Am 01. Mai 2006 wird die Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 Einheiten im Löscheinsatz durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport eingeführt.

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1 FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Am 01. Mai 2006 wird die Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 Einheiten im Löscheinsatz durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport eingeführt. Mit dieser Präsentation möchte die Hessische Landesfeuerwehrschule einen Beitrag zur einheitlichen Aus- und Fortbildung der Feuerwehren im Lande Hessen leisten. Damit die Einheitlichkeit gewährleistet bleibt, bitten wir darum, an dieser Präsentation keine Änderungen vorzunehmen! Wir bitten Sie, die Präsentation allen Feuerwehren in Ihrem Zuständigkeitsbereich zugänglich zu machen. 1

2 Kommentar zur Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Auf den folgenden Seiten sind die Texte in unterschiedlichen Farbdarstellungen und Schriftarten dargestellt. Schwarze Schrift bedeutet, dass es sich um einen Originaltext aus der FwDV 3, Stand 2005 handelt. Rote Schrift bedeutet, dass es sich um einen Originaltext aus der FwDV 3, Stand 2005 handelt, welcher gegenüber den alten FwDVen 3, 4 und 5 eine Neuerung bzw. eine Abweichung darstellt. Blaue und kursive Schrift bedeutet, dass es sich um eine Anmerkung der HLFS zur Verdeutlichung der Lehrmeinung handelt. Diese Anmerkungen sind als Hilfestellung für den Ausbilder in der Feuerwehr gedacht. Beispiel siehe nächste Seite. 2

3 Kommentar zur Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Neu in der FwDV 3: Die taktische Einheit Selbstständiger Trupp rot: Originaltext der FwDV 3, Stand 2005 Im Unterschied zu dem Angriffs-, Wasser- oder Schlauchtrupp innerhalb einer taktischen Einheit handelt es sich beim Selbstständigen Trupp um eine taktische Einheit, die eigenständig Einsatzaufgaben bewältigen kann. Neuerungen, die in den alten FwDVen 3, 4 und 5 nicht enthalten waren. Abweichungen von den alten FwDVen 3, 4 und 5. schwarz: Originaltext der FwDV 3, Stand 2005 Deshalb sollte der Einheitsführer eines Selbstständigen Trupps, wenn er eigenständig Einsatzaufgaben bewältigt, einen Gruppenführerlehrgang erfolgreich absolviert haben. blau und kursiv: Anmerkungen der HLFS 3

4 Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz FwDV 3 HBKG 1999 FwDV Stand 2005 FwDV FwDV Einheiten im Löscheinsatz 4

5 Feuerwehr-Dienstvorschriften in Überarbeitung FwDV 1 Stand 08/2005 FwDV 13 Stand 01/2006 Grundtätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz FwDV 7 Stand 2002 mit Änderungen 2005 Einheiten im Hilfeleistungseinsatz Atemschutz 5

6 Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Der Weg zur Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Der Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung der Innenministerkonferenz (AFKzV) verabschiedet den Entwurf und empfiehlt den Bundesländern die Einführung der FwDV 3. September 2005 Die Projektgruppe FwDV des AFKzV stimmt dem Entwurf zu. beauftragt Die Arbeitsgruppe FwDV 3 erarbeitet einen Entwurf. erste Ideen ca November 2004 HLFS beauftragt den Druck der FwDV 3 und überarbeitet die Lehrunterlagen der HLFS Oktober 2005 Verteilung der FwDV 3 und Einführung per Erlass des HMdIS zum 1. Mai

7 Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Ziele der Projektgruppe FwDV des AFKzV: 1. Eine höhere Akzeptanz der FwDV 3 und dadurch Umsetzung in der täglichen Einsatzpraxis durch ein einheitliches Arbeiten der Mannschaft bei unterschiedlichen Personalstärken (Tag und Nacht). Die Gruppe ist die taktische Grundeinheit der Feuerwehr. Die Aufgaben sind so verteilt, dass auch bei fehlendem Personal ein zielgerichteter Einsatz möglich ist. 7

8 Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Ziele der Projektgruppe FwDV des AFKzV: 2. Eine höhere Akzeptanz der FwDV 3 und dadurch Umsetzung in der täglichen Einsatzpraxis durch Aufnahme von Verfahrensweisen die sich in der Praxis bereits bewährt haben. Damit werden die Unterschiede zwischen Ausbildung und Einsatz weitestgehend behoben. Anlegen von Atemschutzgeräten während der Anfahrt zur Einsatzstelle Sitzordnung in den Einsatzfahrzeugen Berücksichtigung von Löschmittelbehältern der Einsatzfahrzeuge Verwendung eines Schnellangriffs-Verteilers Berücksichtigung der Verkehrsabsicherung 8

