Lebenslanges. Lebenslanges Lernen. Was bedeutet lebenslanges Lernen? Welche Bereiche gehören dazu? Welche

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1 Lebenslanges Lernen. Was bedeutet lebenslanges Lernen? Welche Bereiche gehören dazu? Welche Rolle spielt informelles Lernen und wie wichtig sind persönliche und berufliche Weiterbildung? Welche Hochschulangebote zur Weiterbildung gibt es? Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie die deutsche Bildungslandschaft aussieht, was es heißt berufsbegleitend zu studieren, wie man täglich im Job dazulernt und wie man gehirn-gerecht lernt. René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, verrät im Top-Manager-Interview, ob er schon ausgelernt hat und was er von Hochschulabsolventen erwartet. Lebenslanges 16

2 01 Top-Thema Lebenslanges Lernen 18 Ausgelernt hat man nie 20 Weiterlernen durch Weiterbilden 22 MBA-Programme 24 Jetzt geht s erst richtig los 28 Gehirn-gerecht läuft s besser 32 Top-Manager René R. Obermann, Deutsche Telekom Lernen 17

3 karriereführer hochschulen Top-Thema Ausgelernt hat man nie Lebenslanges Lernen ist ein wesentlicher Baustein bildungspolitischer Gestaltung in ganz Europa. Es gibt zahlreiche Rahmenrichtlinien, Strategieentwürfe und Initiativen, die einen gerechten Zugang zu Bildung gewährleisten sollen und informelles Lernen fördern. Ein Überblick über die deutsche Weiterbildungslandschaft. Von Christiane Martin Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Diese alte Sprichwortweisheit gilt heute nicht mehr. Denn lebenslanges Lernen heißt die Devise, wenn es darum geht, im Leben und ganz besonders auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Ausgelernt hat man meist auch nach der Schulzeit, der Ausbildung oder dem Studium noch nicht. Neben dem informellen Lernen der Aufnahme und Verarbeitung von Erfahrungen im alltäglichen Leben nutzen die meisten Menschen ein Leben lang auch strukturierte und formalisierte Lernangebote in Kursen und Lehrgängen. Da werden Sprachen erlernt oder Computerkenntnisse erworben. Auch sportliche Fertigkeiten, Entspannungstechniken oder Kommunikationstraining sind sehr beliebt. Lebenslanges Lernen heißt aber auch berufliche Weiterbildung. Das Thema des lebenslangen Lernens hat in den letzten Jahren vermehrt öffentliche Aufmerksamkeit genossen und ist in zahlreiche bildungspolitische Konzepte eingeflossen. So legte die Europäische Kommission 2001 ein Memorandum über lebenslanges Lernen vor, in dem sie konkrete Maßnahmen benennt, die die Mitgliedsländer umsetzen sollen, damit alle europäischen Bürger während des ganzen Lebens Zugang zu qualitativ hochwertigen und ihren Bedürfnissen entsprechenden Bildungsangeboten haben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Deutschland schrieb 2004: Lebenslanges Lernen hilft, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken und Ausgrenzung soweit wie möglich zu vermeiden. Im Rahmen einer Gesamtstrategie soll das Ziel verfolgt werden, die Bildungsteilhabe zu erhöhen, allen Menschen mehr Chancen zur persönlichen, ihren Begabungen entsprechenden gesellschaftlichen und beruflichen Entwicklung zu ermöglichen. Daraufhin veröffentlichte die Bund-Länder-Kommission eine Strategie für Lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland, die die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen beachtet, die das Leben des Menschen von der Kindheit bis ins hohe Alter erfasst, die die Menschen und die Bildungseinrichtungen nicht bevormunden will, die auf 18

