Die Linux-Konsole, die Bash, das Terminal, die Kommandozeile, die Shell

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1 Die Linux-Konsole, die Bash, das Terminal, die Kommandozeile, die Shell Von Windows-Usern gerne als Relikt aus grauer Vorzeit bezeichnet ist die Linux-Konsole doch etwas ganz anderes sie ist die Kommunikationsschnittstelle zwischen dem System und dem User. Unter Microsoft Windows würde man die Linux-Konsole als MS- DOS-ähnlich bezeichnen, doch ist sie viel mehr: Info: Was tut man unter Microsoft Windows wenn ein Programm gerade etwas nicht kann, man sucht sich ein weiteres Programm und wenn nötig noch ein drittes, hier ein mögliches kleines Beispiel: man lädt sich von Youtube eine Video-Datei in Flash herunter und möchte diese Datei in das MP3-Format konvertieren (nötigenfalls kann man dies in Firefox mit einem Dienst-AddOn erledigen) diese dann weil zu viel Pause am Beginn und am Ende ist zurecht schneiden und dann noch die Lautstärke verändern vielleicht auch noch ein vorhandenes Rauschen entfernen bestenfalls benötigt man dazu schon drei Programme und jedes muss man extra starten, unter Linux jedoch öffnet man die Konsole gibt einen verketteten Befehl mit einigen Optionen ein und die ganze Geschichte hat sich in Sekunden erledigt. Unter Microsoft gibt es keine Möglichkeit mit dem System richtig zu kommunizieren auch die von Microsoft neu entwickelte Powershell ist nichts anderes als ein Flop, man muss sich an die Vorgaben halten die der Programmierer der grafischen Oberfläche bei gebracht hat mehr ist nicht möglich, unter Linux stellt die Konsole die Möglichkeit dar mit dem System richtig zu kommunizieren dem System Befehle zu erteilen, Fragen zu stellen und die richtigen Antworten zu bekommen. Wenn man die richtigen Befehle kennt erkennt man auch die Vorteile und vieles lässt sich viel schneller erledigen als wenn man sich unter einer grafischen Oberfläche durch unzählige Menüs klicken muss. Diese kleine Hilfe soll einen ersten Einstieg in den Umgang mit der Konsole ermöglichen und die Grundbegriffe erklären. Starten der Konsole: Der Konsolen-Prompt: Korrektes Eingeben von Befehlen: Datei-Verwaltung mit Bordmitteln: Optionen kombinieren zwischen Verzeichnissen wechseln: Befehls-Vervollständigung

