40 Jahre Wetteraukreis

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1 Wetterau 40 Jahre Wetteraukreis

2 Wieder gesund werden oder gesund bleiben Ihre Partner in Bad Nauheim MEDIAN Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim Fachklinik für Orthopädie, Hörstörungen, Tinnitus, Schwindel und Cochlea-Implantate Indikationen Orthopädie / Unfallverletzungen Hörstörungen, Tinnitus und Schwindel Rehabilitation von Patienten mit Cochlea- Implantaten Angebot Anschlussheilbehandlung (AHB) / Anschlussrehabilitation (AR) Stationäre Heilverfahren Teilstationäre / ambulante Rehabilitation Aufnahme von Privatpatienten und Selbstzahlern Aufnahme von Begleitpersonen MEDIAN Klinik am Südpark Bad Nauheim Fachklinik für Kardiologie, Innere Medizin und Psychosomatik Indikationen Herz-Kreislauf-, Gefäß- und Venenerkrankungen Psychosomatische und psychovegetative Erkrankungen Angebot Anschlussheilbehandlung (AHB) / Anschlussrehabilitation (AR) Stationäre Heilverfahren Teilstationäre / ambulante Rehabilitation Aufnahme von Dialysepatienten Präventionsprogramme Aufnahme von Privatpatienten und Selbstzahlern Aufnahme von Begleitpersonen Patientenservice: +49 (0) / Am Kaiserberg 8 10 D Bad Nauheim Tel. +49 (0) / Patientenservice: +49 (0) / Zanderstraße 26 D Bad Nauheim Tel. +49 (0) /

3 Grußwort Liebe Leserinnen und Leser, vor 40 Jahren haben die beiden Landkreise Friedberg und Büdingen den Wetteraukreis gebildet. Nicht jeder war damals froh über diesen Zusammenschluss. Manch einer befürchtete, seine Identität verlieren zu können, andere sorgten sich, dass kommunale Entscheidungen im entfernten Friedberg getroffen werden. Schon der Begriff Gebietsreform war unzutreffend. Es handelte sich nicht um die Reform von Gebieten, sondern eher um die Reform von Verwaltungen. Gerade die Kleinstverwaltungen in unabhängigen Dörfern mit nur einigen hundert Einwohnern waren mit einer modernen Aufgabenerfüllung völlig überfordert. Insofern haben der Zusammenschluss der beiden Landkreise und die Bildung von Großkommunen positive Effekte im Bereich des Verwaltungshandelns gebracht. Hochqualifizierte Fachleute können nun zumeist mit Unterstützung der Datenverarbeitung für sparsame und qualitativ bessere Aufgabenerfüllung sorgen. Projekte wie der Ausbau der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung konnten in den neuen Großkommunen schneller geplant und abgewickelt werden als zuvor. Aber auch bei der Schulträgerschaft hat sich vieles zum Besseren geändert. Der Kreis hat als Gebietskörperschaft auch eine ausgleichende Funktion. Er sammelt via Kreisumlage Mittel ein und gibt sie gleichzeitig in den Kommunen wieder aus. Die Einnahmen sind dort höher, wo die Kommunen eine bessere finanzielle Ausstattung haben, die Standards sind aber Jubiläumsbroschüre 1

4 WIR SIND IMMER FÜR SIE DA! Inhaltsverzeichnis Grußwort 1 Inhaltsverzeichnis 2 Branchenverzeichnis 5 Impressum 7 Kreisgeschichte 9 Erzählcafe 17 Archäologie-Landschaft 22 AWB 27 Hubertus 31 Museen 33 Mundartwettbewerb 37 Wege gegen den Klimawandel 39 Kulturlandschaft 45 Radtour 50 Wandern in der Wetterau 53 Sparkasse 57 OVAG 59 Regionalpark Niddaroute 64 Wirtschaftsförderung 66 Kommunen 71 Altenstadt 71 Bad Nauheim 75 Bad Vilbel 80 Büdingen 83 Butzbach 87 Echzell 90 Florstadt 92 Friedberg 95 Gedern 97 Fortsetzung auf Seite 4 IHR MEISTERFACHBETRIEB Stunden- Service! Ihr zuverlässiger Kälte-Klima Partner! f r Einzelpersonen, Familien und Unternehmen Stresemannstrasse Bad Nauheim T: T: M: W: E: ERHOLUNG IN DEN BESTEN HOTELS Jahre Wetteraukreis

