IV 212 Ingo Röske-Wagner 13. Juni 2013

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1 Basis Integration - Zahlen, Daten, Fakten 1. Bevölkerung mit Migrationshintergrund In Schleswig-Holstein haben rund Menschen einen Migrationshintergrund. Dies entspricht einem Anteil an der Bevölkerung von 12,4 Prozent (bundesweit 19,2 Prozent). Der Migrationsanteil wird steigen. So haben heute bereits 21 Prozent der unter Dreijährigen einen Migrationshintergrund. Insgesamt mit MH mit MH in Prozent unter ,0% 3 bis unter ,7% 6 bis unter ,5% 18 bis unter ,9% 25 bis unter ,5% 65 und mehr ,5% Insgesamt ,4% Mikrozensus 2011 (Integrationsmonitoringbericht 2013) Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil. 2. Anzahl der Ausländerinnen und Ausländer Insgesamt leben in Schleswig-Holstein rund Ausländerinnen und Ausländer (Stichtag: , Basis: Ausländerzentralregister). Das Verhältnis Frauen und Männer ist annähernd gleich. In Schleswig-Holstein leben 188 verschiedene Nationalitäten. Hinzu kommen staatenlose Personen ungeklärter Staatsangehörigkeit und Personen, die keine entsprechenden Angaben machen. Der Anteil Schleswig-Holsteins an allen Ausländerinnen und Ausländern im Bundesgebiet beträgt 1,96 Prozent. Verteilung in den Kreisen und kreisfreien Städten Flensburg ,96% Kiel ,48% Neumünster* ,64% Lübeck ,91% Ostholstein ,58% Nordfriesland ,22% Herzogtum Lauenburg ,32% Dithmarschen ,92% Pinneberg ,12% Plön ,21% Rendsburg-Eckernförde ,87% Schleswig-Flensburg ,07% Segeberg ,93% Steinburg ,29% Stormarn ,48% * einschl. der in den Landesliegenschaften untergebrachten Ausländerinnen und Ausländer 1

2 Die Hauptherkunftsländer der in Schleswig-Holstein lebenden Ausländerinnen und Ausländer sind: 1 Türkei ,56% 2 Polen ,53% 3 Dänemark u. Färöer ,78% 4 Russische Föderation ,45% 5 Italien ,82% Mehr als die Hälfte der Ausländerinnen und Ausländer in Schleswig-Holstein leben länger als zehn Jahre in Deutschland (56,2 Prozent), knapp ein Drittel sogar schon länger als 20 Jahre (31,7 Prozent). 3. Asylsuchende Seit 2007 wurden in Schleswig-Holstein insgesamt Asylsuchende aufgenommen Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler In den letzten sechs Jahren wurden in Schleswig-Holstein 629 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler aufgenommen Einbürgerungen In den Jahren 2001 bis 2011 wurden in Schleswig-Holstein Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert, davon in 2011 (rund 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr mit Eingebürgerten). Hauptherkunftsstaaten waren 2011 die Türkei (887 Einbürgerungen), Irak (276), Polen (193), Russische Föderation (142) sowie Ukraine (122). 80,1 Prozent der Eingebürgerten lebten bereits mehr als acht Jahre, rund 30 Prozent aller Eingebürgerten sogar länger als 15 Jahre in Deutschland. 6. Integrationsmonitoring (Quelle: Mikrozensus 2011 u.a. Statistiken) Kita-Besuch Der Anteil der Kindern mit Migrationshintergrund im Alter von drei bis sechs Jahren, der Kinderbetreuungsangebote nutzte, betrug 2011 in Schleswig-Holstein 77 Prozent (ohne Migrationshintergrund: 93 Prozent). Schulabschluss Personen mit Migrationshintergrund im Alter von 18 bis unter 65 Jahren haben häufiger keinen allgemeinbildenden Abschluss (Deutschland: 10,4 Prozent; Schleswig-Holstein: 10,8 Prozent) als dies bei der entsprechenden Bevölkerung ohne Migrationshintergrund der Fall ist. 2