9 Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Ziele der Projektgruppe FwDV des AFKzV: 3. Eine höhere Akzeptanz der FwDV 3 und dadurch Umsetzung in der täglichen Einsatzpraxis durch die Verringerung des Ausbildungsumfangs aufgrund der Zusammenlegung von Vorschriften. FwDV 3 Die Staffel im Löscheinsatz FwDV 4 Die Gruppe im Löscheinsatz FwDV 5 Der Zug im Löscheinsatz 9

10 Neufassung der FwDV 3 Einheiten im Löscheinsatz Aufbau der FwDV 3: 1 Allgemeines 2 Taktische Einheiten 3 Sitz- und Antreteordnung 4 Fahrzeugaufstellung 5 Einsatzablauf in Gruppe, Staffel und Selbstständigem Trupp 6 Einsatz eines Zuges Anlage: Begriffsbestimmungen 10

11 1 Allgemeines Die FwDV 3 regelt, wie die taktischen Einheiten Selbstständiger Trupp, Staffel, Gruppe Zug und im Löscheinsatz arbeiten. Die hier festgelegte Gliederung der taktischen Einheiten gilt darüber hinaus auch für alle anderen Einsatzarten. 11

12 1 Allgemeines Der Löscheinsatz ist jede Tätigkeit der Feuerwehr, bei der Strahlrohre vorgenommen werden z. B.: der Löschangriff bei einem Brandeinsatz, das Schützen gefährdeter Menschen, das Schützen gefährdeter Objekte durch Abriegeln, das Niederschlagen, Abdrängen oder Verwirbeln gefährlicher Dämpfe und Gase und alle Maßnahmen zum Retten oder zum Schutz von Menschen. 12

13 1 Allgemeines Der Führer einer taktischen Einheit kann von den Regelungen dieser Feuerwehr-Dienstvorschrift abweichen, wenn dies zur Sicherstellung des Einsatzerfolges erforderlich ist. 13

14 2 Taktische Einheiten Taktische Einheit Mannschaft + Einsatzmittel Der Begriff Einsatzmittel umfasst nicht nur die Geräte, sondern auch die Verbrauchsmittel, wie z. B. Atemluft, Löschmittel... 14

15 2.3 Taktische Einheiten Neu in der FwDV 3: Die taktische Einheit Selbstständiger Trupp Im Unterschied zu dem Angriffs-, Wasser- oder Schlauchtrupp innerhalb einer taktischen Einheit handelt es sich beim Selbstständigen Trupp um eine taktische Einheit, die eigenständig Einsatzaufgaben bewältigen kann. Truppmann z. B.: Besatzung eines TLF 24/50, RW oder einer DLK Der Einheitsführer eines Selbstständigen Trupps sollte, wenn er eigenständig Einsatzaufgaben bewältigt, einen Gruppenführerlehrgang erfolgreich absolviert haben. Truppführer Maschinist 15

16 2.4 Taktische Einheiten Der Zug besteht aus: dem Zugführer, dem Zugtrupp als Führungseinheit und Teileinheiten aus Gruppen, Staffeln und/oder Selbstständigen Trupps. 16

17 2.4 Taktische Einheiten Im Sinne der FwDV 100, Pkt : Führungstrupp Der Zugtrupp gliedert sich in: Führungsassistent 1 Melder 1 Fahrer 1 Mannschaftsstärke 1 / 2 / 3 Ausbildung: Er/sie sollte eine Ausbildung zum Zugführer haben. FwDV 100, Anlage 1: Führungshilfspersonal Der Führungsassistent ist Vertreter des Zugführers. Der Zug hat in der Regel eine Mannschaftsstärke von 22. Für besondere Aufgaben kann der Zug um einen Trupp, eine Staffel oder eine Gruppe erweitert werden. 17

18 3.2 Sitz- und Antreteordnung Die Sitzordnung in der Gruppenkabine wurde dem heutigen Ausrüstungsstandard (PA im Mannschaftsraum) angepasst. A W Me S S Sitzordnung der Gruppe in Fahrzeugen mit Gruppenkabine Ma A W A Atemgifte und W Wasser Me meiden S sucht A Alle S seinen W Weg 18