5 Grußwort gleich. Das bringt vor allem Vorteile für die strukturschwächeren Bereiche am Fuße des Vogelsberges. Die Geschichte der Gebietsreform ist spannend zu lesen. Aber auch der Bilderbogen aus der Schatzkiste des Wetterauer Medienzentrums ruft so manche Erinnerung wach. Darüber hinaus bietet die vorliegende Broschüre einen Überblick über die ArchäologieLandschaft Wetterau eine Region, die sich zur Identifikation eignet. Wir leben in einer Kulturlandschaft mit Wurzeln, die weit in die Vergangenheit hineinreichen. Viele Zeugnisse dieser Geschichte sind heute noch zu sehen, darauf möchten wir aufmerksam machen. Der Wetteraukreis ist aber nicht nur erholsam, sondern auch geschäftig ein Blick auf die Wirtschaft macht das deutlich. Schließlich präsentieren sich unsere Töchter, Sparkasse und OVAG, in dieser Broschüre als wirtschaftlich handelnde Unternehmen mit einer großen Verbundenheit zur Region und einer wichtigen Aufgabe in der Kreis- und Regionalentwicklung. Abgerundet wird die Broschüre durch Ausflugstipps. Die Wetterau eignet sich hervorragend zum Wandern und zum Radeln. Zwei Vorschläge machen wir in dieser Broschüre, weitere werden wir im Laufe dieses Jubiläumsjahres unterbreiten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre und hoffe, Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung zu sehen. Herzlichst Ihr Joachim Arnold, Landrat Jubiläumsbroschüre 3

6 Inhaltsverzeichnis Glauburg 99 Hirzenhain 100 Karben 101 Kefenrod 104 Limeshain 105 Münzenberg 106 Nidda 109 Niddatal 111 Ober-Mörlen 112 Ortenberg 115 Ranstadt 117 Reichelsheim 119 Rockenberg 120 Rosbach 122 Wölfersheim 124 Wöllstadt 127 Wohnen und Leben im Alter in Oberhessen 128 IMPRESSUM PUBLIKATIONEN INTERNET KARTOGRAFIE MOBILE WEB Herausgegeben in Zusammen arbeit mit dem Wetteraukreis. Änderungswünsche, Anregungen und Ergänzungen für die nächste Auflage dieser Broschüre nimmt die Verwaltung oder das zuständige Amt des Wetteraukreises entgegen. Titel, Umschlag gestaltung sowie Art und Anordnung des Inhalts sind zugunsten des jeweiligen Inhabers dieser Rechte urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Übersetzungen in Print und Online sind auch auszugs weise nicht gestattet. Quellennachweis: 1. Medienzentrum, 2. Michael Elsaß 3. Dr. Jörg Lindenthal, 4. AWB 5. Jugendgästehaus Hubertus 6. Rosenmuseum, 7. Modellbaumuseum Büdingen 8. Wetteraukreis, Pressestelle 9. Ralf Eichelmann / Dr. Burkhard Olberts 10. Matthias Flor, 11. Sparkasse Oberhessen 12. OVAG 13. Zweckverband Regionalpark Niddaradweg 14. Wirtschaftsförderung, 15. STADA 16. Jeweilige Kommunalverwaltung 17. Bernd Sinner, 18. Uwe Müller 19. Fachstelle Natur- und Landschaftspflege 20. Geschichtsverein Echzell mediaprint infoverlag gmbh Lechstraße 2, D Mering Tel. +49 (0) Fax +49 (0) / 1. Auflage / Jahre Wetteraukreis