3 Geschlecht Abschlussart Gesamt Bevölkerung mit MH Deutsche davon Ausländer -Innen davon geboren im Ausland in BRD % insgesamt ohne Hauptschulabschluss 3,5 10,8 (5,5) 16,8 11,5 / 2,5 Hauptschulabschluss 31,8 29,2 28,3 30,1 29,7 (24,7) 32,1 Realschulabschluss 33,8 26,5 32,0 20,3 26,0 (31,0) 34,8 Fachhochschulreife 8,5 8,0 (8,6) (7,2) 7,7 / 8,5 Hochschulreife 22,5 25,5 25,5 25,5 25,2 (28,7) 22,0 männlich ohne Hauptschulabschluss 3,7 10,7 / (16,2) 11,2 / 2,7 Hauptschulabschluss 34,4 33,4 31,8 35,2 34,3 / 34,6 Realschulabschluss 29,7 23,2 28,8 (16,5) 22,8 / 30,6 Fachhochschulreife 10,2 (9,4) (10,5) / (9,0) / 10,3 Hochschulreife 21,9 23,3 22,9 23,9 22,7 / 21,7 weiblich ohne Hauptschulabschluss 3,4 11,0 / (17,3) 11,8 / 2,2 Hauptschulabschluss 29,1 25,3 24,8 25,7 25,5 / 29,6 Realschulabschluss 37,9 29,6 35,3 23,6 28,9 / 39,1 Fachhochschulreife 6,7 (6,6) / / (6,5) / 6,7 Hochschulreife 23,0 27,6 28,1 27,0 27,4 / 22,3 Tabelle: Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund nach höchstem allgemeinbildendem Schulabschluss 18 bis unter 65 Jahre Auch der Hauptschulabschluss hat bei Personen mit Migrationshintergrund eine höhere Bedeutung (Deutschland: 34,7 Prozent; Schleswig-Holstein: 29,2 Prozent) als bei der entsprechenden Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Eine Hochschulreife ob im Ausland oder in Deutschland erworben besitzt die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Schleswig-Holstein mit 25,5 Prozent zu 22,0 Prozent häufiger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (Deutschland: 25,3 Prozent zu 25,1). Das liegt auch an der jüngeren Altersstruktur der Menschen mit Migrationshintergrund. Frauen mit Migrationshintergrund haben häufiger als Männer eine Hochschulreife erreicht. Quelle: Mikrozensus 2011 Von den etwa Schulabgängerinnen und Schulabgängern des Jahres 2011 in Schleswig-Holstein hatten 4,8 Prozent (Deutschland: 9,0 Prozent) keine deutsche Staatsangehörigkeit. 42,4 Prozent aller ausländischen Abgänger und Abgängerinnen schlossen mit einem Hauptschulabschluss ab (Deutschland: 35,4 Prozent) Weitere 31,1 Prozent erzielten einen Realschulabschluss (Deutschland: 35,6 Prozent). Starke Abweichungen gab es zu deutschen Schülern bei der Hochschulreife, die von 29,2 Prozent aller deutschen (Deutschland: 37,6 Prozent), aber nur 12,7 Prozent der ausländischen Schüler (Deutschland: 15,4 Prozent) erreicht wurde. 9,5 Prozent der ausländischen Schüler und Schülerinnen (Deutschland: 8,4 Prozent) verließen ohne Hauptschul- und förderspezifischem Abschluss den Bildungsgang waren es 8,1 Prozent (Deutschland: 9,3 Prozent). ohne MH 3

