Werkzeuggestützte Migration einer BS2000-Anwendung mit Sesam-Datenbank in eine Client/Server-Umgebung mit Oracle-Datenbank

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1 Werkzeuggestützte Migration einer BS2000-Anwendung mit Sesam-Datenbank in eine Client/Server-Umgebung mit Oracle-Datenbank Mit dem Werkzeug-System G7-Migration wurden bei einer deutschen Versicherungsgesellschaft die zentralen EDV-Anwendungen von einem BS2000-Rechner hochautomatisiert auf ein Windows 2000 System mit Oracle-Datenbank transformiert. Bei der Versicherung in Hamburg läuft ein Anwendungssystem für die Bestandsverwaltung der Lebensversicherungen. Dieses System ist das Herzstück der EDV-Anwendungen im Hause des Kunden. Um Kosten zu sparen und in eine moderne Umgebung zu wechseln, die für das Unternehmen deutlich bessere Entwicklungsmöglichkeiten bietet, wollte man die bewährten Anwendungen nach Windows 2000 migrieren. Auf Grund einer Offerte von GSE Graeber Software-Entwicklung in Püttlingen wußte der EDV-Direktor, daß es eine Möglichkeit gibt, BS2000-Anwendungen mit Hilfe von Werkzeugen hochautomatisiert zu migrieren. Ob dies auch für PL/1 und die bestehende Sesam-Datenbank funktioniert, sollte eine Pilot-Migration zeigen, die mit fast 200 Programmen und der kompletten Sesam-Datenbank durchgeführt wurde. Nach ca. 6 Wochen wußte der Kunde, daß die Migration machbar ist, da GSE alle diese Programme (auch die lang laufenden Batch-Programme) in einer Windows 2000 Umgebung mit Oracle-Datenbank fehlerfrei präsentieren konnte. Die migrierten Programme konnten sogar über einen Browser im Web aufgerufen werden. Damit war gesichert, daß die Anwendungen nach der Migration webfähig sind. Durch den Einsatz offener Client/Server-Architekturen (Basis: Unix, Linux oder Windows NT/2000) können die EDV-Kosten drastisch gesenkt und die Flexibilität der Unternehmens-Organisationen entscheidend erhöht werden. Daher wird nach Lösungen gesucht, um die auf den proprietären Systemen (Mainframes) eingesetzten und seit vielen Jahren erfolgreich laufenden Cobol- und Anwendungen in Client/Server-Umgebungen abzubilden. Die Transformation ermöglicht den Unternehmen, die Vorteile der neuen Welt mit relationalen Datenbanken und grafischen Benutzeroberflächen für die Anwendungen zu nutzen und die beste Integration von Zukunfts-Technologien zu ermöglichen. GSE erhielt im Jahr 2001 den Auftrag, die bestehenden Werkzeuge an alle Erfordernisse des Kunden anzupassen und den Erfolg dieser Anpassungen durch die Transformation einiger besonders kritischen Anwendungen nachzuweisen GSE Graeber Software-Entwicklung Seite 1

