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1 In Zusammenarbeit mit: Thema im Februar 2012: Alle anders, aber gleich Jeder von uns ist etwas ganz Besonderes: Der eine ist schüchtern, der Nächste hat eine große Nase. Einer kommt aus einem fremden Land, und ein anderer hat feuerrote Haare. Rechtsextreme glauben, dass manche Menschen mehr wert sind als andere. Das ist Quatsch! Wir alle sind gleich viel wert, und alle Menschen verdienen die Achtung, wie wir sie für uns selbst wünschen. Inhalt: Alle anders, aber gleich Starke Sprüche gegen Rechtsextreme Ein Land viele Kulturen Karikaturenwerkstatt Toleranz was ist das? Mindmap: Internetseiten zum Thema Vorurteile, Rechtsextreme und Toleranz Ein kostenloser Service für die Schulklassen 3 6 eue Arbeitsmaterialien zu einem aktuellen Thema N und interessante Links für Ihren Unterricht finden Sie unter DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

2 »ZEIT «-Arbeitsblätter Alle anders, aber gleich 2 Alle anders, aber gleich Es gibt keine Menschen, die mehr wert sind als andere.»rechtsextreme«behaupten das Gegenteil. Einige begehen sogar schreckliche Verbrechen. Illustration: Gert Albrecht für DIE ZEIT 5 Jeder Mensch ist anders. Der eine ist groß, der andere klein. Der eine isst am liebsten Spinat, der andere Spaghetti. Der eine hat dunkle Haut, der andere helle. Der eine kann schnell laufen, der andere gut rechnen. Keinen Menschen gibt es zweimal; sogar eineiige Zwillinge unterscheiden sich in vielen kleinen Dingen Es ist auch völliger Zufall, wo und in welche Familie hinein jemand geboren wird. Deshalb ist es auch völliger Quatsch, Menschen Wo und als wer man geboren wird, das kann sich niemand aussuchen nach ihrer Herkunft beurteilen zu wollen. Vielleicht kommen die Eltern Deiner Freundin aus der Türkei, oder der beste Freund Deiner Schwester ist vor einem Jahr aus China in die Stadt gezogen. Ob jemand nett ist oder interessant, hängt nicht vom Wohnort ab, genauso wenig wie vom Aussehen. Wichtig ist, was in ihm steckt. Niemand ist mehr wert als jemand anderes! Jede und jeder hat die gleichen Rechte! 20 Doch es gibt Leute, die das anders sehen. Diese Leute nennt man Rechtsextremisten. Das ist ein ziemlich kompliziertes Wort.»Extrem«steckt drin, das Gegenteil von normal. Denn rechtsextremistische Ansichten sind nicht normal. Rechtsextremisten werden häufig auch als Nazis bezeichnet. Das hat mit der deutschen Geschichte zu tun, dazu kommen wir später noch. 25 Rechtsextremisten haben jedenfalls Probleme mit Menschen, die anders sind als sie. Zum Beispiel würden sie am liebsten jeden, der im Ausland geboren ist oder dessen Eltern von dort stammen, aus Deutschland hinauswerfen. Sie behaupten auch, es wäre gut, wenn nur noch Menschen zusammenleben, die möglichst gleich aussehen. Rechtsextremisten teilen die Menschheit gern in»rassen«ein. Man nennt sie deshalb auch Rassisten. 30 Sie sagen, man müsse seine»rasse sauber halten«. Was sie meinen, ist zum Beispiel, dass Japaner nicht mit Deutschen Kinder bekommen sollen. Rassisten sagen auch, dass ihre eigene DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