4 Fotos: sam7/photocase, luxuz/photocase dem reichen Fundus gewachsener Bildungsstrukturen aufbaut und die versucht, realistische und auf Nachhaltigkeit gerichtete Perspektiven zu entwickeln. Schwerpunkte sind dabei die Einbeziehung informellen Lernens, die Selbststeuerung, Kompetenzentwicklung, Vernetzung, Modularisierung, Lernberatung, neue Lernkultur und Popularisierung des Lernens sowie ein chancengerechter Zugang. Eine weitere staatliche Initiative zur Förderung des lebenslangen Lernens ist die Führung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Diese national und international anerkannte Einrichtung zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung wurde bereits 1970 gegründet. Heute verleiht sie beispielsweise jährlich den Weiterbildungs-Innovations-Preis" (WIP) für innovative und zukunftsweisende Projekte und Ideen in der beruflichen und betrieblichen Weiterbildung. Die Weiterbildungsangebote, die sich an den verschiedenen rechtlichen Rahmenlinien und Vorgaben orientieren, kommen von den verschiedensten Trägern und Veranstaltern in Deutschland. Dabei fallen einer Studie (Berichtssystem Weiterbildung IX des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 2006) zufolge zum Beispiel etwa 30 Prozent auf die Arbeitgeber, 14 Prozent auf die Volkshochschulen und 11 Prozent auf private Institute. Den Rest teilen sich etwa 15 andere Träger unter ihnen auch die Hochschulen und Berufsakademien, die mit MBA-Studiengängen, Masterausbildung, Postgraduiertenangeboten, berufsbegleitenden Studiengängen und dualen Ausbildungssystemen wesentlich zur Gestaltung der deutschen Weiterbildungslandschaft beitragen. Definition Lebenslanges Lernen Lebenslanges Lernen umfasst alles formale, nichtformale und informelle Lernen an verschiedenen Lernorten von der frühen Kindheit bis einschließlich der Phase des Ruhestands. Dabei wird,lernen verstanden als konstruktives Verarbeiten von Informationen und Erfahrungen zu Kenntnissen, Einsichten und Kompetenzen. Quelle: Bund-Länder-Kommission: Strategie für Lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin 2004 Deutscher Bildungsserver Der Deutsche Bildungsserver ist eine von Bund und Ländern getragene Initiative. Er stellt als nationales Web-Portal umfassende, aufeinander abgestimmte Informationen aus wichtigen Bildungsbereichen mittels eines nutzerfreundlichen Informationssystems einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Auch das Thema Lebenslanges Lernen wird hier behandelt. 19

5 karriereführer hochschulen Top-Thema Weiterlernen durch Weiterbilden Fachkräftemangel, technologischer Fortschritt und demographischer Wandel, Globalisierung und Internationalisierung mit diesen Stichworten lässt sich heute der Rahmen für berufliches Handeln beschreiben. Um so wichtiger wird kontinuierliches Lernen ein Leben lang. Von Uwe Ploch und Christiane Rietz von der HFH Hamburger Fern-Hochschule Studierende an Fernhochschulen beispielsweise an der HFH Hamburger Fern-Hochschule stehen mit beiden Beinen im Berufsleben und nehmen aus unterschiedlichen Gründen ein Studium an der Hochschule auf. Neben dem allgemeinen Wunsch nach beruflicher Karriere ist es zunehmend die Erkenntnis, dass bestimmte Positionen und Aufgaben im Unternehmen nur mit einem Hochschulstudium erreicht werden können. Auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Akademisierung aller Wirtschaftsbereiche gewinnt ein berufsbegleitendes Studium an Attraktivität. Zudem kommt die Alternative eines Präsenzstudiums, für das man mehrere Jahre aus dem Berufsleben ausscheiden muss, wegen unsicherer Wiedereinstiegsmöglichkeiten und erheblicher finanzieller Einbußen meist nicht infrage. Lernen kann in der heutigen Welt nicht mehr nach Schule, Ausbildung oder Studium aufhören. Es ist vielmehr der Schlüssel beziehungsweise das Werkzeug zum Erlangen von Bildung und damit für die Gestaltung der eigenen individuellen Lebens- und Arbeitschancen. Ausgelernt hat man heute nie. Wer auf dem Arbeitsmarkt mithalten oder sich einfach nur weiterbilden will, kommt um lebenslanges und vor allem berufsbegleitendes Lernen nicht herum. Lebenslanges Lernen sichert nicht nur Chancen, es öffnet auch Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt und stärkt individuelle Selbstbestimmungsmöglichkeiten. Es bietet jedem Einzelnen die Möglichkeit, soziale Anerkennung und individuelle Zufriedenheit zu erlangen und seine Persönlichkeit in allen Lebensphasen zu entfalten. Lebenslanges Lernen soll Menschen und Unternehmen nicht nur in die Lage versetzen, auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel problemlösend zu reagieren, sondern Potenziale zu seiner aktiven Gestaltung zu entwickeln. Oft stellen Arbeitnehmer nach einer beruflichen Ausbildung und ersten Erfahrungen im Berufsleben fest, dass sie ohne Weiterbildung kaum Chancen haben aufzusteigen. An dieser Stelle bietet ein berufsbegleitendes Studium eine optimale Lösung. 20