19 3.2 Sitz- und Antreteordnung Die Sitzordnung der Staffel entspricht der Sitzordnung der Gruppe! Bei Kräftemangel wird zuerst auf den Melder vorübergehend verzichtet. Dadurch hat der Angriffstrupp mehr Platz beim Anlegen der Atemschutzgeräte. Als nächstes wird auf den Schlauchtrupp vorübergehend verzichtet. Ma A A W W Sitzordnung der Staffel in Fahrzeugen mit Gruppenkabine A Ma W W A Sitzordnung der Staffel in Fahrzeugen mit Staffelkabine Ma Sitzordnung in Fahrzeugen mit Truppkabine 19

20 Ausrüstung der Einsatzkräfte Z. B.: während der Anfahrt kommandiert der Einheitsführer: A-Trupp PA anlegen!. Einheitsführer Maschinist Melder ohne Fw-Sicherheitsgurt/Haltegurt, mit Handsprechfunkgerät und Beleuchtungsgerät ohne Fw-Sicherheitsgurt/Haltegurt, mit Handsprechfunkgerät für die Atemschutzüberwachung ohne Fw-Sicherheitsgurt/Haltegurt, ggf. Handsprechfunkgerät, mit Beleuchtungsgerät A-Trupp-Führer mit PA, Fw-Sicherheitsgurt/Haltegurt, Fw-Leine, Handsprechfunkgerät und Beleuchtungsgerät A-Trupp-Mann mit PA, Fw-Sicherheitsgurt/Haltegurt, Fw-Leine Alle weiteren Einsatzkräfte Fw-Sicherheitsgurt/Haltegurt und Fw-Leine 20

21 Ausrüstung der Einsatzkräfte Z. B.: während der Anfahrt kommandiert der Einheitsführer: A-Trupp PA anlegen!. A A Ma Atemschutzüberwachung W W Me ggf. S S 21

22 Antreten vor und hinter dem Fahrzeug, Auf- und Absitzen ca. 2m A W ca. 2m Ma Me A W S S Sitzordnung der Gruppe in Fahrzeugen mit Gruppenkabine Öffnen und schließen der Türen erfolgt durch die Personen, die an den Türen sitzen. A Ma W W A Sitzordnung der Staffel in Fahrzeugen mit Staffelkabine Ma Sitzordnung in Fahrzeugen mit Truppkabine 22

23 5 Einsatzablauf Die Aufgabenbeschreibung der Mannschaft wurde dem heutigen Standard angepasst: - Sicherstellung der Verkehrsabsicherung - Atemschutzeinsatz mit überwachung - automatische Bereitstellung (Ausrüstung) des Sicherheitstrupps - Verlegerichtung der Schläuche für die Wasserversorgung - Schnellangriffs-Verteiler - Einsatz von tragbaren Leitern - Druckbelüftung Einsatzgrundsätze wurden aufgenommen. 23

24 5.1 Einsatzablauf Taktische Grundeinheit ist die Gruppe. Wenn Einsatzkräfte fehlen, dann müssen ihre Aufgaben von anderen Einsatzkräften übernommen werden. Es wird zuerst auf den Melder, dann auf den Schlauchtrupp und schließlich auf den Wassertrupp vorübergehend verzichtet. Ein Innenangriff mit Atemschutzgeräten kann nur dann durchgeführt werden, wenn eine Gruppe oder Staffel an der Einsatzstelle ist. Die Mannschaft eines Selbstständigen Trupps reicht hierfür nicht aus. 24

25 5.2.1 Einsatzablauf Der Einheitsführer [EHF] führt seine taktische Einheit. Er ist an keinen bestimmten Platz gebunden. Er ist für die Sicherheit der Mannschaft verantwortlich. Er bestimmt die Fahrzeugaufstellung und gegebenenfalls den Standort der Tragkraftspritze. 25

26 5.2.1 Einsatzablauf Der Maschinist ist Fahrer und bedient die Feuerlöschkreiselpumpe sowie die im Löschfahrzeug eingebauten Aggregate. Er sichert sofort die Einsatzstelle mit Warnblinkanlage, Fahrlicht und blauem Blinklicht. Er unterstützt bei der Entnahme der Geräte, ist für die ordnungsgemäße Verlastung der Geräte verantwortlich und meldet Mängel an den Einsatzmitteln dem Einheitsführer. Der Maschinist unterstützt beim Aufbau der Wasserversorgung und auf Befehl bei der Atemschutzüberwachung. Ma Der EHF muss befehlen, wer (Ma, Me oder W/S-Trupp) die Absicherung gegen den fließenden Verkehr durchführen soll. 26