3 »ZEIT «-Arbeitsblätter Alle anders, aber gleich 3 35»Rasse«besser sei als andere. Bis vor etwa hundert Jahren haben noch viele Menschen an so einen Blödsinn geglaubt. Beispielsweise war in Europa häufig zu hören, wir seien mehr wert als Afrikaner. Das ist natürlich Unsinn. Und Forscher haben längst bewiesen, dass es bei uns Menschen überhaupt keine Rassen gibt anders als bei Tieren. 40 Was Forscher nachweisen, interessiert Rassisten aber nicht. Sie wollen an Rassen glauben. Die meisten Rechtsextremisten gleichen mit ihrem Denken nämlich nur Probleme aus. Oft haben sie Angst vor etwas, sind unzufrieden mit ihrem Leben oder einfach unsicher. Wenn sie dann auf andere Menschen herabschauen können, fühlen sie sich stark und überlegen. 45 Es gibt auch Politiker, die rechtsextremistische oder rassistische Dinge sagen. Sie tun das zum Beispiel, um von Missständen abzulenken. Es ist ja auch sehr bequem, wenn man die Schuld für Dinge, die in einem Land, einer Region oder einer Stadt nicht klappen, jemandem in die Schuhe schieben kann. Wenn es zum Beispiel viele Arbeitslose gibt, ist die einfachste Ausrede, zu sagen, dass Ausländer daran schuld seien. Weil sie angeblich den Deutschen die Arbeit wegnehmen. Das stimmt natürlich nicht was man schon daran sieht, dass es in Ostdeutschland die meisten Menschen ohne Arbeit gibt, dort aber die wenigsten Ausländer leben Doch leider kommen Politiker mit solchen Aussagen bei vielen Menschen an. Einzelne rechtsextremistische Gedanken sind sehr, sehr weit verbreitet. Und jetzt kommen wir zurück zur deutschen Geschichte. Bei uns gab es vor achtzig Jahren den Politiker Adolf Hitler, seine Partei hieß abgekürzt NSDAP.»NS«stand für»nationalsozialistisch«, die Parteianhänger wurden deshalb kurz Nazis genannt. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler Reichskanzler und begann mit seiner Partei, die Demokratie abzuschaffen. Dieses Datum nennen viele»machtergreifung«. Hitler wollte der mächtigste Mann der Welt werden. Er redete den Deutschen ein, sie müssten sich gegen andere»rassen«wehren, vor allem gegen Menschen jüdischer Religion. Hitler hat dann einen schlimmen Krieg angefangen, in dem Millionen Menschen starben Vieles, was Hitler sagte, sagen heute die Rechtsextremisten. Deshalb werden sie oft auch Nazis genannt oder Neonazis, also»neue Nazis«. In der Politik spielen sie keine große Rolle. Aber auch heute überfallen Rechtsextremisten Menschen, die ihnen nicht gefallen in den letzten Wochen wurde zum Beispiel viel über eine Bande berichtet, die über Jahre gemordet hat, mitten in Deutschland. In den letzten 20 Jahren haben Rechtsextremisten mindestens 147 Menschen getötet und viele Tausend verletzt. Zum Beispiel Leute, die aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind, oder Obdachlose, also Menschen ohne Wohnung. DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

4 »ZEIT «-Arbeitsblätter Alle anders, aber gleich Rassisten und Rechtsextremisten sagen, alle Fremden seien gefährlich. Und es stimmt ja, dass man erst mal vorsichtig sein sollte, wenn man jemanden noch nicht kennt. Aber das gilt für Deutsche genauso wie für Ausländer. Man ist natürlich nicht gleich ein Rassist, wenn man sich mal über einen ausländischen Mitschüler ärgert. Übel ist es, wenn man Fremde ablehnt, weil sie fremd sind. Rassismus ist, wenn man Menschen nur mit ihrer Herkunft erklärt wer sagt:»alle Schwarzen sind faul«, oder:»alle Juden sind geldgierig«, der ist rechtsextremistisch. Und er ist dumm. Genauso gut könnte er ja behaupten:»alle großen Menschen sind klug.«rechtsextremisten sagen noch andere dumme Sachen: zum Beispiel, dass sich Frauen nur um Kinder und Haushaltsarbeit kümmern sollten. Oder dass es gut ist, wenn einige über alle anderen bestimmen. 80 Rassisten und Rechtsextremisten gibt es überall. Aber kein Kind kommt als Rechtsextremist auf die Welt; Kinder spielen mit anderen Kindern, egal, welcher Hautfarbe. Meist lernen sie von ihren Eltern, Fremde zu hassen. Wenn Du also rassistische Sprüche hörst, dann widersprich! Du kannst sicher sein, dass Du damit recht hast. Quelle: Toralf Staud, DIE ZEIT, 26. Januar 2012, alle-anders-aber-gleich_11517 Neu für Kinder: ZEIT LEO Die Themen in der aktuellen Ausgabe: Umweltschutz: Auf den Philippinen bewachen Kinder das Meer Infografik: So schön ist Schnee Kochen mit Sarah Wiener: Nudelsuppe Bestellen Sie ZEIT LEO im Klassensatz mit 49 % Rabatt unter DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