7 Branchenverzeichnis Liebe Leser! Hier finden Sie eine wertvolle Einkaufshilfe, einen Querschnitt leistungsfähiger Betriebe aus Handel, Gewerbe und Industrie, alphabetisch geordnet. Alle diese Betriebe haben die kostenlose Verteilung Ihrer Broschüre ermöglicht. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter Abendkleider Abfalldienst Altenheime... 5, 19, 85 Altwagenabholservice Ambulante Pflegedienste...5, 21, 85, 114 Ambulanter Krankendienst Anlagenbau Anwaltskanzlei... 8 Apotheke Architekten...4, 26, 75, 113 Architekturbüros... 79, 108 Autohäuser...11, 109 Autoreifen Autosattlerei Baudekoration... 89, 123, 126 Bauelemente , 116 Bauernhofcafe Baugesellschaft Baumpflege...76, 113 Bauservice Bauunternehmen...74, 86, 88, 89, 91, 114, 118 Bedachungen Beerdigungsinstitut Behindertenhilfe Beratungszentrum für Familien... 6 Berufsbildungseinrichtung Biomasse-Verwertung Blumenfachgeschäft Bowlingcenter Bürotechnik Caritas Cocktailkleider Computer Computerschule Containerdienste... 79, 98 Dachdeckerfachbetrieb Dachdesigner Denkmalpflege Detektei Deutsches Rotes Kreuz... 21, 81, 85 Elektro...7, 118, 123 Elektro-Anlagen Elektrofachbetrieb...74 Elektrofolien Elektroinstallationen... 6, 126 Energieberatung... 41, 123, 126 Fortsetzung auf Seite 6 Hausnotruf in der Wetterau Essen á la carte Sicherheit schon ab unter 25. Aus über 200 Mahlzeiten, Suppen und Sicherheit zu Hause, in jeder Situation. Vergleichen Sie uns! Desserts wählen. In Notfällen haben Sie einen direkten Selbstverständlich kommen wir kostenlos Der Menu - Service liefert Kontakt zu unserer Hausnotruf-Zentrale. und unverbindlich zu einem tiefkühlfrisch direkt ins Haus. Sie sind nicht alleine! Beratungsgespräch zu Ihnen nach Hause! Mit eigener Hausnotrufzentrale im Wetteraukreis! Testen Sie uns jetzt völlig unverbindlich! Weitere Informationen erhalten Sie unter der kostenfreien Rufnummer Weitere Informationen erhalten Sie unter der kostenfreien Rufnummer oder im Internet oder im Internet Kreisverband Friedberg e.v. Homburger Strasse 26, Betreutes Reisen Urlaub, der an Ihrer Haustür beginnt! Friedberg (Hessen) Seniorengymnastik / -tanz Vielseitig und variabel gestaltet die spezielle geschulten Betreutes zum Beispiel DRK-Übungsleiterin Woche für Woche die Gymnastik. Reisen Costa de la Luz Spanien und Portugal Unser Service für Ihre Erholung Der ganze Körper wird durch wohldosierte Übungen aktiviert. Kroatien Malerische Adria Wir bringen Sie zum Flughafen, erledigen das Einchecken für Sie Mallorca, Calla Millor und unsere Betreuer stehen während der Sonne, Strand und mehr gesamten Reise zur Verfügung. Jährlich wechselnde Ziel. Weitere Informationen erhalten Sie unter der kostenfreien Rufnummer oder im Internet Sei es im Gehen, im Stand, im Liegen oder im Sitzen auf dem Stuhl, jeder kann auf seine Weise mitmachen. Unterstützt durch Musik regen Bewegungsspiele, Partnerübungen und rhythmische Gymnastik zu einem ungezwungenen Miteinander an. Weitere Informationen erhalten Sie unter der kostenfreien Rufnummer oder im Internet Jubiläumsbroschüre 5

8 Branchenverzeichnis Energietechnik Energieversorger Fenster...98, 112, 114, 116 Fensterbau Fliesenfachbetriebe... 93, 125 Fliesenverlegung Forsthaus Fotofachgeschäft Fußbodenbau Gartengestaltung Gartenpflege Gartenservice Gasthaus Gaststätte Gasversorgung Gebäudedienstleistungen Gemeindeverwaltung Glasdienstleistungen Golfplatz Graffiti-Entfernung Grafikdesign Hardwareentwicklung Hausnotruf...77, 81 Haustechnik...81, 109, 126 Heilpraktiker... 8 Heizung...8, 93, 98, 118, 123 Heizungsbau , 106, 114 Heizungstechnik...80, 111 Holzbau komplett Holzbau Holzgroßhandel Hospital Hotels...76, 125 Hundeschule Ingenieurbüro für Bauwesen Ingenieurbüros... 26, 76, 81 Ingenieure... 26, 75 Innere Medizin Kältetechnik... 2 Kanalbau Kanalsanierung Kelterei KFZ Sachverständigenbüro KFZ-Meisterbetrieb Klaviere Klinik...U2 Kommunikation Kostümverleihung Kunststoffverarbeitung Landwirtschaft Information und Beratung rund um Liebe, Gesundheit und Sexualität Beratungsstelle Friedberg Saarstraße Friedberg Tel.: Fax: Telefonische Anmeldung: Mo. Mi Uhr und Uhr Do Uhr Fr Uhr Termine nach Vereinbarung. URLAUBSBERATUNG EUTIN Vorstadt Büdingen Telefon Jahre Wetteraukreis