2 Die Ausgangssituation Der Kunde in Hamburg arbeitete mit einem Host-Rechner von Fujitsu- Siemens, auf dem das Betriebssystem BS2000 lief. Für die Datenhaltung wurden Sesam-Datenbanken und ISAM-Dateien eingesetzt. Die Dialoganwendung nutzte den Transaktionsmonitor UTM. Die Dialog- und Batch-Programme der Anwendung waren im wesentlichen in PL/1 programmiert. Es gab auch einige Assembler-Programme und zwei Cobol-Programme, die in die neue Umgebung zu übernehmen waren. Die Dialogprogramme nutzten das von Siemens entwickelte KDCS-Programm für den Zugriff auf die Bildschirme, den Asynchron-Druck und die Transaktionssteuerung. Die Zugriffe auf die Sesam-Datenbank erfolgten durch Calls mit Parameterübergabe auf das Siemens-Programm SESAM. Die Masken waren sehr unterschiedlich als Plus-, Minus-, Stern- und Gattermasken mit Hilfe des Siemens-Tools IFG definiert. Die zu migrierenden Anwendungen bestanden aus insgesamt ca. 130 UTM-Teil-Programmen mit 180 Masken, 300 Batch-Programmen, 350 Unterprogrammen (u.a. mathematische Berechnungsmodule), 500 Includes (Copy-Strecken), 575 ENTER-Prozeduren, 35 SESAM-Relationen, 80 ISAM-Dateien, die in die Oracle-Datenbank zu übernehmen waren. Die Anzahl der Lines of Code betrug ca Ca. 150 Benutzer, davon 100 Power-User (ständig online), arbeiten an PCs mit dem System. Die gesamte Software und das Mengengerüst veränderten sich während des Migrationsprojektes erheblich, da der Kunde stark expandierte und neue Versicherungsangebote in sein Portfolio aufnahm. Der Kunde stellte hohe Anforderungen an eine praktisch 100%-ig maschinelle Umsetzung der Programme, Masken und Daten. Da es sich bei den Anwendungen um das Herzstück des Kunden handelte, konnten auch keine Kompromisse bezüglich der Sicherheits- und Stabilitätsgarantie des Computer-Systems eingegangen werden. Die G7-Migrations-Werkzeuge Die G7-Migrations-Werkzeuge wurden von GSE in Püttlingen selbst entwickelt und sind international im Einsatz. GSE hat sich seit vielen Jahren ganz auf die Entwicklung und den Einsatz von Migrations-Werkzeugen spezialisiert und gehört weltweit zu den kompetentesten Unternehmen auf diesem Gebiet. Mit den G7-Werkzeugen werden Cobol-, Fortran-, Mantisoder Anwendungen von proprietären Systemen (z.b. IBM VSE, IBM MVS, Siemens BS2000, Tandem Guardian, UNISYS OS2200 oder Bull DPS) hochautomatisiert in Client/Server-Umgebungen (Basis Unix oder Windows NT/2000) migriert. Durch den Einsatz der Werkzeuge wird in der Regel die Programmiersprache und die Grundfunktionalität der Anwendungen nicht verändert, aber durch Kapselung der Daten- und Bildschirm-Zugriffe erfolgt ein automatisches Reengineering. Die Benutzer-Oberfläche wird durch Guifizierung verbessert und die Datenzugriffe werden auf eine relationale Datenbank (Oracle, DB2, etc.) umgeleitet. CICS-Befehle, systemspezifische Befehle (z.b. SEND-Befehl bei Tandem) und DML-Befehle, z.b. CODASYL-Befehle für den Zugriff auf Datenbanken werden in Standard-Befehle der jeweiligen Programmiersprache umgewandelt. Die G7- Migration umfaßt auch Dienstfunktionen für den Ablauf (Runtime-System) und Entwicklungs-Werkzeuge für die Weiterentwicklung der migrierten Anwendungen GSE Graeber Software-Entwicklung Seite 2

