten Angebote sind rot markiert Bank Austria BKS-Bank 3 Dornb. Sparkasse 5 Hypo NÖ 7 Hypo Vlbg. 99 RLB NÖ-Wien 11 Vakifbank Volksbank BAWAG PSK 2 Denizbank 4 Erste Bank 6 Hypo OÖ Oberbank AG 10 RLB OÖ 12 VKB-Bank 14 Wien 15 täglich fällig ohne Bedingungen 0,125 0,500 0,125 1,000 0,125 0,125 0,250 0,125 0,125 0,375 0,125 0,125 1,125 0,125 0,0625 täglich fällig mit Bedingungen* - bis 0,875 0,375 bis 1,650-0,500-0,500 1,320 - bis0,500 0,375 - bis 0,750 1,250 Kapitalsparbuch 12 Monate 0,625 0,800 1,125 1,875 0,875 0,750 0,875 0,750 1,000 0,750 0,875 0,750 1,750 0,750 0,875 Kapitalsparbuch 24 Monate 1,100 1,000-2,300 1,000 0,875 1,250 1,375 1,000 1,250 1,375 1,250 1,750 1,250 1, M. 18 M. 18 M. max M. 18 M. 18 M. Kapitalsparbuch 36 Monate - 1,300-2,500 1,250-1,375-1, ,375 2,000 1, M. Kapitalsparbuch 48 Monate ,750 1, , , Kapitalsparbuch 60 Monate ,125 1, , ,000 2,000 1,750 - Kontoüberzug Sollzinsen, ab... 9,500 8,500 6,625-7,750 9,500-8,750 6,500 8,250 8,500 7,000 13,500 8,250 8,000 Schalterkredit 5 Jahre, ab... 4,625 3, ,250 6,500 4,750 4,500 5,000 5,125 5,000 5,000 8,000 4,875 - Wohnkredit 5 Jahre, ab... 2,875 2, ,125-4,000-3,250 3,000 8,000 2,750 3,500 Hypothekarkredit 10 Jahre, ab... 2,000 1, ,300 2,000 2,375 2,000 2,375 2,125 2,250-3,500 1,900 ONLINE-BANKEN* denzelbank.at 19 anlage.at 20 bank.at 21 bank.at 22 ING- direkt- easy- generali- Allianz DiBa.at 23 livebank.abank.at 25 porsche- autobank.at bankdirekt.at täglich fällig ohne Bedingungen 0,750 1,270 1,200 1,350-1,300 0,125 1,500 1,330 1,300 täglich fällig mit Bedingungen* ,250 - bis1,300 2, Kapitalsparbuch 12 Monate - 1,370 1,300 1,750 1,600 1,100 1,500 1,700 1,500 1,750 min max min max Kapitalsparbuch 24 Monate - 1,770-2,000-1,200 1,500-1,600 - min max Kapitalsparbuch 36 Monate - 2,070-2,250-1,400 1,750-1,750 - min max Kapitalsparbuch 48 Monate - 2,570-2,375-1,700 1, min max Kapitalsparbuch 60 Monate - 3,070-2,500-2,100 2, min max online max max min min max min max min max min max ab min max min max min max Kontoüberzug Sollzinsen, ab , ,000 8, Schalterkredit 5 Jahre, ab ,900-4,500-4, Wohnkredit 5 Jahre, ab , Hypothekarkredit 10 Jahre, ab , online ab 5000 *Mindesteinlagen bis 1000 bleiben unberücksichtigt / Angebote gelten nur für Privatkunden / Kreditkonditionen variabel und abhängig von Bonität, Volumen, Laufzeit und Besicherung / Angaben ohne Gewähr 2) BAWAG PSK: täglich fällig mit Bedingung: 0,50% Basiszinssatz, 0,625% ab ,75% ab ,875% ab ; 12- und 18-Monats-Sparbuch: Aktionsprodukte für Innhaber einer nach dem eröffneten Kontobox Hypothekarkredit und Wohkredit sind Wohnbaubankdarlehen 3) BKS-Bank: täglich fällig mit Bedingung: inkl. 0,25%-Punkte Bonus für die ersten drei Monate 4) Denizbank: täglich fällig mit Bedingung: nur in Kombination mit Online-Stammkonto, bei den Angeboten täglich fällig mit Bedingungen und Kapitalsparbücher handelt es sich um Online- Sparformen 6) Erste Bank: täglich fällig mit Bedingung: auf Nachfrage 7) Hypo NÖ: Sonderkonditionen bei Kapitalsparbüchern für Neugeld: 36 Monate Bindung: 1,5% (min max ) 9) Hypo Voralberg: täglich fällig mit Bedingung: Online Sparen: Maximaleinlage ) Oberbank: Hypothekarkredit 20 Jahre Laufzeit 11) RLB-NÖ-Wien: täglich fällig mit Bedingung: 0,375% bis 9999,99 0,5% ab ,75% ab ) RLB OÖ: täglich fällig mit Bedingung: Online-Sparen: Voraussetzung ein Zukunftskonto bei der RLB OÖ, Bestandskunden erhalten bis zu 0,625% 14) VKB-Bank: täglich fällig mit Bedingung: 0,125% bis 999,99 0,25% ab ,375% ab ,5% ab ,75% ab , Wohnkredit: Zinssatz auf 5 Jahre fix; Hypothekatkredit auf 10 Jahre fix 15) Volksbank: täglich fällig mit Bedingung: gilt für Einlagen von bis Hypothekarkredit auf ein Jahr fix 19) Denzelbank: täglich fällig: Maximaleinlage ) direktanlage.at: täglich fällig: gilt nur für Neukunden und Einlagen zwischen 5000 und und ist mit 6 Monaten befristet. 21) easybank: Zinsstaffel bei den Festgeldkonditionen nach Einlagenhöhe 22) Generali Bank: täglich fällig mit Bedingung: Zinssatz gilt nur für Neueröffnungen und bis max ) ING-DiBa: täglich fällig mit Bedingung: 2,0% nur für Neukunden; Schalter- und Wohnkredit = Effektivzinssätze, 12-Monats-Festgeld: 1,8% ab , 2,0% ab ) Porsche Bank: Maximaleinlage 1 Mio. bei täglich fälligen Einlagen Abwarten. Auch in dieser Woche haben wieder einige Banken bei den Sparzinsen Anpassungen nach unten vorgenommen. Ein Trend, der nun schon eine gefühlte Ewigkeit andauert und wohl so schnell nicht zu Ende gehen wird. Vielleicht steckt bei den jüngsten Zinssenkungen aber auch ein Stück Taktik dahinter. Schließlich ist am 31. Oktober Weltspartag, und da braucht esspezielle Weltspartagsangebote mit hübschen Namen und einer attraktiveren Verzinsung als bei den Standardprodukten. [hama] 18 lnvestor

19 GELDANLAGE PRODUKTE: NEU AM MARKT 2,8 Prozent Realzins für Nichtraucher Wen Ängste vor höheren Inflationsraten plagen, der darf einen Blick auf ein neues Produkt der Raiffeisen Centrobank werfen. Bei dem Öl Inflations Bonus -Zertifikat (ISIN AT0000A0X9K7) erhalten Anleger Edel ist das Metall, hoch das Risiko Fünf Prozent Zinsen pro Jahr klingen in Zeiten niedriger Renditen überaus verlockend. Freilich gibt es bei Kapitalanlagen den Grundsatz, dass hohe Renditen nur mit entsprechendem Risiko zu erzielen sind da eine jährliche, fixe Mindestverzinsung von 2,8 Prozent zuzüglich der jährlichen Inflationsrate, gemessen am europäischen HVPI exklusive Tabak. Relevant für jährliche Zinszahlungen im November ist die Inflationsrate im August desselben Jahres. Somit wirft das Zertifikat jedenfalls für Nichtraucher eine Realverzinsung von zumindest 2,8 Prozent ab. Nicht aufzugehen droht macht auch die 5 Prozent Edelmetalle-Protect-Anleihe der Société Générale (ISIN DE000SG3KCG7) keine Ausnahme. Sollte nämlich zumindest eines der Edelmetalle Gold, Silber, Platin oder Palladium während der vierjährigen Laufzeit die Barriere bei 40 Prozent des Ausgangswerts verletzen, erfolgt die Tilgung entsprechend der Wertentwicklung des Edelmetalls mit der schwächsten Performance. Die Rückzahlung RISIKO MITTEL RISIKO HOCH die Wette jedoch im Fall einer Deflation. Zwar würde die Realverzinsung durch die negative Inflation ansteigen, allerdings könnte der Ölpreis (Brent) zum Spielverderber werden. Sollte dieser während der vierjährigen Laufzeit die Barriere bei 50 Prozent des Startwerts verletzen, wird nicht zur Nominale getilgt, sondern