9 Branchenverzeichnis Landwirtschaftliche Erzeugnisse Lasertechnik Ledertechnik Lieferbeton Lüftungsbau Malereinkauf Malerfachbetrieb... 97, 108 Markisen Maschinenhandel Menüservice Metallbau... 74, 77, 91 Metallverarbeitung Metzgereien... 86, 96 Möbelhaus Möbeltransporte Notar Nuklearmedizin Obstanbau Omnibusbetrieb Osteopathische Medizin Outdoorausrüstung Papierservice Partyservice Pelze Pflegedienst Pflegeheim Pflegeheime... 5, 19 Pianos Planungsbüro Pumpenbau Raumausstattung Rechtsanwälte... 7, 96, 101 Reformhaus Reifen Reisebüro... 6 Restaurants...76, 125 Rosen...74 Sachverständiger für Dacharbeiten Sachverständiger für Gebäudeschutz Sanitär... 8, 80, 93, 98, 111, 114, 118, 123 Sanitärinstallation Satellitenanlagen Schlossereien...91, 113 Schreinereien...98, 114, 125 Schutz vor Graffiti Seniorenheim Seniorenzentrum Sicherheitsdienst Softwareentwicklung Sondermaschinenbau Fortsetzung auf Seite 8 Planung Beratung Ausführung von ELEKTROTECHNIK NETZWERKTECHNIK NL. Bad Vilbel Hasenpfad Bad Vilbel Fon Fax GmbH Berner Straße Frankfurt/Main Fon Fax Jubiläumsbroschüre 7

10 Branchenverzeichnis Sonnenstudio Sparkasse...U4 Spezialpapierfabrik Spirituelle Heilung... 2 Sportgeschäft Stadtverwaltungen...93, 106, 118 Steinmetzgeschäft Steuerberatung... 21, 94 Straßenbau... 89, 93, 125 Tagesstätte Tankreinigung Tankschutz Taxibetrieb Technische Gebäudesysteme...74 Therme Ticket Shop Tiefbau... 89, 93 Tierarzt Türen...98, 114 TV-Technik Umwelttechnik Verkehrsgesellschaft Video Wirtschaftsförderung Zahnarzt Zimmereien...98, 106, 114 U = Umschlagseite Marquardt-Emrich & Büttner Rechtsanwälte Mediatorin B. Marquardt-Emrich Fachanwältin Familienrecht seit 1997 Erbrecht, Bau- u. ArchitektenR. Michael Büttner Miet- u. WohnungseigentumsR. Arbeitsrecht, Grundstücksrecht Bismarckstr. 25, Friedberg Tel.: ( ) , Fax: Profitieren Sie von langjähriger Erfahrung und Fortbildung! Wir vertreten seit über 20 Jahren Privatpersonen und mittelständige Unternehmen beratend, vertragsgestaltend, außergerichtlich und gerichtlich. Zusätzlich bieten wir Mediation als Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktregelung und Erzielung einer win-win-lösung an! Gerne für Sie da Öl- und Gasheizung/ Sanitärtechnik Regenerative Energien: - Pelletsheizung und Festbrennstoffe - Wärmepumpen und Solartechnik Hoffmann Haustechnik GmbH Pfingstweide Friedberg Telefon Jahre Wetteraukreis

11 Kreisgeschichte Wetteraukreis: Kein leichter Start, doch heute unumstritten Am 1. August 1972 haben sich die Landkreise Friedberg und Büdingen zum Wetteraukreis zusammengeschlossen. Hintergrund war die Gebietsreform in Hessen, die in den 70er Jahren umgesetzt wurde. Dies war beileibe nicht die erste Gebietsreform in Deutschland, so wurden beispielsweise in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts dem Landkreis Büdingen die bis dahin selbständigen Landkreise Schotten und Nidda zugeordnet. Die ersten Vorbereitungen zu dieser letzten Gebietsreform begannen bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Kabinetts-Kom- mission erarbeitete ein Gutachten und regte die Auflösung von so genannten Zwerggemeinden mit weniger als 300 Einwohnern an und forderte die Reduzierung der Zahl der Landkreise auf 31. Zunächst geschah nichts, erst als in den 60er Jahren das Thema Gebietsreform in ganz Deutschland an Bedeutung gewann, wurde es wieder aktuell. In der alten Bundesrepublik gab es Mitte der 60er Jahre rund Gemeinden, von denen knapp die Hälfte weniger als 500 Einwohner hatte sowie 139 kreisfreie Städte und 425 Landkreise. Nach der Gebietsreform verblieben selbstständige Gemeinden, 91 kreisfreie Städte und 237 Landkreise. In Hessen zählte man Ende Gemeinden, 1 1 Dampfende Lok im Feierabendverkehr nach Bad Vilbel Dortelweil. Undatierte historische Aufnahme. Friedberg vor beschaulichen 50 Jahren. Kreuzung Kaiserstraße und Ockstädter Straße. Im Hintergrund das Kreishaus. Jubiläumsbroschüre 9