5 »ZEIT «-Arbeitsblätter Alle anders, aber gleich 5 Starke Sprüche gegen Rechtsextreme In diese Tabelle kannst Du Deine Argumente gegen Rechtsextreme eintragen! In der linken Spalte notierst Du typische Ansichten der Rechtsextremen und Rassisten. Davon werden einige im Text genannt. Kennst Du weitere Beispiele? In der rechten Spalte schreibst Du auf, was man dagegen sagen kann. Das Gute daran ist: Du hast immer recht! Sprüche der Rechtsextremen und Rassisten Sprüche dagegen: Was Rechtsextreme von mir zu hören kriegen! DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

6 »ZEIT «-Arbeitsblätter Alle anders, aber gleich 6 Ein Land viele Kulturen Auch in Deiner Klasse kommen die Kinder wahrscheinlich aus vielen Ländern der Welt. Weißt Du, woher sie kommen? Wie ist es dort? Und wo liegen Deine Wurzeln? Bastelt eine Reise um die Welt aus den Heimatländern Eurer Klasse, und erzählt Euch davon! Das braucht Ihr: Einen Atlas, um nachzugucken, wo die einzelnen Länder auf der Weltkarte liegen. Einen Klebestift Ein Stück Karton oder Pappe, auf das Ihr die Weltkarte kleben könnt Eine Schere Bunt- oder Filzstifte, um die Länder auszumalen Noch einen Stift, um die Länder zu beschriften Stecknadeln oder Pinnwandstifte Ein Wollbändchen oder ein längeres Stück Faden Liddy Hansdottir Und so geht s: Schneidet die Weltkarte auf der nächsten Seite aus, und klebt sie auf den Karton. Jeder erzählt, aus welchem Land er oder sie stammt oder woher die Eltern oder Großeltern kommen. Wer dran ist, schildert eine Begenbenheit aus der Heimat seiner Familie: Was gibt es dort Besonderes? Was ist schön oder interessant dort? Sucht das Land zunächst im Atlas. Bestimmt anschließend, wo das Land auf Eurer Weltkarte liegt. Dann malt Ihr es mit einer Lieblingsfarbe aus. (Aber nicht im Atlas, sondern auf Eurer Karte!) Schreibt den Namen des Landes dazu, und steckt eine Nadel ein. So geht es reihum. Immer mehr Länder kommen hinzu, werden ausgemalt und bekommen eine Nadel eingesteckt. Am Ende schlingt Ihr das Bändchen vorsichtig um alle Nadeln herum und verbindet so alle Länder und Kulturen miteinander. Ihr könnt aus Eurer Reise um die Welt auch ein Lied machen! Die»Zwirnis«, das sind Kinder der Grundschule Zwirnerstraße in Köln, haben mit dem Rapper Def Benski einen tollen Song geschrieben:»unsere Reise um die Welt«. Jedes Kind singt eine Strophe, in der es sein Heimat land vorstellt. Hier könnt Ihr Euch das Lied anhören: DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

7 Schneidet diese Karte aus, und klebt sie auf ein Stück Karton oder eine Pappe! Andreas Haertle

8 »ZEIT «-Arbeitsblätter Alle anders, aber gleich 8 Karikaturenwerkstatt Eine Karikatur ist eine Zeichnung, in der Menschen oder Situationen komisch und übertrieben dargestellt werden. Dahinter verbirgt sich meist eine Aussage: eine Mahnung etwa. Oft kritisieren Karikaturen eine Haltung oder den Zustand der Gesellschaft. Die Kinderzeichnungen auf dieser Seite sind zum Beispiel Karikaturen. Erklär, was die Karikaturen aussagen wollen! Mal nun selber eine Karikatur zum Thema»Alle anders, aber gleich«! Kristina Gebhart, Preisträgerin des Karikaturenwettbewerbs des Studienkreises Nils Schulte, Preisträger des Karikaturenwettbewerbs des Studienkreises DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

