Staatliche Universität für Wirtschaften und Finanzen (FINEK) St. Petersburg/Russland. Sommersemester Erfahrungsbericht von Verena Müller

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1 Staatliche Universität für Wirtschaften und Finanzen (FINEK) St. Petersburg/Russland Sommersemester 2006 Erfahrungsbericht von Verena Müller 1 Vorbereitung Ich empfehle jedem, der plant nach Russland zu gehen, sich zumindest rudimentäre Sprachkenntnisse anzueignen. Man sollte Russisch lesen und auch selbst schreiben können. Zudem macht es Sinn, vorher bereits einen Sprachkurs in Deutschland zu besuchen, denn ohne Russischkenntnisse in Russland klar zu kommen, ist schwierig und mitunter wirklich deprimierend. Für alle Fragen zur Vorbereitung eures Auslandsstudiums könnt ihr euch jederzeit an das Deutsch-Russische Zentrum und die dortigen Tutoren bzw. Mitarbeiter wenden (http://rdz.finec.ru/indexd.html). Alle dort sind superlieb und nehmen sich eigentlich immer Zeit, einem weiterzuhelfen. Im Moment ist das Büro nur montags und samstags geöffnet, aber auf Mails bekommt man relativ schnell eine Antwort. 2 Visa Nachdem ich die offizielle Einladung von der Uni in St. Petersburg erhalten hatte, stellte ich persönlich den Visumsantrag für ein 3-Monats-Studentenvisum beim russischen Generalkonsulat in Leipzig. Hierfür sind u.a. die Vorlage eines mindestens 6 Monate über die Dauer des geplanten Aufenthaltes hinaus gültigen Reisepasses sowie der Nachweis einer Auslandskrankenversicherung bei einem gelisteten Versicherungsunternehmen notwendig. Ein Aidstest wird jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht benötigt, sondern erst für die Beantragung des Multivisums in Russland! Einzelheiten wie Öffnungszeiten, benötigte Unterlagen etc. kann man den Internetseiten des Konsulats entnehmen. Je nach Zeit bis zur Abholung des Visums fallen unterschiedliche Gebühren an, Eilvisa sind mitunter sehr teuer. Daher mindestens 4-6 Wochen vor geplanter Anreise Visum beantragen und so Geld sparen! Das Visum kann zudem postalisch beantragt werden, allerdings fällt dafür eine gesonderte Gebühr an. Tipp: Visumbeschaffung geht über eine Agentur ggf. leichter, da man nicht selber zu den Konsulaten muss und seine evtl. nicht vorhandenen Russisch-Kenntnisse anwenden muss. Zudem vermitteln diese Agenturen auch Touristenvisa und Einladungen, falls euch eure Familie oder Freunde besuchen wollen. 3 Anreise Es führen unzählige Wege nach St. Petersburg, der einfachste ist dabei wohl der Flug, wobei zum Beispiel die zwei Billig-Airlines AirBerlin und Germanwings St. Petersburg anfliegen.