2 Dateien löschen: Dateien kopieren: Dateien verschieben: neue Dateien erstellen: Text-/Konfigurations-Dateien auf der Konsole bearbeiten: Benutzer-wechsel auf der Konsole: Programme mit grafischer Oberfläche auf der Konsole: Die Begriffe: Konsole, Terminal, Kommandozeile: eigentlich beschreiben diese Begriffe ein Programm eine Schnittstelle zum eingeben von Befehlen und empfangen von Nachrichten vom System, unter KDE wird die Konsole Konsole genannt, unter GNOME und anderen Desktop- Umgebungen zumeist Terminal. Shell, Bash, Dash usw.: sind die Namen von sogenannten Befehls- Interpretern, der Befehls-Interinterpreter übersetzt die vom User eingegebenen Befehle in eine für das System verständliche Sprache und die Systemausgaben zurück in eine für den User verständliche Sprache, hauptsächlich wird unter den meisten Linux-Distributionen die Bash (Bourne Again Shell) eingesetzt. Starten der Konsole: um die Konsole zu starten muss man die grafische Oberfläche nicht komplett verlassen oder gleich ein System ohne grafische Oberfläche installieren, unter KDE öffnet man ganz einfach das Programm Konsole aus dem Menü System, unter GNOME aus dem Menü Anwendungen Zubehör. - So erhält man die Konsole auf der grafischen Oberfläche in einem Fenster, ein weiterer Weg die Konsole zu öffnen wäre die Tastenkombination: Strg + Alt + F1 bis F6 so legt sich die Konsole über den ganzen Bildschirm und verschiebt die grafische Oberfläche in den Hintergrund die unter der grafischen Oberfläche laufenden Programme werden dabei nicht gestört, mit der Tastenkombination: Strg + Alt + F7 kommt man wieder auf die grafische Oberfläche zurück, befindet man sich auf der Konsole kann man mit der Tastenkombination: Strg + Alt + F1 bis F6 zwischen 6 verschiedenen Konsolen hin und her schalten. Der Konsolen-Prompt: hat man eine Konsole per Maus geöffnet ist diese noch ziemlich leer, alles was man sieht ist der Konsolen-Prompt oder auch Eingabe-Prompt und Shell-Prompt genannt, dieser könnte als Beispiel so aussehen: maxl zeigt hier den angemeldeten Benutzer und ubuntu den Rechner-Namen, das $ -Dollar- Zeichen wiederum zeigt das man mit normalen Benutzer-Rechten arbeitet, würde der Prompt im gleichen Fall so aussehen: würde das bedeuten das man als root angemeldet ist, sich im Verzeichnis /home/maxl befindet und die # zeigt das man mit Systemverwalter-Rechten arbeitet. Hat man die Konsole per Tastenkombination Strg + Alt + F1 bis F7 geöffnet muss man sich erst einmal anmelden, in diesem Fall könnte der Prompt im gleichen Fall wie oben so aussehen: ubuntu login: _ in diesem Fall gibt man nun seinen Benutzer-Namen ein und drückt die Enter -Taste nun erscheint die Meldung: Password: geben Sie ganz einfach Ihr Passwort ein und drücken die Enter -Taste (beim Eingeben des

3 Passwortes sind weder Buchstaben noch Punkte zu sehen) Korrektes Eingeben von Befehlen: Wie unter Linux üblich erwartet die Konsole die korrekte Eingabe in Groß- und Kleinbuchstaben von Passwörtern und Befehlen, so würde der Befehl Firefox nicht das Programm Firefox starten sondern nur firefox, etwas das höchstwahrscheinlich nicht erwähnt werden muss ist die Bestätigung des Befehles mit der Enter -Taste ansonsten wartet die Konsole solange Sie Geduld haben. Datei-Verwaltung mit Bordmitteln: Verzeichnis-Inhalt anzeigen: ls zeigt die im Verzeichnis liegenden Dateien an Beispiel: ls Bilder gnucash xac RMAIL Desktop index.lokalize ~_001.png Dokumente kdenlive Videos Downloads lokalize-scripts Vorlagen firefox Musik X.ini FrostWire News gnucash Öffentlich ls -l zeigt ausführlichere Informationen über die im Verzeichnis liegenden Dateien Dateien an, etwa die Datei-Größe, das Datum der Erstellung, den Benutzer dem die Datei gehört sowie den Ersteller der Datei und die Zugriffs-Rechte Beispiel: drwxr-xr-x 5 maxl maxl Mär 14:15 Bilder drwxr-xr-x 2 maxl maxl Apr 12:19 Desktop drwxr-xr-x 9 maxl maxl Apr 15:42 Dokumente drwxr-xr-x 2 maxl maxl Apr 00:39 Downloads drwxr-xr-x 8 maxl maxl Mär 15:25 firefox drwxr-xr-x 7 maxl maxl Mär 01:07 FrostWire -rw-r--r-- 1 maxl maxl Mär 19:08 gnucash -rw-r--r-- 1 maxl maxl Mär 17:26 gnucash xac -rw maxl maxl Apr 02:53 index.lokalize drwxr-xr-x 5 maxl maxl Mär 03:35 kdenlive drwxr-xr-x 2 maxl maxl Apr 02:53 lokalize-scripts drwxr-xr-x 2 maxl maxl Mär 22:02 Musik drwxr-xr-x 4 maxl maxl Mär 01:40 News drwxr-xr-x 2 maxl maxl Mär 16:48 Öffentlich -rw-r--r-- 1 maxl maxl Mär 01:40 RMAIL -rw-r--r-- 1 maxl maxl Apr 14:22 ~_001.png drwxr-xr-x 3 maxl maxl Apr 08:41 Videos drwxr-xr-x 2 maxl maxl Mär 01:09 Vorlagen -rw-r--r-- 1 maxl maxl Apr 17:02 X.ini ls -a zeigt auch Versteckte Dateien an (Dateien die mit einem Punkt beginnen) ls -R zeigt bei Verzeichnissen auch deren Inhalt an ls -S listet Dateien und Verzeichnisse nach Dateigröße auf ls -t listet Dateien und Verzeichnisse nach dem Erstellungs-Datum auf natürlich kann man wie bei den meisten anderen Befehlen die Optionen kombinieren, so zeigt der Befehl: ls -l -a zum Beispiel auch Versteckte Dateien und bei Verzeichnissen deren Inhalt an