6 Foto: soulcore/photocase Die Vorteile liegen auf der Hand und werden auch von Personalentscheidern hoch eingeschätzt. So ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa, die im Auftrag von ILS Professional bei Personalchefs im Januar 2008 durchgeführt wurde, folgende Einschätzung: Die Mehrheit der Personalchefs (92 Prozent) hielten eine nebenberufliche Weiterbildung für sehr wichtig. Erfolgreiche Absolventen gelten bei den meisten als sehr motiviert (97 Prozent) und zielstrebig (92 Prozent), hätten eine hohe Selbstständigkeit (92 Prozent), gutes Zeitmanagement (89 Prozent) und eine hohe Flexibilität (85 Prozent). Uwe Ploch, Diplom-Volkswirt, ist seit 2004 Kanzler der HFH Hamburger Fern-Hochschule und seit 1997 Geschäftsführer der HFH- Trägergesellschaft. Die HFH Hamburger Fern-Hochschule trägt mit ihrem Studienkonzept den Anforderungen des Markts und den Berufstätigen gleichermaßen Rechnung. Sie ist mit 6700 Studierenden Deutschlands größte private Hochschule und bietet neben den Studiengängen Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsingenieurwesen, Gesundheits- und Pflegemanagement die MBA-Studiengänge General Management und Global Business an. Christiane Rietz, Diplom-Kauffrau, ist seit 2007 Marketingreferentin an der HFH Hamburger Fern-Hochschule. Informationen zum Fernstudium: 21

7 karriereführer hochschulen Top-Thema Foto: Peiler/Photocase MBA-Programme Lebenslanges Lernen macht auch vor Studenten und Absolventen nicht Halt und so gilt für viele die Devise Nach dem Studium ist vor dem MBA. Um in der Menge an Angeboten einen Überblick zu bekommen, stellt der karriereführer elf Hochschulen mit MBA-Programmen vor. So können Interessierte auf einen Blick Kosten und Dauer der Fulltime-Programme vergleichen. (Auswahl) Dortmund International School of Management ISM Master of Business Administration Dauer und des Programms: 18 Monate Kosten des Programms: Euro (inklusive sämtlicher Unterrichtsmaterialien) Frankfurt/Main Frankfurt School of Finance & Management - Bankakademie HfB Management-Studium Dauer des Programms: 2 Semester Kosten des Programms: 4930 Euro (inklusive aller Prüfungen und Anmeldungen) Hamburg Hamburg School of Business Administration HSBA Master of Business Administration Dauer des Programms: 3 Jahre Kosten des Programms: 6000 Euro p.a. Kiel Murmann School of Global Management and Economics Master of Science in Global Management and Economics Dauer des Programms: 12 Monate Kosten des Programms: Euro Leipzig Leipzig Graduate School of Management Full-Time Business Administration Program Dauer des Programms: Monate Kosten des Programms: Euro Mannheim Mannheim Business School Full-Time Master of Business Administration Dauer des Programms: 12 Monate Kosten des Programms: Euro München Munich Business School Part Time Program General Management Dauer des Programms: 24 Monate Kosten des Programms: Euro Oestrich-Winkel European Business School Full-Time Master of Business Administration Dauer des Programms: 18 Monate Kosten des Programms: Euro Remagen RheinAhrCampus Remagen Master of Business Administration Fernstudiengang Dauer des Programms: 5 Semester Kosten des Programms: 9600 Euro Stuttgart Stuttgart Institute of Management and Technology SIMT Master of Business Administration in General Management Dauer des Programms: 24 Monate Kosten des Programms: Euro Vallendar WHU Otto Beisheim School of Management Master of Business Administration Dauer des Programms: 16 Monate Kosten des Programms: Euro 22

8 Willkommen in der ersten Liga. Praktikanten/Praktikantinnen Erstklassiger Einstieg in die Praxis bei Deutschlands größter Privatkundenbank. Wer Spitzenleistung bringt, will auch in einer Spitzenmannschaft spielen. Die Postbank Gruppe ist mit über 14,5 Millionen Kunden und rund Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der großen Finanzdienstleister Deutschlands. Wo Sie bei uns aktiv mitarbeiten können, erfahren Sie unter: Wir freuen uns auf Sie.