27 Absetzen der fahrbaren Schlauchhaspel Kommando: Wassertrupp zur Schlauchhaspel! W Ma W Ma Nach dem Kommando: Wassertrupp zur Schlauchhaspel! arbeiten der Maschinist und der Wassertrupp beim Absetzen der fahrbaren Schlauchhaspel zusammen. Das Absetzen der Ein-Mann-Haspel(n) erfolgt durch den Maschinisten. 27

28 Atemschutzüberwachung durch den Maschinisten Der Maschinist unterstützt beim Aufbau der Wasserversorgung und auf Befehl bei der Atemschutzüberwachung. Ma Handsprechfunkgerät für die Atemschutzüberwachung Atemschutzüberwachungstafel Die Person, die mit der Atemschutzüberwachung beauftragt wird, muss die Grundsätze der Atemschutzüberwachung kennen! Vgl. FwDV 7, Pkt

29 5.2.1 Einsatzablauf Der Melder übernimmt befohlene Aufgaben; beispielsweise bei der Lagefeststellung, beim In-Stellung-Bringen der Steckleiter, beim Betreuen von Personen, bei der Informationsübertragung. W Me W Ma 29

30 5.2.1 Einsatzablauf Der Angriffstrupp rettet; insbesondere aus Bereichen, die nur mit Atemschutzgeräten betreten werden können. Er nimmt in der Regel das erste einzusetzende Strahlrohr vor. Der Angriffstrupp setzt den Verteiler. Er verlegt seine Schlauchleitung sofern kein Schlauchtrupp zur Unterstützung bereit steht. Im Sinne von unmittelbar zur Verfügung steht! A A Ma 30

31 Einsatz mit Bereitstellung Zusätzliche Ausrüstung: Angriffstruppführer A A Angriffstruppmann Verteiler oder Schnellangriffs-Verteiler ausreichend Schlauchmaterial CM-Strahlrohr Schlauchhalter Hinweis zu ausreichend Schlauchmaterial : eine C-Länge zur Überwindung eines Geschosses mindestens eine C-Länge je abzusuchender Nutzungseinheit, beachte Gebäudeabmessungen. 31

32 Vornahme 1. Rohr, Trupp verlegt seine Leitung selbst A A Auslegen einer C-Leitung mit C-Schlauchtragekorb oder tragbarer Schlauchhaspel. Legt ein Trupp seine Leitung selbst, so wird diese vom Verteiler in Richtung Einsatzstelle ausgelegt, anderenfalls von der Einsatzstelle zum Verteiler. 32

33 Der Wassertrupp rettet; Einsatzablauf bringt auf Befehl tragbare Leitern in Stellung, stellt die Wasserversorgung vom Löschfahrzeug zum Verteiler und zwischen Löschfahrzeug und Wasserentnahmestelle her. Er kuppelt den Verteiler an die B-Schlauchleitung an. Danach wird er beim Atemschutzeinsatz Sicherheitstrupp oder [wenn kein Atemschutz eingesetzt wird] übernimmt andere Aufgaben. W W 33

34 Aufbau der Wasserversorgung W W FwDV 3, Pkt. 5.3 h Die Wasserversorgung wird bei Löschfahrzeugen mit Löschwasserbehälter zuerst vom Löschfahrzeug zum Verteiler und danach zwischen Löschfahrzeug und Wasserentnahmestelle verlegt. 34

35 Aufbau der Wasserversorgung FwDV 3, Pkt. 5.3 g Bei Löschfahrzeugen ohne Löschwasserbehälter kann dies lagebedingt auch in umgekehrter Reihenfolge erfolgen. Dieses muss vom Einheitsführer befohlen werden, z. B. beim Einsatz einer abgesetzten TS an einer offenen Wasserentnahmestelle. Ma W W A A Me S S 35

36 W-Trupp als Sicherheitstrupp W Empfehlung der HLFS: W ausreichende Schlauchreserve CM-Strahlrohr, Schlauchhalter Rettungstuch vgl. FwDV 7, Pkt. 7.2, S.16 Feuerwehraxt Einen Abgang frei halten! 2 Brandfluchthauben für die zu rettenden Feuerwehrangehörigen Je nach Lage kann der Einheitsführer Abweichungen von der vorgegebenen Ausrüstung befehlen. Diese beziehen sich auch auf zusätzlich mitzuführende Ausrüstungen wie Pressluftatmer, Brandfluchthauben, Feuerwehraxt u. a. Am Verteiler ist ein Abgang für ein C-Rohr des Sicherheitstrupps frei zu halten. 36