2 Wer mag kann auch nach Moskau, Tallin, Helsinki oder Riga fliegen und von dort aus zum Beispiel mit dem Zug oder dem Bus nach Piter fahren, das dauert von dort aus jeweils nicht mehr all zu lange und man reist gleich noch ein bisschen rum. Eine Freundin von mir ist zudem die ganze Strecke mit dem Bus gefahren. Reizvoll soll auch die Fahrt mit dem Schiff sein, vor allem im Sommer. Ganz wichtig jedoch, egal wie ihr anreisen möchtet: Bei der Ankunft am Flughafen bzw. an der Grenze unbedingt Einreisekarte (gibt s vom Schaffner oder der Stewardess) ausfüllen und abstempeln lassen, denn dies ist unerlässlich für die Registrierung und wird von den Grenzbeamten oftmals sehr nachlässig behandelt, so dass ihr ohne die Karte echt Riesenprobleme bei der Registrierung bekommen könnt. 4 Formalitäten nach der Ankunft Die Registrierung muss innerhalb von 3 Tagen nach Einreise im Internationalen Büro (Lestniza 3) erfolgen, um eine Visumsverlängerung zu erhalten, denn das in Deutschland beantragte Visum ist nur für 3 Monate gültig. Ihr erhaltet dann ein Multivisum, mit dem ihr beliebig oft nach Russland ein- und ausreisen könnt, dieses ist jedoch nur bis zum 30. Juni (Sommersemester!) gültig. Dazu benötigt ihr: AIDS-Test - entweder in einem St. Petersburger Krankenhaus machen lassen oder, wer so wie ich russische Krankenhäuser meiden will, in Deutschland machen lassen (max. 1 Monat alt!) und dann diesen entsprechend in Russland beglaubigen und übersetzen lassen. Dazu gibt es in der Straße, wo sich auch der Dixi (kl. Supermarkt in der Nähe der Uni) befindet, ein Übersetzungsbüro. Allerdings ist die Übersetzung meist schon teurer als der Krankenhausbesuch (ca.10 Euro) in Russland. 8 Passbilder 3x4, matt, schwarz-weiß reicht. Am besten in Russland machen lassen, denn das ist wesentlich günstiger. Ausfüllen unzähliger Formulare (u.a. Lebenslauf mit diversen persönlichen Angaben) Bezahlung diverser Gebühren (ca. 900 Rubel) und der Wohnheimmiete - vorher im Wohnheim Miete zahlen und Quittung geben lassen! Man wird von einer Stelle zur nächsten geschickt und verliert - gerade wenn das nötige Vokabular noch nicht vorhanden ist - schnell den Überblick. Aber keine Panik, dass schafft man, am besten ihr lasst euch von Studenten, die dieses Procedere bereits hinter sich haben, helfen oder fragt Russlanddeutsche, die auch ihr Auslandssemester dort machen. Achtung: Solange man keine Registrierung und Visumsverlängerung hat, was schon mal 4 bis 6 Wochen dauern kann, darf man den St. Petersburger Raum nicht verlassen! Eventuelle Ausflüge nach Moskau, Baltikum oder wohin auch immer sollte man also auf später verschieben. Im Registration Office werden dann auch nach der Registrierung euer Visum und euer Pass aufbewahrt, ihr bekommt sie also eigentlich nicht zurück. Falls ihr beides jedoch braucht (z.b. Flug bzw. Zugfahrten), müsst ihr einige Tage vorher im Büro vorbei gehen und die netten Damen dort über eure Reisepläne informieren, sie händigen euch dann euren Pass und Visum aus. Allerdings müsst ihr euch, wenn ihr außerhalb der Russischen Förderation unterwegs wart, nach eurer Rückkehr wieder neu registrieren lassen! (Einzelheiten dazu, erfährt ihr von den Frauen im Büro). 5 Wohnheim Die Universität und auch das Wohnheim befinden sich mitten im Zentrum St. Petersburgs, Kanal Griboedova 30/32, direkt an der Bankovskij Most und am Kasanski Sabor. Das Wohnheim ist ca. hundert Meter vom Eingang der Uni entfernt und für russische (!) Verhältnisse komfortabel.