9 karriereführer hochschulen Top-Thema Foto: Gisa/Photocase Jetzt geht s erst richtig los Überzeugungskraft, Motivation, Konfliktfähigkeit nicht nur das Faktenwissen aus dem Studium, sondern vor allem die Soft Skills sind gefragt, wenn man ins Berufsleben eintritt. Ursula Vranken, Expertin für internationales Personalmanagement, gibt Tipps fürs lebenslange Lernen. Sie haben es fast geschafft herzlichen Glückwunsch! Volle Hörsäle, endlose Hausaufgaben, quälende Prüfungen, Lesen und Lernen in den Abendstunden, das alles gehört nun bald der Vergangenheit an. Mit dem Abschluss in der Tasche sagen Sie dem Studium ade. Was für ein Gefühl! Sie freuen sich auf den Schritt ins Berufsleben. Vorbei die Zeit der Theorie! Jetzt können Sie beweisen, was sie gelernt haben. So weit so gut, aber bereits nach den ersten Wochen im neuen Job dämmert Ihnen, dass das, was Sie im Studium gelernt haben, gerade mal für den Anfang reicht. Das Lernen geht jetzt eigentlich erst los. Der Unterschied zum Studium ist nur, dass es kein Curriculum und keinen festen Lernplan gibt, an dem man sich orientieren kann. Im neuen Job sollten Sie sich deshalb schnell zum Trainer in eigener Sache entwickeln. Hier kommt es darauf an, selber herauszufinden, welche Fähigkeiten und Kenntnisse man sich noch aneignen muss, um erfolgreich zu sein. Schnell stellen Sie fest, dass es dabei um mehr als reines Faktenwissen geht. Was jetzt gelernt werden muss, ist zum Beispiel 24

10 Horizonte erweitern. Eine neue Welt mitgestalten. Hochschulabsolventen (m/w) Eine Wasserstoffanlage in Kanada für die Produktion von schwefelfreiem Kraftstoff planen, Koksofenbatterien in Argentinien modernisieren, eine Anlage zur Beseitigung von Treibhausgasen in Ägypten in Betrieb nehmen: Rund um den Globus bieten wir jede Menge Möglichkeiten, mit neuen Ideen die Zukunft zu prägen. Uhde zählt mit mehr als gebauten Anlagen zu den weltweit führenden Ingenieurunternehmen in der Planung und im Bau von Chemie-, Raffinerie- und vielen anderen Industrieanlagen. Die Zuverlässigkeit und Innovationskraft unserer Hightech-Lösungen sichert unseren Kunden technischen Vorsprung und langfristigen Erfolg. An über 20 internationalen Standorten erzielen wir mit dem Engagement von Mitarbeitern rund 1 Milliarde Umsatz im Jahr. Wir suchen Menschen, die sich für technologische Herausforderungen begeistern für Engineering with ideas. Nur mit starken Mitarbeitern sind wir stark im Wettbewerb. Deshalb fördert Uhde junge Nachwuchskräfte aus den Ingenieurwissenschaften und bereitet sie auf die Übernahme von Führungs- und Spezialistenaufgaben vor. Nähere Informationen zu Ihren Chancen bei Uhde gibt Ihnen unsere Bewerberbroschüre auf der Karriere-Seite von Uhde GmbH Human Resources Frau Mackowiak/Herrn Thiel Friedrich-Uhde-Straße Dortmund Uhde GmbH Human Resources Frau Rahm Friedrich-Uhde-Straße Bad Soden/Taunus Uhde Ein Unternehmen von ThyssenKrupp Technologies ThyssenKrupp