3 Die Projekt-Analyse Vor Beginn des Migrations-Projektes wurde von GSE eine Projekt-Studie angefertigt. Dadurch wurde die organisatorische und technische Machbarkeit der Migration sichergestellt. Sie bot die Basis einer Kosten- und Terminplanung für das eigentliche Migrations-Projekt. Die Projekt-Studie enthielt neben einer genauen Ist-Analyse der bestehenden Anwendung auch eine Darstellung des Sollzustandes (Hardware- und Software- Umgebung). Es wurde auch eine Pilotmigration mit ausgewählten Komponenten der Software (vom Kunden bereitgestellte ca. 200 Programme, Masken, Datenstrukturen und Daten) durchgeführt, um die Abweichungen zwischen Quellund Zielsystem und damit auch die Erfordernisse für Anpassungen der G7- Werkzeuge genau definieren zu können. Nach Vorlage der Projekt-Studie war der Kunde von der Wirtschaftlichkeit der Migration überzeugt und hat sich für die Durchführung des Projektes entschieden. Der EDV-Direktor: Wir wären schlecht beraten gewesen, das Migrations-Projekt nicht durchzuführen. Bis in die Vorstandsetage war man von den Vorteilen überzeugt und hat mitgezogen. Bestandteile der Projekt-Studie Aufgabenbeschreibung gegenwärtige und zukünftige System-Umgebung Analyse der technischen Machbarkeit mit Beurteilung Vorschlag zur organisatorischen Durchführung und Organisation des Migrations-Projektes Darstellung der kritischen Faktoren und Risiken für das Migrations-Projekt Ressourcen- und Zeit-Planung Aufwandsanalyse und Angebot für das Migrations-Projekt. Das Migrations-Projekt Für GSE begann mit der Erteilung des Auftrages für die Durchführung der Migration ein gutes Stück Arbeit, denn es stellte sich heraus, daß der Kunde in seinen Anwendungen eine Vielzahl von Funktionen der Middleware KDCS bzw. SESAM auf dem BS2000-System verwendet hat und die bis zu diesem Zeitpunkt von GSE nur teilweise realisiert waren. Die geplante Zeit für die Anpassung der Werkzeuge, die Realisierung der Adapter und die Umsetzung der Anwendungen durch GSE wurde zwar überschritten, aber es gelang tatsächlich, alle Funktionen in der neuen Umgebung zu realisieren. Der EDV-Direktor des Kunden konstatierte: Nach der erfolgreichen Pilot-Migration wußten wir, daß GSE es schaffen würde. GSE hatte ja auch schon einige guten Referenzen, die wir vor Auftragserteilung besucht und intensiv befragt hatten. Die Projekt-Leitung übernahm ein erfahrener Mitarbeiter des Kunden. Der Einsatz der Werkzeuge erfolgte zunächst durch GSE, bis auf Grund der Migration der besonders kritischen Anwendungen nachgewiesen werden konnte, daß die Transformation der Software korrekt war. Danach hat der Kunde die restliche Software mit eigenen Mitarbeitern umgesetzt und wurde dabei durch einen G7-Migrations-Berater von GSE unterstützt. Bei der Entwicklung und Anpassung der Werkzeuge wurden temporär zwei Mitarbeiter von GSE eingesetzt. Das Migrations-Team des Kunden umfaßte drei Mitarbeiter, die im wesentlichen mit Testarbeiten in der neuen System-Umgebung beschäftigt waren. Die Projekt-Dauer bis zur Einführung war auf ca. neun Monate angesetzt. Trotz der in der Testphase aufgetretenen kleineren Probleme, die während der Projekt-Analyse nicht festgestellt werden konnten und im folgenden Absatz beschrieben sind, konnte die Umstellungszeit eingehalten werden GSE Graeber Software-Entwicklung Seite 3

4 Während des Migrationsprojektes stellte sich noch heraus, daß die VisualAge-Umgebung zwar alle Befehle umwandeln und ausführen konnte, daß aber die Zugriffe auf ISAM-Dateien unter Windows 2000 nicht shareable waren, d.h. auf die ISAM-Dateien konnte nicht von mehreren Benutzern gleichzeitig zugegriffen werden. Daher mußten sämtliche ISAM-Dateien in die Oracle-Datenbank übernommen werden. Zu den im Rahmen des Migrationsprojektes zu realisierenden Funktionen gehörten im wesentlichen Realisierung eines Zugriffsadapters, der die SESAM-Calls auf die Oracle-Datenbank umleitet Ausbau der KDCS-Schnittstelle für die Darstellung von Teilmasken und Sonderfunktionen Erweiterung des Programm-s für die Umleitung der ISAM-Zugriffe auf die Oracle-Datenbank Erstellung von Datenkonvertern für die Transformation der SESAM-Datenbank und der ISAM-Dateien in die Oracle-Datenbank. Die Realisierung dieser Funktionen hat mehr Aufwand gekostet als von GSE erwartet wurde. Allerdings bestätigte der Projektleiter : Wir haben alle diese Probleme in Zusammenarbeit mit GSE in kurzer Zeit durch entsprechende Anpassungen der Konvertierungs-Werkzeuge gelöst. Der G7-Programm- war schließlich so intelligent, daß nur wenige manuelle Änderungen (insgesamt nur ca. 100 in Zeilen) in den Quell-Programmen erforderlich waren. Diese wurden vom Kunden bereits in den BS2000-Quell-Programmen eingebaut, um die Wiederholbarkeit der automatischen Programm-Konvertierung zu gewährleisten. Dadurch konnte die Migration parallel zu der Weiterentwicklung auf dem BS2000-System betrieben werden. Mit der Konvertierung der Bildschirm-Masken hatte das Migrations-Team keine Probleme. Sie werden von dem G7-Präsentations-Manager auf jedem PC windows-like dargestellt. Der G7-Präsentations-Manager erhält vom Windows-Server nur wenige Daten über das Netz (Nettodaten und Steuerungsdaten). Dadurch wird das Netz stark entlastet. Eine Terminal-Emulation für den Betrieb der Dialog-Anwendung ist nicht mehr erforderlich. Die Anwendungen können parallel von Fat-Clients und Thin-Clients (mit Browser) betrieben werden. Das Entladen der Sesam-Datenbanken auf dem BS2000-System erfolgte mit Standard-Programmen, die als Ergebnis flache Datenstrukturen lieferten. Diese wurden mit dem Oracle-Loader über automatisch generierte Steuerungs-Skripte in die Ziel-Datenbank geladen. Auf der nächsten Seite sind die wichtigsten Teile der Anwendungs-Architektur der Migration bzw. der migrierten Anwendungen grob dargestellt GSE Graeber Software-Entwicklung Seite 4