37 W-Trupp als Sicherheitstrupp FwDV 7, Anlage 1, Seite 16 Begriffsbestimmungen Sicherheitstrupp Der Sicherheitstrupp ist ein mit Atemschutzgeräten ausgerüsteter Trupp, dessen Aufgabe es ist, bereits eingesetzten Atemschutztrupps im Notfall unverzüglich Hilfe zu leisten. Sicherheitstrupps können auch mit zusätzlichen Aufgaben betraut werden, solange sie in der Lage sind, jederzeit ihrer eigentlichen Aufgabe gerecht zu werden und der Einsatzerfolg dadurch nicht gefährdet ist. 37

38 5.2.1 Einsatzablauf Der Schlauchtrupp rettet; stellt für vorgehende Trupps die Wasserversorgung zwischen Strahlrohr und Verteiler her. Er bringt auf Befehl tragbare Leitern in Stellung und führt weitere Tätigkeiten durch, beispielsweise bedient er den Verteiler, bringt zusätzliche Geräte zum Einsatz (Sprungpolster, Beleuchtungsgerät, Be- und Entlüftungsgerät, Sanitätsgerät usw.). S S W W 38

39 1. Rohr Wasser marsch! S-Trupp verlegt für A-Trupp oder W-Trupp Kommando: 1. Rohr Wasser marsch und/oder Sichtzeichen S S Schlauchreserve parallel zur Angriffsrichtung. Der Truppführer des Trupps, welcher das Rohr vornimmt, ist für das Sicherstellen einer ausreichenden Schlauchreserve verantwortlich. Danach gibt er das Kommando: 1. Rohr Wasser marsch! Er unterstützt den Truppmann bei der Vornahme des Rohres. Hinweis zu ausreichende Schlauchreserve : eine C-Länge zur Überwindung eines Geschosses mindestens eine C-Länge je abzusuchender Nutzungseinheit, beachte Gebäudeabmessungen. 39

40 Sichtzeichen Bedeutung: 1. Wasser marsch! 2. Einschalten/Anlassen! 3. Marsch! Ausführung: Arm seitwärts abgewinkelt aus Schulterhöhe mehrmals h o c h s t o ß e n. Bedeutung: 1. Achtung! 2. Ankündigung Verbindung aufnehmen! 4. Verstanden! Fertig! Ausführung: Ausgestreckten Arm senkrecht hochhalten. 40

41 Vornahme B-Rohr oder Schaumrohr, S-Trupp verlegt für A-Trupp Generelle Verlegerichtung von Schlauchleitungen: Legt ein Trupp seine Leitung selbst, so wird diese vom Verteiler in Richtung Einsatzstelle ausgelegt, anderenfalls von der Einsatzstelle zum Verteiler. A A S S Ausnahmen: B-Rohr und Schaumrohr, Verlegerichtung: Vom Verteiler zum Ziel, bzw. zum A-Trupp. 41

42 1. Rohr im Einsatz Der Schlauchtrupp bedient den Verteiler. Der jeweils verfügbare Truppführer bedient den Verteiler. S S holt weiteres Schlauchmaterial Falls kein Schlauchtrupp und kein Melder verfügbar: Der jeweils verfügbare Truppführer bedient den Verteiler selbst. 42

43 1. Rohr im Einsatz Der jeweilige Truppführer bedient den Verteiler. Begründung: Steht niemand für die Bedienung des Verteilers bereit, so bedient der Trupp, der mit einem Rohr vorgeht, den Verteiler selbst. Das Schaltorgan am Strahlrohr wird auf Halt gestellt und der Truppführer geht zum Verteiler. Der Truppführer bestimmt einen sicheren Warteplatz für den Truppmann. Der Truppführer kann auftretende Gefahren (umfassendere Ausbildung) besser beurteilen, z. B. Gefahren: durch Dunkelheit (hineinfallen in Lichtschächte, Truppführer hat die Lampe), durch fließenden Verkehr, durch herabfallende Teile (Ziegel, Giebel ) oder durch weitere Veränderungen der Gefahrenlage... Der Truppführer hat ein Handsprechfunkgerät und kann sofort auf neue Gefahren hinweisen oder sich bemerkbar machen, wenn er sich verletzt hat. Der Truppmann ist Strahlrohrführer! Er hält das Strahlrohr und der Truppführer sichert die Schlauchreserve. Ansonsten müsste der Truppführer nach dem Verlegen der Schlauchreserve zum Truppmann laufen, das Rohr übernehmen und später wieder zurücktauschen. Deshalb ist es sinnvoll, den Truppführer zurück zum Verteiler gehen zu lassen! 43