3 Die Zimmer (60 Euro pro Monat) sind meist Zwei-Personen Zimmer und haben 2 Betten, 2 Nachtische, 1 Tisch, 2 Stühle, 1 Schrank und 1 Kühlschrank und mitunter sehr wichtig: auch nur einen Schlüssel! Bettzeug ist vorhanden und erhält man von der Putzfrau. Es gibt zudem pro Etage und Flügel 1 Einzelzimmer (180 Euro). Küche und Bad (2 Toiletten und 1 Dusche pro Etage und Flügel, also für ca. 10 Personen) nutzen alle gemeinsam. In der Küche (1 Herd und 1 Spülbecken sowie Sitzgruppe) ist jedoch meist nicht viel anzutreffen, so sollte man Besteck etc. entweder mitbringen oder vor Ort bei IKEA kaufen. Notfalls kann man sich auch aus anderen Küchen der verschiedenen Flügel und Etagen was leihen. Waschmaschine und Trockenträume sind ebenso vorhanden wie ein öffentliches Telefon und eine Putzfrau. Nervig ist allerdings, dass das Wohnheim von 1 Uhr - 6 Uhr geschlossen wird. Insgesamt ist das Wohnheim aber wirklich okay. Man fühlt sich wie in einer riesigen Familie und es ist eigentlich immer was los, so dass man superschnell Kontakte knüpft. Leider wird viel Englisch gesprochen, da es ein Ausländerwohnheim ist und die wenigstens fließend Russisch sperren. Es wohnen jedoch auch ein paar Russen dort, mit denen man selbstverständlich Russisch reden kann. Sonst gibt es viele Deutsche und Finnen sowie einige Franzosen. Im Sommer werden jedoch nicht selten auch russische und internationale Reisegruppen im Wohnheim untergebracht, was manchmal lustig, manchmal aber auch nervig sein kann. 6 Essen Kochen könnt ihr im Wohnheim, ansonsten gibt es in der Uni eine Mensa und eine Cafeteria. Einfach mal durchprobieren, was schmeckt. Ich fand vieles sehr fettig, insbesondere die Salate. Etwas besser sind die Mensa in der Nähe der Uni an der höheren Schule und an den Bahnhofskassen Richtung Nevski. Zudem kann man fast überall Schaurma bzw. Schawerma (Art Döner) und vor allem Bliny (eine Art Crepes mit süßer oder herzhafter Füllung) erwerben. Besonders empfehlenswert ist die Fastfood-Kette "Tschainaja Loschka" (Teelöffel), deren Bliny auf Dauer wirklich süchtig machen. Ansonsten finden sich auch alle anderen bekannten Fast-Food Ketten in Piter (McDonalds, Subway, Kentucky Fried Chicken etc.). Abraten würde ich allerdings von den vielen kleinen Sushi-Ketten, denn Frische ist dort nicht immer gewährleistet. Daher lieber in die größeren Lokale gehen, denn dort gibt es oft auch WI-FI. Ansonsten kann man in Piter wirklich günstig und lecker essen gehen (siehe in your pocket für St. Petersburg) und neben russischer Küche überzeugt auch die georgische und armenische. 7 Einkaufen In den Produkty, den kleineren Einkaufsläden, nimmt man die gewünschten Waren dagegen nicht einfach selbst aus dem Regal, sondern muss sich jedes einzelne Produkt reichen lassen. Dies kann insbesondere mit wenigen Russisch-Kenntnissen echt schwierig werden. Daher empfehle ich bei Dixi in unmittelbarer Nähe der Uni einzukaufen. Dort bekommt man eigentlich alles und auch relativ preiswert. Wer mehr Zeit und Muße hat, geht weiter bis zum Cennaja Ploschad, denn dort gibt es einen Perekröstok (russisch für Kreuzung), wo einkaufen wieder Spaß macht, denn dort hat man eine größerer Auswahl und kriegt wirklich auch fast alle westlichen Produkte. Zudem befindet sich dort gleich ein weiteres großes Einkaufszentrum und der Markt, wo man mit etwas Mut und Verhandlungsgeschick, günstig Obst und Gemüse kaufen kann. Grundsätzlich sind die Lebensmittel vor allem Brot, Milchprodukte und Gemüse in Russland um einiges billiger als in Deutschland. Man kann allerdings auch viele westliche Produkte kaufen, die so teuer wie bei uns bzw. teurer sind. Neben den Produkty und Supermärkten gibt es überall kleine Kioske und Verkaufsstände, an denen man Lebensmittel kaufen kann.