11 karriereführer hochschulen Top-Thema die Fähigkeit, Menschen zu überzeugen, Kollegen und Mitarbeiter zu motivieren, bei Konflikten einen kühlen Kopf zu bewahren und sich selbst gut in ein Team zu integrieren. Mental Habits John P. Kotter beschreibt fünf Mental Habits mentale Gewohnheiten, die das lebenslange Lernen unterstützen: Risikobereitschaft und der Wille, sich selbst aus der Komfortzone zu bewegen ehrliche Selbstreflektion und Bestandsaufnahme der eigenen Stärken und Schwächen Wahrnehmen von Ideen und Meinungen anderer Menschen aufmerksames Zuhören das Leben mit einem offenen Geist sehen Quelle: John P. Kotter (1996), Leading Change. Harvard Business School Press Nehmen Sie diese Herausforderungen mutig an und schauen Sie sich um, wie es die Kollegen, die alten Hasen, die Profis machen. Lernen am Vorbild das ist ein uralter Trick, um erfolgreich zu werden. In vielen Firmen werden inzwischen Mentorenprogramme für Young Professionals angeboten. Der Mentor, ein Seniorexperte aus dem Unternehmen, unterstützt Sie beim Erwerb neuen Wissens, coacht Sie bei schwierigen Fragen und Fällen und hilft Ihnen, den Dschungel der ungeschriebenen Gesetze im Unternehmen zu verstehen und sich darin sicher zu bewegen. Fragen Sie aktiv in Ihrer Personalabteilung nach, ob und welche Möglichkeiten des Mentorings in Ihrem Unternehmen existieren. Wenn das Lernen für Sie mehr Lust als Frust bringen soll, dann kommt es auch jetzt besonders auf Ihre Einstellung an. Stellen Sie Fragen, seien Sie neugierig, seien Sie nicht mit den erstbesten Antworten zufrieden, stellen Sie Bestehendes infrage aber bitte nicht mit einem besserwisserischen Unterton! Lernen Sie aus Fehlern. Suchen Sie die Nähe zu Kollegen und Experten, die einen Wissensund Erfahrungsvorsprung haben. Lernen Sie mit vielen Sinnen: Hören, sehen und fühlen Sie, was die Erfolgreichen erfolgreich macht. Und wenn Sie hoch hinaus wollen: Manche Firmen bieten auch sogenannte Talentprogramme für angehende Führungskräfte an. Auswahlkriterien sind neben den notwendigen fachlichen Kenntnissen immer die Soft Skills. Die Führungskräfte von morgen werden danach ausgewählt, wie sie in schwierigen Situationen reagieren und ob sie ihr eigenes Verhalten kritisch reflektieren können. Es geht um Handlungskompetenz, also die Fähigkeit sich sachgerecht, durchdacht und sozial verantwortlich zu verhalten und das nicht nur im Unternehmen. Das zu üben, darauf kommt es an. Am besten Sie fangen gleich damit an und zwar durch learning by doing. 26

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13 karriereführer hochschulen Top-Thema Interview mit Vera Birkenbihl Gehirn-gerecht Was bedeutet gehirn-gerechtes Lernen? Gibt es falsches Lernen? Und wann hat man ausgelernt? Vera Birkenbihl, Managementtrainerin und Buchautorin, gibt im Experteninterview Auskunft zu diesen Themen und erklärt ihre eigenen ganz besonderen Lernmethoden. Die Fragen stellte Arne Olerth. 28 läuft s besser Was motiviert Sie, sich mit dem Thema Lerntechniken zu befassen? Ich bin sitzen geblieben wegen Latein und Englisch, was ich mein Leben lang nicht verwinden werde. Das klassische Vokabelpauken widerspricht der ganzen Art und Weise, wie das Gehirn funktioniert. Ich habe als Erstes die Birkenbihl-Methode zum Fremdsprachenlernen entwickelt. Mittlerweile habe ich an die 50 Methoden entwickelt, sodass wir heute von Birkenbihl-Methoden sprechen können. Was ist denn das Besondere an den Birkenbihl-Methoden? Meine Techniken setzen darauf, ein Geschehen zu begreifen. Dadurch wird man es nicht mehr vergessen. Etwas begriffen zu haben, ist schon drei Viertel gelernt. Man hat wenige intelligente Wiederholungen und nicht viele dumme wie beim Pauken. Das Gehirn leitet die Regeln selber ab, es abstrahiert. Lernen macht Spaß und nebenher produziert man neue Gehirnzellen. Was bedeutet gehirn-gerecht? In den USA bin ich über den Begriff brain-friendly gestolpert. Bei einem Streit mit einem deutschen Informatiker, der von mir verlangte, ich sollte computergerechter arbeiten, kam ich dann auf den Begriff gehirn-gerecht. Wichtig ist der Bindestrich: Ich trenne Wörter, deren Bedeutungen getrennt gesehen werden sollen. Gehirn-gerecht Foto: mattow/photocase