9 »ZEIT «-Arbeitsblätter Alle anders, aber gleich 9 Toleranz was ist das? Wenn jemand Respekt zeigt vor Menschen, die anders als er selbst sind, sagt man auch: Der oder die ist tolerant. Das Wort Toleranz kommt aus dem Lateinischen.»Tolerare«heißt so viel wie»erdulden«,»dulden«oder»zulassen«. Tolerant ist, wer die Weltanschauung, Religion, Herkunft oder die Überzeugungen anderer Menschen achtet und gelten lässt. Das bedeutet aber nicht, dass ein toleranter Mensch keine eigene Überzeugung hat. Man kann weiter seine Meinung vertreten und muss auch nicht alles gut finden, was andere tun. Aber man darf trotzdem nicht auf andere herabschauen. Dabei ist Toleranz etwas anderes als Gleichgültigkeit. Denn wer gleichgültig ist, verschließt die Augen vor den Problemen anderer Menschen und nimmt sie nicht so wichtig wie sich selbst. Toleranz ist im Alltag an vielen Stellen erforderlich. Wichtig ist, andere so zu akzeptieren und so zu behandeln, wie man selbst akzeptiert und behandelt werden will. Denn nur auf diese Weise können so viele verschiedene Menschen miteinander in Frieden leben. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Es gibt auch Überzeugungen, die intolerant, also nicht tolerant sind. Zum Beispiel die Meinungen der Rechtsextremen. Und da ziehen auch tolerante Menschen eine Grenze und akzeptieren diese Haltung nicht mehr. Das klingt zunächst widersprüchlich, ist es aber genau genommen nicht. Denn wenn man toleriert, dass andere nicht toleriert werden, dann ist man ja selbst wieder intolerant. Ganz schön kompliziert, nicht wahr? Was bedeutet Toleranz für Dich? Warst Du selbst schon mal in einer Situation, in der Du intolerant warst oder von anderen intolerant behandelt wurdest? Wie sollte man sich Deiner Meinung nach in dieser Situation verhalten? Schreib Deine Geschichte auf! DIE ZEIT Peter Ustinov Stiftung

10 Kindernachrichten»Helles Köpfchen«: Artikel zum Thema Rechtsextremismus Rechtsextreme Terror- und Mordserie in Deutschland artikel/3325.html Rassisten, Neonazis und rechtsextreme Parteien Rassisten_Neonazis_rechtsextreme_Parteien_1.html Hanisau Land-Lexikon: Stichwort»Toleranz«www.hanisauland.de/ lexikon/t/toleranz.html Wer, wenn nicht wir? Schülerbilder gegen Gewalt und Rassismus MINDMAP Studienkreis:»Anders na und?«: Karikaturen zum Thema Diskriminierung Fremdenhass tötet Vielfalt artikel/1147.html Die geheimen Zeichen der Neonazis anti-nazi-symbole_strafbar.html Internetseiten zum Thema Vorurteile, Rechtsextreme und Toleranz regierenkapieren Was tut die Bundesregierung dafür, dass so viele verschiedene Menschen in Deutschland friedlich zusammenleben? > Zusammenleben in Deutschland Andi In der Comicgeschichte seht Ihr, wie Rechtsextreme versuchen, Andi, Ayshe und Ben zu ködern. > Rechtsextremismus: Andi 2 -Tage wie dieser basta-net Mach mit Nein zur Gewalt LizzyNet Vorurteile > Suche > Wie entstehen Vorurteile? Impressum Projektleitung: Nicole Mai, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG Projektassistenz: Niklas Radner, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG Didaktisches Konzept und Arbeitsaufträge: Susanne Patzelt, Redaktionsbüro Patzelt Wissen beflügelt Grafik: Christin Zühlke, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG

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