5 Anwendungsarchitektur mit der G7-Migration Windows - S e r v e r G7-Dialog-Steuerung G7-Masken- Download C l i e n t Sachbearbeiter Programme G7-Programm- Konvertierte Programme Compiler DLL G7-KDCS G7-SESAM G7-Präs.-Manager G7-DB-Manager TCP/IP- Kommunikation G7-Client Fat- Client File-System IFG- Masken G7-Masken- Runtime COBOL- Runtime ORACLE-RDBMS Datenzugriffe G7-Masken Masken SESAM-/ ISAM- Datenstrukt. SESAM-/ ISAM- Dateien G7-Struktur- G7-Daten- Batch-Programme Programm- Editor G7-Batch-Steuerung G7-Wartungs- System Transaktions- Steuerung G7-Data Dictionary Anwendungs- Datenbanken Entwickler Kornshell [MKS-Tools] Compiler Web-Browser PC G7-Prozedur- Generator Shell- Prozeduren [MKS-Tools] SORT G7-Applet Thin- Client JSS- Konfiguration JOB- Scheduler Abkürzungen: DLL JSS DB PC = Dynamic Link Library = Job-Scheduler = Datenbank = PC-Arbeitsplatz Legende: G7-Migrations-Tools G7-Wartungs-Tools G7-Laufzeit-Umgebung Sonstige Software GSE Graeber Software-Entwicklung Seite 5

6 Das Ergebnis des G7-Migrations-Projektes Die Daten der Anwendung werden in einem Durchlauf auf das neue Windows-System mit Oracle-Datenbank übernommen. Die Bestandsverwaltung läuft bei dem Kunden mit unveränderter Funktionalität in einer zukunftsorientierten System-Umgebung. Die Produktivität der Entwickler steigt durch die erhöhte Professionalität der Entwicklungs-Werkzeuge. Die Geschwindigkeit der Compilierung komplexer Programme wird erhöht. Es gibt kein Programm, dessen Compiler-Lauf länger als 20 Sekunden dauert bestätigt der Projektleiter. Durch den Einsatz der in der Zielumgebung verfügbaren Werkzeuge (G7-Entwicklungs-Werkzeuge, VisualAge, etc.) kann die Anwendung produktiv weiterentwickelt und verbessert werden. Nach der Übernahme aller Daten auf die neue System-Umgebung und einer Sicherheitsfrist für ein eventuelles Backup kann der BS2000-Rechner abgeschaltet werden. Die Kosten für das Migrations-Projekt werden sich schnell amortisieren schwärmt der EDV-Direktor. Und weiter: Wir sind zufrieden mit unserer Entscheidung, den BS2000-Rechner zu ersetzen, und können die angewendete Methode weiterempfehlen. Die Vorteile des Einsatzes der G7-Migrations-Werkzeuge Verbesserung/Standardisierung der Datenbasis und der Benutzeroberfläche Minimierung des Fehlerrisikos Kurze Migrations-Projekt-Dauer 1:1-Umstellung ohne Risiken Erhöhung der Produktivität bei der Weiterentwicklung Hohe Skalierbarkeit und Offenheit der System-Umgebung Einsatz von leistungsfähigen und preiswerten Hardware-Komponenten Kostenersparnis bei dem Betrieb der Anwendung und deren Weiterentwicklung Portabilität der Anwendung und der Datenbasis Weitere Informationen und Pressehinweise: Verfasser: Karl-Albrecht Graeber GSE Graeber Software-Entwicklung Junkernfeldstraße (0) 6172 / D Friedrichsdorf GSE Graeber Software-Entwicklung Seite 6

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