14 Wir benötigen dringend Manager, die sowohl Fähigkeiten im globalen Management als auch Kenntnisse der Weltökonomie haben. PROF. KLAUS MURMANN Unternehmer und Ehrenpräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) MASTER OF SCIENCE IN GLOBAL MANAGEMENT AND ECONOMICS Im Laufe eines Jahres bereiten wir Manager und High Potentials auf die besonderen Führungsaufgaben in multinationalen Unternehmen und global operierenden Institutionen vor. Dazu vermittelt ein Team renommierter internationaler Professoren globale Management-Kompetenzen in direkter Verknüpfung mit fundiertem weltwirtschaftlichem Wissen. Dieser neuartige Ansatz beinhaltet unter anderem die Vorbereitung auf spezielle Management- Anforderungen in ausgewählten Regionen der Welt und einen zweiwöchigen Auslandsaufenthalt. Start: Herbst Düsternbrooker Weg 148 D Kiel Tel +49 (0)

15 karriereführer hochschulen Top-Thema ZUR PERSON Die Managementtrainerin Vera F. Birkenbihl gilt als Mitbegründerin des Infotainments, lange bevor es einen Begriff dafür gab. Ihr Hauptinteresse liegt seit Ende der 1960er- Jahre auf gehirn-gerechtem Arbeiten und Zukunftstauglichkeit. Mittlerweile wurden ihre Bücher und DVDs mehr als zwei Millionen Mal verkauft. Buchtipp Vera F. Birkenbihl: Trotzdem LEHREN, mvg Verlag 2005, ISBN ,90 Euro, Trotzdem LEHREN richtet sich an alle, die sich professionell mit dem Lehren befassen. 39 praktische Techniken vermitteln Lernenden wie Lehrenden mehr Freude und mehr Erfolg beim Lernen. Jede einzelne Technik wird direkt bewertet, sodass der Anwender direkt einschätzen kann, wie gehirn-gerecht und damit sinnvoll die Technik zur Wissensvermittlung ist. heißt: der Arbeitsweise des Gehirns entsprechend. Wenn ein Vortrag beispielsweise Raum für assoziatives Denken lässt, können Inhalte besser aufgenommen werden als durch reinen Frontalunterricht. Was raten Sie einem Hochschulabsolventen, der bereits an die 20 Jahre Lernen hinter sich hat? Kann er sich auf den Früchten seiner Arbeit ausruhen? Er sollte sich nicht zurücklehnen. Zum einen wird die Halbwertzeit von Wissen immer kürzer. Darum sollte man sich ständig um die Aktualität seines Wissens kümmern. Zum anderen muss der physiologische Prozess der adulten Neurogenese, also der Schöpfung von neuen Gehirnzellen im Erwachsenenalter, aufrechterhalten werden. Wenn man aufhört zu lernen, produziert das Gehirn keine neuen Zellen mehr. Es entsteht Depression oder im Falle eines hohen Testosteronspiegels Aggression. Lernen produziert Gehirnzellen und nur darum kann man überhaupt lernen. Beides bedingt sich. Aus diesem Grunde sollte jeder ein Leben lang lernen. Wie kann man einfach seine Lerntechniken optimieren? In meinem Buch Trotzdem Lehren gehe ich ausführlich darauf ein und gebe dem Leser mehr als 30 Techniken an die Hand. Ein Beispiel daraus ist das Metaphern-Spiel. Eine Metapher beleuchtet genau einen Aspekt einer Sache und lässt andere im Dunkeln. Ich gebe zwei Metaphern-Beispiele für das Thema Wissen : Das erste ist die Metapher des Wissensnetzes. Wissen sammelt sich an wie in einem Netz und ist gleichzeitig untereinander verbunden. Die zweite Metapher ist der Mückenschwarm. Zu einem Thema fällt einem entweder eine Menge wie ein Mückenschwarm oder gar nichts ein. Also Lücke oder Mücke. Das Netz und der Mückenschwarm sind zwei unterschiedliche Aspekte zum Thema Wissen jeder korrekt, aber keiner erklärt das Thema vollständig. Man kann die Metaphern-Technik nutzen, um herauszufinden, ob man ein Thema durchdrungen hat. Kann man nicht mindestens fünf Metaphern zu diesem Thema kreieren, so sollte man sich noch weiter damit beschäftigen. Eine andere Technik ist die Zitatetechnik. Will man sich in ein neues Thema, sagen wir Osmose, einarbeiten, so sollte man im Internet nach Osmose und Zitat suchen. Jedes Zitat ist ein Schatzkästchen ohne Redundanz, intensiv gedrängt, und schon einige Zitate bieten sehr schnell einen Überblick über das Thema. Man hat bereits einige Parameter im Kopf und versteht so beispielsweise darauf gelesene Artikel besser. 30