44 5.3 Einsatzablauf Neu in der FwDV 3: Einsatzgrundsätze a) Die Funktionen für Angriffs- und für den Wassertrupp sollen mit Atemschutzgeräteträgern besetzt sein. b) Der Trupp geht im Gefahrenbereich grundsätzlich gemeinsam vor. c) Der Truppführer ist für die Auftragserledigung und für die Sicherheit seines Trupps verantwortlich. d) Einsatzbefehle werden von der beauftragten Einsatzkraft beziehungsweise von dem jeweiligen Truppführer wiederholt. [nächste Seite] 44

45 Befehlsarten nach FwDV 100 Es gibt folgende Befehlsarten: Einzelbefehl Gesamtbefehl Vorbefehl Kommando Der Einzelbefehl betrifft immer nur einzelne Führungskräfte. Der Einzelbefehl unterrichtet die Empfänger über alles, was diese selbst betrifft und was sie zur Durchführung ihres Auftrages wissen müssen. Der Gesamtbefehl gilt für mehrere Empfänger in gleicher Weise und wird zur gleichen Zeit an alle abgesetzt. Er gibt den unterstellten Führenden eine gemeinsame Grundlage für ihr Handeln Der Vorbefehl enthält diejenigen Angaben, durch die nachgeordnete Stellen in die Lage versetzt werden, notwendige Vorbereitungen zu treffen. Beispiel: Einsatzbereitschaft für einen voraussichtlich drei Tage andauernden überörtlichen Einsatz in XY-Stadt. Voraussichtliche Abmarschzeit 19:00 Uhr. 45

46 Befehlsarten nach FwDV 100 Das Kommando ist ein Befehl in Kurzform, dessen Wortlaut festgelegt ist. Beim Angesprochenen wird sofort ein bestimmtes, eingeübtes Handeln ausgelöst. Die Ausführung erfolgt "automatisch". Das Kommando ist in Ankündigungs- und Ausführungskommando unterteilt; Beispiele: Zum Einsatz - fertig!" 1. Rohr - vor! wird wiederholt Kommandos können auch durch optische, akustische oder andere vorher festgelegte Zeichen gegeben werden [z. B. Sichtzeichen]. Außer den hier genannten Kommandos, sind weitere Kommandos nur dann zu wiederholen, wenn es nicht offensichtlich ist, dass die automatische Ausführung erfolgt. D. h. wenn der A-Truppführer zum S-Trupp kommandiert 1. Rohr Wasser Marsch, dann geht der S-Trupp los und alle sehen, dass das Kommando ausgeführt wird. 46

47 5.3 Einsatzablauf Neu in der FwDV 3: Einsatzgrundsätze e) In besonderen Situationen kann ein Trupp personell verstärkt werden. [z. B. Einsatz nach FwDV 500 oder zur Menschenrettung ] f) Der Angriffstrupp rüstet sich während der Alarmfahrt auf Befehl mit Atemschutzgeräten aus. Wenn die Atemschutzgeräte sich nicht im Mannschaftsraum befinden, legt der Angriffstrupp während der Alarmfahrt den Atemanschluss und gegebenenfalls die Feuerschutzhaube an; die Atemschutzgeräte legt er in diesem Fall sofort nach Eintreffen an der Einsatzstelle an. [Der A-Trupp sitzt an der Einsatzstelle ohne weiteren Befehl ab und legt PA an, er hat den Befehl des EHF dazu im Fahrzeug erhalten A-Trupp mit PA ausrüsten. Wird nach abgeschlossener Erkundung das Fahrzeug umgestellt, dann muss der A-Trupp zu Fuß zum neuen Fahrzeug-Aufstellplatz gehen UVV: PA im Fahrzeug nur wenn es gesichert ist.] 47

48 5.3 Einsatzablauf Neu in der FwDV 3: Einsatzgrundsätze g) Die Wasserversorgung wird bei Löschfahrzeugen mit Löschwasserbehälter zuerst vom Löschfahrzeug zum Verteiler und danach zwischen Löschfahrzeug und Wasserentnahmestelle verlegt. Bei Löschfahrzeugen ohne Löschwasserbehälter kann dieses lagebedingt auch in umgekehrter Reihenfolge erfolgen. [siehe z. B. Folie 33] h) Die Wasserversorgung zwischen Löschfahrzeug und Wasserentnahmestelle muss möglichst schnell aufgebaut werden. Mit dem Innenangriff darf erst begonnen werden, wenn eine ständige Wasserabgabe sichergestellt ist, z. B. wenn das mitgeführte Löschwasser bis zum Aufbau einer Löschwasserversorgung ausreicht. [lageabhängig: Strahlrohrart, Größe des Löschmittelbehälters, Zeitbedarf für Aufbau ] i) Trupps, die ihre Aufgabe erledigt haben und einsatzbereit sind, melden sich beim Einheitsführer. [Stehen am Verteiler bereit und melden sich grundsätzlich über Funk beim EHF, siehe Rücknahme oder Stellungswechsel von Rohren (Seite 32 in der FwDV 3). Einsatzbereit = ausgerüstet nach FwDV 1/1.] 48