4 Wörterbücher, insbesondere für Wirtschaftsrussisch empfehle ich in Russland zu kaufen. Denn Umfang und Qualität der Bücher sind dort wirklich besser und der Preis definitiv günstiger. Zudem hat man bei der Einreise weniger Ballast bei sich. Diese werden regelmäßig neu aufgelegt und kosten pro Stück ca Wer jedoch auf Pons oder Langenscheidt nicht verzichten mag, findet diese auch in den russischen Buchhandlungen zu ähnlichen Preisen wie bei uns. Wer unsicher ist, was er kaufen soll, fragt am besten seinen Russisch- Lehrer, denn einige Verlage sind besser als andere. Klamotten kann man gut in den Geschäften auf dem Nevski einkaufen oder in den größeren Einkaufszentren etwas außerhalb der Stadt.. 8 Finanzielles Am praktischsten ist es, mit EC- oder Visa-Card an den zahlreichen Geldautomaten der Stadt Geld abzuheben. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass man Geldautomaten benutzt, welche videoüberwacht sind oder sich innerhalb einer Wechselstube oder Bank befinden. Kunden mit Konto bei der Citibank können in Russland in den dortigen Filialen (u.a. am Nevski) kostenlos abheben und auch die Postbank bietet, glaub ich, bis zu 4 kostenlose Abhebungen pro Jahr an. Es macht Sinn, einzelne Euro-Mengen mit nach Russland zu nehmen (braucht man u.a. in der Bibo), allerdings kann man an russischen Automaten auch Euros und Dollars abheben und später in den Wechselstuben tauschen. Mit EC- und Kreditkarten kann man inzwischen eigentlich in allen westlichen Geschäften bezahlen. 9 Telefon/Internet Stadtgespräche sind von Festnetz auf Festnetz immer noch kostenlos, so dass dafür auch das Wohnheimtelefon genutzt werden kann. Gegebenfalls muss dafür zunächst eine Telefonkarte (mit Operatorangabe!) erworben werden, um selbst auch Auslandsgespräche von Wohnheimtelefon aus führen zu können. In Russland lässt man sich jedoch am besten anrufen, denn mit der richtigen Billig-Vorwahl, kostet ein Anruf nach Russland 6-9 Cent, je nachdem ob man auf Festnetz oder Handy anruft. Für den Angerufenen sind eingehende Anrufe aus dem Ausland auf das russische Handy kostenlos (zumindest bei Beeline). Russische Sim-Cards für euer deutsches Handy bekommt ihr überall in der Stadt und von verschiedenen Anbietern. Tele2 ist sehr günstig, aber bei mir ging zum Beispiel der SMS-Empfang aus Deutschland nicht, so dass ich zu Beeline gewechselt bin. Für die Beantragung braucht ihr in jedem Fall euren Pass und etwas Geduld. Die durchschnittliche Preise betragen in etwa: SMS-Russland 6 US-Cent, Ausland 7 US-Cent, Anrufe US-Cent je nach Art und Zeit. Die Handys funktionieren im Gegensatz zu Deutschland nicht landesweit, sondern sind stadt- bzw. regionenbezogen. Jedoch kann man sein Petersburger Handy je nach Anbieter meist auch in Moskau nutzen, allerdings erfolgt das über Roaming und ist etwas teurer. Zudem sollte man russischen Freunden sagen, dass sie am besten lateinische Buchstaben verwenden sollen, denn viele deutsche Handys können mit Kyrillisch oft nichts anfangen. Internet gibt es im Wohnheim leider keines. Jedoch besteht die Möglichkeit über den Handyanbieter Beeline einen Zugang zu beantragen. Für die Nutzung des GPRS-Internets über eurer Handy (ca. 0,22 Cent pro MB) braucht ihr ein GPRS-fähiges Handy sowie eine entsprechende Verbindung zu eurem Laptop (über Kabel oder Bluetooth). (ansonsten siehe auch Uni-Einrichtungen) 10 Sprachkurse Der Sprachkurs bestand aus dreimal wöchentlich je 4 Zeitstunden. Die Qualität der Sprachkurse ist dabei sehr gut. Herr Prof. Lebedev, der Lehrstuhlinhaber für Russische Sprache und Literatur, formiert zu Beginn des Semesters Gruppen, deren Schwierigkeitsgrad sich nach den Kenntnissen der Teilnehmer richtet, wobei diese meist kurz mündlich von ihm geprüft werden. Die Gruppen sind immer klein gehalten und haben eigentlich nie mehr als 10