12 Kreisgeschichte 39 Landkreise und neun kreisfreie Städte. Ziel war die Reduzierung der Zahl der Gemeinden auf 500 und die der Kreise auf 20. Einher ging die Gebietsreform mit der Neuordnung der Regierungsbezirke und der Reduzierung von zunächst drei (Darmstadt, Kassel und Wiesbaden) auf zwei (Darmstadt und Kassel) und die Erweiterung um Gießen auf wiederum drei. Kleinstkommunen waren überfordert Die Notwendigkeit einer Gebietsreform wurde vor allem mit organisatorischen Notwendigkeiten begründet. Kleine und Kleinstgemeinden mit wenigen Hundert Einwohnern waren beispielsweise bei der Schaffung von Gemeinschaftseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur mehrzügigen Schule, vom Schwimmbad bis zur Schwesternstation überfordert. Und weil nach dem Grundgesetz die Lebensverhältnisse in der ganzen Bundesrepublik gleich sein sollten und die Städter nicht gegenüber der Landbevölkerung bevorzugt werden durften, war die Zusammenlegung ländlicher Gemeinden durchaus eine sinnvolle Vorgehensweise. Dazu kam, dass man mit der Gebietsreform unbestreitbaren Mängeln herkömmlicher Kommunalpolitik begegnen wollte. Beispielsweise dem Konkurrenzkampf benachbarter Gemeinden, dem Wetteifern um den Bau kommunaler Denkmäler und dem Buhlen um Ansiedlung von Gewerbegebieten. Hochqualifizierte Fachleute für bessere Aufgabenerfüllung Nachweislich positiv hat sich die Gebietsreform im Bereich des Verwaltungshandelns ausgewirkt. Hochqualifizierte Fachleute konnten nun zumeist mit Unterstützung der Datenverarbeitung für sparsame und 1 1 Das Kreishaus vor 50 Jahren. Noch ohne Neubau und ohne ehemaliges Sparkassengebäude. Ein Dienstleistungszentrum kann man sich damals sicher noch nicht vorstellen. Blick auf das damalige Kreiskrankenhaus. Vorne links im Bild das ehemalige Mathildenstift. Dort steht heute der Neubau der Sparkasse Oberhessen. Undatierte historische Aufnahme Jahre Wetteraukreis

13 Vor Ihnen liegt eine faszinierende Probefahrt. Testen Sie die neue B-Klasse¹.. Sicherheit serienmäßig dank COLLISION PREVENTION ASSIST².. Trotz kompakter Außenmaße besonders großzügiges Raumangebot.. Attraktive Finanzierungs- und Jetzt Probe fahren. Telefon: 06172/ Leasingangebote. Dr. Vogler, GmbH & Co. KG, Autorisierter Mercedes-Benz Verkauf und Service, Bad Homburg, Königstein, Usingen, Friedberg, Büdingen und Butzbach, Zentrale Verkaufs-Infoline: / , ¹Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/kombiniert: 8,3 5,4/5,0 3,8/ 6,2 4,4 l/100 km; CO₂-Emission kombiniert: g/km. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. ²COLLISION PREVENTION ASSIST: warnt vor Kollision und unterstützt beim Bremsen.

14 Kreisgeschichte 1 1 Die Kinder von damals haben inzwischen selbst Kinder. Spielplatz im Butzbacher Ortsteil Hoch-Weisel. Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam. Ein damals bekannter Slogan, der für die Schluckimpfung warb. qualitativ bessere Aufgabenerfüllung sorgen. Projekte wie der Ausbau von Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung konnten in den neuen Großkommunen schneller geplant und abgewickelt werden als zuvor. Dennoch war die Kreisgründung von 1972 in der Wetterau keineswegs einfach. Der Landkreis Büdingen wäre am liebsten selbstständig geblieben. Stadt Büdingen und Landkreis waren höchst unterschiedlicher Auffassung wohin man sich orientieren sollte. So gab es im Landkreis eine Mehrheit für den Zusammenschluss mit dem Landkreis Friedberg. Die Stadt Büdingen hingegen wollte zum neu zu bildenden Großkreis Kinzig (s. a. Volkmar Stein, Büdingen Ein Versuch zur Geschichte der Stadt Büdingen, 2011). Schmerzlich dabei war, dass mit der Bildung des Vogelsbergkreises die Stadt Schotten und die früher selbstständigen Gemeinden Burkhards, Sichenhausen und Kaulstoß den Landkreis Büdingen verließen. Mittel-Gründau und Hain-Gründau wollten nicht von der Stadt Büdingen eingemeindet werden und bildeten mit altkreisfremden Dörfern die Gemeinde Gründau. Als Ausgleich kam die Gemeinde Wolferborn aus dem Altkreis Gelnhausen nach Büdingen. Heute ist Büdingen zwar nicht mehr Kreisstadt, als Verwaltungssitz ist sie aber nach wie vor von Bedeutung. Auch vor dem Hintergrund einer schwierigen Haushaltssituation wird Büdingen als Dienststelle erhalten bleiben Jahre Wetteraukreis