49 5.3 Einsatzablauf Neu in der FwDV 3: Einsatzgrundsätze j) Bemerkt eine Einsatzkraft eine besondere Gefahr (zum Beispiel Einsturzoder Explosionsgefahr) und ist unverzügliches In-Sicherheit-Bringen notwendig, gibt sie das Kommando Gefahr - Alle sofort zurück!. Jede Einsatzkraft gibt dieses Kommando weiter; alle gehen zurück und sammeln sich am Feuerwehrfahrzeug. Der Einheitsführer überprüft die Vollzähligkeit der Mannschaft, trifft weitere Maßnahmen und gibt Lagemeldungen. 49

50 5.5.1 Einsatzablauf Änderungen Einsatz mit Bereitstellung bei der Wasserentnahme aus Hydranten Gruppenführer, Staffelführer, Truppführer Der Einheitsführer bestimmt die Fahrzeugaufstellung und beginnt mit der Erkundung. Nach Abschluss der ersten Einsatzplanung befiehlt er: Maschinist Der Maschinist unterstützt beim Verlegen der Schlauchleitungen. 50

51 5.5.1 Einsatzablauf Änderungen Einsatz mit Bereitstellung bei der Wasserentnahme aus Hydranten Angriffstrupp Der in der Regel mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Angriffstrupp setzt den Verteiler. Er legt dazu ausreichend C-Druckschläuche für sich am Verteiler bereit, sofern kein Schlauchtrupp zur Unterstützung bereitsteht. Bei Fahrzeugen mit bereits an die B-Schlauchleitung angekuppeltem Verteiler nimmt der Angriffstrupp diesen Verteiler vor, sofern die Länge der B-Schlauchleitung ausreicht. Er gibt - im Falle des angekuppelten Verteilers - nach dem Setzen des Verteilers dem Maschinisten das Kommando: Wasser Marsch! 51

52 5.5.1 Einsatzablauf Änderungen Einsatz mit Bereitstellung bei der Wasserentnahme aus Hydranten Wassertrupp Der Wassertrupp unterstützt gegebenenfalls den Maschinisten beim Absetzen der fahrbaren Schlauchhaspel und verlegt dann sofern nicht durch den Angriffstrupp mit angekuppeltem Verteiler bereits geschehen die B-Schlauchleitung vom Löschfahrzeug zum Verteiler. Er schließt den Verteiler an und gibt dem Maschinisten das Kommando: Wasser marsch! Der Wassertrupp stellt anschließend die Wasserversorgung zwischen dem Löschfahrzeug und dem Hydranten her. Der Wassertrupp rüstet sich nun im Falle eines Atemschutzeinsatzes des Angriffstrupps mit Atemschutzgeräten als Sicherheitstrupp aus. Der Wassertruppführer meldet dem Einheitsführer: Wassertrupp als Sicherheitstrupp einsatzbereit!. 52

53 5.5.3 Einsatzablauf Änderungen Wasserentnahme über Saugschläuche aus offenem Gewässer Bei einem Löscheinsatz mit der Wasserentnahme über Saugschläuche aus offenem Gewässer befiehlt der Einheitsführer in der Regel einen Einsatz mit Bereitstellung: 53

54 Änderungen Wasserentnahme über Saugschläuche aus offenem Gewässer Angriffstrupp Einsatzablauf Der in der Regel mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Angriffstrupp setzt den Verteiler und legt ausreichend C-Druckschläuche für sich am Verteiler bereit. Sofern der Schlauch- und der Wassertrupp noch mit dem Verlegen der Saugleitung beschäftigt sind, verlegt er die B-Schlauchleitung zwischen Löschfahrzeug und Verteiler, kuppelt den Verteiler an die B-Schlauchleitung an und gibt dem Maschinisten das Kommando: Wasser Marsch! Bei Löschfahrzeugen mit bereits an die B-Schlauchleitung angekuppeltem Verteiler nimmt der Angriffstrupp d i e s e n Verteiler vor, sofern die Länge der B-Schlauchleitung ausreicht. Er gibt - im Falle des angekuppelten Verteilers - nach dem Setzen des Verteilers dem Maschinisten das Kommando: Wasser Marsch! 54