4 zwischen Verzeichnissen wechseln: um z.bsp.: in das im Home-Verzeichnis liegende Verzeichnis Bilder zu wechseln dient der Befehl: cd Bilder man gibt also ganz einfach den Befehl cd mit den Verzeichnis an in das man wechseln will dabei kann man natürlich auch mehrere Verzeichnisse überspringen, will man z.bsp.: in das Verzeichnis /etc/apt/archives/ zu wechseln gibt man einfach den Befehl: cd /etc/apt/archives/ ein und landet direkt im Verzeichnis /archives, hierbei könnte erstmals die Befehls-Vervollständigung erwähnt werden man muss nicht immer den ganzen Befehl eingeben im vorangegangenen Befehl würde es reichen: cd /e Tab -Taste/ap Tab -Taste/a Tab -Taste ein zu geben, mit Hilfe der Tab -Taste vervollständigt die Bash den Befehl automatisch wenn kein weiterer Befehl oder kein weiteres Verzeichnis mit den gleichen Anfangs-Buchstaben beginnt, natürlich kann man Firefox mit dem Befehl: firefox starten und zum Beispiel mir fir Tab -Taste abkürzen, hätte man nun einen weiteren Befehl oder ein Programm das mit den gleichen Anfangs-Buchstaben beginnt würde die Vervollständigung nichts anzeigen drückt man nun ein zweites Mal die Tab -Taste zeigt die Bash nun alle Befehle mit den gleichen Anfangs-Buchstaben an nun fügt man ganz einfach so viele Buchstaben hinzu bis diese mit keinem anderen Befehl mehr gleich sind. Der Befehl: cd bringt den Nutzer nun direkt wieder in das Home-Verzeichnis zurück, arbeitet man als root ist dies das /root -Verzeichnis Dateien löschen: rm dient dazu Dateien und Verzeichnisse zu löschen -!!Vorsicht!! mit dem Befehl landen Dateien nicht im Papierkorb sondern werden sofort gelöscht. Um nun z.bsp.: die Datei maxl.jpg zu löschen genügt rm maxl.jpg ebenfalls für das Verzeichnis Bilder rm Bilder ist das Verzeichnis jedoch nicht leer meldet die Bash das das Verzeichnis noch Dateien enthält um nun das Verzeichnis Bilder samt Inhalt zu löschen genügt dann rm -r Bilder um nun noch die Nachfrage abzustellen ob das Verzeichnis wirklich gelöscht werden soll dient die Option rm -rf Bilder!!Vorsicht!! bei System-Dateien!! rm -rf als root löscht das angegebene Verzeichnis oder die Datei ohne Nachfrage, ein rm -rf / als root putzt das gesamte System von der Festplatte Dateien kopieren: um eine oder mehrere Dateien zu kopieren dient cp um nun z.bsp.: die Datei maxl.jpg in das Unterverzeichnis Maxl von Bilder zu kopieren genügt cp maxl.jpg /Bilder/Maxl/ cp maxl.jpg /Bilder/Maxl/maxl1.jpg benennt die Datei im Verzeichnis Maxl in maxl1.jpg um Dateien verschieben: um Dateien oder Verzeichnisse zu verschieben dient