5 Teilnehmer. Ich hatte meinen Sprachkurs bei Herrn A.W. Schulgin (höchste Niveaustufe), der den Kurs mit Engagement und Witz leitete. Die Schwerpunkte im Bereich der Grammatik lagen auf Verben der Bewegung, Aspektgebrauch und Verbvorsilben. Darüber hinaus haben wir literarische Erzählungen sowie diverse Texte mit Wirtschaftsbezug gelesen, Kurzfilme angesehen, Unterrichtsgespräche geführt und zuweilen kurze Aufsätze und Nacherzählungen verfasst. Teilweise haben wir auch als Kurs kleinere Ausflüge unternommen. Am Ende des Kurses kann man entweder eine mündliche und schriftliche Prüfung ablegen, um einen benoteten Schein zu erhalten oder man begnügt sich mit einem Teilnahmeschein. 11 Vorlesungen und Klausuren Die Vorlesungszeit im Sommersemester ging von Anfang Februar bis Mitte Mai. Die Prüfungen finden im Juni statt, wobei die Prüfungen der Uni Anfang Juni und die Russischprüfungen Ende Juni sind. Wichtig: Das Visum gilt nur bis zum 30. Juni (entsprechend 30. Januar im Wintersemester), also solltet ihr eure Reisepläne noch davor legen! Sich die Vorlesungen auszusuchen, gestaltet sich jedoch etwas schwierig. Denn bisher gab es kein Vorlesungsverzeichnis wie wir es kennen, schon gar nicht elektronischer Art. Vor jedem Lehrstuhl hängt dafür im Uni-Hauptgebäude ein handgeschriebener Stundenplan der angebotenen Vorlesungen für die einzelnen Jahrgänge, denn die Studenten studieren nicht BWL, sondern von vorneherein eine spezielle Vertiefung wie Controlling, Finanzen oder Marketing. Teilweise besitzen die Lehrstühle auch kleine Verzeichnisse zu den Vorlesungen des Lehrstuhls und mit kurzen Inhaltsangaben (s. auch Vorlesungen können dann auch innerhalb der verschiedenen Vertiefungen zum Teil mehrfach und von verschiedenen Professoren angeboten werden. Gleiches gilt für Übungen, es gibt meist mehrere Termine. Die Vorlesungen haben dabei in Russland echt Vorlesungs- Charakter, denn Powerpoint-Präsentationen und Folien werden kaum genutzt, dem entsprechend ist Mitschreiben manchmal schwierig. In manchen Vorlesungen konnten anstelle von Klausuren auch Hausarbeiten geschrieben oder Präsentationen gehalten werden, um einen Schein zu erhalten, in Absprache mit dem jeweiligen Professor unter Umständen sogar auch in English. Daher am besten mit jedem Professor individuell die Prüfungsmodalitäten klären, einige sind da entgegenkommender, andere weniger. Neben den Vorlesungen tagsüber, gibt es zudem auch eine Abend-Uni an der FINEK, wo man ebenfalls Kurse besuchen kann. Diese sind nur für Studenten, die tagsüber arbeiten und daher zum Teil praxisorientierter. Jedoch muss man sich dort eine Teilnahme teilweise erkämpfen, denn die Professoren meinen gerne, man solle doch vormittags die Angebote nutzen. Ich konnte aber Innovationsmanagement zum Beispiel nur abends belegen. 12 Uni-Einrichtungen (Bibo, PC-Pool etc.) Es können Bücher in der Bibliothek (Hauptgebäude 1 Lestniza) ausgeliehen werden, denn vor allem für den Russischunterricht werden ggf. sehr viele gebraucht. Zudem gibt es oftmals statt Skripten kleinere Bücher zu den einzelnen Vorlesungen, die ebenfalls ausgeliehen werden können. Um einen Ausweis zu erhalten, muss man sich bei der Bibliothek mit dem russischen Studentenausweis anmelden und 20 Euro als Pfand bei der Bibliothek hinterlegen, diese bekommt ihr jedoch später bei eurer Abreise wieder zurück. Für Studenten ohne Notebook, gibt es im Keller der Uni (beim Studentenclub) einen PC-Pool (miserable Öffnungszeiten), wo auch das Internet kostenlos genutzt werden kann. Mittlerweile gibt es auch Wi-Fi von der Uni aus, so dass Studenten mit Notebook, dieses evtl. in Uni-Nähe nutzen können. Faxen oder Scannen könnt ihr ggf. im Deutsch-Russischen Zentrum, während Kopien im 1.Stock im Uni-Hauptgebäude ganz hinten rechts gemacht werden können.