entsprechend der relativen Entwicklung des Ölpreises während der vierjährigen Laufzeit. ist in diesen Fall mit dem Nennwert nach oben gedeckelt. Verletzt keines der Edelmetalle die Barriere, wird zum Nennwert getilgt. Ob die fünf Prozent Fixverzinsung, die effektiv durch Gebühren geschmälert wird, dieses Risiko Wert ist, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Die Emittentin empfiehlt das Produkt jedenfalls nur institutionellen und erfahrenen privaten Anlegern. BRENT US-$ je Barrel Wenn sich der Ölpreis halbiert, drohen herbe Verluste PLATIN 2500 US-$ je Unze Platin neigt zu starken Preisschwankungen Siebenjähriger Zwitter als Renditebringer Die Fondsgesellschaft Pioneer Investments legt ein Zwitterprodukt aus Euro-Anleihen und Schwellenländer-Aktien zur Zeichnung auf. Beim Flex React 11/2019 (ISIN AT0000A0WQ83) schwankt der Aktienanteil in einer Bandbreite zwischen null und 50 Prozent, wobei die Gewichtung flexibel an die jeweilige Marktsituation angepasst werden soll. Unter den Schwellenländer-Aktien befinden sich hauptsächlich Titel aus Russland, Indien und China, wobei Hongkong und Taiwan mit inbegriffen sind. Auf der Anleihenseite wird in Euro-Titel mit guter Bonität, also Ratings von AAA bis RISIKO MITTEL A-, investiert. Die Auswahl kann Unternehmens- oder Bankanleihen, Pfand- oder Kommunalbriefe ebenso umfassen wie Staatsanleihen. Die Laufzeit dieses Fonds endet am 25. November Mit diesem Datum wird der Fonds geschlossen und das Fondsvermögen an die Anleger ausbezahlt. Der Ausgabeaufschlag beträgt drei Prozent, die jährliche Managementgebühr bis zu 1,2 Prozent. [aha] IM DETAIL Flex React 11/2019 ISIN: AT0000A0WQ82 Investmentfokus: Schwellenländer- Aktien und Euro- Anleihen Laufzeit: 7Jahre Jährliche Managementgebühr: bis zu 1,2Prozent

20 EDELMETALLE Auch Silber und Platin können Ihr Depot vergolden EDELMETALLE. Gold steht ohnedies stets im Rampenlicht, doch auch die anderen Edelmetalle haben ihre Vorzüge aber auch ihre Tücken. von ALEXANDER HAHN PLATIN 13% Kursgewinn Bestreikt. Manchmal geht es sehr schnell an der Börse: Streiks in südafrikanischen Minen haben aus dem Ladenhüter Platin eine Kursrakete gemacht. Doch Vorsicht: Das Blatt kann sich auch schnell wieder wenden. Während Gold und Silber ohnedies von Anlegern stets mit Interesse beobachtet werden und diese mit ansehnlichen Kurssteigerungen verwöhnten, sorgte heuer auch Platin für Aufsehen. Bergarbeiterstreiks, die von gewaltsamen Ausschreitungen begleitet wurden, hatten in Südafrika seit August für Produktionsunterbrechungen und entsprechende Preissprünge gesorgt. Und die Arbeitskämpfe im mit Abstand wichtigsten Erzeugerland sind noch nicht beigelegt. Erst Anfang Oktober hatte der Bergbaukonzern Anglo American streikende Minenarbeiter auf die Straße gesetzt. Drei Wochen wilder Streiks hätten dem Unternehmen Verluste von umgerechnet 64 Millionen eingebrockt, lautete die Begründung. Nahezu die gesamte Jahresperformance von gut 13 Prozent ungefähr so viel, wie Gold heuer in US-Dollar betrachtet zugelegt hat hat Platin seit dem Ausbruch der Arbeitsaussetzungen in Südafrika erzielt. Die weitere Preisentwicklung machen die Analysten des