16 zeitgemäß studieren Berufsbegleitendes Hochschulstudium Studierende Ausdruck des Vertrauens in das Studienkonzept der staatlich anerkannten HFH Hamburger Fern-Hochschule Unser bewährtes Fernstudienkonzept verbindet individuelles Lernen zu Hause mit dem Angebot regelmäßiger Präsenzphasen in kleinen Studiengruppen an insgesamt 39 Studienzentren in Deutschland und Österreich. Wir informieren Sie gern ausführlich über unsere berufsbegleitenden Bachelor- bzw. Diplom-Studiengänge: Betriebswirtschaft Wirtschaftsingenieurwesen Wirtschaftsrecht Gesundheits- sowie Pflegemanagement und über unsere MBA-Studiengänge: General Management Global Business Eine Zulassung zu unseren Bachelorund Diplom-Studiengängen ist auch für Berufstätige ohne Abitur möglich. Fordern Sie jetzt kostenlos unsere Studienführer an oder besuchen Sie eine unserer Informationsveranstaltungen. Termine finden Sie im Internet. Infoline: Mo. do. 8 19, fr Uhr (EUR 0,14/Min. aus dem dt. Festnetz abweichender Mobilfunktarif) 31

17 karriereführer hochschulen Top-Thema Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG im Interview René R. Obermann Der junge Dynamische. Seit 2002 gehört der 45-jährige Manager zum Vorstand der Deutschen Telekom, seit 2006 ist er dessen Vorsitzender. René Obermann spricht im karriereführer darüber, warum auch ein Manager nie ausgelernt hat und was man für eine erfolgreiche Karriere alles wissen muss. Die Fragen stellte Christiane Martin. 32

18 Fotos: Deutsche Telekom AG 33

19 karriereführer hochschulen Top-Thema Die Internettechnologie hat die Welt revolutioniert. Fotos: Deutsche Telekom AG Herr Obermann, haben Sie ausgelernt? Ich habe zwar bei BMW eine sehr gute Ausbildung machen dürfen und mehr als 20 Jahre Berufserfahrung gesammelt, aber ausgelernt habe ich noch lange nicht Welche Rolle spielen Ausbildung und Weiterbildung bei der Deutschen Telekom? Aus- und Weiterbildung spielen bei uns eine entscheidende Rolle. Wir sind Deutschlands größter Ausbildungsbetrieb mit fast Auszubildenden. Unser Unternehmen ist Vorreiter einer modernen Ausbildung und damit in Deutschland führend. Der Konzern bietet qualitativ hochwertige und am Markt sehr gut angesehene Ausbildung an. Darüber hinaus ist Weiterbildung eines der Kernelemente unserer Servicestrategie. Ein aktuelles Beispiel aus der Praxis: Unserer Führungskräfte durchlaufen bei uns eine Service-Akademie, wo sie über zwei Wochen, verteilt auf einen längeren Zeitraum, Service- Know-how in Theorie und Praxis vermittelt bekommen. Welche fachlichen und persönlichen Qualifikationen sollte ein Hochschulabsolvent beim Start ins Berufsleben Ihrer Meinung nach bereits erworben haben? Natürlich ist die entsprechende fachliche Qualifikation die Grundvoraussetzung. Den entscheidenden Unterschied macht aber für uns die Persönlichkeit des Bewerbers aus. Qualitäten sind für uns Engagement, Unternehmergeist, Pioniertum sowie Kunden- und Serviceorientierung. Erste Praxiserfahrungen während des Studiums sind uns wichtig. Als internationaler Konzern sind auch Auslandspraktika und Auslandssemester mit entsprechenden Sprachkenntnissen für uns sehr interessant. Und welche Kenntnisse und Fertigkeiten kann man sich typischerweise im Berufsalltag erwerben? Neben dem Erwerb des fachlichen Know-hows gilt je nach Aufgabenfeld: Kommunikationsfähigkeit, soziale Kompetenz, mit Widerständen umzugehen, Analysefähigkeit, Verantwortung übernehmen und Dinge zu Ende zu führen. 34