15 Kreisgeschichte Zudem ist es gelungen, mit dem Amt für Bodenmanagement eine große kreisübergreifend wirkende Behörde in Büdingen anzusiedeln. Auch im Altkreis Friedberg gab es heftige Diskussionen um die Gebietsreform. Allenthalben gab es Widerstände, vor allem in den ehemals selbständigen Dörfern regte sich Protest gegen die Eingemeindung in die größeren Städte. Die Gemeinden Rödgen und Wisselsheim bildeten gar die Gemeinde Wettertal, um der Eingemeindung nach Bad Nauheim zu entgehen. Ein Unterfangen, das nur elf Monate währte, wie Jürgen Wagner in seinem Aufsatz Vom Intelligenzblatt zur Wetterauer Zeitung (Büdinger Geschichtsblätter Band 59) schreibt. Rasante Entwicklung für die Wetterau 40 Jahre nach der Gebietsreform lässt sich festhalten, dass diese dazu beigetragen hat, die Infrastruktur der jetzt 25 Städte und Gemeinden wesentlich zu verbessern. Dank der Konzentration der Kräfte verfügt der Wetteraukreis heute über ein modernes Schulsystem mit 88 Schulen und mit vielen weiterführenden Bildungsangeboten, die wohnortnah von allen Wetterauer Kommunen aus erreichbar sind. Seit der Gebietsreform hat die Wetterau eine rasante positive wirtschaftliche Entwicklung genommen. Besondere Schwerpunkte bil- 1 Auch sie gehört der Vergangenheit an: In die Zuckerfabrik brachten die Wetterauer Landwirte ihre Zuckerrüben. Jubiläumsbroschüre 13

16 Kreisgeschichte den dabei die Kommunen entlang der beiden Autobahnen A 5 und A 45 und das südliche Kreisgebiet mit seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu Frankfurt. Insbesondere hier haben sich aufgrund der Standortgunst auch große Arbeitgeber neu angesiedelt. Vorrangiges Ziel der Wirtschaftsförderung im Kreis ist eine gute Ausstattung mit zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen, dafür arbeitet der Kreis mit den regionalen Kreditinstituten, Arbeitgeberorganisationen und Kommunen eng zusammen. 1 Friedberg von der Nachbargemeinde Wöllstadt aus gesehen. Damals verstellte noch kein Gewerbegebiet die Sicht auf die Kreisstadt. Besonders stolz sind wir darauf, dass der Wetteraukreis ein Zentrum der Mineralwasserherstellung in Deutschland ist. Rund zehn Prozent des in der Bundesrepublik ge- trunkenen Mineralwassers stammt aus der Wetterau. Trotz der teils stürmischen Entwicklung, die die Wetterau insbesondere in unmittelbarer Nachbarschaft zu Frankfurt genommen hat, ist es gelungen viel von ihrer Natürlichkeit zu bewahren. Die Wetterau wurde einst die Kornkammer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation genannt, noch heute spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle und an vielen Stellen wird noch immer ein ländlicher Charakter vermittelt, der auch bewusst gepflegt wird. Fast 90 Prozent der Kreisfläche werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt. 1 Hoch-Weisel. Blick in eine Gasse des Butzbacher Ortsteils. Die qualitativ hochwertig erzeugten regionalen Produkte werden gerne zur gesunden Ernährung verzehrt. Kurzum, wir wollen unseren Wetterauer Landgenuss auf alle Sinne der Menschen wirken lassen Jahre Wetteraukreis