japanischen Wertpapierhauses Nomura kurzfristig von der weiteren Entwicklung in der Mine Rustenburg, wo Anglo American jährlich Unzen Platin fördert, abhängig: Sollte die dortige Produktion für längere Zeit ausfallen, prognostizieren die Experten einen Preisanstieg auf 2000 US-$ je Unze. Das würde einen weiteren Anstieg um fast 20 Prozent bedeuten. PLATIN RISKANT. Neben dem geringeren Angebot Nomura prognostiziert für 2013 eine um fünf Prozent geringere Produktion als zuvor erwartet dürfte sich auch die Nachfrageseite zunächst positiv entwickeln. Wegen der relativen Preisschwäche zu Gold, das historisch zumeist weniger pro Unze kostet, gewinnt Platin zunehmend für die Schmuckindustrie an Attraktivität. Zudem verweisen die Nomura-Experten auf die Auswirkungen des Anleihenkaufprogramms QE3 der US-Notenbank 20 lnvestor

21 EDELMETALLE Fed, das für zusätzliche Investmentnachfrage der Anleger sorgen sollte. Tatsächlich erfahren sogenannte Exchance Traded Products auf Platin seit August enorme Zuflüsse, die sich laut Rohstoffanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank sogar auf einem historischen Höchststand befinden. Die Auswirkungen von QE3 sind nicht so stark, sorgen aber auch bei Palladium für zusätzliche Investmentnachfrage. Dennoch bremst er jegliche Preiseuphorie: Ohne eine weitere Eskalation der Streiks in Südafrika erwarte ich kein großes Kurspotenzial. Zudem sieht er auch einen dämpfenden Effekt auf die industrielle Nachfrage nach Palladium, das in Dieselmotoren zur Anwendung kommt. Diese sind besonders in Europa verbreitet, wo sich der Autoabsatz wegen der Schuldenkrise nur sehr schleppend entwickelt. SILBER AUSSICHTSREICH. Für ein Investment hält Fritsch unter den vier Edelmetallen Silber am aussichtsreichsten: Wir glauben, dass Silber bis Ende 2013 das höchste Aufwärtspotenzial besitzt. Zwar hat des Goldes kleiner Bruder heuer mit plus 18 Prozent am stärksten zugelegt, allerdings ortet der Commerzbank-Analyst weiterhin Aufholpotenzial. Derzeit kostet eine Unze Gold über 50 Mal mehr als dieselbe Menge Silber, was deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von einem Verhältnis von 40 zu eins liegt. Wir erwarten, dass im nächsten Jahr wieder ein verstärktes Interesse der Anleger aufkommen wird. Wenig traut Fritsch hingegen Palladium zu, dem Vierten im Bunde der Edelmetalle: Was nicht so läuft, ist Palladium, aber das hat auch die größte Industriekomponente. Tatsächlich hat dieses seit Jahresbeginn als mit Abstand schwächstes Edelmetall sogar drei Prozent an Wert verloren. Angesichts der schleppenden Weltkonjunktur ist bis auf Weiteres auch nicht mit einem Anspringen der industriellen Nachfrage zu rechnen. Diesbezüglich ist Gold am wenigsten verwundbar, da die industrielle Nachfrage am geringsten ausgeprägt ist. Somit drängt sich folgende Erkenntnis geradezu auf: Auch innerhalb des Edelmetall-Sektors empfiehlt sich eine gewisse Streuung, um die Einzelrisiken auszutarieren. GOLD 1800 PALLADIUM 700 PLATIN 1700 SILBER 35 Foto: Bloomberg US-$ je Unze US-$ je Unze US-$ je Unze US-$ je UInze lnvestor 21