20 Zur Person René R. Obermann Welche Einstiegschancen bietet die Telekom für Hochschulabsolventen? Als internationaler Konzern bieten wir Einstiegsmöglichkeiten für Trainees oder Direkteinsteiger, aber auch für Bewerber mit Bachelorund Master-Abschlüssen. Und im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen sind bei uns auch Fach- und Führungskarrieren für Hochschulabsolventen möglich. Allein in diesem Jahr werden wir rund 100 Nachwuchskräfte einstellen. Übrigens haben wir unser akademisches Nachwuchsprogramm neu aufgelegt: Mit 15 Monaten Dauer, einer leistungsorientierten Bezahlung und einem Einsatz von jeweils drei Monaten in unterschiedlichen Bereichen bieten wir einen variantenreichen Start ins Berufsleben. In welchen Bereichen werden bei der Telekom verstärkt hoch qualifizierte Mitarbeiter gesucht? Wir erleben aufgrund der Veränderungen am Markt und in der Branche einen Skill Shift, der uns wegführt vom technikzentrierten hin zu einem technologiegestützten Serviceunternehmen. Daher suchen wir auch verstärkt Fachkräfte beziehungsweise akademische Nachwuchskräfte in den sogenannten MINT-Bereichen: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Deutsche Telekom arbeitet eng auch mit Wissenschaftlern zusammen, zum Beispiel in den 2005 gegründeten Deutsche Telekom Laboratories. Woran wird hier aktuell geforscht und welche Rolle spielt das für die Telekom? Mit der Eröffnung der T-Labs hat die Deutsche Telekom ihre Forschungsaktivitäten neu fokussiert. Durch ihre spezielle Organisation als Bestandteil des Konzerns angegliedert an den Zentralbereich Produkt und Innovation und als An-Institut der TU Berlin vereinen die T-Labs das Beste aus den beiden Welten : Industrie und Wissenschaft. Sie bilden somit eine wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Konzern. Insgesamt forschen heute 150 Experten in interdisziplinären Teams an unterschiedlichen Themen. Die Labs beschäftigen Mitarbeiter der Deutschen Telekom und zahlreiche Angestellte der TU Berlin. Im Rahmen der Kooperation mit der Deut- René R. Obermann wurde am 5. März 1963 in Düsseldorf geboren. Nach seinem Abitur in Krefeld 1982 wurde Obermann von 1984 bis 1986 bei BMW in München zum Industriekaufmann ausgebildet. Danach gründete er 1986 ein eigenes Handelsunternehmen: die ABC Telekom mit Sitz in Münster. Die daraus entstandene Hutchison Mobilfunk GmbH führte Obermann von 1991 an als Geschäftsführender Gesellschafter, von 1994 bis 1998 war er Vorsitzender der Geschäftsführung. Nach dem Verkauf seiner Anteile an Hutchison Mobilfunk wechselte Obermann 1998 als Geschäftsführer Vertrieb zur T-Mobil Deutschland GmbH. Im April 2000 wurde er Vorsitzender der Geschäftsführung. International übernahm er ein Jahr später als Vorstand European Operations and Group Synergies weitere Verantwortung für das europäische Geschäft der T-Mobile International AG & Co. KG. Von 2002 bis Dezember 2006 war Obermann sowohl Vorstandsvorsitzender der T-Mobile International als auch Vorstand für den Bereich Mobilfunk im Konzern. Seit November 2006 ist er Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG. 35

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