6 Alternative zu den Uni-Einrichtungen sind die überall verstreuten günstigen und modernen Internetcafes, von dort kann man auch über Internet telefonieren und auch mit seinem eigenen Laptop surfen, sowie kopieren, scannen, ausdrucken etc. Sinnvoll ist es auch ein Essen mit dem Internetsurfen zu verbinden, denn viele Restaurants bieten Wi-Fi an. 13 Freizeit St. Petersburg hat super viel zu bieten und das auch noch zu wirklich unschlagbaren Preisen. Ein Besuch im Marinski-Theater sollte dabei eben so Pflicht sein, wie die Eremitage, zumal man als Student freien Eintritt hat. Mit dem russischen Studentenausweis kommt man in alle Sehenswürdigkeiten sehr günstig rein und sollte das auch rege nutzen. Anleitung bietet dafür idealerweise der Lonely Planet, den es für St. Petersburg, Moskau oder ganz Russland gibt. Darüber gibt es unzählige Angebote für Theater, Ballett, Oper, Kino, Konzerte, Zirkus etc. Am besten kann man sich über das Wochenprogramm in der Freitagsausgabe der St. Petersburg Times erkundigen, eine englischsprachige Zeitung, die zweimal pro Woche kostenlos zum Beispiel bei McDonalds, Pizza Hut etc. ausliegt. Meine persönliche Empfehlung ist zudem das in your pocket für St. Petersburg, das jeden Monat neu erscheint. Denn dieses kleine Heft bietet wirklich alle lebensnotwendigen Infos (Restaurant-, Club- und Kneipenliste) sowie News und Veranstaltungstipps. Nicht zuletzt bietet auch das Deutsch-Russische Zentrum sehr häufig Exkursionen und Ausflüge für alle Austauschstudenten an, die sich wirklich lohnen. Darunter zählen zum Beispiel Ausflüge nach Puschkin, Peterhof oder auch kleiner Feiern zu Ostern oder Weihnachten. Tipp: Besonders im Winter sollte man unbedingt einmal die Banja die russische Form der Sauna, mit vielen Aufgüssen ausprobieren und es sich gut gehen lassen. 14 Reisemöglichkeiten In der näheren Umgebung lohnen vor allem Staraya Ladoga und Novaya Ladoga mit den netten Holzhäusern einen Besuch. Zudem sollen auch Novgorod und der Ladogasee sehr schön sein. Des Weiteren lohnt es von Piter aus besonders, das Baltikum (vor allem die Hauptstädte Riga, Tallin und Vilnius) per Bahn oder auch Bus (Eco-und Eurolines) zu erkunden oder nach Finnland zu reisen, denn alle Ziele sind schnell und günstig erreichbar. Auf dem Weg nach Finnland lohnt auch die Grenzstadt Vyborg. Ein Muss sollte auch Moskau und evtl. sogar der Goldene Ring um Moskau sein, wobei jedoch ein paar Tage für Moskau reichen, denn insgesamt gesehen ist Piter wohl reicher an Sehenswürdigkeiten. Ich selbst fand den Baikalsee unvergesslich schön und würde jedem raten, der die Zeit hat, dort einmal hinzufahren. Denn dieses Erlebnis ist wirklich einmalig. Am besten eignet sich der Lonely Planet für Gesamtrussland zum Umherreisen in Russland, denn er bietet zuverlässige Informationen zu allen Regionen Russland und widmet sich auf mehreren Seiten auch den beiden Großstädten Moskau und St. Petersburg. Wer nicht alleine reisen mag, findet im Wohnheim in jedem Fall schnell ein paar gleichgesinnte Reisepartner. 15 Verkehr Die Petersburger Metro fährt von etwa 6 Uhr morgens bis Mitternacht zu den Hauptverkehrszeiten im Minutentakt, sonst mindestens alle fünf Minuten. Die Coins für die Nutzung kann man direkt am Metroeingang am Automaten oder Schalter kaufen und damit beliebig weit fahren. Ansonsten gibt es noch Straßenbahnen und Busse (bzw. Trolleybusse), in denen man beim Konduktore eine Fahrkarte kauft. Beliebt sind auch Marschrutkas kleine Taxisbusse für ca. 12 Personen, die ähnliche Routen wie die Busse fahren, aber oft schneller sind. Sie sind allerdings auch teurer. Für eine Übersicht liegt man sich am besten ein Stadtplan und ein Linienplan zu, den man z.b. in allen Buchläden kaufen kann.