22 +++ FEST DER WIRTSCHAFT +++ US-BIP +++ MO EVENT Fest der Wirtschaft Das WirtschaftsBlatt, der Consultingkonzern PricewaterhouseCoopers und der Kreditschutzverband KSV 1870 laden zum Fest der Wirtschaft in die Hofburg. Dabei werden unter den Unternehmen die Landessieger Wiens prämiert. Zudem wird der österreichweite Preis für Austria s Leading Companies vergeben. ZAHLEN Berichtssaison In den USA bilanzieren neben dem Internetkonzern Yahoo auch Texas Instruments und Caterpillar ihr drittes Quartal. Auch die in Zürich notierte austriamicrosystems (ams) legt ihre Zahlen zum dritten Jahresviertel vor. DISKUSSION Quo vadis, Banken? Der Finanz- Marketing Verband Österreich (FMVÖ) veranstaltet eine Podiumsdiskussion über die zukünftige Rolle der Bankbranche. Erwartet werden unter anderem OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny, der Bank Austria-Vorstandsvorsitzende Willibald Cernko und FMA-Vorstand Kurt Pribil. BÖRSEN Apple s erstes Jahr nach dem igod Bloß nicht die Frage stellen, was Steve tun würde lautet das Credo des neuen Apple-Chefs Tim Cook, das er von seinem im Oktober 2011 verstorbenen Vorgänger Steve Jobs übernommen hat. So verständlich dieser Wunsch ist, bei der Präsentation des Jahresabschlusses am Donnerstag wird Cook dem Vergleich mit dem igod kaum entgehen. Je Aktie werden 8,89 $ Gewinn nach 7,95 $ im Vorjahr erwartet. Im dritten Jahresviertel hatte der Konzern seinen Profit zwar um 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert, die Anleger waren aber dennoch enttäuscht. Sie hatten noch mehr erhofft. Auch daran wird sich Tim Cook gewöhnen müssen Aktionäre und Nutzer erwarten stets das Außergewöhnliche. Doch der neue Apple-Chef konn- Sammelcredit aller Bilder: APA/EPA DI MI ZAHLEN EVENT OFF TOPIC ZAHLEN KONJUNKTUR Q3-Bilanzzahlen Der Chemiekonzern DuPont legt seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Auch der Mischkonzern 3M sowie die Elektro- Hersteller United Technologies und LG Electronics präsentieren ihre Bilanzen. Ao. HV Telekom Die Telekom Austria hält am Dienstag eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Der Aufsichtsrat soll dabei auf zehn Personen aufgestockt werden. Ebenso wird der neue ÖIAG-Chef Rudolf Kemler an der Spitze des Aufsichtsrates Markus Beyrer ablösen, der nach London geht. Bond. James Bond. 007 schießt, sprintet und schmust wieder im Auftrag seiner Majestät. Bei der Londoner Premiere von Skyfall werden die Darsteller Daniel Craig, Javier Bardem und Berenice Marlohe zu sehen sein. Verbund-Bilanz Der heimische Stromversorger Verbund präsentiert seine Zahlen für das dritte Jahresviertel. Im Halbjahr steigerte der Konzern seinen Nettoprofit um 12,4 Prozent auf 198,2 Millionen. Berichtssaison Zur Wochenmitte nimmt die Berichtssaison weltweit Fahrt auf. Zahlreiche internationale Börsenschwergewichte bilanzieren ihr drittes Quartal, darunter die US-Unternehmen Boeing, Eli Lilly, Nasdaq OMX und AT&T. Auch British American Tobacco, Volvo, Puma und Iberdrola legen Zahlen vor. US-Notenbank Fed Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed entscheidet über die Geldpolitik. Ab Dienstag wird getagt, am Mittwochabend geben die Notenbanker ihre Zinsentscheidung bekannt. 22 lnvestor

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