17 Kreisgeschichte 1 Von diesen Zeiten kann man heute nur träumen: Die Autobahn A5 Autofahrerträume. Die Wetterau ist auch ein Landstrich, in der man gerne seine Freizeit verbringt, auch häufiger Kurzurlaub macht. Kreiswappen Das Wappen des Wetteraukreises zeigt einen schwarzen, rotbewehrten Doppeladler auf goldenem Hintergrund. Darunter einen blauen Wellenbalken, der den Wasserreichtum der Wetterau symbolisiert und darunter die roten Balken als Symbol der Grafen von Ysenburg-Büdingen. Der Doppeladler steht für das Reichsland Wetterau, das bis zum Mittelalter bestand bzw. für die ehemals freie Reichsstadt Friedberg. Logo Wer hierher kommt, wird keine überfüllten Badestrände und auch kein Jetset-Leben finden. Wer aber Ruhe und Erholung vom Alltag sucht, der ist hier richtig aufgehoben. In den vergangenen Jahren sind viele Projekte zur Aufrüstung der touristischen Infrastruktur umgesetzt worden, insbesondere Radurlauber und Wanderer finden hier ihr Eldorado. So sind unter anderem der Vulkan- und Niddaradweg, neben dem Keltenmuseum, der Altstadt von Büdingen, der Burg Münzenberg und dem Sprudelhof in Bad Nauheim bei den Gästen aus Nah und Fern sehr beliebt. Überaus erfolgreiche Beispiele, die viele andere zur Nachahmung inspirieren. Gehen Sie auf ihre eigene Entdeckungsreise in der Wetterau. Ich lade Sie dazu herzlich ein. Joachim Arnold, Landrat Wetterau Das Logo abstrahiert mit schwungvollen Strichen den Charakter der Wetterau. Es strahlt Offenheit und Dynamik aus. Der Schriftzug signalisiert Stabilität und Modernität. Die vier Farben der Landschaftsstriche des Logos stehen in engem Zusammenhang mit der Wetterau als Landschaft: braun symbolisiert die überaus fruchtbare Ackerkrume, blau den Leben spendenden Wasserreichtum, grün die Naturnähe der Auenlandschaft und gelb die klimatische Lage in Form von Energie spendenden Sonnenstrahlen. Jubiläumsbroschüre 15

18 Wir bewegen Oberhessen. Gut ankommen... mit dem VGO-Leistungsangebot: individuelle und kostenlose Beratung rund um Ihre Mobilität mit Öffentlichen Verkehrsmitteln Fahrplan- und Tarifauskünfte für Bus und Bahn Verkauf von RMV- und DB-Fahrkarten Bearbeitung von Grund- und Erstattungsanträgen zur Schülerbeförderung Infos zu den Freizeitbussen mit Radtransport Vogelsberger Vulkan-Express Kartenvorverkauf für Veranstaltungen ServiceZentrum Friedberg RMV-Mobilitätszentrale im Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises Europaplatz, Gebäude A Friedberg Tel / Fax / Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 7.30 bis Uhr Donnerstag von 7.30 bis Uhr Freitag von 7.30 bis Uhr Öffentlicher Nahverkehr / Beratung rund um Ihre Mobilität Die VGO Verkehrsgesellschaft Oberhessen mbh finanziert und organisiert den öffentlichen Nahverkehr mit Bussen im Wetteraukreis sowie im Vogelsbergkreis und Landkreis Gießen. Damit ist die VGO von der Fläche her die größte Verkehrsgesellschaft im RMV Rhein-Main-Verkehrsverbund. Auf Quadratkilometern kommen ihre Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs rund Menschen in 62 Gemeinden zugute. Derzeit sind etwa 300 Busse im Einsatz, die auf 100 Buslinien Haltestellen anfahren. Als Ansprechpartner für alle Fragen und Wünsche rund um den Bus- und Bahnverkehr stehen Fahrgästen die VGO-Servicezentren zur Verfügung. VGO-Servicezentrum Friedberg RMV-Mobilitätszentrale Europaplatz, Gebäude A Friedberg Tel / , Fax: / VGO-Servicezentrum Alsfeld Tel / VGO-Servicezentrum Gießen Tel / Aktuelle Fahrpläne und weitere Informationen zur VGO sind auch im Internet erhältlich unter: Jahre Wetteraukreis