7 Zugtickets kann man überall an den Bahnhofskassen relativ günstig gegen Vorlage des Reisepasses bzw. einer Kopie erwerben. Insbesondere die Elektrischkas lohnen für einen Besuch der Petersburger Umgebung. Für die Nachtzüge nach Moskau oder ins Baltikum gibt es die preiswerteren Platzkarten sowie die etwas teureren Coupe-Karten. In der Regel reicht jedoch ersteres. Allerdings sollte man sich zuvor erkundigen, wo die Züge abfahren, denn je nach Zielrichtung gibt es mehrer Bahnhöfe in St. Petersburg (Moskovski waksal für Züge gen Moskau, Finlandski waksal für alle Züge gen Finnland etc.). Neben den Zugfahrten sind auch Busfahrten oft sehr günstig, insbesondere wenn man nach Finnland oder ins Baltikum möchte. Näheres erfährt man z. B. bei Eco- bzw. Eurolines sowie den unzähligen anderen Busveranstaltern. Für sehr spontane Fahrten bieten sich die kleineren Reisebusse an, die vom Plochad Wosstanja beispielsweise Richtung Helsinki abfahren. 16 Wetter Auch für das Sommersemester sollte man mehr Winter- (warme Schuhe!) als Sommersachen einpacken, denn es ist lange kalt und schneit nicht selten bis in den Mai rein. Bis dahin deprimiert einen meist das graue und kalte Wetter, denn wirklich grün wird es auch nicht vor Mitte Mai. Aber ab dann ist es wirklich schön und spätestens die Weißen Nächte entschädigen ab Juni für alle Wetterstrapazen. Im Sommer kann es richtig warm werden und der Winter setzt meist auch erst ab Dezember so richtig ein. Für den Winter empfiehlt sich jedoch ggf. ein Heizungslüfter anzuschaffen sowie evtl. eine wärmere Decke, denn die Heizungen wärmen nicht wirklich. Im Sommer werden dagegen oft die Wasserleitungen gereinigt und evtl. erneuert und dann gibt es leider für ca. 2 Wochen kein warmes Wasser. 17 Abreise Bei euerer Abreise müsst ihr euch ein Formular abholen, auf dem gewisse Einrichtungen bestätigen müssen, dass ihr alles ordnungsgemäß verlassen werdet. Dazu zählen die Unterschriften vom Wohnheim (Putzfrau und Kommandatka für die Miete), von der Bibliothek (Rückgabe Leihkarte und evtl. noch ausgeliehener Bücher) und vom Dekan des Internationalen Zentrums. Wenn ihr das alles zusammen habt, bekommt ihr euren Pass und Visum ausgehändigt und dürft Abreise. Die Fahrt zum Flughafen muss dabei diesmal selbst organisiert werden. Vorlesungen Veranstaltung (Namen des Dozenten bitte in Klammern!) Internationales Management Innovationsmanagement (Abenduniversität der FINEK) Marketingkommunikation/Internationales Marketing Lehrsprache Russisch Russisch Russisch

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