5 mv um nun z.bsp.: die Datei maxl.jpg in das Unterverzeichnis Maxl von Bilder zu verschieben genügt mv maxl.jpg /Bilder/Maxl/ mv maxl.jpg /Bilder/Maxl/maxl1.jpg benennt die Datei im Verzeichnis Maxl in maxl1.jpg um neue Dateien erstellen: um eine neue Datei zu erstellen dient touch touch maxl erstellt eine leere Datei mit der Bezeichnung maxl gibt man dem Dateinamen nun auch noch eine Datei-Endung mit: touch maxl.jpg erstellt der Befehl eine jpg -Datei mit dem Namen maxl Text-/Konfigurations-Dateien auf der Konsole bearbeiten: unter Linux gibt es viele Konsolen-Texteditoren, einer der auf den meisten Systemen vorhanden ist ist nano, nano ist so einfach wie effizient zu bedienen, liegt die Datei im selben Verzeichnis in dem man sich gerade befindet genügt nano dateiname um z.bsp.: die Datei /etc/apt/sources.list zu bearbeiten genügt nano /etc/apt/sources.list egal in welchem Verzeichnis man sich gerade befindet, in diesem Fall würde dies so aussehen: # deb-src squeeze/updates main # Line commented out by installer because it failed to verify: # deb ://volatile.debian.org squeeze-updates main # Line commented out by installer because it failed to verify: # deb-src ://volatile.debian.org squeeze-updates main deb squeeze contrib non-free main deb cdrom:[debian GNU/Linux _Squeeze_ - c't Squeeze Multi-architecture i3$ deb squeeze main non-free deb squeeze main contrib non-free deb squeeze-proposed-updates main contrib$ deb squeeze/updates main contrib non-free deb sqeeze-updates main ^G Hilfe ^O Speichern ^R Datei öffn^y Seite zurü^k Ausschneid^C Cursor ^X Beenden ^J Ausrichten^W Wo ist ^V Seite vor ^U Ausschn. r^t Rechtschr. am unteren Bildschirmrand befinden sich die Systembefehle, mit den Pfeiltasten bewegt man sich an die richtige Stelle und kann wie mit einem normalen Texteditor arbeiten, die Systembefehle werden als Tastenkombination angewandt wobei der Buchstabe mit der Strg -Taste angewandt wird so speichert Strg + O die Datei und Strg + X beendet nano Benutzer-wechsel auf der Konsole: um auf der Konsole zu root zu werden genügt auf den meisten Systemen su + Enter -Taste und der Eingabe des Administrator-Kennwortes um von root wieder zum normalen Benutzer zu werden reicht exit unter Ubuntu kann man sich nicht als root anmelden hier stellt man dem Befehl sudo voran, um etwa den Dateimanager Nautilus als root zu starten genügt

6 sudo nautilus um sich als anderer Benutzer anzumelden etwa von maxl zu peter genügt ein su peter und der darauf folgenden Eingabe der Passwortes von peter Programme mit grafischer Oberfläche auf der Konsole: doch selbst ohne grafische Oberfläche müssen Einsteiger nicht alle Befehle kennen, für viele Aufgaben gibt es Programme die zumindest eine annähernd grafische Oberfläche bieten, etwa der Midnight Commander als Dateimanger der mit dem Befehl: mc gestartet wird die Paketverwaltung Aptitude die mit dem Befehl: aptitude gestartet wird und viele weitere mehr dieses Dokument liegt unter der Lizenz: GNU FDL losrobos 2011

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