19 Erzählcafe 40 Jahre Gebietsreform Eine Liebesheirat war es nicht, aber eine erfolgreiche Ehe Am 1. August 1972 wurden die bis dahin unabhängigen Kreise Friedberg und Büdingen zum Wetteraukreis vereint. Eine Liebesheirat war es nicht, eher eine Entscheidung von oben. Darin waren sich alle Beteiligten des Erzählcafés im Büdinger Heuson-Museum zur Gebietsreform einig. Einen spannenderen Ort als Büdingen hätte man wohl kaum wählen können für das Erzählcafé zum Thema 40 Jahre Gebietsreform. Sah man im Landkreis Friedberg der Aufnahme des Landkreises Büdingen gefällig entgegen, gab es in Büdingen heftige Kämpfe. Dabei verliefen die Fronten keineswegs einheitlich. Während man im Landkreis Büdingen einem Zusammenschluss mit dem Kreis Friedberg durchaus Positives abgewinnen konnte, tendierte man in der Stadt Büdingen eher in Richtung Hanau. Wie genau die Gräben verliefen, das diskutierten im Stadtverordnetensaal des Büdinger Heuson-Museums Bernfried Wieland (77), damals Stadtverordneter in Büdingen, Joachim Pollmar (70), Kreistagsabgeordneter in Büdingen und Vorsitzender des Büdinger Verhandlungsausschusses und Helmut Münch (78), der dem Friedberger Kreistag bereits seit dem Jahre 1960 angehörte. Geleitet wurde die Diskussion von dem dienstältesten Redakteur in der Wetterau: Bruno Rieb (58). Er berichtet bereits seit 1981 für die Frankfurter Rundschau. Begrüßt wurden die Besucherinnen und Besucher von Landrat Joachim Arnold, 2 Von links: Joachim Cott, Moderator Bruno Rieb, Joachim Pollmar, Helmut Münch, Landrat Joachim Arnold, Bernfried Wieland und Bürgermeister Erich Spamer. Jubiläumsbroschüre 17

20 Erzählcafe der die wichtigsten Ziele der Gebietsreform, nämlich Verbesserungen im technischen Bereich wie etwa Wasser- und Abwasserbehandlung, Müllentsorgung und im Verwaltungshandeln, herausstellte. Büdingens Bürgermeister Erich Spamer erinnerte daran, dass in Büdingen die Gebietsreform höchst umstritten war. Noch heute würde so manch einer gerne die Uhr zurückdrehen. Versöhnlichere Töne schlug Museums-Hausherr Joachim Cott an, der sich von der Diskussion um die Gebietsreform Anregungen für die Zukunft erhoffte. Enttäuscht wurden die Besucherinnen und Besucher nicht. Statt sich im Klein-Klein der zahllosen Anekdoten zu verfangen, haben die drei Protagonisten unter der behutsamen Moderation von Bruno Rieb die großen Linien der Gebietsreform nachgezogen. Vor allem die höchst unterschiedlichen Interessen der einzelnen Akteure nachzuvollziehen, fällt aus heutiger Sicht schwer. Kirchturmdenken und der Wunsch, unabhängig zu bleiben, stand gegen pragmatisches Denken, die von der Landesregierung beschlossene Gebietsreform zumindest zu begleiten, um so möglichst viele eigene Vorstellungen durchsetzen zu können. Vom blühenden Südtirol in die kirgisische Steppe Manch einer malte mit der Verbindung der Kreise Friedberg und Büdingen wahrhaftig den Teufel an die Wand. Büdingens Bürgermeister und damaliger Landtagsabgeordneter Willi Zinnkann meinte, die Verbindung zwischen den beiden Kreisen sei so, als würde man ein blühendes Südtirol mit der kirgisischen Steppe vereinen. Zinnkann war für den Anschluss an Hanau, zu dem man wesentlich stärker orientiert sei, als in das ferne Friedberg, wobei diese Entfernung eher gefühlt ist, denn die Verbindung zwischen Friedberg und Büdingen entspricht exakt der Entfernung von Büdingen nach Hanau. Manche Sonderwünsche konnten in den Verhandlungen zur Gebietsreform durchgesetzt werden, auch wenn, wie Landrat Arnold treffend bemerkte, die Verträge keineswegs Rechtskraft erhielten. Allein die moralische Kraft führte zu der Umsetzung vieler Vereinbarungen. Die Bürgerund Dorfgemeinschaftshäuser, die damals in jedem Ortsteil entstanden sind, belasten freilich die Stadtkassen noch heute ganz erheblich. An die Folgekosten hat in den 70er Jahren niemand gedacht, ergänzte Wieland. Mit der Verbindung der beiden ehemaligen Landkreise gingen auch erhebliche Verluste an Kommunen einher. Helmut Münch erinnerte an den Verlust der wohlhabenden Kommunen Ober- und Nieder-Erlenbach, Ober- und Nieder-Eschbach und Harheim, die von Frankfurt und Bad Homburg eingemeindet wurden. Erbitterte Kämpfe vor und hinter den Kulissen Während die Stadt Büdingen auf gar keinen Fall nach Friedberg wollte, wehrten sich die Düdelsheimer gegen die Eingemeindung nach Büdingen. Die Landesregierung Jahre Wetteraukreis

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