55 5.5.5 Einsatz mit Schaumrohr Ausrüstung auf Befehl:... Schaumrohr... vor! A A-Truppführer: PA, in der Regel mit Wärmeschutzkleidung, Beleuchtungsgerät, Verteiler, Handsprechfunkgerät, 2 Schaummittelbehälter (bei Fehlen des Schlauchtrupps) A A-Truppmann: PA, in der Regel mit Wärmeschutzkleidung, Schaumstrahlrohr, Schlauchhalter, B-Druckschläuche, Zumischer und D-Ansaugschlauch (bei Fehlen des Schlauchtrupps) 55

56 5.5.5 Einsatz mit Schaumrohr Schlauchtrupp Der Schlauchtrupp bringt den Zumischer, den D-Ansaugschlauch und die Schaummittelbehälter vor. S Er kuppelt den Zumischer in die Schlauchleitung ein. Er stellt mit dem D-Ansaugschlauch die Verbindung zwischen Zumischer und Schaummittelbehälter her. Der Schlauchtruppführer bedient den Zumischer; der Schlauchtruppmann stellt die Verfügbarkeit des Schaummittels am Zumischer sicher. S Wassertrupp Bei Fehlen des Schlauchtrupps bedient der Wassertrupp den Zumischer und den Verteiler. Er bringt weitere Schaummittelbehälter vor. 56

57 5.5.5 Einsatz mit Schaumrohr A A Der Truppmann hält das Schaumstrahlrohr, der Truppführer sichert ausreichende Schlauchreserve und unterstützt anschließend den Truppmann. S S Das Schaumstrahlrohr soll erst auf das Objekt gerichtet werden, wenn Schaum in gleichmäßig guter Qualität erzeugt wird. Bei der Handhabung von Schaumstrahlrohren ist darauf zu achten, dass kein Brandrauch angesaugt wird, die Luftzutrittsöffnungen nicht zugehalten werden oder der richtige Druck ansteht. Bei Kombinationsschaumstrahlrohren darf die Schaumart nur auf Befehl des Einheitsführers umgestellt werden. Schlauchreserve parallel zur Angriffsrichtung auslegen. 57

58 5.5.5 Einsatz mit Schaumrohr Der Zumischer wird in Richtung des Pfeils auf dem Zumischer zwischen Verteiler und Schaumstrahlrohr in die Druckschlauchleitung eingekuppelt. Die Dosiereinrichtung wird auf die erforderliche Zumischung eingestellt. Abhängig u. a. vom eingesetzten Schaummittel. Der Ansaugschlauch wird angekuppelt und in den Schaummittelbehälter eingeführt. Alle Schaummittelbehälter werden geöffnet. Hinweise zur Sicherheit: In unter Spannung stehenden elektrischen Anlagen darf Schaum nicht eingesetzt werden. Schaummittel sind wasser- und gesundheitsgefährdende Stoffe. Schaum nicht einatmen und verschlucken. Augenschutz anwenden. z. B.: 3% S S 58

59 6 Einsatz eines Zuges Die Einsatzformen (getrennt, hinter ) werden nicht mehr erwähnt. Der Befehl des Zugführers wurde an die Vorgaben der FwDV 100 angepasst. Der Befehl eines Zugführers muss mindestens enthalten: Einheit Auftrag Für die Erfüllung der Aufgaben kann es erforderlich sein weitere wichtige Informationen zu geben und das Befehlsschema um folgende Befehlselemente zu ergänzen: Lage Durchführung Versorgung Führung und Kommunikationswesen 59

60 Neufassung der FwDV Aufgaben der Mannschaft beim Einsatz eines Zuges Der Zugführer führt den Zug im Einsatz. Er ist an keinen bestimmten Platz gebunden; er ist über seine Befehlstelle erreichbar. Die Aufgaben der Einsatzkräfte im Zugtrupp sind: Der Führungsassistent führt Aufträge auf Befehl des Zugführers aus und ist Vertreter des Zugführers. Ausbildung: Er/sie sollte ebenfalls ausgebildeter Zugführer sein. Der Melder ist für die Informationsübertragung zuständig und führt auf Befehl weitere Aufgaben aus. Der Fahrer fährt den Kommando- oder den Einsatzleitwagen und führt auf Befehl weitere Aufgaben aus. Fehlt der Melder, übernimmt der Fahrer dessen Aufgaben. 60

61 Anlage Begriffsbestimmungen Im Anhang wurden wie schon bei anderen Feuerwehr-Dienstvorschriften Begriffsbestimmungen eingefügt. 61

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