4 Ausbildungsbeteiligung Die Ausbildungsbeteiligungsquoten der deutschen und ausländischen Jugendlichen im Alter von 18 bis unter 21 Jahren betrugen in Schleswig-Holstein ,5 Prozent bzw. 7,3 Prozent (Deutschland 28,4 Prozent bzw. 12,7 Prozent) und wiesen damit eine Differenz von 21,2 Prozentpunkten aus. Am höchsten lag die Beteiligungsquote bei männlichen deutschen Jugendlichen und am niedrigsten bei weiblichen ausländischen Jugendlichen. Jahr 2011 Ausbildungsbeteiligungsquote Insgesamt Ausländer Deutsche Insgesamt 27,3 7,3 28,5 m 33,0 8,5 34,4 w 22,6 7,0 23,6 Statistische Ämter von Bund und Ländern, Berufsbildungsstatistik 2011 Die Profile der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit weichen deutlich von denen mit deutscher Staatsangehörigkeit ab. Die meisten ausländischen Auszubildenden befanden sich 2011 in Industrie und Handel. 51,7 Prozent (Deutschland 51,9 Prozent) aller deutschen Auszubildenden absolvieren ihre Ausbildung in Industrie und Handel, aber nur 44,4 Prozent (Deutschland 51,9 Prozent) der ausländischen Auszubildenden. An zweiter Stelle in der Gesamtschau rangiert das Handwerk, in dem die ausländischen Auszubildenden stark repräsentiert sind. Eine eher untergeordnete Rolle spielte der öffentliche Dienst als Anbieter von Ausbildungsplätzen für ausländische Auszubildende. Quelle: Berufsbildungsstatistik 2011 Beruflicher Abschluss 42 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund hat eine abgeschlossene berufliche Ausbildung und 9,1 Prozent sogar einen Hochschulabschluss. Bei den Frauen sind es 39,3 bzw. 10,5 Prozent und bei den Männern 44,9 bzw. 7,4 Prozent. Bei den Personen ohne Migrationshintergrund haben 64,0 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung und 9,2 Prozent einen Hochschulabschluss. 39,9 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis unter 65 Jahren hat keinen beruflichen Abschluss. Bei den Frauen sind es 38,3 Prozent, bei den Männern 35,3 Prozent. Bei den Personen ohne Migrationshintergrund haben nur 11,0 Prozent keinen beruflichen Abschluss. Erwerbstätigenquote In Schleswig-Holstein wie auch im Bundesgebiet insgesamt war die Erwerbsbeteiligung der Personen mit Migrationshintergrund 2011 niedriger als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (61,7 Prozent bzw. 73,8 Prozent). Bei den Frauen fielen die Unterschiede in der Erwerbstätigenquote differenziert nach Migrationshintergrund jeweils größer aus als bei den Männern. (56,1 Prozent bzw. 67,4 Prozent). 4

5 Haushaltseinkommen Personen mit Migrationshintergrund waren zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts häufiger von öffentlichen Transferleistungen abhängig als Personen ohne Migrationshintergrund. Im Jahr 2011 waren in Schleswig-Holstein bei 17,4 Prozent (Deutschland 13,7 Prozent) der Bevölkerung mit Migrationshintergrund öffentliche Transferzahlungen die überwiegende Quelle des Lebensunterhalts, im Vergleich zu 7,1 Prozent (Deutschland 6,5 Prozent) bei Personen ohne Migrationshintergrund. Dagegen bezogen lediglich 12,8 Prozent (Deutschland13,4 Prozent) der Personen mit Migrationshintergrund ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus einer Rente/Pension. Dieser Wert lag bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bei 28,1 Prozent (Deutschland 28,6 Prozent). Jeweils knapp die Hälfte der Personen mit und ohne Migrationshintergrund bestritt ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Erwerbstätigkeit. Frauen mit Migrationshintergrund waren seltener abhängig von öffentlichen Transferleistungen und wurden häufiger durch Angehörige versorgt als Männer. Eigentümerquote Die Eigentümerquote der Personen mit Migrationshintergrund war 2011 in Schleswig-Holstein etwa halb so hoch (24,3 Prozent, Deutschland: 26,2 Prozent) wie die der Personen ohne Migrationshintergrund (50,9 Prozent, Deutschland: 47,6 Prozent). (vorläufige Zahlen!) Wohnfläche Insgesamt war die Wohnfläche der Familien mit minderjährigen Kindern, die je Familienmitglied zur Verfügung steht, 2006 bei der Gruppe mit Migrationshintergrund in Schleswig-Holstein mit 24,9 Quadratmeter kleiner (Deutschland 24,2 Quadratmeter) als bei der ohne Migrationshintergrund mit 33,4 Quadratmeter (Deutschland 33,7 Quadratmeter). Die Wohnflächengrößen von Männern und Frauen mit Migrationshintergrund wichen kaum voneinander ab. 5

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